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Traditionell gibt es im Sommer von mir einen neuen Thread. Viel Spaß beim Lesen und Erinnern!
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Hoffnungsvoll geht es beim FC Sachsen in die neue Spielzeit, die bereits am 27. Juli mit dem Punktspiel beim FC Berlin eröffnet wird. Neben dem neuen Trainer Gerd Schädlich gibt es eine Reihe namhafter Neuverpflichtungen: Marco Sejna (Tennis Borussia Berlin), Carsten Sänger und Milos Nedic (Carl Zeiss Jena), Bela Virag, Attila Kriston und Almir Filipovic (alle FC Siofok), Sven Baum (Dynamo Dresden), Boris Lucic (FSV Zwickau), Mike Lünsmann (LR Ahlen), Nils Böttcher (Hallescher FC). Zwei weitere Kracher (im wahrsten Sinne des Wortes) sollen noch folgen – doch zu Kujtim Shala und Roman Müller zu gegebener Zeit mehr. Als Abgänge werden Abubaker Benkrema, Rico Clemens (Zittau), Marco Gräfe und Dirk Havel (beide Torgau), Jens Kahdemann und André Schönitz (beide VfL Halle), Ingo Saager (Lok Stendal) und Frank Rederer (TuS Leutzsch) vermeldet.
Die Euphorie wird noch weiter geschürt durch torreiche Testspiele und eine gute Leistung im Freundschaftsspiel gegen den amtierenden deutschen Meister FC Bayern München. Die Statistiken sind aus „Die Nummer 1“ von Jens Fuge:
3.7.97 Eintracht Serbitz/Thräna – FC Sachsen 1:10
Tore: Lünsmann (3), Hammermüller, Golowan (je 2), Filipovic, Kaiser, Ziffert.
6.7.97 SSV Markranstädt – FC Sachsen 1:6
Tore: Vishniauskas, Lünsmann, Hammermüller, Filipovic, Kaiser, 1 Eigentor
10.7.97 Cadenberge – FC Sachsen 0:13
Tore: Filipovic (4), Lucic (3)
13.7.97 Sieversen – FC Sachsen 1:8
Tore: Kriston (3), Virag (2), Lünsmann (2), Hammermüller
15.7.97 VfL Stade – FC Sachsen 0:6
Tore: Golowan (2), Kriston, Ziffert, Filipovic, Hammermüller
18.7.97 FC Sachsen – FC Bayern München 1:3
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic, Ziffert (Küttner) – Kriston (Feetz), Virag (Kaiser), Hammermüller, Lucic, Baum – Lünsmann, Golowan (Filipovic).
Tore: 1:0 Lucic (3.), 1:1 Hamann (30.), 1:2 Elber (47.), 1:3 Münch (88.), SR: Bley (Sehma), Z.: 18.000.
20.7.97 Naumburger SV – FC Sachsen 0:11
Tore: Filipovic (3), Baum, Vishniauskas (je 2), Kaiser, Kriston, Golowan, Virag
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
4. Spieltag des IFC-Cup:
Carl Zeiss Jena – Vasas Budapest 2:2 (Peschke 2 / Teodori, Szabadi), Wismut Aue – Dosza Ujpest 3:0 (Reypka, Balck, Krauß), Hammarby IF – 1.FC Magdeburg 1:0 (Holmgren), IFK Norrköpping - Rot-Weiß Erfurt 3:1 (Eriksson 2, Eskilsson / Jung).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Die Liga-Ansetzungen werden veröffentlicht: Chemie Leipzig trifft zuerst auf Chemie Premnitz (dort), Stahl Brandenburg (zu Hause) und Stahl Blankenburg (auswärts). Die Hinrunde endet am 12. November 1977 mit dem Derby bei der TSG MAB Schkeuditz, deren Recken auf der Rückseite der Fuwo vom 19. Juli 1977 abgebildet sind:
http://www.fo-ul.de/1235015159.jpg
Die DDR-Nationalmannschaft ist auf Südamerika-Tournee. Das Spiel gegen die argentinische Auswahl geht 0:2 verloren.
Argentinien: Balley – Passarella – Tarantini, Olguin, Carrascosa – Ardiles (83. Rocha), Galvan, Villa – Houseman, Luque, Ortiz
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Fritsche (Lok), Weise (Jena), Kurbjuweit (Jena) – J. Müller (FCK) ab 62. Lauck (BFC), Schade (Dresden), Häfner (Dresden) – Kotte (Dresden) ab 58. Hoffmann (FCM), Sparwasser (FCM), Sachse (Dresden) ab 70. Riediger (BFC)
Tore: 1:0 Houseman (30.), 2:0 Carrascosa (72.), SR: Barreto (Uruguay), Z.: 50.000.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Auf geht’s ins idyllisch gelegene :D Sportforum von Berlin-Hohenschönhausen zum ersten Punktspiel.
Frank Mertens aus Berlin ist der Verfasser des LVZ-Spielberichtes:
„Der FC Sachsen Leipzig erwischt einen Auftakt nach Maß. Vor 550 Zuschauern bezwang die Mannschaft von Gerd Schädlich gestern am ersten Spieltag der Fußball-Regionalliga Gastgeber FC Berlin mit 1:0 (0:0). Den verdienten Siegtreffer für die Leutzscher markierte Almir Filipovic in der 67. Minute. „Ich bin zunächst einmal zufrieden, daß wir drei Punkte gewonnen haben“, meinte Schädlich kurz nach Spielende. „Allerdings müssen wir uns vor dem ersten Heimspiel gegen Magdeburg noch steigern. Das Zusammenspiel und die Chancenverwertung ließen noch Defizite erkennen.“ In einer temporeichen Regionalligapartie agierten die Leutzscher in den ersten 20 Minuten ausgesprochen nervös, ehe sie zu ihrem Spiel fanden. Vor allem die Verteidigung um das Manndecker-Gespann Nedic-Vishniauskas überzeugte. Sie hatte die gegnerischen Stürmer fast über die ganze Distanz hinweg im Griff und waren dazu im Aufbauspiel effektiv. Auch Steffen Hammermüller lieferte eine gute Leistung. Unermüdlich rackerte und kämpfte er um jeden Meter. Die erste torgefährliche Situation hatte der FC Sachsen in der 22. Minute. Nach einem Eckstoß von Kapitän Steffen Hammermüller ging der Kopfball von Vidmantas Vishniauskas aber knapp über das Tor von Berlins Torwart Bartel. Brandgefährlich wurde es vor dem FCB-Tor in der 44. Minute, als Oleg Golowan seinen Mannschaftskameraden Sven Baum anspielte. Der Schlenzer des Rückkehrers wurde aber von Bartel auf der Linie entschärft. Der FC Berlin spielte im ersten Abschnitt nur zwei richtige Chancen heraus. In der 25. Minute schoß Gezen aus 25 Metern auf das Tor von Marco Sejna, doch der parierte den Schuß ohne Probleme. Eine gute Figur machte der Sachsen-Keeper auch in der 40. Minute, als er den Knaller von Roman Müller von der Strafraumgrenze ohne Schwierigkeiten fing. Druckvoll begannen die Leutzscher den zweiten Abschnitt. In der 52. Minute ging ein direkter Freistoß von Boris Lucic knapp am Gehäuse vorbei. Jubeln konnten die gut 120 Sachsen-Fans in der 67. Minute, als Filipovic nach Vorlage von Mike Lünsmann den Siegtreffer für die Leutzscher setzte. In der 81. Minute wurde es für die Leipziger noch einmal brenzlig. Doch Boris Lucic konnte einen Heber von Lesch auf der Linie entschärfen. Ein großes Aufatmen gab es kurz nach dem Spiel bei den Leutzschern. „Es ist zunächst einmal wichtig, daß wir drei Punkte gewonnen haben“, freute sich Spielführer Steffen Hammermüller. „Allerdings gab es sicherlich noch einige Unstimmigkeiten im Zusammenspiel. Vor allem in der Anfangsphase haben wir uns sehr schwer getan.“ Dies konnte Sven Baum nur bestätigen: „Das war ein sehr schwer erkämpfter Sieg. Wir müssen vor allem in Zukunft ruhiger spielen.“ Lange Feiern gibt es aber nicht, denn am nächsten Wochenende empfangen die Leipziger den 1.FC Magdeburg. Ein heißer Tanz steht bevor. „Da kommen bestimmt acht- bis neuntausend Zuschauer“, meint Schädlich.“
FC Berlin: Bartel – Brestrich – Maek, Kallnik, R. Müller, Jonelat, Höppner (70. Lesch), Ohly (45. S. Müller), Gezen – Seruga, Jopek (75. Dahlke).
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic, Vishniauskas – Hammermüller, Virag, Lucic, Kriston (88. Feetz), Baum – Golowan (56. Filipovic), Lünsmann (80. Kaiser).
Tor: 0:1 Filipovic (68.), SR: Fleske (Schönow), Z.: 794.
Das Foto zum LVZ-Artikel und die Eintrittskarte:
http://www.fo-ul.de/1263396018.jpg
http://www.fo-ul.de/1342479488.jpg
Erster Tabellenführer ist Dynamo Dresden, das Rot-Weiß Erfurt 4:1 bezwingt (Hanke 2, Gütschow, Terjek / Biro). Auch Tennis Borussia Berlin siegt (2:0 beim Spandauer SV durch Raickovic und Akrapovic). Das 2:0 des 1.FC Magdeburg über Union Berlin (Lieberam und Sandmann) wird von der Pfändung der Eintrittsgelder durch das Magdeburger Finanzamt begleitet.
Eine spektakuläre Neuverpflichtung des FC Sachsen lässt aufhorchen: Kujtim Shala unterschreibt einen Ein-Jahres-Vertrag. Der LVZ-Artikel dazu:
„Leipzig. Das lange Hickhack um die sportliche Zukunft von Kujtim Shala scheint nun beendet. „Ab sofort interessiert mich nur noch Sachsen Leipzig und der Aufstieg“, erklärte der beim VfB geschaßte Fußballer gestern. Am Sitz des Vizepräsidenten und Hauptsponsors des FC Sachsen, Klaus Wienhold, unterschrieb Shala einen Vertrag für ein Jahr mit Option für ein weiteres Jahr. Erleichterung, aber auch Ärgernis machte sich bei Wienhold breit. „Ich bin sehr froh, daß wir diesen begnadeten Fußballer verpflichten konnten. Leider hat der VfB alles versucht, den Transfer platzen zu lassen.“ Fast per Retourkutsche sang Shala Loblieder auf seinen neuen Vize-Chef. „Herr Wienhold hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen, er ist ein toller Typ.“ Zuvor war der Kosovo-Albaner im Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch gewesen. „Ein Klasse-Stadion, wie in England. Die Fans in Leutzsch sind richtig heiß. Ich glaube, nun kommen noch 2000 Leute mehr zu den Spielen.“ Heute Vormittag soll der Papierkram mit dem VfB geklärt werden. Zum gleichen Zeitpunkt will Shala dann erstmals beim Training des FC Sachsen teilnehmen. „Das wird eine Riesenparty.“ Ein erstes Gespräch mit Sachsen-Coach Gerd Schädlich soll heute stattfinden. Shala: „Ich denke es ist klar, daß ich hinter den Spitzen spiele“. An den Aufstieg in die 2. Bundesliga glaubt Kujtim Shala fest: „Ich komme nicht, um fünf Jahre in der Regionalliga zu spielen. TeBe oder wir, ist die Frage. Ich glaube, wir sind stärker.“ Positiv wurde die Neuverpflichtung Shalas auch in der Mannschaft aufgenommen. „Shala ist für uns ein sportlicher Gewinn. Wir freuen uns auf ihn“, sagte Steffen Hammermüller.“
Saison-Auftakt auch in der zweiten Liga. Der FC Gütersloh ist hier erster Spitzenreiter, nachdem er den Aufsteiger 1.FC Nürnberg 4:2 schlagen konnte (Schürman, Weidemann, Meyer, Löbe / Falter, Hogen). Zweiter ist der VfB Leipzig durch ein 3:1 über die Stuttgarter Kickers (Fuchs 2, Däbritz / Beierle). Aufregung gibt es, als kurz vor der Pause ein Zuschauer eine mit Steinen gefüllte Cola-Dose auf das Spielfeld wirft. Der SC Freiburg bestätigt seine Favoritenrolle mit einem 2:0 über Energie Cottbus (Schwinkendorf und Wassmer) vor 20.000 Besuchern. Carl Zeiss Jena und Wattenscheid 09 trennen sich 1:1 (Schneider / Feinbier). Der FSV Zwickau verliert beim SV Meppen 1:2 (Seifert / Thoben, Myyry). Beim 2:3 der Düsseldorfer Fortuna bei Eintracht Frankfurt (Younga-Mouhani, Dobrowolski / Epp, Güntensperger, Gebhardt) fliegt Jack wegen groben Foulspiels in der 73. Minute mit Rot vom Platz.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Freundschaftsspiel: Chemie Leipzig – Stal Rzeszow 3:3
Weitere IFC-Cup-Ergebnisse:
Carl Zeiss Jena – Lausanne Sports 3:0 (Raab 2, Pittelkow), 1.FC Magdeburg – FC La Chaux-de-Fonds 5:1 (Lässig 2, Losert, Bonan, Windelband / Castro), Dosza Ujpest - Wismut Aue 3:3 (Schroth 3 / Jacob, Balck, Färber), Etyr Weliko Tirnowo - Rot-Weiß Erfurt 3:0 (Kossew 2, Andow).
In Leipzig wird das VIII. Sportfest eröffnet. Bild aus der Fuwo vom Zentralstadion dazu:
http://www.fo-ul.de/1403602445.jpg
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Freundschaftsspiele: Motor Stötteritz – Chemie Leipzig 0:11 (0:7), Landbau Bad Langensalza – Chemie Leipzig 1:3 (1:1).
Vor 40 Jahren
Die DDR-Olympiaauswahl probt bei Malmö FF (1:1), in Holmsund gegen eine Auswahl Nordschwedens (9:0), gegen IK Brage (5:0) und in Sundsvall gegen eine Nordlandauswahl (6:0). In der IFC-Totorunde spielen: 1.FC Lok – Rapid Wien 2:1, FC Carl Zeiss – IFK Göteborg 3:1, Dynamo Dresden – AIK Stockholm 1:2, GKS Katowice – 1.FC Union 1:0.
Vor 50 Jahren
Bei den III,. Internationalen Sommersportspielen in Moskau anläßlich der Weltfestspiele der Jugend und Studenten gewinnt die DDR-Auswahl in der Gruppe IV gegen Ceylon, vertreten durch die Stadtmannschaft Colombo, 15:0. Willy Tröger trifft zehnmal ins Netz. Honved Budapest bestreitet zwei weitere Spiele in der DDR, gegen eine B-Auswahl 6:2, gegen den SC Aktivist Brieske-Senftenberg 4:2.
Vor 60 Jahren
Meister der Bezirksklasse Plauen (Vogtland) wird die SG Plauen-Süd vor der SG Reichenbach und der SG Plauen-West. In einem Städtespiel bezwingt Cottbus die Vertretung Senftenbergs 5:4. Meister der britischen Besatzungszone wird der Hamburger SV durch 1:0 über Borussia Dortmund in Düsseldorf.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 30/87 „In der Chronik geblättert“)
Bierzeltkind
29.07.2007, 21:00
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Eine spektakuläre Neuverpflichtung des FC Sachsen lässt aufhorchen: Kujtim Shala unterschreibt einen Ein-Jahres-Vertrag. Der LVZ-Artikel dazu:
„Leipzig. Das lange Hickhack um die sportliche Zukunft von Kujtim Shala scheint nun beendet. „Ab sofort interessiert mich nur noch Sachsen Leipzig und der Aufstieg“, erklärte der beim VfB geschaßte Fußballer gestern. Am Sitz des Vizepräsidenten und Hauptsponsors des FC Sachsen, Klaus Wienhold, unterschrieb Shala einen Vertrag für ein Jahr mit Option für ein weiteres Jahr. Erleichterung, aber auch Ärgernis machte sich bei Wienhold breit. „Ich bin sehr froh, daß wir diesen begnadeten Fußballer verpflichten konnten. Leider hat der VfB alles versucht, den Transfer platzen zu lassen.“ Fast per Retourkutsche sang Shala Loblieder auf seinen neuen Vize-Chef. „Herr Wienhold hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen, er ist ein toller Typ.“ Zuvor war der Kosovo-Albaner im Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch gewesen. „Ein Klasse-Stadion, wie in England. Die Fans in Leutzsch sind richtig heiß. Ich glaube, nun kommen noch 2000 Leute mehr zu den Spielen.“ Heute Vormittag soll der Papierkram mit dem VfB geklärt werden. Zum gleichen Zeitpunkt will Shala dann erstmals beim Training des FC Sachsen teilnehmen. „Das wird eine Riesenparty.“ Ein erstes Gespräch mit Sachsen-Coach Gerd Schädlich soll heute stattfinden. Shala: „Ich denke es ist klar, daß ich hinter den Spitzen spiele“. An den Aufstieg in die 2. Bundesliga glaubt Kujtim Shala fest: „Ich komme nicht, um fünf Jahre in der Regionalliga zu spielen. TeBe oder wir, ist die Frage. Ich glaube, wir sind stärker.“ Positiv wurde die Neuverpflichtung Shalas auch in der Mannschaft aufgenommen. „Shala ist für uns ein sportlicher Gewinn. Wir freuen uns auf ihn“, sagte Steffen Hammermüller.“
Das Theater war auch herrlich. Danke Lars, macht immer wieder Spaß (manchmal auch bisschen weniger) deine Rückblicke zu lesen. :respekt:
Danke für das positive Feedback. Die Shala-Saga geht ja noch ein bißchen weiter.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die LVZ vom 4. August 1997 lässt sich nach dem Spiel FC Sachsen gegen den Aufsteiger 1.FC Magdeburg zu den Worten „Fußballfest“ und „FC Sachsen begeistert“ hinreissen. Wiederum Frank Mertens war für das Blatt dabei:
„Leipzig. „Der Fußball ist zurückgekehrt nach Leutzsch.“ Klaus Wienhold, Vizepräsident des FC Sachsen, ist um einen markigen Spruch selten verlegen. Nach dem 3:0 (1:0) der Leutzscher vor 5014 begeisterten Zuschauern gegen den 1.FC Magdeburg rieb sich Wienhold zufrieden die Hände. „Mit so einer Leistung spielen wir auch um den Aufstieg mit.“ Schließlich, so ließ Wienhold vor Spielbeginn die Anhänger wissen, hätte man alles für eine „glorreiche Saison getan“. Glorreich war das Spiel gegen die Magdeburger zwar nicht, aber das Team von Gerd Schädlich zeigte ein gutes Regionalligaspiel. Für die Sachsen trafen Mike Lünsmann (34.), Oleg Golowan (64.) und Sven Kaiser (82.). Nach dem zweiten Spieltag stehen die Sachsen auf dem ersten Tabellenplatz. Bereits in der 5. Minute ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen im Alfred-Kunze-Sportpark, als Neuzugang Kujtim Shala nach einer Vorlage von Boris Lucic den Ball aus 15 m an die Latte hämmerte. Nur zwei Minuten später die nächste Chance für den Gastgeber. Shala flankt auf Oleg Golowan, doch dessen Kopfball wird sicher von Magdeburgs Schlußmann Mark Mewes pariert. In der 7. Minute die erste Chance für die Gäste: Libero Frank Lieberam trifft nach einem Freistoß aber nur den Pfosten. Jubeln konnten die Sachsen in der 34. Minute, als Lünsmann nach einer Flanke von Lucic den Ball mit dem Hinterkopf unhaltbar für Mewes trifft. Pech hatten die auf allen Positionen besser agierenden Sachsen in der 42. Minute, als Lucics Schuß an die Latte knallte. Kurz vor dem Pausenpfiff mußte Magdeburgs Keeper sein ganzes Können aufbieten, um den 20-m-Schuß von Milos Nedic zu meistern. Druckvoll agierte der FC Sachsen auch zu Beginn der zweiten Hälfte. In der 50. Minute landete Lünsmanns Kopfball nach Vorlage von Nedic auf der Netzoberkante. Glücklicher war in der 64. Minute Oleg Golowan, der per Kopf das 2:0 erzielte. Ein glückliches Händchen bewies Schädlich – wie bereits in der Vorwoche mit der Einwechslung von Filipovic – in der 81. Minute, als er Sven Kaiser für Sven Baum ins Spiel brachte. Gerade eine Minute im Spiel, schlenzte Kaiser den Ball gefühlvoll zum 3:0-Endstand ins Tor. Die Magdeburger agierten im zweiten Abschnitt zwar offensiver, blieben gegen den FC Sachsen aber chancenlos. Nach der Partie konstatierte Schädlich seinem Team Fortschritte im Zusammenspiel. „Im Vergleich zur Partie beim FC Berlin haben wir uns enorm gesteigert“, stellte Schädlich fest, der auch mit der kämpferischen Leistung und seinem Neuzugang Shala zufrieden war. Zufrieden zeigte sich auch Manndecker Nedic, der mit Vishniauskas und Libero Carsten Sänger eine gute Abwehrarbeit bot. „Zwei Spiele, zwei Siege. Für den Anfang nicht schlecht“, sagte Nedic. Besonders freuen durfte sich Sachsen-Manager Marco Kroszewsky über den 3:0-Sieg, immerhin brachte er ihm nach einer Wette 1000 Mark ein. Nach diesem Spiel gilt es für Trainer Schädlich auf die Euphoriebremse zu treten. Schließlich stehen noch 32 Partien aus.“
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic, Vishniauskas – Hammermüller, Virag, Shala (88. Gerloff), Lucic (87. Feetz), Baum (81. Kaiser) – Lünsmann, Golowan.
Magdeburg: Mewes – Lieberam – Egler, Wojcik – Zentrich, Maltritz (76. Hähnge), Kretzschmar – Sandmann (66. Zarzcynski), Baumann (45. Köhler), Fuchs – Lau.
Tore: 1:0 Lünsmann (34.), 2:0 Golowan (64.), 3:0 Kaiser (82.), SR: Blumenstein (Berlin), Z.: 5014.
Ein Foto zum LVZ-Artikel und die Eintrittskarte:
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Vom Publikum geradezu frenetisch gefeiert wird Kujtim Shala. Bei seiner Auswechslung gibt es von vielen Zuschauern stehende Ovationen. Frank Mertens geht in einem weiteren Artikel näher auf den neuen Mann ein:
„Leipzig. Der Mann mit der Nummer 22 genoß den Applaus sichtlich. Noch vor seinem ersten Ballkontakt für den FC Sachsen wurde Neuzugang Kujtim Shala von den Fans gefeiert. „Kujtim, Kujtim“, schallte es ihm von den Rängen entgegen. Für den 33jährigen Kosovo-Albaner war das Balsam für die Seele, nachdem der VfB Leipzig seine Fußballkünste verschmähte, ihn unbedingt loswerden wollte. Daß Shala nach dem Possenspiel um seinen Transfer zum Ortsrivalen nach Leutzsch ging, kam den Herren in Probstheida zwar nicht zupass, aber ändern konnten sie es letztlich nicht. Auch das dürfte die Chemie-Fans gefreut haben. Aber dieses Thema soll endlich erledigt sein. „Lassen Sie uns lieber über den FC Sachsen reden, meinen neuen Verein“, bat Kujtim Shala nach dem 3:0 gegen die Magdeburger. Und sein neuer Arbeitgeber hat es Shala scheinbar angetan. „Unsere Leistung heute war doch wirklich gut“, meinte er zufrieden. „Mit diesem Team können wir den Aufstieg packen.“ Einen Unterschied zur Zweiten Bundesliga konnte Shala nicht ausmachen. „Große Unterschiede bestehen eigentlich nicht.“ Vielleicht doch: Denn beim FC Sachsen muß Shala nicht mehr wie beim VfB Leipzig auf der ungeliebten Liberoposition spielen. Trainer Gerd Schädlich läßt ihn im Mittelfeld zum Einsatz kommen. „Auf dieser Position fühle ich mich wohl“, meinte Shala. Das war ihm anzumerken. Denn Shala brannte geradezu vor Spielfreude. „Ich war heiß auf diesen Einsatz.“ Zwar hätte ihm am Ende etwas die Luft gefehlt („Mir fehlt eine Woche Training“), aber ansonsten lief es schon ganz prima zusammen – auch mit seinen Mitspielern. Nur zu gern hätte Shala seinen Einstand mit einem Tor gekrönt, doch sein Schuß in der 5. Minute ging nur an die Latte. „Das wäre doch was gewesen, gleich ein Tor zu erzielen.“ Kaum auszudenken, wenn er getroffen hätte. In Leutzsch hätten sich die Fans in den Armen gelegen, während man sich in Probstheida noch mehr als bisher über seinen Wechsel zum Ortsrivalen geärgert hätte. Oder? Was meinen Sie, Herr Shala? Gut, das Thema ist erledigt. Versprochen. Schluß damit.“
Neben dem FC Sachsen weist auch Hertha Zehlendorf 6 Punkte aus, nachdem Erzgebirge Aue 3:2 heim geschickt wurde (Kuhlow 2, Thurau / Tautenhahn, Romanowsky). Vor gerade einmal 1137 Zuschauern endet das Topspiel Tennis Borussia – Dynamo Dresden torlos 0:0. Beim 4:4 zwischen Erfurt und dem FC Berlin steuern auch Schönberg (RWE) und Roman Müller (FCB) einen Treffer bei.
Die erste Bundesliga geht in die neue Spielzeit. Der Karlsruher SC ist der erste Spitzenreiter (3:1 gegen Werder Bremen – Gilewicz, Wück, Schroth / Bode). Grösster Paukenschlag ist zweifellos der 1:0-Erfolg des Aufsteigers 1.FC Kaiserslautern beim Meister FC Bayern München (Schjönberg). Jedenfalls dürfte FCK-Trainer Otto Rehhagel, der bei den Bayern am erwartungshungrigen Umfeld gescheitert war, etwas Genugtuung verspürt haben.
In der zweiten Liga sind nach zwei Partien noch 2 vereine verlustpunktfrei – Spitzenreiter SpVgg Unterhaching (4:0 beim FSV Zwickau – Oberleitner, Garcia, Rraklli, Hartig) und Eintracht Frankfurt (1:0 in Wattenscheid durch Sobotzik). Das Ostderby zwischen Energie Cottbus und dem VfB Leipzig endet 1:1 (Lazic / Heidrich). Nach einer 1:0-Führung verliert Jena noch 1:2 bei den Stuttgarter Kickers (Zimmermann / Maric, Sailer). Die von Bernd Schuster trainierte Kölner Fortuna bleibt nach einem 2:2 daheim gegen Meppen noch sieglos (Schmitt, Krieg / Stendel, Schulte).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Im Rahmen des Turn- und Sportfestes in Leipzig findet ein Länderspiel zwischen der DDR und Ungarn statt, das vor 71.000 Besuchern 0:0 ausgeht.
DDR: Müller (Lok) ab 46. Weißflog (Aue) – Rohde (BFC) – Kreer (Lok) ab 79. Schößler (FCM), Lindner (Lok), Döschner (Dresden) – Ernst (BFC), Raab (Jena) ab 46. Stübner (Dresden), Scholz (Lok) – Doll (BFC) ab 66. Kirsten (Dresden), Minge (Dresden), Thom (BFC).
Weitere IFC-Cup-Ergebnisse:
Lausanne Sports - Carl Zeiss Jena 1:0 (Chapuisat), Pogon Szczecin - 1.FC Magdeburg 3:1 (Lesniak 2, Hawrylewicz / Losert), Wismut Aue – Spartak Warna 2:2 (Bemme, Färber / Kasarow, Stojanow), Rot-Weiß Erfurt - Etyr Weliko Tirnowo 0:0.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Ein Länderspiel zwischen der DDR und dem „grossen Bruder“ UdSSR vor 95.000 im Leipziger Zentralstadion geht mit 2:1 an die Gastgeber.
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Kische (Rostock), Weise (Jena), Kurbjuweit (Jena) ab 9. Weber (Dresden) – Häfner (Dresden), Schade (Dresden), J. Müller (FCK) – Löwe (Lok), Sparwasser (FCM), Hoffmann (FCM).
Tore: 1:0 Häfner (9.), 1:1 Bubnow (22.), 2:1 Sparwasser (90.).
Vor 40 Jahren
Bevor der 20. DDR-Titelkampf gestartet wird, gibt es das Halali im IFC-Cup (Toto-Runde). Die DDR-Vertreter stellen keinen der Gruppensieger, obwohl es zuletzt ansprechende Ergebnisse gibt: Young Fellows Zürich – FC Carl Zeiss Jena 1:2, Dynamo Dresden – Aarhus GF 2:1, IFK Norrköpping – 1.FC Lok Leipzig 0:2, Union Teplice – 1.FC Union Berlin 1:1. Die Messecup-Auslosung ergibt für den 1.FC Lok den FC Linfield Belfast als Gegner, für Dynamo Dresden die Glasgow Rangers.
Vor 50 Jahren
Bei den III. Internationalen Sportspielen in Moskau anläßlich der Weltfestspiele der Jugend und Studenten gibt es für die DDR-Fußballauswahl ein 6:0 in Kalinin gegen Syrien (Tore: Tröger/3, Franz/2, Meyer) und ein 2:2 gegen Rumänien in Jaroslawl (Tore: Tröger/2). Damit ist die Zwischenrunde des Turniers gemeinsam mit Rumänien, UdSSR, Sudan, Ungarn, China, CSR und Albanien erreicht.
Vor 60 Jahren
Das sowjetische Pokalendspiel Spartak Moskau – Torpedo Moskau endet 2:0. In Chemnitz (heute Karl-Marx-Stadt) sehen 15000 Zuschauer den Freundschaftsvergleich der einheimischen SG Nord mit der SG Dessau-Nord, den die Anhalter 2:1 gewinnen. Die Berliner Stadtelf unterliegt der Auswahl Schleswig-Holstein 2:3.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 31/87 „In der Chronik geblättert“)
:respekt:lars,wieder mal ne super arbeit,wie immer-wann biste denn mal wieder in le?
@ bim: Danke. Nun steht erst mal der Umzug an, vielleicht klappt es ja am 9.9. mal wieder.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Am 3. Tag der Regionalliga Nordost tritt der FC Sachsen beim 1.FC Union Berlin an.
Sven Gusko hat den Spielbericht für die LVZ verfasst:
„Berlin. Dieses 0:0 gehörte zu den besseren torlosen Partien in der Regionalliga. Bei hohen Temperaturen und einer stattlichen Kulisse, davon etwa 600 Fans aus Leipzig, begannen die Berliner zunächst die Initiative zu übernehmen. Ingo Schneiders Direktschuß aus 18 Metern bereitete Sachsen-Keeper Marco Sejna gleich in der 2. Minute erste ernsthafte Probleme. Der Ex-Cottbuser war im Mittelfeld Antreiber Nummer eins und mit seiner Kampfkraft die große Stütze bei den Gastgebern. Zudem zählten seine Duelle mit Kujtim Shala zu den Höhepunkten, denn beide schenkten sich nichts und der Leipziger Hitzkopf stand nach einem Rempler schon kurz vor dem Platzverweis. Überhaupt war vom Mittelfeld der Messestädter diesmal nicht viel zu sehen, auch der zuletzt vielgelobte Boris Lucic blieb blaß. So sprach Trainer Gerd Schädlich auch von einer „indiskutablen ersten Hälfte“ und war mit der spielerischen Leistung des Mittelfeldes überhaupt nicht zufrieden. Glanzstück war wieder einmal die Abwehr des FC Sachsen Leipzig um Libero Carsten Sänger, die nun schon das dritte Spiel ohne Gegentor überstand. Allerdings half auch ein bißchen das Glück mit, denn sowohl Nico Patschinski (33.) als auch Matthias Zimmerling (60.) trafen nur den Pfosten, und bei einem wunderschön um die Mauer gezirkelten Freistoß von Zimmerling mußte Sejna schon sein ganzes Können aufbieten, um den Ball noch zur Ecke zu lenken (46.). Die größte Chance der Leipziger, weil zugleich auch die einzige, ergab sich, als Mike Lünsmann steil geschickt wurde, doch sein Heber aus acht Metern landete am Lattenkreuz (50.) der Gäste. (Anm. Lars: wohl eher am Lattenkreuz der Gastgeber). Ansonsten hingen die Spitzen völlig in der Luft, wenngleich das Spiel in der zweiten Hälfte ausgeglichener war und Union durch Verletzungen schon früh zum Wechseln gezwungen wurde. Dadurch rettete man nicht unverdient den Punkt, wenngleich die Leistung im offensiven Bereich nicht unbedingt höheren Ansprüchen genügte.“
Union Berlin: Kosche – Meyer – Persich, Wendt (5. Müller, 55. Petrowsky) – Petzold, Civa, Schneider, Zimmerling, Nikol – Patschinski (73. Struck), Küntzel.
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic, Vishniauskas – Hammermüller, Virag, Shala, Lucic, Kaiser – Golowan, Lünsmann (72. Filipovic).
SR: Spickenagel (Mixdorf), Z.: 2804.
Ein Bild aus der LVZ zum Spiel:
http://www.fo-ul.de/1389148307.jpg
Allein vorn ist nun etwas überraschend Hertha 03 Zehlendorf, das auch seine dritte Partie gewinnt. Beim Spandauer SV setzt man sich 2:1 durch (Cornelius, Kuhlow / Tomschke). Mit 7 Punkten folgen Dynamo Dresden (2:0 über den VFC Plauen – Wahl und Gütschow), Tennis Borussia (2:0 beim FC Berlin durch 2 Tore von Aracic) sowie der FC Sachsen. Miserabel gestartet sind mit nur einem Zähler bisher dagegen Erzgebirge Aue (0:2 daheim gegen Eisenhüttenstadt – Weber und Takacs) und Rot-Weiß Erfurt (1:4 in Magdeburg – Scheller / Fuchs 2, Zarczynski, Hähnge – Hebestreit fliegt mit Gelb-Rot vom Platz). Zafer Demiray trifft zum 2:0 seiner Reinickendorfer Füchse beim 2:1 über Lok/Altmark Stendal.
Nach einer englischen Woche in der 1. Bundesliga kann der Karlsruher SC überraschend die zwischendurch verlorene Führungsposition zurück holen. Einem 2:2 bei 1860 München (Gilewicz, Dundee / Bender, Bodden) folgt ein 3:1 im Wildpark gegen Arminia Bielefeld (Schepens 2, Häßler / Eigentor Reich). Punktgleich Zweiter ist Aufsteiger Kaiserslautern, der erst mit 1:0 über Hertha BSC Berlin (Marschall) triumphiert und dann ein 0:0 beim 1.FC Köln erreicht. Nach der Auftaktniederlage und einem 1:1 in Mönchengladbach (Strunz / Pettersson) erringt der FC Bayern am dritten Spieltag den ersten Sieg (5:2 über Wolfsburg – Elber 2, Rizzitelli 2, Strunz / Reyna, Meissner). Hansa Rostock sammelt beim 1:1 in Bremen (Majak / van Lent) und 2:1 über den Hamburger SV (Barbarez 2 / Wojtala) wertvolle Punkte.
Eintracht Frankfurt übernimmt die Tabellenspitze in Liga 2. Nach 3 Partien stehen 3 Siege zu Buche, zuletzt ein 1:0 über die Stuttgarter Kickers durch Janßen. Auf den weiteren Aufstiegsplätzen rangieren der VfB Leipzig (2:1 über den 1.FC Nürnberg – Heidrich, Franklin / Driller) und der KFC Uerdingen (2:1 gegen Wattenscheid – Wollitz, Eigentor Bläker / Feinbier). Carl Zeiss Jena unterliegt gegen Energie Cottbus 0:3 (Labak 2, Konetzke), der FSV Zwickau in Fürth 0:1 (Kerbr). Robert Niestroj trifft zum 2:1 der Düsseldorfer Fortuna beim 2:2 in Meppen.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Der Auftakt ins Liga-Spieljahr verläuft für die BSG Chemie Leipzig erfolgreich. Gegen Motor Grimma gibt es zu Hause einen 2:1-Erfolg. Erster Spitzenreiter der B-Staffel ist Motor Suhl.
Nur 13 Tore fallen am ersten Spieltag der DDR-Oberliga, fünf davon in Rostock beim 3:2-Sieg des Aufsteigers gegen Rot-Weiß Erfurt (Ullrich, Kruse, März / Romstedt, Kräuter). Erster Tabellenführer ist der FC Karl-Marx-Stadt nach einem 2:0 über Stahl Brandenburg (zweimal Richter). Lok Leipzig siegt 1:0 über Wismut Aue (Liebers).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
CSSR-Ligist Plastica Nitra ist zu einem Freundschaftsspiel bei Chemie Leipzig zu Gast. Die Partie muss jedoch in der 58. Minute beim Stand von 1:0 wegen Gewitters abgebrochen werden.
...die Saison fing gut an, Kracherverpflichtungen, ein sehr guter Trainer, der dann entlassen wurde, wie sich zeigte zurecht, denn er hat ja später mit Erzgebirge Aue den Aufstieg in die 2. BL geschafft;-)Also, alles war gut beim FCS, wie jetzt. Wie damals bei Frank. Die jugendliche Euphorie ist hinsichtlich FCS ist leider durch totale Ernüchterung ersetzt wurden.
Ja, zunächst ließ sich das sehr gut an und der um sich greifenden Euphorie konnte man sich kaum entziehen.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Am 15. August 1997 empfängt der FC Sachsen Leipzig den Regionalliga-Neuling SV Babelsberg 03. Eberhard Schmiedel berichtet für die LVZ vom 3:0-Heimsieg:
„Leipzig. Auch der zweite Regionalliga-Aufsteiger mußte geschlagen die Heimreise aus Leutzsch antreten. Gestern abend bejubelten 3617 Zuschauer den 3:0 (1:0)-Erfolg des FC Sachsen über den SV Babelsberg 03, nachdem der 1.FC Magdeburg mit dem gleichen Ergebnis bezwungen worden war. Damit ist der FCS wieder Tabellenführer. Der Einbahnstraßen-Fußball Richtung Babelsberger Tor wurde erstmals in der 40. Minute belohnt. Solange dauerte es, bis die Gastgeber jubeln konnten. Zu sehr hatten sie sich bis dahin an den diszipliniert abwehrenden Gästen aufgerieben. Lucic hatte Lünsmann angespielt, der volley aus zwölf Metern traf – verdiente Führung für die Leutzscher, bei denen anfangs vor allem Shala im Mittelfeld an den Ketten zerrte und sich immer besser mit seinen Nebenleuten verstand. Die erste nennenswerte Chance für die Sachsen verpaßte Golowan knapp, als ihn Kaiser gut bediente (18.). Eine Shala-Eingabe (20.) sprang an allen im Strafraum vorbei. Bei Babelsberg sorgte Knuth für gefährliche Momente. Zuerst blockte Lucic (23.) ab, später rettete Torwart Fröhlich mit Fußabwehr gegen dessen Schuß aus zwölf Metern (45.). Doch der Chancenvorteil lag deutlich bei den Gastgebern. Kaiser scheiterte bei seinem Durchmarsch nur um eine Winzigkeit am gegnerischen Keeper (23.). Dieser ließ später nach einem Shala-Freistoß den regennassen Ball durch die Hände gleiten. Lünsmann kam da noch zu spät, ehe er zehn Minuten später traf. Die Führung kurz vor der Pause hatte vor allem der rechten Seite der Leutzscher Flügel verliehen. So kam der zweite Treffer folgerichtig, nachdem Lucic (48./Schrägschuß) und Lünsmann (57./abgeblockt) scheiterten. Shalas 30-Meter-Eingabe von Rechtsaußen köpfte Golowan wie im Training ein (65.). Damit war bereits eine gute halbe Stunde vor Schluß die Entscheidung gefallen. Nach Shalas Schlenzer aus 25 Metern knapp am Tor vorbei und Virags Torwart-Anschuß ließ dann erneut Golowan die Fans jubeln. Lucic setzte den Ukrainer geschickt ein, der neun Minuten vor dem Ende per Hechtkopfball auf 3:0 erhöhte. Die Zuschauer waren´s zufrieden, gegen einen energisch kämpfenden Aufsteiger war standesgemäß gewonnen worden.“
FC Sachsen: Fröhlich – Sänger – Nedic (81. Kriston), Vishniauskas – Hammermüller, Virag, Shala, Lucic (83. Feetz), Kaiser – Golowan (83. Baum), Lünsmann.
Babelsberg: Galkowski – Drabow – Bengs, Petsch – Andreev (8. Meinecke, 62. Lau), Jonekeit (46. Christians), Buder, Steiner, Ksienczyk – Oesker, Knuth.
Tore: 1:0 Lünsmann (40.), 2:0 Golowan (65.), 3:0 Golowan (81.), SR: Haack (Berlin), Z.: 3617.
Das Programmheft zum Spiel:
http://www.fo-ul.de/1308881277.jpg
Der bisherige Tabellenführer Hertha 03 Zehlendorf verliert daheim gegen Dynamo Dresden 0:1 (Großmann). So haben neben dem FC Sachsen (7:0 Tore) auch die Dresdner (7:1 Tore) 10 Punkte aus 4 Spielen auf dem Konto.
In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals spielen unter anderem:
FSV Zwickau – Schalke 04 0:1, Chemnitzer FC – Karlsruher SC 1:3, SV Warnemünde – Borussia Dortmund 0:8, VfB Leipzig – FC Gütersloh 2:1, FC Carl Zeiss Jena – FC St. Pauli 4:2 n.E., DJK Waldberg – Bayern München 1:16, TSV Pansdorf 1920 –Energie Cottbus 1:4, Hansa Rostock – Bayer Leverkusen 0:2, Wacker Nordhausen – Hamburger SV 1:3, 1.FC Kaiserslautern II – 1.FC Kaiserslautern 0:5, Eisenhüttenstädter FC Stahl – Hertha BSC Berlin 0:4, Reinickendorfer Füchse – SV Meppen 0:2, VfL Halle 96 – Eintracht Frankfurt 0:4.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Bei Dynamo Dresden II holt Chemie Leipzig am zweiten Spieltag der Liga Staffel B ein 1:1.
In der Oberliga sind nach zwei Runden die Berliner im Blickpunkt. Ganz vorn steht nach dem direkten Duell der BFC Dynamo (4:0 durch Thom 2, Pastor und Thom), ganz hinten Union. Das 100. Oberliga-Punktspiel verläuft für Hans-Jörg Leitzke wenig erfolgreich – Lok Leipzig unterliegt beim 1.FC Magdeburg 0:2 (Stahmann und Wuckel). Auch der andere 100er Jubilar kann nicht richtig feiern – Jörg Stübners Dresdner Dynamos verlieren in Erfurt 1:2 (Minge / Abel, Romstedt).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Das Aus im FDGB-Pokal ereilt Chemie Leipzig bereits in der 1. Hauptrunde, an der die Oberligisten noch nicht einmal teilnehmen.
Motor Suhl – Chemie Leipzig 5.3 (1:0)
Tore: 1:0 Boelssen (45.), 2:0 Einecke (65.), 3:0 Kersten (69.), 3:1 Paul (71.), 4:1 Schellhase (72.), 5:1 Einecke (81.), 5:2 Lischke (85., Foulstrafstoß), 5:3 Röpcke (88.).
Zu Chemie Leipzig vermeldet die Fuwo folgende Personalien:
„Hiersemann kam von Vorwärts Dessau, Meyer meldete sich ab (zu Wismut Gera), Trunzer und Krauß beendeten ihre Laufbahn.“
4 Vereine starten in die Oberliga-Saison mit Siegen: Titelverteidiger Dynamo Dresden (4:1 gegen Wismut Aue – Kreische 2, Sachse, Kotte / Schaller), der FC Karl-Marx-Stadt (3:1 über Frankfurt/Oder – J. Müller, Ihle, Eigentor Teichmann / Otto), Lok Leipzig (3:2 bei Chemie Böhlen – Roth, Kühn, Hammer in der 90. Minute / Havenstein 2) sowie Union Berlin (2:1 in Magdeburg – Sigusch, Netz / Streich).
Vor 40 Jahren
Nach dem 2. Spieltag der Oberliga ist der FC Hansa alleiniger Spitzenreiter. Wismut Aue und Lok Stendal sind noch ohne Punktgewinn. Die Hanseaten besiegen den FC Rot-Weiß 1:0. Gerd Kostmann markiert das „goldene“ Tor.
Vor 50 Jahren
Das Pokal-Achtelfinale um die Trophäe des FDGB sieht den SC Dynamo Berlin in Aue 4:1 erfolgreich. Hannes Matzen schießt drei Tore. Chemie Bitterfeld schlägt durch ein Tor von Schlosser den SC Turbine Erfurt sensationell mit 1:0. Eine Verlängerung braucht der SC Lok Leipzig, um Einheit Burg 4:2 zu bezwingen.
Vor 60 Jahren
Die Landesmeisterschaft der Volkspolizei-Mannschaften des Landes Brandenburg entscheidet die SG VP Brandenburg im Endspiel gegen Cottbus mit 4:1 für sich. – In einem Kreisauswahlspiel unterliegt Suhl der Geraer Elf 0:9.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 33/87 „In der Chronik geblättert“)
Da alles schon verpackt ist, setze ich erstmal mit dem Rückblick aus. Wenn ich wieder online bin, gehts weiter.
Bis dahin :prost:
derkarlheinz
01.09.2007, 17:48
Da alles schon verpackt ist, setze ich erstmal mit dem Rückblick aus. Wenn ich wieder online bin, gehts weiter.
Bis dahin :prost:
ich warte schon ungeduldig auf die Saison 79/80, meine erste komplette richtige Chemie Saison. Man das waren noch Zeiten! Aufstiegsspiele in Leutzsch vor 20.000 (inoff.), diese Atmosphäre-einfach unbeschreiblich. Schade, dass die jungen Fans dies nicht mehr kennenlernen konnten.
Das Zentralstadion dagegen:(, naja so ist wohl der Lauf der Zeit.
Freygang
04.09.2007, 22:02
Da der Alte Leipziger irgendwo auf dieser Welt unterwegs ist, möchte ich zumindest einige kleine Ereignisse, die sich vor 30 Jahren ereignet haben, beisteuern. Nach dem Pokalaus in Suhl mußte Chemie im ersten Punktspiel bei Chemie Premnitz antreten. Wir verloren 0:1; ich kann mich nur noch daran erinnern, daß Wolfgang Lischke im wahrsten Sinne des Wortes Rot sah. M. E. hat er einen Premnitzer, in klassischer Cassius Clay Manier k.o geschlagen. Ich glaube, Lischke wurde daraufhin für sechs Spiele gesperrt. Das erste Hs war gegen Stahl Brandenburg Ende August. Ein mühsamer 2:1 Sieg vor nur 4.000 Zuschauern. Der unvergeßliche Ferdi Kläre schrieb im Programmheft mit Blick auf die gescheiterte Aufstiegsrunde 1977 sowie bezüglich des mißlungenen Auftakts in Suhl bzw. Premmnitz: Enttäuschung ja, Resigantion nein! (Dies könnte auch für die Gegenwart gelten).
Das zweite Auswärtspunktspiel war dann wieder im Harz. Endlich waren auch mal wieder Massen unterwegs, nachdem in Suhl nur 200 und in Premnitz vielleicht 400 Leute mitgefahren waren. Jedenfalls sahen circa 600 Chemiker bei Stahl Blankenburg ein 1:1. Wenn mich nicht alles täuscht, gab es den ersten Auswärtssieg erst bei Chemie Wolfen am 5. Spieltag. Die Hinrunde der Saison 1977/78 erinnert ebenfalls an die gegenwart. Auswärts sind zwar immer viele gefahren, aber der Zuspruch im Georg-Schwarz-Sportpark hielt sich bis zum Frühjahr 1978 doch sehr in Grenzen. Der Zuschauerrekord lag bei nur 4.500 Leuten im Heimspiel gegen Thale. Erst im Frühajr ging dann die Post ab, 10.000 gegen Schkeuditz, 18.000 gegen Riesa sowie unvergeßliche Auswärtsfahrten mit der Deutschen Reichsbahn und in Begleitung von der TraPo.
In dem Sinne: Jammert nicht so viel, sondern fahrt zu Schämie!
Whisky4538
04.09.2007, 22:12
An das Premnitz-Spiel kann ich mich auch noch gut erinnern. Ich hatte mich vor dem Spiel etwas zuviel der Druckbetankung hingegeben und bin im falschen Fanblock gelandet.;)
Die spielten ja auch Grün-Weiß. Nachdem ich mich eine Weile gewundert hatte, das diesmal gar keine Bekannten mit sind, habe ich dann doch meinen Faux Pax bemerkt und mich still und leise aus dem Staub gemacht.:D:D
Freygang
05.09.2007, 19:45
An das Premnitz-Spiel kann ich mich auch noch gut erinnern. Ich hatte mich vor dem Spiel etwas zuviel der Druckbetankung hingegeben und bin im falschen Fanblock gelandet.;)
Die spielten ja auch Grün-Weiß. Nachdem ich mich eine Weile gewundert hatte, das diesmal gar keine Bekannten mit sind, habe ich dann doch meinen Faux Pax bemerkt und mich still und leise aus dem Staub gemacht.:D:D
Tja Whisky, der Bölkstoff ... . Kannst Du Dich erinnern, warum Lischke Platzverweis bekam? Ich bin mir zwar fast sicher, daß es in diesem Spiel mit dem Kinnhaken war, aber der olle Wolfgang hatte ja noch andere Dinger auf Lager: Einmal - es muß zu jener Zeit gewesen sein - hat er einen verletzten Spieler des Gegners (der offensichtlich Zeit schinden wollte) wie einen alten Sack Kartoffeln vom Acker - äääh Spielfeld - gezerrt. Auch da ging es hoch her: Rudelbildung, Handgreiflichkeiten, aufgebrachte Fans usw. Kann sein, daß dies auch in Premnitz war.
Whisky4538
05.09.2007, 20:30
Was es genau war kann ich auch nicht mehr sagen. Wenn ich mich richtig erinnere war es von unserem Fanblock aus auch schlecht zu sehen, denn es war die andere Spielhälfte, aber ich glaube die Sperre hatte er sich wohl verdient. Ich kannte Wolfgang damals sehr gut, wir hatten in einer Taxe mal einen Achsenbruch und haben mit einigen Promille versucht das Auto zu reparieren. Die Taxifahrerin hatte dann aber Mitleid mit uns und hatt über Funk eine andere Kiste angefordert.:D und die Faschingspartys in der Karl-Liebknechtstraße waren ja auch legendär. Wolfgang war da ja im Elferrat. Helft mir wie die Kneipe hieß. Sie war an der anderen Ecke von der "Bavaria".
Nun bin ich endlich wieder online und will mal die vergangenen Wochen in der Rückblende aufarbeiten. Selbstverständlich erfolgt das jetzt nicht so detailliert wie gewohnt, aber ein paar Worte gibt es dazu schon zu sagen, um den Faden nicht abreissen zu lassen.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Nach dem 3:0 über den SV Babelsberg 03 am 4. Spieltag der Regionalliga Nordost wird im nächsten Heimspiel des FC Sachsen auch der FC Rot-Weiß Erfurt in die Schranken gewiesen. In einer kämpferisch betonten Partie trifft Mike Lünsmann erst nach Shala-Eingabe per Kopf und dann nach Pass von Kaiser zum 2:0-Endstand. Gäste-Trainer Jürgen Raab spricht von der „bittersten Saisonniederlage, weil wir so dicht an einem Punkt dran waren.“ Auch Gerd Schädlich meint: „Das Beste an der Partie war, daß wir das fünfte Mal hintereinander zu Null spielten.“
FC Sachsen: Fröhlich – Sänger – Nedic, Vishniauskas – Hammermüller (88. Krauß), Kaiser, Shala, Virag, Kriston (77. Feetz) – Lünsmann (81. Filipovic), Golowan.
Erfurt: Kraus – Große – Tews, Nowak – Schönberg, Ertmer (57. Biro), Dimitrijevic (54. Schmidt), Scheller, Schneider – Taubman, Hebestreit.
Tore: 1:0 Lünsmann (58.), 2:0 Lünsmann (65.), Gelb/Rote Karte: Tews (79., wegen wiederholten Foulspiels), SR: Sturm (Berlin), Z.: 4800.
Der FC Sachsen behauptet die Tabellenführung, Dynamo Dresden folgt im Gleichschritt (2:0 gegen Eisenhüttenstadt durch Großmann und Schönfeld). In Lauerstellung dahinter sind der Chemnitzer FC (5:0 in Spandau – Tetzner 2, Osmanovic, Bittermann, Laudeley) und Tennis Borussia, nächster Gegner der Leutzscher (2:1 bei Union – Isa, Melzig / Persich). Roman Müller trifft per Foulelfmeter zum 2:0 beim 2:1-Sieg des FC Berlin über Hertha Zehlendorf.
Im Landespokal setzt sich der FC Sachsen beim Bezirksligisten Frisch Auf Wurzen mit 3:0 (1:0) durch. Dabei tut der Favorit nicht mehr als nötig. Wurzens Torsten Winkler scheitert mit einem Foulelfmeter an Daniel Fröhlich (46.).
FC Sachsen: Fröhlich – Sänger – Küttner, Kriston – Hammermüller, Virag, Feetz, Shala, Vishniauskas – Lünsmann, Filipovic. Eingewechselt: Rietschel, Golowan und Krauß.
Tore: 0:1 Lünsmann (13.), 0:2 Vishniauskas (78.), 0:3 Hammermüller (85.).
Ziemlich ungute Erinnerungen habe ich an das folgende Punktspiel bei Tennis Borussia Berlin im Mommsenstadion. Stolze 1500 Leipziger waren erwartungsfroh mitgereist. Doch dann sieht Bela Virag bereits nach 14 Minuten wegen Nachtretens die Rote Karte. Die Partie ist damit eigentlich schon gelaufen. Gerd Schädlich nimmt mit Golowan einen Stürmer raus und bringt mit Roman Müller den gerade erst verpflichteten Neuzugang, dessen Einsatz Sponsor und Vizepräsident Klaus Wienhold eigentlich schon von Beginn an gefordert hatte. In der 27. Minute klingelt es dann – nach Eingabe von Raickovic leitet Isa den Ball zu Markov weiter, der aus acht Metern unhaltbar für Fröhlich zum ersten Saison-Gegentor der Leutzscher einschiesst. Den Grün-Weißen gelingt es nicht, in Unterzahl ein druckvolles Offensivspiel aufzuziehen, zumal Regisseur Shala einen rabenschwarzen Tag erwischt und bereits nach 38 Minuten gegen den angeschlagenen Lucic ausgetauscht wird.
Tennis Borussia: Curko – Raickovic – Melzig, Tredup – Dermech, Markov (68. Adler), Akrapovic, Kocak, Can (76. Kapagiannidis) – Aracic (68. Rehbein), Isa.
FC Sachsen: Fröhlich – Sänger – Nedic, Vishniauskas – Hammermüller, Kriston, Kaiser (68. Filipovic), Shala (38. Lucic), Virag (14. Rote Karte) – Lünsmann, Golowan (17. Müller).
Tor: 1:0 Markov (27.), SR: Kruse (Bischofferode), Z.: 2518.
Chemnitz und Dresden trennen sich 1:1. Der FC Sachsen fällt auf Rang 4 zurück.
Nach der TeBe-Partie bin ich mit Freunden nach Mallorca geflogen, so dass ich nach meiner Wiederkehr kaum glauben konnte, dass der Trainer Gerd Schädlich beurlaubt worden war. Klaus Wienhold und Otto Bauer hieven stattdessen Klaus Georgi auf den Trainerstuhl und diktieren ihm die Aufstellung. So stehen Roman Müller und Almir Filipovic in der Anfangsformation beim Heimspiel gegen den VFC Plauen. Wienhold: „Die sollen spielen, die wir für viel Geld geholt haben.“ Das geht zunächst gut, der FC Sachsen siegt 4:1 und im VIP-Zelt schürt Wienhold weiter die Euphorie. Was die Leutzscher Fans jedoch von der Trainer-Beurlaubung halten, dokumentieren sie vor Spielbeginn mit stehenden Ovationen für Tribünengast Gerd Schädlich, die durch Verdis Triumphmarsch aus „Aida“ aus den Lautsprechern übertönt werden. Ein Plakat in Leutzsch hat die Aufschrift: „Di und Gerd – unvergessen“.
FC Sachsen: Fröhlich – Sänger – Nedic, Vishniauskas – Hammermüller, Lucic (88. Feetz), Müller, Kriston (72. Kaiser), Filipovic (84. Baum) – Lünsmann, Golowan.
Plauen: Kunze – Färber – Riedel, Bach – Starke, Spranger, Stadelmann (36. Rabe), Wolfrum, Walther – Ferschke (70. Schröter), Zapyshnyi.
Tore: 1:0 Lünsmann (4.), 2:0 Lünsmann (62.), 2:1 Spranger (79.), 3:1 Müller (80.), 4:1 Lünsmann (90.), SR: Vogt (Kleinkoschen), Z.: 3534.
Tennis Borussia siegt 4:0 in Erfurt (Isa, Aracic, 2 Eigentore von Große), Dynamo Dresden 2:1 über Altmark Stendal (Gütschow, Milde / Wiedemann). Der Chemnitzer FC verliert 0:1 beim FC Berlin (Lesch). Beim 4:0 des 1.FC Union über Zehlendorf treffen Jank, Civa, Meyer und Berisha.
Am 8. Spieltag reist der FC Sachsen zu Hertha 03 Zehlendorf. Nach gutem Beginn lassen die Sachsen stark nach und können nach Sängers Rettungstat auf der Linie am Ende über wenigstens einen Punkt froh sein. Bauer und Wienhold treten von ihren Ämtern zurück und wollen den Vorsitz im Verwaltungsrat übernehmen. Die Trainerfrage ist weiter offen, im Gespräch ist Rainer Zobel, ehemaliger Trainer von Tennis Borussia.
Zehlendorf: Reif – Henklein – Waldow, Wüstemann – Blüthmann, Cornelius, Niederhübner, Unutkan, Zimmer (80. Yildiz) – Kuhlow (87. Thurau), Lorenz.
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Vishniauskas, Nedic – Hammermüller (65. Kaiser), Shala, Filipovic, Müller, Lucic – Golowan, Lünsmann (65. Baum).
Tore: 0:1 Müller (13.), 1:1 Lorenz (57.), SR: Reck (Demmin), Z.: 753.
Tennis Borussia zieht nach einem 4:0 über Babelsberg davon (Aracic 2, Akrapovic, Isa). Da Dresden überraschend 1:2 in Nordhausen verliert (Gütschow / Jäckel, Eisenschmidt), belegt nun Eisenhüttenstadt Platz 2 (3:0 gegen Union – zweimal Klenge und Frank Bartz).
Nach 6 Partien hat der 1.FC Kaiserslautern mit 16 Punkten in Liga 1 nahezu optimale Punktausbeute gemacht. Dahinter folgen Bayern München (13) sowie Hansa Rostock, Schalke 04 und der MSV Duisburg mit je 10. Olaf Marschall (FCK, 7) liegt in der Torjägerliste vorn. Dahinter sind Ulf Kirsten (Leverkusen, 5), Hassan Salihamidzic (HSV, 4), Thomas Häßler (KSC, 4) sowie Roy Präger (Wolfsburg, 4).
In der 2. Liga stehen Eintracht Frankfurt (16 Punkte), der SC Freiburg (13) und der KFC Uerdingen (12) auf den Aufstiegsplätzen. Nach einem 0:0 im Ostduell zwischen dem VfB Leipzig und Carl Zeiss Jena liegen jene auf Rang 7 und 16. Energie Cottbus ist Neunter, der FSV Zwickau 14. Jürgen Klopp (Mainz 05) sieht beim 1:2 bei Fortuna Köln Rot, macht aber auch das Tor für die Mainzer.
In der Bezirksliga Leipzig ertrotzt der SSV Markranstädt ein 1:1 bei Aufsteiger Grün-Weiß Eilenburg. Für die Hausherren trifft Hans-Jörg Leitzke in der 62. Minute per Foulstrafstoss, Felix Oehmig gleicht in der 73. Minute aus.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Chemie Leipzig ist hervorragend in der Liga Staffel B gestartet. Nach 1:0 bei Robotron Sömmerda, 2:1 gegen Motor Nordhausen, 2:1 bei FC Carl Zeiss Jena II und 2:1 daheim gegen Fortschritt Bischofswerda führen die Leutzscher mit 11:1 Punkten und 10:5 Toren die Tabelle an. Doch im FDGB-Pokal ereilt die Grün-Weissen beim 13. der Staffel A Motor Schönebeck gleich das Aus. Torfolge: 1:0 Haase (5.), 1:1 Wildemann (29.), 2:1 Schleier (57., Foulstrafstoss), 2:2 Steinbach (65.), 2:3 Lehmann (66.).
Das Bild aus der Fuwo dazu:
http://www.fo-ul.de/1205815221.jpg
Auch 2 Oberligisten verabschieden sich in der 1. Runde – Vorwärts Frankfurt (Oder) verliert bei Dynamo Dresden II 1:2 (Bennert / Lieberam 2), Stahl Riesa bei Fortschritt Weida 0:3 (Engling, Heinzelmann, Lauke). Der HFC muss bis ins Elfmeterschiessen, bevor er sich bei KWO Berlin durchsetzen kann.
In der DDR-Oberliga liegt nach 6 Runden Meister BFC Dynamo mit 3 Punkten Vorsprung vorn. Neben fünf Siegen gab es nur ein Remis (1:1 beim härtesten Verfolger Lok Leipzig am 3. Spieltag – Ernst / Edmond). Im Tabellenkeller befinden sich mit je 4:8 Punkten Stahl Brandenburg, Wismut Aue und Union Berlin. Die Neulinge HFC Chemie und Hansa Rostock rangieren auf den Plätzen 7 und 11. Die Torschützenliste führt Andreas Thom (BFC, 9) an, gefolgt von Hans Richter (FCK, 6) und Jürgen Heun (Erfurt, 5). Lok-Trainer Thomale wirft diverse Debütanten ins kalte Oberliga-Wasser, u.a. Bernd Hobsch (19, von Chemie Böhlen delegiert) und Uwe Rösler (18).
Die Tabellenspitze der BRD-Bundesliga nach 8 Spieltagen: 1. Werder Bremen, 14:2 Punkte, 2. 1.FC Köln, 13:3, 3. Borussia Mönchengladbach, 13:3, 4. VfB Stuttgart, 10:6, 5. Bayern München, 10:6.
In einem Länderspiel in Düsseldorf schlägt die Auswahl der BRD den Gast aus England mit 3:1 (Littbarski, Wuttke, Eigentor Anderson / Lineker). In Lüdenscheid siegt auch der Nachwuchs 2:0 (Labbadia und Riedle). Karl-Heinz Rummenigge wechselt von Inter Mailand zum Schweizer Erstligisten Servette Genf.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Die Liga Saison hat begonnen. In Staffel C verläuft der Auftakt für Chemie Leipzig durchwachsen. Bei Chemie Premnitz verliert man 0:1 (Rosenberg, 15.), Lischke bekommt in der 84. Minute einen Feldverweis (siehe oben). Vor 4.000 Zuschauern wird im zweiten Spiel die BSG Stahl Brandenburg mit 2:1 bezwungen. Dem Führungstor der Gäste durch Ulke (22.) folgt postwendend der Ausgleich durch Flor. Fliegel trifft dann in der 88. zum 2:1-Sieg. Wiederum Fliegel erzielt ein Tor bei Stahl Blankenburg, das Spiel endet 1:1. Im vierten Spiel daheim gegen Einheit Wernigerode gelingt ein 3:0-Erfolg.Unter der Überschrift „Zwei Elfer – ein Freistoß“ schreibt die LVZ dazu:
„Leipzig. (V.S.) Chemie spielte in der ersten Halbzeit drückend überlegen, arbeitete wohl ein Dutzend guter Tormöglichkeiten heraus, aber zur 2:0-Führung bedurfte es schon der Strafstoßpfiffe des hart durchgreifenden Schiedsrichters Walter: Schubert (23.) und Graul (45.) verwandelten sicher vom Elfmeterpunkt. Auch das 3:0 entsprang einer Standardsituation. Mit einem 20-m-Freistoß bezwang Geisler den hervorragend haltenden Wernigeroder Torhüter Wetzel (70.). Erneut erwies sich die Chancenverwertung der Leutzscher als ungenügend, selbst bei Überzahlangriffen brachten Fliegel und Paul – er verschoß auch noch einen Handstrafstoß (66.) – den Ball nicht ins Gästetor.“
Chemie: Menzel; Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler (73. Flor), Graul, Paul, Beckmann (79. Bittner), Fliegel, Schubert.
Torfolge: 1:0 Schubert (23., Foulstrafstoß), 2:0 Graul (45., Foulstrafstoß), 3:0 Geisler (70.), SR: Walter (Freiberg), Z.: 3000.
Chemie Leipzig liegt mit 5:3 Punkten und 6:3 Toren auf Platz 4 hinter Dynamo Eisleben (7:1), Chemie Premnitz (6:2) und Chemie Buna Schkopau (5:3). Die TSG Schkeuditz hat bis dahin 3 Remis und eine Niederlage zu verbuchen, Aktivist Espenhain kann in Staffel D sogar auf 6:2 Punkte verweisen.
In der DDR-Oberliga sind fünf Partien absolviert. Als einziger noch ungeschlagen ist der amtierende Meister Dynamo Dresden, der mit 9:1 Punkten wiederum Tabellenführer ist. Einen Zähler zurück folgt der 1.FC Magdeburg, Dritter ist Lok Leipzig, das bei Wismut Aue 2:4 unterliegt (Dennstedt, Fritsche / Erler 2, Seinig 2) und 7:3 Zähler hat. Aue kann durch seinen ersten Sieg die Rote Laterne an Rot-Weiß Erfurt weiterreichen. Bester Torjäger ist Joachim Streich (FCM, 7).
Die DDR schlägt in einem Länderspiel im Berliner Stadion der Weltjugend Schottland mit 1:0 (Schade, 66.).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Am 9. Spieltag kommt es in Leutzsch zum Spitzenspiel der Regionalliga Nordost. Der FC Sachsen empfängt den Tabellenzweiten Eisenhüttenstadt. Mehr als 4000 Zuschauer bilden eine angemessene Kulisse. Eberhard Schmiedel berichtet für die LVZ von einer Partie mit 7 Toren, davon 6 für die Hausherren:
„Einiges war diesmal anders im Kunze-Sportpark: Auf den Trainerstuhl hatte die Mannschaft mangels sportlichem Leiter ihr Maskottchen „Chemiefant“ – einen großen Elefanten – gesetzt, und auf dem Platz fehlte mit Shala einer der sogenannten Führungsspieler. Viele hatten angesichts der angespannten Situation um die Mannschaft – Trainer Schädlich beurlaubt, Assistent Georgi krank, Rücktritt-Absichten im Präsidium – mit viel Nervenflattern bei den Gastgebern gerechnet. Immerhin kam mit dem EFC Stahl der Tabellenzweite nach Leutzsch. Doch nach dem Spiel stellten sich die Fans die Frage: Wie kamen die dahin? Denn eigentlich reichten zwanzig tolle Anfangsminuten, um den Kontrahenten in die Schranken zu weisen. Toll herausgespielte Tore von Müller (schloß ein 30-m-Solo gekonnt ab) und Lünsmann (wuchtiger Kopfball nach exakter Hammermüller-Ecke) brachten die Leutzscher rasch auf die Siegesstraße. Zwischenzeitliche „Hänger“ bis zur Halbzeitpause sind mit besserer Gegenwehr der Gäste zu erklären. „Hütte“-Trainer Rath mußte jedoch miterleben, wie seine Pausen-Ansprache zwar mehr Kampfgeist für seine Elf brachte – die Tore jedoch fielen wie reife Früchte für die Leutzscher. Die hätten sogar noch höher gewinnen können, denn der dreifache Torschütze Lünsmann hatte noch weitere drei große Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein. Er bringt es nunmehr auf zehn Saisontore und ist damit der beste Schütze im Regionalliga-Nordosten. Gleich nach Wiederanpfiff mußte Stahl-Keeper Reschke alles riskieren, um Lünsmann und Filipovic zu bremsen. Doch Lünsmann ließ ihm nach erneuter Hammermüller-Eingabe beim 3:1 keine Chance. Baum, Lucic, Golowan und immer wieder Lünsmann hätten ihre Elf mit etwas mehr Besonnenheit berühmt schießen können. Zwanzig Minuten verstrichen, ehe Golowan wieder einmal seine Fans unter den 4050 Zuschauern jubeln ließ (76.). Zur Ruhe kamen sie alle nicht, denn Lünsmann (80./von Kaiser bedient) und Hammermüller (88./ mit Foul-Elfmeter) trugen mit ihren Treffern dazu bei, daß die Besucher nicht aus dem Feiern kamen. Wie gesagt, einiges war diesmal im Kunze-Sportpark anders: So hoch gewannen die Leipziger lange nicht und auch die Deutschland-Premiere (Spiel ohne Trainer auf der Bank) ging nicht schief. In dieser Woche jedoch soll es eine Entscheidung für einen neuen sportlichen Leiter geben. Dann wird das Sachsen-Maskottchen etwas zur Seite rutschen müssen, damit ein neuer Trainer Platz nehmen kann. Klar dürfte sein, daß er bestimmt viele Eigenschaften eines richtigen Elefanten wird mitbringen müssen. Der wird ja auch im Volksmund gern als „Dickhäuter“ bezeichnet…“
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic, Vishniauskas – Hammermüller, Baum (85. Kriston), Müller, Lucic – Filipovic (65. Kaiser), Lünsmann (87. Feetz), Golowan.
EFC Stahl: Reschke – Weber – Backasch, Jörg Bartz (83. Geister) – Frank Bartz, Danelia, Klenge, Kremser, Wiemer – Schade, Wagner.
Tore: 1:0 Müller (8.), 2:0 Lünsmann (12.), 2:1 Wagner (43.), 3:1 Lünsmann (55.), 4:1 Golowan (76.), 5:1 Lünsmann (80.), 6:1 Hammermüller (88., Foulstrafstoß), SR: Heynemann (Magdeburg), Z.: 4.050.
Bild aus der LVZ:
http://www.fo-ul.de/1316886901.jpg
Stimmen zum Spiel:
Spieler-Trainer Carsten Sänger (FC Sachsen): „Unsere Mannschaft hat heute hervorragend gekämpft, so daß wir verdient gewinnen konnten. Aus dem Team möchte ich besonders Mike Lünsmann mit seinen drei Treffern und Roman Müller hervorheben. Defizite habe ich im Defensivverhalten der Mannschaft gesehen, das müssen wir schnellstens verbessern. Trotz der hohen Niederlage wünsche ich Eisenhüttenstadt alles Gute – und einen vollen Erfolg gegen Tennis Borussia.“
Trainer Harry Rath (EFC Stahl): „Das war eine bittere Niederlage, die vielleicht etwas zu hoch ausgefallen war. Ich bin heute durch mehrere Wellentäler gegangen. Unsere Startphase war verkorkst, die Aufholjagd mühsam. Solch desolates Abwehrverhalten meiner Mannschaft habe ich bisher selten erlebt. Drei Kontertore auswärts „zu fressen“, das ist auch sehr selten. Vielleicht hatten angesichts des zweiten Tabellenplatzes einige Spieler „Höhe“ bekommen. Sie wurden schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt.“
Mike Lünsmann (FC Sachsen): „Wir hätten sogar noch mehr Tore schießen können. Wir konnten unsere Überlegenheit endlich mal auch in Treffern ausdrücken. Dennoch muß schnellstens wieder ein Trainer her, um wieder Ruhe in die Mannschaft zu bringen.“
Torwart Robert Reschke (EFC Stahl): „Wenn das heute zweistellig gegen uns ausgegangen wäre, wir hätten uns nicht wundern müssen.“
Der Sieg bedeutet Platz 2, denn die punktgleichen Dresdner siegen „nur“ 3:0 (gegen Reinickendorf durch Großmann, Terjek und ein Eigentor von Mustapha) und werden so überholt. Tennis Borussia bleibt ganz vorn (2:0 in Plauen – Block und Aracic). Eidtner erzielt 2 Tore beim 4:1 des Spandauer SV über die Amateure von Hansa Rostock, Thielemann das 1:0 beim Auer 4:1 in Babelsberg. Der FC Sachsen reist als nächstes zum Fünften Chemnitzer FC, der bei Union Berlin 0:0 gespielt hat.
Erstliga-Spitzenreiter Kaiserslautern bleibt auch im siebten Spiel unbezwungen. In Karlsruhe gelingt den „Roten Teufeln“ ein 4:2 (Ratinho, Wagner, Kuka, Reich / Häßler, Keller). Verfolger Bayern München siegt 3:1 in Köln (Jancker, Nerlinger, Scholl / Tretschok). Rostock putzt Hertha BSC 4:0 (Lange, Majak, Zallmann, Pamic).
Vor 18.850 Zuschauern setzt sich Zweitliga-Tabellenführer Eintracht Frankfurt im Waldstadion mit 3:2 gegen den VfB Leipzig durch. Nach Toren von Weber und Hubtschev steht es zur Pause 2:0 für die „Adler“. Heidrich und Kujat gleichen aus, bevor Weber den Endstand herstellt. Zwickau (0:1 gegen Fortuna Köln durch Krieg) und Jena (0:1 in Gütersloh durch Angelo Vier) verlieren. Cottbus holt wenigstens ein 0:0 in Unterhaching, spielt allerdings 75 Minuten gegen 10 Gegner (Rot für Altin Rrakli).
In der Bezirksliga Leipzig siegt die zweite Mannschaft des FC Sachsen bei der SpVgg mit 2:1. Die Tore machen Raschke und Torunarigha für die Leutzscher, Wiedemann für die Lindenauer. Nach 4 Spielen steht die Reserve auf Platz 4 mit 8 Punkten und 7:5 Toren.
Ergebnisse aus dem Europapokal: Champions League: Galatasaray Istanbul – Borussia Dortmund 0:1 (Chapuisat), Bayern München – Besiktas Istanbul 2:0 (Helmer, Basler), Bayer Leverkusen – Lierse SK 1:0 (Beinlich). Pokalsieger: IB Vestmannaeyjar – VfB Stuttgart 1:3 (Olafsson / Bobic 2, Akpoborie). UEFA-Pokal: Karlsruher SC – Anorthosis Famagusta 2:1 (Regis, Schroth / Charalambous), Schalke 04 – Hajduk Split 2:0 (Goosens 2), Trabzonspor – VfL Bochum 2:1 (Hami, Cetin / Baluszynski), FC Jazz Pori – 1860 München 0:1 (Ayew-Pele).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Am 7. Spieltag der Liga Staffel B siegt Chemie Leipzig nochmal (2:0 bei Fortschritt Weida), bevor es in eine längere sieglose Serie startet.
Tiefe Ernüchterung bei den DDR-Vertretern nach den Hinspielen der 1. EC-Runde. Nicht ein Tor gelingt den vier Vereinen: Girondins Bordeaux – BFC Dynamo 2:0 (Meister), Lok Leipzig – Olympique Marseille 0:0 (Pokalsieger), Wismut Aue – Valur Reykjavik 0:0, Spartak Moskau – Dynamo Dresden 3:0 (UEFA-Cup). Etwas weiter westlich läuft es überwiegend besser: Bayern München – Sredez Sofia 4:0 (Meister), Avenir Beggen – Hamburger SV 0:5 (Pokalsieger), Bor. Mönchengladbach – Espanol Barcelona 0:1, Celtic Glasgow – Borussia Dortmund 2:1, Mjöndalen IF – Werder Bremen 0:5, Austria Wien – Bayer Leverkusen 0:0 (UEFA-Cup).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Auch hier Europapokal-Zeit: Dynamo Dresden – Halmstad BK 2:0 (Heidler, Schade), Vasas Budapest – Borussia Mönchengladbach 0:3 (Schäfer, Simonsen, Wohlers) (Meister), FC Coleraine – Lok Leipzig 1:4 (Tweed / Löwe 2, Eichhorn, Kühn), Hamburger SV – Reipas Lahti 8:1 (Keller 4, Volkert, Buljan, Steffenhagen, Reimann / Sandberg), 1.FC Köln – FC Porto 2:2 (Löhr, Müller / Gabriel, Octavio) (Pokalsieger), Odra Opole – 1.FC Magdeburg 1:2 (Eigentor Decker / Sparwasser 2), Carl Zeiss Jena – Altay Izmir 5:1 (Vogel 2, Töpfer 2, Trocha / Mustafa), AC Florenz – Schalke 04 0:0, Eintracht Frankfurt – Sliema Wanderers 5:0 (Nickel 2, Wenzel, Kraus, Grabowski), Dynamo Kiew – Eintracht Braunschweig 1:1 (Veremeev / Frank), Bayern München – Mjöndalen IF 8:0 (K.-H. Rummenigge 3, Gerd Müller 3, Oblak, Uli Hoeness) (UEFA-Cup).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Der 10. Spieltag führt den FC Sachsen zum Chemnitzer FC. Eberhard Schmiedel (LVZ) muss diesmal von einer 1:3-Niederlage berichten:
„Chemnitz. Besser hätten die Leutzscher im Sachsen-Derby beim Chemnitzer FC nicht starten können: In der 4. Minute schlenzte Kapitän Hammermüller einen Freistoß aus 25 Metern Richtung Tor. CFC-Keeper Süssner wurde noch vom heranspringenden Filipovic irritiert, so daß der Ball ungehindert ins Tor flog. Die 1000 mitgereisten Leipziger Fans unter den gut 4500 Zuschauern frohlockten, erlebten dann aber eine munter werdende Heim-Elf, die sich nach 20 Minuten immer besser des Spiels der Leutzscher erwehrte. Aber zu gleichförmig trug der CFC anfangs seine Angriffe vor, so daß die neuformierte Sachsen-Abwehr oft eingreifen konnte. Für den an Grippe erkrankten Nedic mußte Baum als Manndecker wirken. Ziffert rückte nach langer Verletzungspause wieder in den Defensivbereich. Daß der Infekt in der Mannschaft grassierte, merkte man den Aktionen von Golowan und des eingewechselten Lucic am ehesten an, der gleichfalls betroffene Müller rackerte noch mit am meisten. „Hätte Lünsmann wenige Minuten nach Wiederanpfiff getroffen, wäre es wohl die Niederlage für uns geworden“, freute sich CFC-Trainer Franke danach, daß sich seine Elf davon nicht schrecken ließ und in der zweiten Hälfte „mächtig Dampf“ machte. Diese Szene in der 57. Minute war wohl der Knackpunkt der Partie: Müller stürmte links nach vorn, bediente den freistehenden Lünsmann exakt, dessen Kopfball aus sieben Metern wurde jedoch des Torwarts sichere Beute. Dann aber kamen die Gastgeber, spielten „Sekt oder Selters“, wie Trainer Franke forderte. „Wir mußten das Risiko erhöhen, auch wenn´s noch mal eingeschlagen hätte“, hatte der CFC-Coach seine Mannschaft eingestimmt. Vor allem der kleine Schmidt wurde nie gebremst, war das fleißige Lieschen, überall und torgefährlich bei seinen Slalomläufen aus dem Mittelfeld heraus. So blieb es nicht allein bei Ullmanns Ausgleichstreffer (68.). Als Bittermann fünf Minuten später ein Danebengreifen von Sachsen-Keeper Sejna mit dem Führungstreffer per Kopfball bestrafte, hielt es Libero und Spieler-Trainer Sänger nicht mehr hinten. Die Folge waren Konter, die aber weder Ziffert (82.) noch Lucic (86.) aus Nahdistanz verwerten konnte. Auf der Gegenseite fiel dann der Sieg-Treffer, als erneut Bittermann traf. „Die starke Chemnitzer Elf hat verdient gewonnen“, schätzte Spieler-Trainer Sänger ein, konnte aber wenigstens Komplimente hören, daß die Leutzscher zu einem hochklassigen Regionalliga-Spiel beigetragen hatten. „Wer aber die Summe der Zweikämpfe gewinnt, ist meist auch erfolgreich“, brachte er den Spielverlauf auf den Punkt. Sänger sprach erneut über konditionelle Defizite der Leipziger, die angesichts des Gesundheitszustandes einiger Aktiver deutlich zutage traten.“
Chemnitz: Süssner – Köhler – Hertzsch, Jendrossek – Bittermann, Krasselt, Tetzner (53. Osmanovic), Gvozden (82. Henning), Schmidt, Liebers – Ullmann.
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Vishniauskas, Baum – Hammermüller, Ziffert, Kaiser (74. Lucic), Müller, Filipovic – Lünsmann, Golowan.
Tore: 0:1 Hammermüller (4.), 1:1 Ullmann (68.), 2:1 Bittermann (73.), 3:1 Bittermann (83.), SR: Fleske (Schönow), Z.: 4555.
Der FC Sachsen rutscht wieder auf Platz 4 ab, da Spitzenreiter Tennis Borussia 2:0 in Zehlendorf siegt (Copado und Adler), Dynamo Dresden 3:0 bei den Amateuren von Hansa Rostock gewinnt (Milde, Terjek, Binke) und Eisenhüttenstadt sich für die 1:6-Niederlage der Vorwoche rehabilitiert – 6:0 über Rot-Weiß Erfurt (Schwöbel 3, Danelia, Klenge, Okafor).
Am 8. Bundesliga-Spieltag enden Serien: Tabellenführer Kaiserslautern unterliegt auf dem Betzenberg dem SV Werder mit 1:3 (Marschall / Labbadia, Flo, Frey) und kassiert seine erste Niederlage, am Tabellenende holt Hertha BSC den ersten Sieg (1:0 gegen Köln durch Sverisson). Die Bayern und Schalke trennen sich 1:1 (Tarnat / Wilmots). Hansa Rostock holt in Leverkusen ein 1:1 (Lange / Feldhoff).
Auch in der zweiten Liga sind nun alle Vereine nicht mehr ungeschlagen – neben Spitzenreiter Eintracht Frankfurt (1:2 in Jena – Sobotzik / Holetschek und ausgerechnet Bernd Schneider) verliert auch der KFC Uerdingen sein erstes Saisonspiel. Bei der Premiere des Flutlichts im Bruno-Plache-Stadion (128 Scheinwerfer an 36 Meter hohen Masten strahlten 800 Lux ab) gelingt Gastgeber VfB Leipzig der erste Sieg bei einer DSF-Live-Übertragung am Montagabend. Zur Halbzeit wünscht sich Bürgermeister Wolfgang Tiefensee „das Spiel möge doch endlich auch so fluten wie das Licht.“ Und tatsächlich: ab der 70. Minute fallen zwei Franklin-Tore für die Heimelf und ein Treffer von Nowotny für die Krefelder. Energie Cottbus schlägt Fürth mit 3:0 (Konetzke, Labak, Irrgang), Zwickau verliert in Düsseldorf 1:4 (Klee / Niestroj, Dobrowolski, Rietpietsch, Tare).
Die zweite Runde des DFB-Pokals übersteht nur noch ein Ost-Verein: Carl Zeiss Jena siegt 4:3 nach Elfmeterschiessen beim VfR Mannheim. Ebenfalls in Mannheim, aber bei Waldhof, muss sich Energie Cottbus 3:4 geschlagen geben. Der VfB Leipzig scheidet nach einem 1:2 nach Verlängerung bei Alemannia Aachen aus (Heidrich / Lochen, Krohm). Auch Schalke 04 (0:1 in Trier) und Werder Bremen (0:3 in Frankfurt) sind raus.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Nur ein 1:1 erreicht Chemie Leipzig am 8. Spieltag der Liga Staffel B zu Hause gegen Wismut Gera.
Chemie: Saumsiegel, Jack, Illge, Lüdtke, Schleier, Stieglitz, Pietsch, Thiemig, Stephan (77. Wildemann), Engelmann (60. Koch), Zimmerling.
Gera: Gottschalk, Leinen, Oevermann, Häußler, Böttner, Töpfer, Schattauer, Kraft, Diestelmeier, Gerth (V), Lublow.
Tore: 1:0 Schleier (13., Foulstrafstoß), 1:1 Töpfer (46.), SR: Hagen (Dresden), Z.: 5000.
Mit 14:2 Punkten führen die Leutzscher noch die Tabelle an, doch dahinter lauern Stahl Thale (1:1 bei Carl Zeiss Jena II) mit 13:3 und Sachsenring Zwickau (3:1 bei Chemie Böhlen – Mitzscherling, Schneider, Göldner / Hecker) mit 12:4 Punkten.
In der Oberliga entscheidet Dresden das Dynamo-Duell gegen den BFC mit 3:1 für sich (Stübner, Sammer, Eigentor B. Schulz / Thom) und rückt von Platz 9 auf 6 vor. Die Berliner sind weiter vorn, gefolgt von Frankfurt/Oder (3:0 gegen Magdeburg – Jarmuskiewicz, Kuhlee, Steinfurth) und Lok Leipzig (2:2 in Karl-Marx-Stadt – Leitzke, Liebers / Richter, Seifert). Der HFC führt bereits 2:0 gegen Rostock, spielt am Ende aber nur 2:2 (Radtke, Schütze / Ullrich, Schlünz).
In der Olympia-Qualifikation schlägt die DDR in Nordhausen die Mannschaft der Niederlande 4:2 (Halata, Richter, Wuckel, Peschke / Gilhaus, Ellermann). Ein Länderspiel gegen Tunesien gewinnt die DDR in Gera mit 2:0 (Doll und Kirsten).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Am fünften Spieltag der Liga Staffel C siegt Chemie Leipzig beim Namensvetter in Wolfen 1:0.
Wolfen: Eisenbarth, Lodyga, Pfund, Apitzsch, Hänel, Kubern, Teubner (46. Niksch), Keßler, Weller, Gruhn, Seidel.
Chemie: Menzel, Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler, Graul, Paul, Bittner (58. Röpcke), Fliegel, Schubert.
Tor: 0:1 Fliegel (27.), SR: Hagen (Dresden), Z.: 3600.
Chemie Leipzig ist Dritter mit 7:3 Punkten hinter Dynamo Eisleben (1:1 in Schkeuditz – Eschrich / Saupe) und Chemie Buna Schkopau (2:1 in Wernigerode – B. Koch, Brauner / Müller).
In der Qualifikation für die WM 1978 in Argentinien gibt es im Wiener Prater-Stadion ein 1:1 zwischen Österreich und der DDR.
Österreich: Koncilia (SW Innsbruck) – Krieger (FC Brügge) – Sara (Austria Wien), Pezzey (SW Innsbruck), Breitenberger (VÖEST Linz) – Stering (SW Innsbruck), Hattenberger (VfB Stuttgart), Hickersberger (Fortuna Düsseldorf), Jara (MSV Duisburg) ab 78. Prohaska (Austria Wien) – Krankl (Rapid Wien), Kreuz (Feyenoord Rotterdam).
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Weber (Dresden), Weise (Jena), Kische (Rostock) – Heidler (Dresden) ab 73. Riediger (BFC), Lindemann (Jena), Schade (Dresden), Häfner (Dresden) – Hoffmann (1.FCM), Kotte (Dresden) ab 46. Sparwasser (1.FCM).
Tore: 1:0 Kreuz (9.), 1:1 Hoffmann (40.), SR: Reynolds (Wales), Z.: 72.000.
Die Tabelle der Gruppe 3: 1. Österreich, 7:1 Punkte, 12:1 Tore, 2. DDR, 4:2, 3:2, 3. Türkei, 3:3, 5:2, 4. Malta, 0:8, 0:15.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Im Achtelfinale des sächsischen Fussball-Landespokals tritt der FC Sachsen beim VFC Plauen an. Reiner Thümmler berichtet für die LVZ:
„Plauen/Leipzig. Knapp, aber nicht unverdient zog gestern der FC Sachsen Leipzig gegen den VFC Plauen durch einen 1:0-Erfolg ins Viertelfinale des Landespokals ein. Es dauerte lange, bis die Leutzscher in Schwung kamen. Erst nach einer halben Stunde gab´s die ersten Chancen durch Lünsmann (36./Schußversuch aus acht Metern) und Feetz (40./aus spitzem Winkel). Plauen war jedoch unter Flutlicht die tonangebende Mannschaft in der ersten Spielhälfte, wobei bei den Gästen bereits in der 23. Minute offenbar eine „Sicherung durchbrannte“, als Müller Gegenspieler Dünger den Ball aus Nahdistanz an den Kopf warf. Rote Karte – und der FC Sachsen mußte mit zehn Mann auskommen. Die Leipziger – zunächst ohne die verletzten oder angeschlagenen Sänger, Ziffert, Shala, Baum und Kaiser spielend – hatten gegen die heimstarken Gastgeber den erwartet schweren Stand. Torwart Sejna war jedoch zweimal auf dem Posten, als er Düngers 30-m-Schuß (9.) parierte und sich auch gegen Zapyshnyis Versuch (18.) behauptete. Nachdem Golowan in der zweiten Hälfte seine Konterchance ausließ (59.), machte es Filipovic (61.) besser, als er aus 14 Metern Plauens Keeper überwand. Nach Müllers Rot, sahen auch noch Vishniauskas (50./Nachschlagen) und der Plauener Färber (83./wiederh. Foulspiel) Gelb/Rot in der kämpferisch betonten Partie vor 1900 Zuschauern. Der FC Sachsen verdiente sich das Weiterkommen durch eine taktisch geschickte Leistung in der gut gestaffelten Abwehr.“
FC Sachsen: Sejna – Lucic – Vishniauskas, Hammermüller, Virag, Rietschel, Feetz (85. Ziffert), Müller – Filipovic, Lünsmann (90. Kaiser), Golowan (85. Baum).
Tor: 0:1 Filipovic (61.), Z.: 1900. Rot: Müller (FC Sachsen, 23. – Tätlichkeit), Gelb-Rot: Vishniauskas (FC Sachsen, 50. – wiederholtes Foulspiel), Färber (Plauen, 83. – mehrfaches Foulspiel).
Im Dresdener Derby geht Nord 1:0 in Führung (Klemm, 7.), bevor Regionalligist Dynamo durch Gütschow, Kirsten und Milde die im Harbig-Stadion (Nord hatte auf Heimrecht verzichtet) ausgetragene Partie dreht. Ergebirge Aue muss bei Bischofswerda bis ins Elfmeterschiessen (2:2 nach 90 Minuten, 3:3 nach 120), dort zeigen zwei Schiebocker Nerven. Rico Clemens steuert 2 Treffer bei zum 3:0 seines VfB Zittau über den VfB Chemnitz. Aus Personalnot mit Torwart-Trainer und Ex-Nationaltorhüter René Müller im Kasten siegen die VfB Leipzig Amateure 3:1 beim Heidenauer SV. Außerdem im Viertelfinale: FSV Zwickau Amateure, Döbelner SC und der Chemnitzer FC, der sich beim Bornaer SV erst in der Verlängerung durchsetzt (3:2 – Ullmann 2, Gvozden / Richter, Stapelfeld).
In der Bundesliga bleibt Aufsteiger Kaiserslautern auch nach 9 Runden ganz vorn, denn 1860 München hilft seinem Ortsnachbarn nicht. Die Gäste aus der Pfalz siegen 3:1 (Marschall 2, Sforza / Winkler). Die Bayern können in Bochum nachziehen (3:2 – Basler 2, Zickler / Gülünoglu, Juran). Bochums Kracht fliegt in der 82. Minute mit Gelb-Rot vom Feld (wiederholtes Foulspiel). Hansa Rostock unterliegt zu Hause dem 1.FC Köln mit 1:2 (Neuville / Polster, Rösele).
Einen rabenschwarzen Tag erwischt der VfB Leipzig in Liga 2. Beim SV Meppen setzt es eine 0:6-Schlappe (Böttche 2, Stendel 2, Ukrow, Helmer). Auch Carl Zeiss Jena verliert – 0:2 beim KFC Uerdingen (van Buskirk und Wollitz). Cottbus (2:2 auf St. Pauli – Konetzke, Irrgang / Trulsen, Scherz) und Zwickau (0:0 im Kellerduell gegen Wattenscheid) holen wenigstens einen Zähler. Im Frankenderby siegt der 1.FC Nürnberg montags mit 1:0 in Fürth (Tor: Martin Driller). Markus Beierle (Stuttgarter Kickers) führt mit 9 Toren die Torschützenliste deutlich vor Abderrahim Ouakili (Mainz) und Daniel Stendel (Meppen) mit je 6 Treffern an.
Das zweite Champions League Spiel der Zwischenrunde gewinnt Borussia Dortmund mit 4:1 gegen Sparta Prag (Chapuisat 2, Herrlich, Heinrich / Siegl). Auch Bayern München holt den zweiten Sieg (3:1 bei IFK Göteborg – Jancker, D. Hamann, Elber / Lucic). Pokalsieger VfB Stuttgart gewinnt nach dem 3:1 im Hinspiel auch daheim gegen IB Vestmannaeyjar (2:1 – Akpoborie 2 / Larusson). Im UEFA-Pokal sind der Karlsruher SC (1:1 bei Anorthosis Famagusta – Schepens / Mihajlovic), Schalke 04 (3:2 bei Hajduk Split – Eijkelkamp 2, Wilmots / Vulic, Racunica), der VfL Bochum (5:3 gegen Trabzonspor – Juran 2, Stickroth, Dickhaut, Peschel / Misse-Misse, Ogün, Osman) und 1860 München (6:1 gegen den FC Jazz Pori – Winkler 2, Gemy, Böhme, P. Nowak, M. Hamann / Alvaro Mendez) alle weiter.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Bei Motor Suhl reicht es für Chemie Leipzig am 9. Spieltag der Liga Staffel B wieder nur zu einem Remis: 0:0.
Suhl: Müller, Sprafke (V), Böhm, Trömel, Hüttl, Schneider, Kurth (87. Feldverweis), Seyfarth (V), Menz, Roß, Semineth.
Chemie: Saumsiegel, Barylla, Schleier, Lüdtke, Stieglitz, Illge, Koch, Thiemig (V), Stephan, Meyer (74. Engelmann), Kümmel (87. Schmeichel).
SR: Kiefer (Merseburg), Z.: 1200.
Die Tabellenführung ist für die Chemiker damit futsch, denn Aufsteiger Stahl Thale zieht dank eines 3:0 über Fortschritt Weida (Wendler, Fuchs, Adamczak) und des besseren Torverhältnisses vorbei. Uwe Ferl macht für Chemie Böhlen sein erstes Saisontor (1:1 bei Dynamo Dresden II). Sachsenring Zwickau schlägt Motor Grimma 2:0 (Mitscherling, Mittag).
Kein Auswärtssieg am 9. Spieltag der DDR-Oberliga. Lediglich 2 Remis stehen 5 Heimerfolgen gegenüber. Unerwartet kann Dynamo Dresden daheim gegen Aufsteiger HFC Chemie nicht gewinnen (nur 1:1 – Pilz / Penneke) und liegt auf Rang 7. Seine ersten beiden Tore macht Bernd Hobsch beim 2:1 von Lok Leipzig (noch ohne den von Chemie zurückbeorderten Mathias Zimmerling) über Vorwärts Frankfurt (Gegentor: Schnürer). Spitzenreiter BFC Dynamo siegt auch – 3:0 gegen Stahl Riesa (Pastor 2, Thom).
Im Europapokal schafft wenigstens Wismut Aue noch den Einzug in Runde 2, bei Valur Reykjavik gelingt ein 1:1 (Weiß / J.G. Jonsson). Die anderen DDR-Vertreter sind bereits raus: BFC Dynamo – Girondins Bordeaux 0:2 (Zlatko Vujovic, Ferreri), Olympique Marseille – Lok Leipzig 1:0 (Allofs – beim Hinspiel im Leipziger Zentralstadion waren übrigens 30.800 Zuschauer) und Dynamo Dresden – Spartak Moskau 1:0 (Minge - aber Hinspiel 0:3). Weiter westlich läuft es besser: Bayern München siegt 1:0 bei Sredez Sofia (Kögl), der Hamburger SV 3:0 gegen Avenir Beggen (Kroth, Kaltz, Labbadia), Borussia Dortmund 2:0 gegen Celtic Glasgow (Dickel 2), Werder Bremen verliert 0:1 gegen Mjöndalen IF (Markussen, zehrt aber vom 5:0-Hinsieg), Bayer Leverkusen schlägt Austria Wien 5:1 (Rolff 2, Schreier, Hörster, Cha / Vebora). Nur Borussia Mönchengladbach verabschiedet sich nach einem 1:4 bei Espanol Barcelona (Ratin / Valverde, Perez, Golobart, Pineda).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Das sechste Punktspiel bringt Chemie Leipzig den vierten Saisonsieg. Daheim im Spitzenspiel gegen Chemie Buna Schkopau gewinnen die Grün-Weissen 1:0.
Chemie: Suchantke, Haase, Flor, Höhne, Baum, Geisler, Graul, Paul (65. Bittner), Röpcke, Fliegel, Schubert.
Schkopau: Habekuß, Streit, Kühn, Koßmann, Amler, Langer, B. Koch, Naumann (70. H.-J. Koch), Kopf, Brauner, Krosse.
Tor: 1:0 Höhne (10.), SR: Dr. Hemmann (Greiz), Z.: 3500.
Chemie Leipzig rückt auf Platz 2 vor. Tabellenführer der Liga Staffel C bleibt Dynamo Eisleben (2:1 gegen Stahl Brandenburg – Grzega 2 / Ulke). Erster in den anderen Staffeln: TSG Wismar (A), Bergmann-Borsig Berlin (B), Vorwärts Plauen (D), Stahl Riesa (E).
„Tore wie vom Fließband“ titelt die Fuwo in Anbetracht des 6:0 des BFC Dynamo bei Wismut Gera (Pelka 3, Netz 2, Labes) und 7:0 von Lok Leipzig über Sachsenring Zwickau (Liebers, Fritsche, Löwe, Altmann, Dennstedt, Moldt, Frenzel). Spitzenreiter Dynamo Dresden zeigt sich davon unbeeindruckt (2:0 in Erfurt durch Häfner und Riedel).
Die 4 DDR-Vertreter zehren im EC von ihren guten Hinspielresultaten und kommen geschlossen weiter: Halmstad BK – Dynamo Dresden 2:1 (Johansson, Lars E. Larsson / Heidler), Lok Leipzig – FC Coleraine 2:2 (Altmann, Fritsche / Guy 2), 1.FC Magdeburg – Odra Opole 1:1 (Streich / Klose), Altay Izmir – Carl Zeiss Jena 4:1 (Mustafa I 2, Akif, Murat / Lindemann). Diese BRD-Vereine sind weiter: Borussia Mönchengladbach (1:1 gegen Vasas Budapest), Hamburger SV (5:2 bei Reipas Lahti), Schalke 04 (2:1 gegen den FC Florenz), Eintracht Frankfurt (0:0 bei Sliema Wanderers), Eintracht Braunschweig (0:0 gegen Dynamo Kiew), Bayern München (4:0 bei Mjöndalen IF). Ausgeschieden ist nur der 1.FC Köln (0:1 beim FC Porto).
Kungur1992
13.10.2007, 14:48
Lars, hast Du den Fuwo-Spielbericht vom Derby am 14.10.1972?
Zscheppliner
13.10.2007, 14:51
Mit LVZ-Bericht könnte ich dienen...
Kungur1992
13.10.2007, 14:59
Mit LVZ-Bericht könnte ich dienen...
Das wäre Klasse! Geht das sofort?
Zscheppliner
13.10.2007, 15:37
Guck mal hier nach:
http://www.sachsen-leipzig.de/forum/showthread.php?p=4370#post4370
da müsste das Ding noch sein...
Kungur1992
13.10.2007, 15:43
Guck mal hier nach:
http://www.sachsen-leipzig.de/forum/showthread.php?p=4370#post4370
da müsste das Ding noch sein...
DANKE! :huepf::huepf::huepf::huepf::huepf:
Lars, hast Du den Fuwo-Spielbericht vom Derby am 14.10.1972?
Jetzt erst gesehen. Hat sich das erledigt? Müsste sonst im Keller graben gehen.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Am 12. Oktober 1997 kommt Lok/Altmark Stendal zum Regionalliga-Punktspiel nach Leutzsch. Im Programmheft nimmt Präsidiumsmitglied Marco Kroszewsky Stellung zur aktuellen Lage:
„Liebe Fußballfreunde, unserem heutigen Gegner, den FSV Lok/Altmark Stendal, dem Schiedsrichter Herrn Cyrklaff und seinen Assistenten sowie allen „Chemikern“ im Alfred-Kunze-Sportpark ein herzliches Willkommen. Gestatten Sie mir, als erstes unserer Mannschaft für ihr sportliches Auftreten trotz der außergewöhnlichen Situation zu danken. Unser Punktspiel in Chemnitz ging zwar verloren, aber auch wir hätten in diesem gutklassigen Spiel der Sieger sein können. Das Engagement der Mannschaft war trotz der Gesundheitsprobleme für alle zu sehen. Der Sieg im Pokalspiel gegen den VFC Plauen bestätigt die gute Moral in der Truppe. Von denen, in den Medien berichteten, chaotischen Zuständen ist beim FC Sachsen nichts zu merken. Wir arbeiten am Erfolg und es wurde auch nichts von den Zielen der Saison 1997/98 aufgegeben. Zur Zeit hat in der Personalpolitik die Besetzung des Trainers Vorrang. Einige Nachfragen von Fußballlehrern sind bei uns eingegangen und auch wir haben Kontakte gesucht. Verständlich sollte die Bedachtsamkeit bei der Auswahl eines neuen Coaches sein. Zu unserer Mitgliederversammlung am 29. Oktober um 18.00 Uhr im „Easy Auensee“ stellen sich die Kandidaten für den neuen Verwaltungsrat und das Präsidium den Mitgliedern. Mit einem konstruktiven Führungsteam werden wir die Normalität herstellen, die nötig ist, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Alle Freunde des Vereins möchte ich hiermit auffordern, am gemeinsamen Erfolg mitzuarbeiten. Unsere Fans, die Sponsoren und die ganze Region haben sich das verdient. Liebe Fußballfreunde, zuerst ist aber am heutigen Tag unsere Mannschaft gefordert. Wer gegen die Mannen um Klaus Urbanczyk bestehen will, muß von Anfang an auf der Höhe sein. Die beiden Remis in der letzten Saison sind nicht vergessen. Für den heutigen Tag wünsche ich allen eine angenehme Unterhaltung, Fairneß auf dem Rasen und Rängen und uns natürlich einen Sieg. Danke für Ihren Besuch.“
Eberhard Schmiedel ist beim Spiel für die LVZ dabei gewesen:
„Leipzig. Es gibt sie noch, die feinen Gesten im Fußball. Gestern überreichte Torsten Feetz Blumen und die Hälfte des Erlöses einer Trikotversteigerung an Antal Topor (Stendal). Damit entschuldigte er sich nochmals beim Ungarn für den überharten Einsatz in der vorigen Saison, die zu dessen schweren Verletzung führte. Die andere Hälfte der Versteigerung – unterstützt vom Fanclub Adlerhorst – geht an die F-Jugend in Leutzsch. Einige von ihnen werden danach eine Partie erlebt haben, in der es sehr lange dauerte, ehe die Leutzscher Elf ins Spiel fand. Zwar versuchte sie, mit stürmischem Beginn den Gegner zu beeindrucken. Doch erst nach einer halben Stunde kam auch die nötige Torgefahr hinzu. Viel zu lange hielten die Gastgeber am untauglichen Rezept fest, mit lang geschlagenen Bällen zum Erfolg zu kommen. So lud man die umsichtige Abwehr von Libero Grempler förmlich zum Eingreifen ein. „Wir haben schlecht gespielt“, meinte anschließend Spieler-Trainer Carsten Sänger, der seinen Nebenleuten (Nedic) viele Freiheiten ließ, sich in den Aufbau einzuschalten. Doch es war nicht der Tag der Spielmacher (Lucic, Hammermüller) bei den Gastgebern. Viel zu selten wurden Kombinationen versucht, Überraschungen blieben rar. Und zweimal sogar behinderten sich die Sachsen-Angreifer in aussichtsreicher Position. Eigentlich war es nur Oleg Golowan zu danken, daß die Gastgeber als Sieger den Platz verließen. Der faßte sich kurz vor der Pause ein Herz, legte zum Solo über 40 Meter los, das er mit einer guten Ablage zu Mike Lünsmann vollendete. Der fackelte nicht lange, ließ Stendals Keeper Ingo Saager mit einem Schuß von der Strafraumgrenze keine Chance, wobei der Ball noch von Aurich leicht abgefälscht wurde (43.). „Die Partie hatte keinen Sieger verdient“, urteilte Sänger danach, wohl auch etwas beeindruckt vom Aufbegehren der Gäste. Die jubelten neun Minuten vor Schluß, aber wegen Abseitsstellung erkannte der Schiedsrichter den Treffer nicht an. Stendals Trainer Urbanczyk unterdrückte nur mühsam seinen Ärger. Sowohl über den Schieri als auch über einige seiner Spieler, „die Golowan zu lange laufen ließen.“
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic, Virag – Ziffert (69. Feetz), Hammermüller, Vishniauskas, Lucic, Golowan (69. Baum) – Lünsmann, Filipovic.
Stendal: Saager – Grempler – Aurich, Buchheim – Lässig, Topor, Schmidt, Wiedemann, Demuth (77. Dau) – Berg (68. Schulz), Shubitidze.
Tor: 1:0 Lünsmann (43.), SR: Cyrklaff (Cottbus), Z.: 3017. Gelb-Rot: Schmidt (Stendal, 83. – wiederholtes Foulspiel).
Durch Lünsmanns elften Saisontreffer springt der FC Sachsen wieder auf Platz 2 hinter Tennis Borussia (4:0 gegen Eisenhüttenstadt – Copado 2, Dermech, Adler), allerdings bereits 6 Punkte zurück. Punktgleich mit den Leutzschern Dritter ist Dynamo Dresden (1:3 daheim gegen Erzgebirge Aue – Gütschow / Thielemann, Stojko, Kubis). Union Berlin schlägt den nächsten Kontrahenten des FC Sachsen, Wacker Nordhausen, klar 4:0 (Struck, Bergner und zweimal Patschinski). Zafer Demiray trifft zum 1:1 beim 2:2 der Reinickendorfer Füchse beim 1.FC Magdeburg.
Das letzte Spiel der WM-Qualifikation kann die deutsche Mannschaft in Hannover mit 4:3 gegen Albanien für sich entscheiden. Mit 22 Punkten aus 10 Spielen wird man Gruppensieger vor der Ukraine (20) und Portugal (19).
Deutschland: Kahn, Thon, Kohler, Reuter, Helmer, Heinrich, Häßler, Möller, Kuntz (72. Marschall), Bierhoff, Bobic (60. Tarnat).
Albanien: Strakosha, Shulku, Xhumba, Fakaj, Tole (79. Gallo), Kola, Vata, Haxhi, Bushi (90. Prenga), Halili (55. Peco), Tare.
Tore: 0:1 Kohler (55., Eigentor), 1:1 Helmer (64.), 2:1 Bierhoff (73.), 2:2 Tare (80.), 3:2 Marschall (86.), 3:3 Vata (88.), 4:3 Bierhoff (90.), SR: Pedersen (Norwegen), Z.: 44.522.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Zu Hause gegen den Tabellenletzten Kali Werra Tiefenort kann Chemie Leipzig nicht gewinnen (0:0) und bleibt damit zum dritten Mal in Folge sieglos.
Auf Seite 2 der Fuwo vom 13.10.1987 ist ein Leserbrief von Christian Köhler aus Wolfen abgedruckt: „Der Jugendklubrat der BSG Chemie Leipzig organisiert in jedem Monat ein Forum mit den Fans. Ende September war Trainer Dr. Horst Slaby eingeladen. Er beantwortete uns viele Fragen sehr ausführlich, wodurch wir unser Wissen über unsere Gemeinschaft erheblich erweitern konnten. Dabei wurde auch gleichzeitig das Verhalten sogenannter Chemie-Fans beim Punktspiel in Dresden energisch verurteilt. Beim nächsten Mal sollen einige Spieler des Ligakollektivs eingeladen werden.“
Vor 20.000 Zuschauern steigt im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark das EM-Qualifikationsspiel der Gruppe 3 zwischen der DDR und der UdSSR. Nach dem 1:1 steht fest, dass die DDR die Endrunde nicht erreichen wird.
DDR: Müller (Lok) – Zötzsche (Lok) – Schößler (1.FCM), Kreer (Lok) – Pilz (Dresden) ab 75. Stübner (Dresden), Raab (Jena) ab 84. Minge (Dresden), Liebers (Lok), Döschner (Dresden) – Kirsten (Dresden), Thom (BFC), Doll (BFC).
UdSSR: Dassajew (Spartak Moskau) – Chidijatullin (Spartak Moskau) ab 72. Raz (Dynamo Kiew) – Demjanenko (Dynamo Kiew), Kusnezow (Dynamo Kiew), Bessonow (Dynamo Kiew) – Sawarow (Dynamo Kiew) ab 62. Litowtschenko (Dnepr Dnepropetrowsk), Michailitschenko (Dynamo Kiew), Alejnikow (Dynamo Minsk), Jaremtschuk (Dynamo Kiew) – Dobrowolski (Dynamo Moskau), Protassow (Dnepr Dnepropetrowsk).
Tore: 1:0 Kirsten (44.), 1:1 Alejnikow (80.), SR: Krchnak (CSSR), Z.: 20.000.
Tabelle: 1. UdSSR 11:3 Punkte, 12:3 Tore, 2. DDR 7:5, 9:3, 3. Island 6:8, 4:12, 4. Frankreich 5:7, 3:5, 5. Norwegen 3:9, 3:8.
Die U21 schlägt ihre gleichaltrigen Kollegen aus der UdSSR mit 5:1 (Bonan, Wuckel, Marschall, Grether, Lindner / Kusnezow).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Bei den schwach gestarteten Armeemännern von Vorwärts Dessau spielt Chemie Leipzig torlos 0:0.
Dessau: Wiegner, J. Eilitz, Krause, Neubert, Franke, Schmidt, Stockmann, Wendler, Göbel, Wutzler (57. Hampel), Gläßer (76. Glatza).
Chemie: Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Graul, Paul, Röpcke (73. Bittner), Fliegel, Schubert.
SR: Stumpf (Jena), Z.: 1600.
Spitzenreiter Dynamo Eisleben siegt 1:0 in Wernigerode (K. Kieruj) und liegt 2 Punkte vor Stahl Blankenburg (4:0 bei TSG Schkeuditz – Hauke 2, Baumgartl, Oelze) und Chemie Leipzig.
Die grossen Verlierer des 7. Oberliga-Spieltages sind die zuvor noch so glänzend siegreichen (6:0 bzw. 7:0) Mannschaften des BFC Dynamo (2:3 gegen den 1.FC Magdeburg – Pelka 2 / Hoffmann 2, Sparwasser – runter von 4 auf 6) und Lok Leipzig (0:1 beim HFC durch Vogel). Ein Duo setzt sich vorn etwas ab – neben Magdeburg mit 12:2 Punkten der amtierende Meister Dynamo Dresden (4:2 gegen Karl-Marx-Stadt – Kotte 2, Weber, Sachse / Ihle, Uhlig) mit 13:1 Zählern.
Zum bevorstehenden WM-Quali-Spiel DDR – Österreich in Leipzig gibt die VP wichtige Hinweise in der Fuwo:
http://www.fo-ul.de/1132380631.jpg
Kungur1992
14.10.2007, 22:07
Jetzt erst gesehen. Hat sich das erledigt? Müsste sonst im Keller graben gehen.
Hat sich eigentlich erledigt. Danke nochmal Zscheppliner und auch Dir, Lars, daß Du gegebenenfalls in den Keller gestiegen wärst!:prost:
Freygang
15.10.2007, 19:44
Vor 30 Jahren:
Zumindest die Heimspiele in der Hinrunde der Liga-Saison 1977/78 waren sehr bescheiden. Für Leutzscher Verhältnisse war es der bisherige Tiefpunkt. Immer nur zwischen 3.000 und 5.000 Zuschauern. Auswärts war das Spiel in Wolfen rasant und spannend, weil der Aufsteiger ganz nahe am 1:1 war. Die Statistik hat ja der unermüdliche und rastlose Alte Leipziger wieder aufbereitet und ins netz gestellt. Wolfen fand ich nicht nur wegen des Auswärtssieges besser; es war eine tolle Stimmung mit circa 700 bis 800 Leutzschern; so viele waren es auch in Dessau bei dem trostlosen Match.
Vor dreißig Jahren gab es aber auch einen Zwischenfall, der m. E. bis heute nicht aufgeklärt ist. Mit Fußball hat es relativ wenig zu tun. Zum Jahrestag der ddr soll es in Ost-Berlin am Alex zu schweren Randalen mit drei Todesopfern gekommen sein. Nach einem Rock-Konzert (welche Band???) gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen der Staatsmacht und Zivilisten. Ein Polizist soll erstochen (!) worden sein, ein anderer Polizist wurde angeblich erschlagen. Das dritte Todesopfer, ein junges Mädchen, soll in einen Luftschacht gestürzt sein. Ich kenne dazu nur Gerüchte.
Zu ddr-Zeiten waren wir ja immer mit Chemie und der Beat-Szene unterwegs; doch nirgends konnte man Verläßliches über den 7. Oktober 1977 hören. Unser Spiel in Dessau war am 8. Oktober, dies war ein Sonnabend. Wenn mich nicht alles täuscht, war am 7. in und um Leipzig nichts los: Günthersdorf, Sermuth usw. war dicht wegen des Feiertages der Lackschuhe, Bonzen und Funktionäre. Die Nachricht über die Zwischenfälle am Alexanderplatz war m. E. bis zum 8. noch nicht nach Dessau gedrungen. Viele haben erst später über die Westmedien (RIAS-Treffpunkt) davon etwas erfahren. Vielleicht weiß jemand genaueres.
Kungur1992
15.10.2007, 20:11
Vor 30 Jahren:
Vor dreißig Jahren gab es aber auch einen Zwischenfall, der m. E. bis heute nicht aufgeklärt ist. Mit Fußball hat es relativ wenig zu tun. Zum Jahrestag der ddr soll es in Ost-Berlin am Alex zu schweren Randalen mit drei Todesopfern gekommen sein. Nach einem Rock-Konzert (welche Band???) gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen der Staatsmacht und Zivilisten. Ein Polizist soll erstochen (!) worden sein, ein anderer Polizist wurde angeblich erschlagen. Das dritte Todesopfer, ein junges Mädchen, soll in einen Luftschacht gestürzt sein. Ich kenne dazu nur Gerüchte.
Zu ddr-Zeiten waren wir ja immer mit Chemie und der Beat-Szene unterwegs; doch nirgends konnte man Verläßliches über den 7. Oktober 1977 hören. Unser Spiel in Dessau war am 8. Oktober, dies war ein Sonnabend. Wenn mich nicht alles täuscht, war am 7. in und um Leipzig nichts los: Günthersdorf, Sermuth usw. war dicht wegen des Feiertages der Lackschuhe, Bonzen und Funktionäre. Die Nachricht über die Zwischenfälle am Alexanderplatz war m. E. bis zum 8. noch nicht nach Dessau gedrungen. Viele haben erst später über die Westmedien (RIAS-Treffpunkt) davon etwas erfahren. Vielleicht weiß jemand genaueres.
Schwierig, schwierig!
Hier zum Beispiel:
http://www.mdr.de/mdr-info/kalenderblatt/4887476.html
http://www.kpd-online.info/ddr/polizeistaat.htm
Hier steht auch ein bißchen was dazu:
http://www.freitag.de/2007/35/07351701.php
Freygang
18.10.2007, 21:32
Alter Erdgaser, vielen Dank für die Links, wobei mir persönlich der vom freitag am besten gefällt und wahrscheinlich der sogen. Wahrheit recht nahe kommen dürfte.
Union war nach 1977 ziemlich verschärft, vor allem wenn man bedenkt, wie (relativ) schwach der Union-Anhang 1975 zur Aufstiegsrunde war. Erfolglosigkeit hinterläßt eben immer seine Spuren, womit wir wieder bei Chemie 2004 ff. wären.
Zurück zu Union. Damals (1976/77) war ich einige male an der Alten Försterei bzw. beim Derby in Walter-Ulbs-Stadion. Insbesondere das Derby 1977 (?) (Freitagabend) war extrem scharf. Union hatte zwar 0:1 verloren, aber die Friedrichstraße war fest in Wuhlheider/Köpenicker Hand. Einige Leutzscher Kumpels und ich waren mit Chemie-Schal mittendrin, was keinen störte. Dies wiederum hing auch mit der Aufstiegsrunde 1977 zusammen, als einige Unioner immer mit uns gefahren waren.
Ich bin vom Thema weggekommen, ... , ich weiß, die Geschwätzigkeit des Alters. Vielleicht sehen wir uns in Beresowka oder (noch besser) in Tschaikowski wieder. In dem Sinne: Chemie darf niemals untergehen!
Weil wir gerade so am Schwärmen sind: Herzlichen Glückwunsch zum 80.Geburtstag von Hans Schäfer (1.FC Köln), der ja 1954 mit der deutschen Nationalelf Weltmeister wurde!!!
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Reise nach Nordhausen am 19. Oktober 1997 dauert aufgrund massenhafter Baustellen eine halbe Ewigkeit. Ich kann mich dunkel erinnern, dass im Stau in NDH dann auch noch der Motor meines Kadetts heiss lief. Als wir dann endlich im Stadion ankommen, führt der FC Sachsen schon 1:0.
Rainer Kelch war auch live dabei – um für die LVZ zu berichten:
„Nordhausen. Nicht nur wegen des herrlichen Herbstwetters hat sich der Harzausflug des FC Sachsen gelohnt. Die Leipziger kamen gestern zu einem fast ungefährdeten Auswärtserfolg und bleiben damit einziger noch einigermaßen aussichtsreicher Verfolger des souveränen Tabellenführers Tennis Borussia. Spielertrainer Carsten Sänger war dann auch nach dem Abpfiff hochzufrieden: „Entscheidend für den fast problemlosen Sieg war wohl der Treffer in der ersten Minute. Er schockte die Nordhäuser und gab uns für den Rest der 90 Minuten die entsprechende Selbstsicherheit“, bilanzierte der Spielertrainer, der verständlicherweise aus seinem Team keinen Mann herausheben wollte. Dem neutralen Betrachter im Albert-Kuntz-Sportpark dürfte allerdings die überragende Partie von Lucic nicht entgangen sein. Der Mittelfeld-Akteur war der auffälligste Spieler auf dem Platz, der seine Leistung noch mit dem tollen Sololauf zum zweiten Treffer krönte. Er entschied damit endgültig über die Punktvergabe, nachdem es bis zu diesem Zeitpunkt von Lünsmann in der Auftaktminute erzielten Kopfballtor geblieben war. Das schnelle Gegentor zerstörte die vorgesehene Abwartehaltung der Nordhäuser, die im weiteren Spielverlauf nie zu der von ihnen gewohnten Heimstärke fanden. Es dauerte runde 20 Minuten bis sie endlich einigermaßen verteiltes Spiel erzwangen. Doch Chancen für Wacker blieben auch dann gegen die starke Sachsen-Abwehr ausgesprochene Raritäten. Die beiden einzigen vor dem Wechsel vergaben der von Nedic abgeblockte Frank Ludwig (18.) und Eisenschmidt, dessen Kopfball unmittelbar vor dem Pausenpfiff von Sejna gehalten wurde (45.). Auf der Gegenseite verpaßte Vishniauskas die mögliche Resultatserhöhung, als sein Kopfball auf der Latte landete (26.). Nach dem Wechsel orientierten sich die Gäste sichtlich auf Halten des Resultats, was ihnen gegen die energisch, aber meist recht kopflos anrennenden Nordhäuser auch nicht sonderlich schwer fiel. Lucic spielte für seine Neben- und Vorderleute ganze Serien von Chancen heraus, die aber entweder überhastet vergeben oder von dem großartigen Lihsa im Gastgebergehäuse vereitelt wurden. So trudelte das Spiel nach Lucics 2:0 gemächlich aus. Und es paßte original in das Gesamtbild der Partie, daß Vishniauskas in der Schlußminute noch einmal mit einem Kopfball-Aufsetzer den Pfosten traf.“
Nordhausen: Lihsa – Kiel – Trocha, Schmidt (77. Meldau) – Gohr (56. Jeckel), Dadunaschwili, Otto, Eisenschmidt, Heider – Sachs (77. Kiss), F. Ludwig.
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic, Ziffert - Hammermüller, Virag, Vishniauskas, Lucic, Kaiser (89. Rietschel) – Lünsmann, Müller.
Tor: 0:1 Lünsmann (1.), 0:2 Lucic (76.), SR: Scheibel (Calbe), Z.: 2176, Gelb-Rot: Dadunaschwili (Nordhausen, 82. – wiederholtes Foulspiel).
Also nichts zu feiern für die Nordhäuser – obwohl es an den nötigen Getränken nicht hätte mangeln dürfen:
Eintrittskarte Vorderseite:
http://www.fo-ul.de/1218082925.jpg
Eintrittskarte Rückseite:
http://www.fo-ul.de/1136274532.jpg
Tennis Borussia Berlin siegt auch in Chemnitz (1:0 durch den Ex-CFCer Aracic), ist dabei aber bereits nach 5 Minuten in Überzahl (Gelb-Rot Liebers). Der Vorsprung des Tabellenführers auf den FC Sachsen beträgt weiterhin 6 Zähler. Da Dynamo Dresden sich in Spandau eine Blösse gibt (1:2 – Milde / Nied, Eidtner), hat es als Dritter nach 12 Spielen nun schon 9 Punkte Rückstand auf Platz 1. Union Berlin ist weiter im Aufwärtstrend – 4:0 in Reinickendorf durch Struck (2), Patschinski und Küntzel. Erfurt siegt in Stendal 3:2 (Große, Sugzba, Schönberg / Dau, Wiedemann) und klettert auf Rang 10.
Nach dem Länderspiel geht die Bundesliga in eine englische Woche. Aufsteiger Kaiserslautern geht weiter gestärkt daraus hervor. Zwar leistet sich der Tabellenführer aus der Pfalz nach einem 3:1 über Bielefeld (Rische 2, Kadlec / Kuntz) ein 1:1 in Leverkusen (Rische / Happe), doch Verfolger Bayern München holt nur 2 Punkte (3:3 gegen den VfB Stuttgart – Jancker, Hamann, Kuffour / Yakin, Berthold, Akpoborie und 1:1 beim KSC – Tarnat / Schroth). Lautern hat nach 11 Runden nun schon 4 Zähler Vorsprung auf die Bayern. Dritter ist jetzt Hansa Rostock, das erst 1:0 in Duisburg siegt (Neuville) und dann ein 4:1 über Schalke nachlegt (Dowe, Barbarez, Neuville, Pamic / Goossens).
In der zweiten Liga zahlen sich Trainerwechsel sächsischer Vereine unterschiedlich gut aus. Während Rekord-Bundesligaspieler Karl-Heinz Körbel, der beim FSV Zwickau den entlassenen Heinz Werner ersetzt, mit seiner Elf unglücklich 0:1 bei den Stuttgarter Kickers (Bounoua) unterliegt, gelingt den Mannen von Damian Halata, der beim VfB Leipzig mit Co-Trainer Achim Steffens die Partie gegen die SpVgg Unterhaching betreut, ein 1:0-Erfolg (Heidrich). Carl Zeiss Jena schlägt den SV Meppen 2:1 (Bärwolf, Zimmermann / Marell), Energie Cottbus und der FSV Mainz 05 trennen sich 2:2 (Konetzke 2 / Kramny, Ouakili).Eintracht Frankfurt verliert die Tabellenführung an den KFC Uerdingen nach einem 0:1 im direkten Duell am Montagabend (Tor: van Buskirk).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Das vierte Spiel in Serie ohne Sieg für die BSG Chemie Leipzig: Bei Stahl Thale verlieren die Grün-Weissen 2:3.
Bei der Junioren WM in Chile trifft die DDR in der Vorrunde auf Schottland, Kolumbien und Bahrain. Mathias Zimmerling von Chemie Leipzig wird bei der 1:2-Niederlage gegen Schottland zur zweiten Hälfte für Darius Wosz (HFC) eingewechselt (DDR-Tor: Prasse von Dynamo Dresden). Beim 3:1 über Kolumbien spielt Zimmerling von Beginn an, erhält eine Verwarnung wegen Zeitspiels und wird in der 80. Minute gegen den Magdeburger Minkwitz ausgewechselt. Die 3 Tore für die DDR macht der Dresdner Sammer. Die letzte Vorrundenpartie gegen Bahrain gewinnt die DDR 2:0 (Liebers von Motor Grimma und Wosz). Zimmerling steht wieder in der Startelf und darf bis zur 79. Minute mitmischen, bevor er durch Herzog (BFC Dynamo) ersetzt wird. Im Viertelfinale trifft die DDR auf Bulgarien.
An der Spitze der DDR-Oberliga verkürzt der Tabellenzweite Lok Leipzig (2:0 bei Union Berlin durch Bredow und Marschall) den Rückstand auf Meister BFC Dynamo (2:2 in Halle – Ernst 2 / Schütze 2) auf einen Punkt. Beim 2:2 zwischen dem FC Karl-Marx-Stadt und Dynamo Dresden markiert Steffen Ziffert das 1:0 für die Hausherren, bevor Glowatzky (FCK) sowie Kirsten und Minge für die Gäste treffen.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Einen deutlichen 5:1-Heimsieg über Stahl Thale landet Chemie Leipzig am 8. Spieltag der Liga Staffel C.
Chemie: Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler (72. Flor), Graul, Paul, Röpcke (46. Schubert), Lischke, Beckmann.
Thale: Jabusch, Herziger, Schuender, Wedler, P. Teichmann, Nürnberger, Klöhn, Kloth, B. Teichmann, Eichmann, Tiede.
Tore: 1:0 Fritzsche (26.), 1:1 Fritzsche (46., Eigentor), 2:1 Schubert (49., Foulstrafstoss), 3:1 Schubert (53.), 4:1 Höhne (55.9, 5:1 Lischke (86.), SR: Radicke (Suhl), Z.: 4500.
Und siehe da – Spitzenreiter Dynamo Eisleben lässt Federn – 0:2 zu Hause gegen Chemie Buna Schkopau (Langer und Brauner), so sind nun 3 Vereine mit 12:4 Punkten vorn: Eisleben, Chemie Leipzig und Stahl Blankenburg, das 2:0 gegen den Namensvetter aus Brandenburg gewinnt (Hauke, Kraus).
Bevor sie im Spitzenduell am 5. November 1977 direkt aufeinander treffen, setzen sich Dynamo Dresden (4:2 bei Wismut Gera – Schade, Kreische, M. Müller, Dörner / Korn, Struppert) und der 1.FC Magdeburg (4:1 gegen Jena – Mewes, Sparwasser, Hoffmann, Streich – Kurbjuweit) von der Oberliga-Konkurrenz weiter ab, denn der Drittplatzierte 1.FC Lok Leipzig erreicht in Frankfurt/Oder nur ein 0:0.
Im WM-Qualifikationsspiel DDR gegen Österreich im Leipziger Zentralstadion kommt der Gastgeber nur zu einem 1:1 - zu wenig, um noch ernsthaft an die Tickets zu glauben.
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Kische (Rostock), Weise (Jena), Weber (Dresden) – Häfner (Dresden), Schade (Dresden), Lindemann (Jena) – Löwe (Lok), Kotte (Dresden) ab 56. Riediger (BFC), Hoffmann (1.FCM) ab 87. Sparwasser (1.FCM).
Österreich: Koncilia (SW Innsbruck) – Krieger (FC Brügge) – Breitenberger (VÖEST Linz), Pezzey (SW Innsbruck), Sara (Austria Wien) – Jara (MSV Duisburg), Hickersberger (Fortuna Düsseldorf), Hattenberger (VfB Stuttgart), Prohaska (Austria Wien) ab 90. Obermeyer (Austria Wien) – Kreuz (Feyenoord Rotterdam), Stering (SW Innsbruck).
Tore: 0:1 Hattenberger (43.), 1:1 Löwe (50.), SR: Foote (Schottland), Z.: 95.000.
Die Tabelle der Europa-Gruppe 3: 1. Österreich 8:2 Punkte, 13:2 Tore, 2. DDR 5:3, 4:3, 3. Türkei 3:3, 5:2, 4. Malta 0:8, 0:15.
Vor 40 Jahren
Nach dem 1:3 in Karl-Marx-Stadt unterliegt DDR-Meister FCK im Europapokal auch beim RSC Anderlecht mit 1:2 und scheidet aus (Anm. Lars: Die Woche darauf verliert man auch bei Oberliga-Schlusslicht Chemie Leipzig mit 0:1). In ihrem 76. Länderspiel wird die DDR zum 9. Male auf Ungarn treffen. Die Ungarn sind für die EM bereits qualifiziert. Gelingt uns der erste Sieg in den Vergleichen mit den Magyaren? In der Liga Staffel A gewinnt Stahl Eisenhüttenstadt mit 8:0 gegen Chemie Premnitz und ist Tabellenführer.
Vor 50 Jahren
Entscheidungsspiel im Cup der Landesmeister in Berlin. Gwardia Warschau führt gegen den SC Wismut Karl-Marx-Stadt mit 1:0, und nur noch 60 Sekunden sind zu spielen, als Willi Tröger doch noch das 1:1 gelingt – Verlängerung. Auch nach 120 Minuten bleibt es beim 1:1. Eine kleine CSR-Münze muß für Wismut oder Gwardia nach der Marathonschlacht von drei Spielen entscheiden. Wismut wählt das Wappen und hat Glück, kommt eine Runde weiter und trifft nun auf Ajax Amsterdam. Im Aufwärtssog nach dem Weiterkommen gewinnt Wismut auch sein Oberliga-Auswärtsspiel in Dresden mit 2:1 gegen den SC Einheit.
Vor 60 Jahren
Mit einem 5:0-Sieg über Traktor Stalingrad stellt ZdKA Moskau den UdSSR-Titelgewinn sicher. Der Armeeklub, mit Dynamo Moskau punktgleich (40:8), ist nach der im Divisionsverfahren ermittelten Platzierung um ein hundertstel Tor besser. – In der Leipziger Stadtmeisterschaft unterliegt Titelverteidiger Probstheida bei Kleinzschocher-West 0:2. In Dresden kommt Hainsberg, mit Richard Hofmann im Angriff, gegen Freital-Ost über ein 2:2 nicht hinaus.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 42/87 „In der Chronik geblättert“)
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Reinickendorfer Füchse heisst der Gegner am Sonntag, den 26. Oktober 1997 in Leipzig-Leutzsch. Trainer der Berliner ist Frank Rohde. Eberhard Schmiedel darf für die LVZ von einem hohen Heimsieg berichten:
„Leipzig. Schwer taten sich die Sachsen-Kicker in der ersten Hälfte, doch als erst einmal der Torebann gebrochen war (Hammermüller und Vishniauskas trafen noch vor der Pause), stellten die Reinickendorfer Füchse nur noch einen Trainingspartner dar. Vor allem in der letzten halben Stunde verkrochen sich viele der Gäste in ihren „Bau“, so daß die Platzherren beim 6:0 beliebig herrschen konnten. Die Füchse – nur mit einer Spitze antretend – jagten nur zwei-, dreimal dem Favorit einen Konter-Schrecken ein, ansonsten dominierten die Sänger und Co. Dabei kritisierte der Spieler-Trainer eine anfangs bescheidene Vorstellung. Aber Sänger bat auch die Fans um mehr Geduld, wenn sich die Mannschaft erst einmal finden muß. Denn zu Beginn machten es die Gäste den Leipzigern nicht leicht, als sie die Abwehr verdichteten, sich nur zögerlich über die Mittellinie trauten. „Es ist nicht gut, wenn die Fans pfeifen, damit bauen sie uns nicht auf“, erklärte Sänger, dessen Berufung zum Cheftrainer in Leutzsch unmittelbar bevorsteht. Die Geduld in der Mannschaft wurde im gleichen Maße belohnt, wie Hammermüller und besonders Müller sich in ihre Mittelfeld-Aufgaben knieten. Vor allem der Ex-Berliner war überall zu finden, und wurde bei fast jedem Treffer zum entscheidenden Paßgeber. Eine tolle Leistung, die das verletzungsbedingte Fehlen von Lucic und Shala im Mittelfeld mehr als wettmachte. Nicht zu übersehen auch der große Aufwand, mit dem die Gastgeber ihre Stockfehler im Zusammenspiel (1. Halbzeit) wettmachen mußten. Dann aber verlieh jeder Treffer Flügel. Auch Lünsmann, Torjäger vom Dienst, stand nicht nach und steuerte zwei Tore bei. Mit 14 Saisontreffern ist er mittlerweile begehrt bei einigen Zweitliga-Vereinen. Vielleicht ist es wirklich nur ein Gerücht, daß er nach seinem auslaufenden Sachsen-Vertrag zu Saisonende Aufstiegsfavorit TeBe für die 2. Bundesliga zur Verfügung steht...“
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Nedic (76. Rietschel), Ziffert - Hammermüller, Vishniauskas, Müller, Virag, Kriston (65. Golowan) – Lünsmann, Filipovic (85. Kaiser)
Reinickendorf: Habeck – Kretschmer – Etmanski, Moustapha – Bandit, Demiray (65. Szumnarski), Holzbecher, Manai (80. Zock), Kaba, Schmidt – Noueira de Souza (70. Gerling)..
Tor: 1:0 Hammermüller (38.), 2:0 Vishniauskas (44.), 3:0 Müller (58.), 4:0 Lünsmann (71.), 5:0 Filipovic (78.), 6:0 Lünsmann (89.), SR: Kruse (Bischofferode), Z.: 2065.
Leider siegt Tabellenführer Tennis Borussia locker 5:0 über Lok/Altmark Stendal (Melzig 2, Copado, Raickovic, Tredup), so dass der Abstand des FC Sachsen auf die Spitze weiter 6 Punkte beträgt. Auch der Dritte Dynamo Dresden ist siegreich – 3:1 in Babelsberg (Terjek, Gütschow, Milde / Knuth).
Vor der am Mittwoch, den 29.10., stattfindenden Mitgliederversammlung des FC Sachsen Leipzig steht fest, dass mit Thomas Till (34) nur ein Kandidat für das Präsidentenamt antritt. Der in Markranstädt praktizierende allgemeine Arzt Dr. Volker Kirschner zieht seine Bewerbung zurück.
Die MV-Einladungskarte:
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Olaf Marschall führt nach 12 Bundesliga-Spieltagen mit 11 Treffern klar die Torschützenliste an. Sein elftes Saisontor ist das Goldene beim 1:0 des 1.FC Kaiserslautern über den MSV Duisburg. Dies wiederum bedeutet für den FCK weiter die Tabellenführung mit 4 Punkten Vorsprung auf den FC Bayern (2:0 gegen Bremen – Jancker und Basler). Dritter ist nun Schalke 04 (2:0 gegen Bochum durch Wilmots und Goossens), das an Hansa Rostock (2:3 in Dortmund – Dowe, Baumgart / Möller 2, Kohler) vorbeizieht.
Das Ostderby in der zweiten Liga zwischen dem FSV Zwickau und Energie Cottbus bleibt torlos. Zwickau ist mit nur 7 Punkten aus 11 Partien weiterhin deutlich Letzter. Der Vorletzte Carl Zeiss Jena unterliegt in Unterhaching 0:3 (Lust, Garcia, Radlspeck). Nach Feldverweisen gegen Kern (75.) und Opoku (83.) beendet der VfB Leipzig mit nur 9 Akteuren die Partie in Fürth 0:3 (Skarabela, Türr, Dürr).
Im dritten Spiel der Champions League Zwischenrunde muss Borussia Dortmund die erste Niederlage hinnehmen – beim AC Parma 0:1 (Crespo). Bayern München fährt dagegen den dritten Sieg ein – 5:1 gegen Paris St. Germain (Elber 2, Jancker 2, Helmer / Simone). Bei den Pokalsiegern siegt der VfB Stuttgart 4:0 bei Germinal Ekeren (je zweimal Bobic und Akpoborie). Ergebnisse aus dem UEFA-Cup: Schalke 04 – RSC Anderlecht 1:0 (Thon), FC Brügge – VfL Bochum 1:0 (Bari), FC Metz – Karlsruher SC 0:2 (Häßler 2), Rapid Wien – 1860 München 3:0 (Stöger, Schöttel, Penksa).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Die Negativserie der BSG Chemie Leipzig setzt sich fort – zu Hause gegen Vorwärts Dessau kommen die Grün-Weissen über ein 1:1 nicht hinaus.
Bei der Junioren WM wird die DDR am Ende Dritter. Einem 2:0 über Bulgarien (Steinmann und Wosz – Zimmerling kommt in der 87. Minute für Jähnig) folgen ein 1:2 gegen den späteren Weltmeister Jugoslawien im Halbfinale (Sammer / Stimac, Suker – Zimmerling ab der 46. für den Dresdner Prasse) und ein 3:1 im Elfmeterschiessen gegen Gastgeber Chile. Zimmerling (Chemie Leipzig) darf im Spiel um Platz 3 vor 70.000 Zuschauern von Anfang an ran, nach einem 1:1 nach Verlängerung (Kracht / Gonzales) steuert er einen verwandelten Elfmeter bei (weitere Elfmeter-Tore: Neitzel und Jähnig / Pino).
Im Europapokal holt der letzte verbliebene DDR-Vertreter Wismut Aue einen 1:0-Sieg über den albanischen Klub Flamurtari Vlora (Krauß in der 20. Minute). Die Resultate der BRD-Vereine: Xamax Neuchatel – Bayern München 2:1, Hamburger SV – Ajax Amsterdam 0:1, Borussia Dortmund – Velez Mostar 2:0, FC Toulouse – Bayer Leverkusen 1:1, Spartak Moskau – Werder Bremen 4:1.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
In der 2. Runde des FDGB-Pokals scheiden 5 Oberliga-Mannschaften aus! Der HFC (1:4 bei Stahl Riesa), Union Berlin (1:3 nach Elferschiessen bei Motor Werdau), Chemie Böhlen (0:1 bei Dynamo Eisleben), Wismut Aue (0:1 n.V. bei Lok Dresden) und Sachsenring Zwickau (0:2 bei Chemie Buna Schkopau) sind im Achtelfinale nicht mehr dabei.
Im UEFA-Cup schlägt der 1.FC Magdeburg den FC Schalke 04 mit 4:2.
FCM: Heyne, Zapf, Raugust, Seguin, Decker, Mewes, Pommerenke, Steinbach, Streich, Sparwasser, Hoffmann.
Schalke: Groß, H. Kremers, Thiele, Rüßmann, Schipper, Lütkebohmert (76. Lander), Dubski, Bongartz, Abramczyk, Fischer, E. Kremers (42. Demange).
Tore: 1:0 Sparwasser (17.), 2:0 Sparwasser (45.), 2.1 Demange (50.), 2:2 Abramczyk (57.), 3:2 Sparwasser (63.), 4:2 Steinbach (76.), SR: Fredriksson (Schweden), Z.: 36.000.
Bei den Meistern hat Dynamo Dresden an der Anfield Road keine Chance – 1:5 beim FC Liverpool (Häfner / Case 2, Hansen, Neal, Kennedy). Pokalsieger Lok Leipzig spielt vor 18.000 Zuschauern im Zentralstadion 1:1 gegen Real Betis Sevilla (Gröbner / Lopez), im UEFA-Pokal trennen sich RWD Molenbeek und Carl Zeiss Jena ebenfalls 1:1 (Wellens / Lindemann). Ausserdem: Roter Stern Belgrad – Bor. Mönchengladbach 0:3 (Meister), Hamburger SV – RSC Anderlecht 1:2 (Pokalsieger), FC Zürich – Eintracht Frankfurt 0:3, Bayern München – Marek Stanke Dimitroff 3:0, Start Kristiansand – Eintracht Braunschweig 1:0 (alles UEFA-Pokal).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Ein bisschen enttäuscht war ich dann schon von meiner ersten Mitgliederversammlung – es lief alles viel zu glatt ab und ich fühlte mich an Sitzungen zu DDR-Zeiten erinnert. Neben mir im Haus Auensee sassen 2 oder 3 „Oppositionelle“, die zwar die ganze Zeit vor sich hin meckerten, aber auch nichts Kritisches vortrugen. Dann wurde da dieser grosse, etwas tölpelhaft wirkende Junge als einziger Präsidentschaftskandidat vorgestellt, und ich fragte mich, ob sein kundgetanes bereits jahrelanges Dasein als Fan des Leutzscher Fussballs ausreichen würde, um uns ein guter Präsident zu sein. So enthielt ich mich bei der Wahl zum Präsidenten. Eberhard Schmiedel fasst den Verlauf des Abends für die LVZ aus seiner Sicht zusammen:
„Leipzig. Keine Überraschungen beim FC Sachsen Leipzig: Gestern abend wurde Thomas Till zum neuen Präsidenten des Regionalligisten gewählt. Und Carsten Sänger erhielt die Bestätigung, ab sofort als Cheftrainer zu wirken. Da der Libero weiter am Spielgeschehen teilnimmt, soll ihm Frank Rohde zur Seite stehen. Der bisherige Trainer der Reinickendorfer Füchse wird heute seine Zustimmung beim bisherigen Arbeitgeber einholen. Der 34jährige Unternehmensberater Till war der einzige Kandidat für diese herausragende Position beim FC Sachsen. Und so glatt wie seine Wahl erfolgte, ging es auch bei den übrigen Leipzigern vonstatten, die für das Präsidium kandidierten. Dietmar Seiffert erhielt das Vertrauen als Tills Stellvertreter, wie auch Matthias Weise (Nachwuchs) und Andreas Praße, der sich um die Fan-Arbeit kümmern soll. Schatzmeister Martin Klockzin und Marco Kroszewsky wurden aus dem alten Präsidium bestätigt, Thomas Näther hatte bereits zur vorigen Wahl das Mitglieder-Vertrauen. Damit besitzt der Verein wieder einen siebenköpfigen Vorstand, der nach wie vor das Ziel „Aufstieg in den bezahlten Fußball“ (Till) verfolgt. 218 aus der Schar von 1205 Mitgliedern waren der Einladung gefolgt – und wenn mancher befürchtet hatte, daß es zu einer „Schlammschlacht“ zwischen Klaus Wienhold und Vertretern des „Club der 100“ kommen würde, so sah sich der getäuscht. Einige Clubmitglieder hatten vor Wochen wegen der „Beurlaubung“ von Trainer Gerd Schädlich kritisch bei Vize-Präsident Wienhold nachgefragt, so daß dieser gemeinsam mit Präsident Otto Bauer zurückgetreten war. Er sei kein Machtmensch, wiederholte Wienhold gestern, und kandidierte folgerichtig für kein Amt. Doch er ließ in seiner emotionsgeladenen Rede keinerlei Zweifel daran, daß er nach wie vor maßgeblich die Fäden beim Regionalligisten ziehen werde. Immerhin ist er der Hauptsponsor des mit nach wie vor zwei Millionen Mark verschuldeten Vereines. Matthias Sturm, der neue Chef des „Club der 100“, jedenfalls betonte, daß die mittelständische Sponsorenvereinigung auch in Zukunft dem Verein zur Seite stehen wird. Schatzmeister Klockzin hatte wenig Mühe, mit seinen Zahlen zu belegen, daß per Saison 1996/97 die Etat-Unterdeckung von mehr als einer halben Million Mark aus der Saison 1995/96 auf nunmehr 298.663 Mark gesenkt werden konnte. Auf Mitglieder-Nachfrage bestätigte er, daß diese Summe Eingang in die neue Etatplanung gefunden hat und gedeckt sei. Die Mitglieder waren damit zufrieden, entlasteten danach den alten Vorstand für die Arbeit bis Saisonende 1997. Daß im Geschäftsbericht kein Wort zur mehr als zweijährigen Tätigkeit des abwesenden Ex-Präsidenten Bauer verloren wurde, mag ein Versehen gewesen sein. Denn Bauer kann sich getrost in jene Reihe von Präsidenten stellen lassen, die nicht nur Geld hatten fließen lassen. Der war auch mit dem Herzen dabei.“
Um die Auswirkungen des darauf folgenden Punktspieles noch mal nachempfinden zu können, sollte man sich vergegenwärtigen, dass der FC Sachsen vor der Partie auf Platz 2 steht und Wienhold mit seiner flammenden Rede auf der MV die wieder aufkommende Euphorie noch weiter geschürt hatte. Nun also reist die Mannschaft zum abgeschlagenen Tabellenletzten Hansa Rostock Amateure (6 Punkte aus 13 Spielen bis dahin), alles andere als ein Auswärtssieg ist für die ausufernden Ambitionen zu wenig - und was passiert? Arndt Draheim hat den LVZ-Lesern am Montagmorgen nichts Gutes mitzuteilen:
„Rostock. So hatte sich Sachsen Leipzigs Trainer Carsten Sänger seine Rückkehr ins Ostseestadion nicht vorgestellt! Im Regionalliga-Punktspiel beim Tabellenletzten Hansa Rostock (Amateure) setzte es gestern eine 1:3 (1:0)-Niederlage – und Sachsens Co-Trainer Frank Rohde mußte feststellen: „Das war eine totale Katastrophe. Es kann nicht sein, daß eine Mannschaft mit unseren Möglichkeiten nach einer Stunde mausetot ist. Unsere Arbeit fängt erst noch richtig an.“ Dabei waren die mitgereisten Sachsen-Fans schon nach zehn Minuten auf einen Auswärtssieg eingestimmt. Rostocks Möller beförderte den Ball ins eigene Netz und nahm damit dem hinter ihm lauernden Lucic die Arbeit ab. Und die Gäste stürmten weiter auf das Rostocker Tor, das in dieser Saison schon in fast jedem Spiel sperrangelweit offenstand. Nur zwei Minuten nach der Führung scheiterte Hammermüller mit einem Freistoß am gut aufgelegten Klewer, in der 22. Minute verfehlte ein Lünsmann-Seitfallzieher nur knapp das Ziel. Lucic hätte völlig freistehend schon für eine Vorentscheidung sorgen können (25.), doch Klewer wuchs auch hier über sich hinaus. Leipzig wurde bis zur Pause seiner Favoritenrolle gerecht und hielt die Zügel des Spiels fest in der Hand. Die Rostocker kamen nur bei Standards vor das Leipziger Tor, wobei alle Flanken und Freistöße sichere Beute von Keeper Sejna wurden. Aber dann! Hansa hatte sich wohl auf die Auswärtsleistung vom 0:1 bei Union Berlin besonnen und kam wie ausgewechselt aus der Kabine. Verzog Möller noch knapp aus 20 Metern (55.), bewies Kampf zwei Minuten später mehr Durchsetzungsvermögen und traf zum 1:1 (57.). Es folgte ein 20minütiger offener Schlagabtausch, aus dem Sachsen aber kein Kapital zu schlagen vermochte. Anders die Rostocker: Die spielten plötzlich wie entfesselt und führten nach Rövers energischem Alleingang 2:1 (80.). Als die Gäste alles auf eine Karte setzten, Lünsmann aber nur den Pfosten traf (89.), münzte Hansa auch noch seine dritte richtige Chance in ein Tor um (Laars/90.). Frank Rohdes Türenknallen in der Kabine galt wohl vor allem seiner Abwehr, die den Rostocker Kontern nicht gewachsen war. Carsten Sänger wird sich beim heutigen Treffen des „Klub der 100“ (19 Uhr) wohl einige unangenehme Fragen gefallen lassen müssen…“
Hansa Am.: Klewer; Laaser, Henning, Majunke (90. Meyer), Kirchenberg (70. Salow), Bartsch, Laars, Kollmorgen, Möller, Röver, Reif (46. Kampf).
FC Sachsen: Sejna; Nedic, Sänger, Ziffert, Lucic (41. Golowan), Vishniauskas, Lünsmann, Hammermüller, Virag, Kriston, Müller (65. Kaiser)
Tore: 0:1 Möller (10./Eigentor), 1:1 Kampf (57.), 2:1 Röver (80.), 3:1 Laars (90.), SR: Binkowski (Berlin), Z.: 200.
Bilder aus der LVZ:
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Da Spitzenreiter Tennis Borussia schon wieder gewinnt (3:1 in Nordhausen – Kovacic 2, Copado / Frank Ludwig – somit wenigstens erstes Gegentor für TeBe nach 850 Minuten), beträgt der Abstand auf die Konkurrenz FC Sachsen und Dynamo Dresden (2:1 über den FC Berlin – Hanke, Schmidt / Lesch) nun schon 9 Punkte. Der Spandauer SV siegt dank eines Tores von Schiemann in der 90. Minute 1:0 gegen den 1.FC Magdeburg.
13. Spiel – 13. Tor: Olaf Marschall (FCK) bleibt Top-Torjäger der Fußball-Bundesliga. Beim 2:2 der Pfälzer in Dortmund trifft er doppelt, nachdem der BVB 2:0 in Front geht (Freund und Heinrich). Verfolger FC Bayern holt exakt das gleiche Resultat bei Ortsrivale 1860 (Hamann, Basler / Heldt, Winkler). Und noch ein 2:2 - zwischen Hansa Rostocks Erster und dem VfL Bochum (Barbarez, Micevski / Donkow, Peschel). Torreicher geht es noch in Duisburg zu: 4:5 verlieren die Zebras gegen die Fohlen aus Mönchengladbach (Wohlert, Osthoff, Skoog, Salou / Juskowiak 2, Schneider, Hochstätter, Effenberg).
In der zweiten Liga untermauert der KFC Uerdingen seine Spitzenposition. Bei freiem Eintritt für weibliche Zuschauer siegen die Krefelder vor 7.200 Besuchern 2:0 gegen den SV Meppen (van Buskirk und Wollitz). Die Frankfurter Eintracht spielt im Waldstadion nur 1:1 gegen Unterhaching (Weber / Lust). Sein erstes Profispiel absolviert Marco Rose für den VfB Leipzig, der vor 4.600 Zuschauern 2:0 über den FC St. Pauli siegt (2 späte Tore durch Franklin und Fuchs). VfB-Manager Klaus Dietze erleidet vor der Begegnung einen Herzanfall. Energie Cottbus schrammt knapp an einem Sieg vorbei – bis zur 89. Minute führen die Lausitzer 1:0 (Amadou), doch dann erzielt Grlic für Fortuna Köln noch den Ausgleich. Noch schlechter läuft es für die Kellerkinder Carl Zeiss Jena (0:1 gegen Fürth – Türr) und FSV Zwickau (0:2 in Nürnberg durch Ziemer und Möckel). Niestroj trifft zum 4:2-Endstand der Düsseldorfer Fortunen bei den Stuttgarter Kickers.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
In der EM-Qualifikationsgruppe 3 schlägt die DDR in Magdeburg Norwegen mit 3:1.
DDR: Müller (Lok) – Stahmann (1.FCM) – Kreer (Lok), Döschner (Dresden) – Schößler (1.FCM), Pilz (Dresden), Raab (Jena), Liebers (Lok) – Kirsten (Dresden), Thom (BFC), Doll (BFC).
Norwegen: Boe (Bryne IL) – Kojedal (FC Mulhouse), Bratseth (Werder Bremen), Giske (1.FC Nürnberg), Soler (Brann Bergen) – Sundby (Heracles Almelo), Mordt (IFK Göteborg), Möller (FK Molde) ab 62. Berg (FK Molde), Erlandsen (Lilleström SK) – Fjärestad (FK Moss), Meinseth (Bryne IL).
Tore: 1:0 Kirsten (14.), 1:1 Fjärestad (32.), 2:1 Thom (34.), 3:1 Kirsten (54.), SR: Kaupe (Österreich), Z.: 10.000.
Trotzdem wird die DDR bei der Endrunde in der BRD definitiv nicht dabei sein, da die UdSSR als Gruppensieger feststeht. Tabelle: 1. UdSSR 13:3 Punkte, 14:3 Tore, 2. DDR 9:5, 12:4, 3. Frankreich 6:8, 4:6, 4. Island 6:10, 4:14, 5. Norwegen 4:12, 5:12.
Der 1.FC Magdeburg, mit sieben Finalsiegen bisher erfolgreichster Verein im FDGB-Pokal, scheidet in der 2. Runde des Wettbewerbs aus. Bei Liga-Aufsteiger Fortschritt Weida heisst es nach 90 und 120 Minuten 2:2 (Wuckel, Halata / Haubold, Bickel), im Elfmeterschiessen unterliegt dann der Oberliga-Vertreter 6:7. Ansonsten ziehen die 11 noch verbliebenen Oberliga-Mannschaften ins Achtelfinale ein, u.a.: Motor Suhl – Wismut Aue 0:6 (Bittner 3, Balck, Konik, Einsiedel), Motor Weimar – Carl Zeiss Jena 1:3 n.V. (Pöhland / Burow 2, Raab), Dynamo Schwerin – Lok Leipzig 0:2 (Marschall 2), Motor Grimma – Union Berlin 2:2 n.V. (Klein, Liebers / Hirsch, Sirocks) und 3:4 i.E., Energie Cottbus – Chemie Böhlen 2:0 (Drabow und Fandrich).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Niederlage für Chemie Leipzig am 9. Spieltag der Liga Staffel C. Beim bis dahin sieglosen Aufsteiger Chemie Schönebeck verlieren die Leutzscher 2.4.
Schönebeck: Wippich, B. Thiele, W. Schalk, Buschbeck, Zimmermann, Komor, Gelzer, Hosenthien, Sobert, G. Thiele, Schönewald.
Chemie. Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler (46. Limbach), Flor, Paul, Beckmann, Fliegel, Schubert.
Tore. 1:0 Komor (29.), 2:0 Hosenthien (36.), 3:0 G. Thiele (38.), 3:1 Schubert (55., Foulstrafstoß), 4:1 G. Thiele (82., Handstrafstoß), 4:2 Baum (89.), SR: Siemon (Halle), Z.: 1800.
An der Spitze nun 4 Vereine punktgleich! Stahl Blankenburg (2:3 bei Einheit Wernigerode – Tonn, Baumgartl / Müller, Schwanteck, Drews), Chemie Buna Schkopau (1:1 gegen Chemie Premnitz – Kopf / Hurtig), Dynamo Eisleben (0:1 bei Stahl Thale durch Kitzler) sowie Chemie Leipzig kommen alle auf 12:6 Zähler.
Die DDR-Nationalelf gibt noch mal alles im WM-Qualifikationsspiel in Babelsberg gegen Malta. Mit 9:0 fegt man die Insulaner aus der Filmstadt.
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Kische (Rostock), Weise (Jena), Weber (Dresden / 1 Tor) – Häfner (Dresden), Pommerenke (1.FCM) ab 46. Streich (1.FCM / 3), Schade (Dresden / 1) – Riediger (BFC), Sparwasser (1.FCM / 1), Hoffmann (1.FCM / 3).
SR: Namdar (Iran), Z.: 15.000.
Doch Österreich siegt 1:0 in Izmir gegen die Türken (Prohaska) und ist damit für die Endrunde in Argentinien qualifiziert. Tabelle: 1. Österreich 10:2 Punkte, 14:2 Tore, 2. DDR 7:3, 13:3, 3. Türkei 3:5, 5:3, 4. Malta 0:10, 0:24.
Freygang
06.11.2007, 17:28
vor 30 Jahren:
Das 2:4 in Schönebeck leitete das Ende der Ära Schäffner ein. Vor vielleicht 500 Leutzschern boten die grün-weißen eine desolate Leistung. Folgerichtig Sprechchöre und gesänge: "Schäffner raus, Schäffner raus!". M. E. wurde damit erstmalig seit der Wiedergeburt von Chemie im Jahre 1963 der Kopf eines Trainers lautstark gefordert. Der Großteil der Leutzscher Fans sah das 4:1 und 4:2 nicht mehr, da sie bereits das Stadion verlassen hatten. Vor Wochen erwähnte ich schon, daß die Hinrunde der Saison 1977/78 wirklich sehr bescheiden war und einen bis dahin einzigartigen Chemischen Tiefpunkt darstellt.
Manches wird noch zu berichten sein, jedenfalls waren die Tage von Karli Schäffner gezählt. Dann, im Sommer 1978, kam das Leutzscher Urgestein Sommer, und es ging aufwärts.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Nach der bitteren 1:3-Pleite in Rostock ist am 9. November 1997 der FC Erzgebirge Aue in Leutzsch zu Gast. Im Programmheft spricht erstmals Neu-Präsident Thomas Till das Grusswort an die Fußballfreunde, darin heisst es: „Die neugewählte Vereinsführung ist aufgefordert, ein professionelles Management zu schaffen, welches auch den großen Anforderungen einer höheren Spielklasse gerecht werden kann. Neben vielen Problemen des Tagesgeschäftes wird für mich die Entwicklung des Nachwuchses ein Schwerpunkt sein, eine Investition in die Zukunft. Liebe Fußballfreunde, das von einigen herbeigeredete Chaos in unserem Verein hat nicht stattgefunden und übereilte Entscheidungen blieben aus. Mit Carsten Sänger als Trainer und Frank Rohde als Co-Trainer haben wir im sportlichen Bereich ein kompetentes Team, welches hinter unseren Zielen steht. Die derzeitige Tabellenposition gilt es zu halten, um in einer Lauerstellung die Entwicklung mitzubestimmen.“
Letzteres gelingt zwar (2:0-Sieg), aber am Rand der Partie bahnt sich Ärger an, wie Eberhard Schmiedel in seinem Artikel für die LVZ festgehalten hat:
„Leipzig. Mehr als 3000 Zuschauer jubelten nach dem Heimerfolg gegen die Auer „Veilchen“, doch nur wenige hatten mitbekommen, was sich in den letzten Minuten am Rande abspielte. Fünf Minuten vor Ende der Partie wartete Kujtim Shala tatendurstig auf seine Einwechlung, doch da gelang dem FC Sachsen der entscheidende zweite Treffer durch Golowan, nachdem Vishniauskas bereits kurz vor der Pause die Führung per Kopf erzielt hatte (43.). Trainerassistent Rohde sah wenige Minuten vor Spielschluß keine Veranlassung mehr, den Kosovo-Albaner zu bringen. Worauf der sich mit Schmährufen Richtung Co-Trainer („A…loch“) und Zuschauer in Wutausbrüche steigerte und noch vor dem Abpfiff enttäuscht in die Kabine rannte. Entgleisungen dieser Art hat es bisher in Leutzsch noch nie gegeben. Man darf gespannt sein, wie Präsidium und Mannschaftsführung mit diesem Fall von Aufmüpfigkeit umgehen. „Wir wissen, daß Herr Shala sehr temperamentvoll ist“, glaubt Präsident Thomas Till daran, daß sich die Wogen wieder glätten lassen. Wer allerdings Frank Rohde kennt, den dürfte es nicht wundern, wenn Shala für einige Zeit nicht zur ersten Wahl im Kader gehört. Außer der tut Abbitte. Das hat er aber seit sechs Jahren von Anbeginn seiner deutschen Karriere (Stuttgarter Kickers) noch nie getan. Spielertrainer Sänger jedenfalls erklärte danach: „Das, was er mit Herrn Rohde gemacht hat, wird Konsequenzen haben.“ Rohde aber blieb ganz ruhig, als er meinte: „Was er zu mir gesagt hat, weiß ich nicht. Ich schalte während des Spieles immer auf Durchgang. Den Zuschauern gegenüber sollte er sich zurücknehmen. Die Fans sind doch unser 12. Mann, wie sich heute wieder gezeigt hat.“ Tatsächlich kämpfte und rackerte die Leutzscher Elf. Sie wollte die 1:3-Klatsche bei Rostock Amateuren vergessen machen. Und Chancen hatten sie für zwei Siege. Obwohl diesmal Torjäger Lünsmann leer ausging. Bei seinem Pfostenschuß und zwei weiteren guten Möglichkeiten in der zweiten Hälfte, wo sich die Mannschaft enorm steigerte, war er nahe am Torjubel. „Wir haben zu viele Chancen versäumt“, kritisierte dann auch Sänger das Auslassen günstiger Möglichkeiten. Er freute sich natürlich, daß trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Nedic, Ziffert und Lucic das Team erfolgreich blieb. Müller (mit großer kämpferischer Leistung) und Virag sprangen in die Manndecker-Bresche, und Kapitän Hammermüller sorgte mit enormem Laufpensum immer öfter für Überlegenheit im Mittelfeld gegen einen taktisch klug eingestellten Gegner, bei dem der Ball flüssig durch die Reihen lief und der auch seine Möglichkeiten hatte. Dem standen jedoch noch zwei Pfostenschüsse der Leutzscher gegenüber und nach dem zweiten Treffer vergaben Golowan (88.) und Hammermüller (89.) freistehend. Spielertrainer Sänger konnte einen Tag nach seinem 35. Geburtstag registrieren, daß der FC Sachsen das Siegen nicht verlernt hat. Nun muß er mit seinem Helfer Rohde dafür sorgen, daß der Unmut Shalas sich nicht nachteilig auf die Stimmung in der Mannschaft auswirkt. An Problemen gibt´s also in Leutzsch wieder einmal keinen Mangel. Das registrierte auch St. Paulis Manager Schulte, der sich gegenwärtig auf Spielersuche im Fußball-Osten befindet.“
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Müller, Virag – Kriston (77. Filipovic), Hammermüller, Vishniauskas, Rietschel, Kaiser - Lünsmann, Golowan.
Tore: 1:0 Vishniauskas (43.), 2:0 Golowan (85.), SR: Fröhlich (Berlin), Z.: 3906.
Bilder aus der LVZ:
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Der Etatkrösus der Liga Tennis Borussia (13 Mio. DM nur für die erste Mannschaft) bleibt zum zehnten Mal in Folge siegreich und in der laufenden Saison weiter unbezwungen (3:0 über die Reinickendorfer Füchse durch dreimal Kovacec). Dynamo Dresden ist weiter mit dem FC Sachsen punktgleich (2:0 in Magdeburg durch 2 späte Treffer von Schmidt und Milde). Rot-Weiß Erfurt schlägt die Amateure von Hansa Rostock 5:2 (Hebestreit 3, Knäbe, Schönberg / Röver 2).
Grosser Fight auf dem Betzenberg – Bundesliga-Tabellenführer 1.FC Kaiserslautern behält nach einem 4:3 über Hansa Rostock die Tabellenspitze (Rische 2, Sforza, Schjönberg / Barbarez, Dowe, Neuville) vor dem FC Bayern München (1:0 gegen Bielefeld durch Elber). Auf den Abstiegsplätzen nach 14 Spieltagen: Hertha BSC Berlin, Werder Bremen und der VfL Bochum.
Zweitliga-Spitzenreiter KFC Uerdingen strauchelt am 13. Spieltag in Unterhaching (0:2 durch Zeiler und Rraklli), der Zweite FC Gütersloh rückt bis auf einen Punkt heran (1:0 gegen Meppen durch Angelo Vier). Die Frankfurter Eintracht verliert 1:2 in Fürth (Sobotzik / Kerbr, Weigl) und damit ihren Aufstiegsplatz an den SC Freiburg, der beim FSV Zwickau (u.a. mit Pinder und Klee) durch ein Tor von Torben Hoffmann 1:0 gewinnt. Während Energie Cottbus siegen kann (2:1 in Düsseldorf – Amadou, Eigentor Unger / Beeck), verlieren sowohl Carl Zeiss Jena (1:2 auf St. Pauli – Weber / Sawitschew, Trulsen) als auch der VfB Leipzig (1:2 in Mainz – Franklin / Ouakili, Herzberger).
EC-Ergebnisse: Champions League: Borussia Dortmund – AC Parma 2:0 (zweimal Möller), FC Paris St. Germain – Bayern München 3:1 (Gava, Maurice, Jerome Leroy / Babbel), Pokalsieger: VfB Stuttgart – Germinal Ekeren 2:4 (Verlaat, Poschner / van Ankeren 2, van Geneugden, Karagiannis - Stuttgart aber weiter), UEFA-Cup: RSC Anderlecht – Schalke 04 1:2 (de Boeck / van Hoogdalem, Wilmots), VfL Bochum – FC Brügge 4:1 (Donkov 2, Yuran, Wosz / Jbari), Karlsruher SC – FC Metz 1:1 (Häßler / Boffin), 1860 München - Rapid Wien 2:1 (Borimirow, Winkler / Zingler).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Am 13. Spieltag der Liga Staffel B kann Chemie Leipzig auch im sechsten Spiel in Serie nicht gewinnen – bei Motor Weimar endet die Partie 0:0.
Böse Überraschung für Wismut Aue im Oberliga-Heimspiel gegen Stahl Riesa – am Ende heisst es 2:3 (Einsiedel, Bittner / Pfahl 2, Maaß) und die Erzgebirgler rutschen von Platz 11 auf Abstiegsplatz 13 ab. Der Tabellenletzte Union Berlin ist nach dem 3:3 bei Hansa Rostock (Sirocks, Schoknecht, Eigentor Weilandt / Schlünz, Röhrich, Wahl) punktgleich. Das Spitzenduo ist auch punktgleich, nachdem der BFC Dynamo nur 3:3 gegen Erfurt spielt (Thom 2, Ernst / Romstedt, Becker, Heun) und Lok Leipzig 3:1 gegen Stahl Brandenburg siegt (Hobsch, Marschall, Edmond / Jeske).
Im Europapokal fliegt auch der letzte DDR-Vertreter raus. Nach einem 1:0 in Aue unterliegt Wismut bei Flamurtari Vlora mit 0:2 (Taho, V. Ruci). Der Trainer der Albaner heisst übrigens Curri. Die BRD-Mannschaften spielen so: Bayern München – Xamax Neuchatel 2:0 (Landesmeister), Ajax Amsterdam – Hamburger SV 2:0 (Pokalsieger), Velez Mostar – Borussia Dortmund 2:1, Bayer Leverkusen – FC Toulouse 1:0, Werder Bremen – Spartak Moskau 6:2 n.V. (UEFA-Pokal).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Nach dem 10. Spieltag der Liga Staffel C übernimmt Chemie Leipzig dank eines 1:0 über Dynamo Eisleben die Tabellenführung.
Chemie: Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler (67. Beckmann), Graul, Paul, Fliegel, Lischke, Schubert.
Eisleben: Hauptmann, Röding, Stamm, Mulansky, Gruhn, P. Klier, Paluszczak (60. K. Kieruj), H. Kieruj, Eschrich, Grzega, Dobbermann (46. Hartmann).
Tor: 1:0 Paul (82.), SR: Peschel (Radebeul), Z.: 4.000.
Die zuvor punktgleichen Vereine Stahl Blankenburg, Chemie Buna Schkopau (0:0 im direkten Duell) und Dynamo Eisleben können also nicht siegen.
Wismut Aue muss am 9. Oberliga-Spieltag die erste Heimniederlage hinnehmen. Gegen die bis dahin sieglosen Namensvetter aus Gera setzt es eine 1:2-Schlappe (Erler / Markfeld, Korn).An der Spitze entscheidet Dynamo Dresden das Topspiel gegen den 1.FC Magdeburg mit 1:0 für sich (Kotte per Handstrafstoss). Lok Leipzig verliert daheim gegen Union Berlin 0:1 (Tor: Paschek).
Im EC siegt DDR-Meister Dynamo Dresden 2:1 über den FC Liverpool (Kotte, Sachse / Heighway), ist aber trotzdem raus. Ebenfalls ausgeschieden ist Pokalsieger Lok Leipzig nach einem 1:2 bei Real Betis Sevilla (Liebers / Garcia Soriano 2). Weiter sind die DDR-Teams im UEFA-Cup Carl Zeiss Jena (6:5 im 11er-Schiessen gegen RWD Molenbeek) und 1.FC Magdeburg (3:1 bei Schalke 04 – Pommerenke 2, Steinbach / E. Kremers). Von den BRD-Vertretern sind weiter: Borussia Mönchengladbach (3:0 gegen Roter Stern Belgrad), Eintracht Frankfurt (3:0 über den FC Zürich), Bayern München (3:0 gegen Marek Stanke Dimitroff) und Eintracht Braunschweig (trotz 0:1 gegen Start Kristiansand), raus ist der Hamburger SV (1:2 bei RSC Anderlecht).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Ein Wechselbad der Gefühle stellt das Landespokal-Viertelfinale dar. Zwar triumphiert der FC Sachsen nach Rückstand und spätem Ausgleich in der Verlängerung noch klar mit 5:1 über den Chemnitzer FC, doch stellt sich später heraus, dass ein Spieler unberechtigt mitwirkte (wenn ich mich recht entsinne, war es der eingewechselte Filipovic) und der FC Sachsen fliegt zur Strafe aus dem Wettbewerb.
Letzteres ist aber auch LVZ-Berichterstatter „efem“ am Montag nach der Partie nicht bewusst:
„Leipzig. Carsten Sänger wollte nichts beschönigen. „Die ersten 60 Minuten haben wir schlecht gespielt.“ Damit brachte der Spielertrainer des FC Sachsen Leipzig die Sache auf den Punkt. Zwar erreichten die Leutzscher durch ein 5:1 (0:1, 1:1) nach Verlängerung über den Chemnitzer FC das Halbfinale im sächsischen Landespokal, doch überzeugen konnten sie dabei nicht. Die Sache hätte auch anders ausgehen können. „Normalerweise,“ so räumte Sänger ein, „ist man nach so einem Spiel draußen.“ Und so sahen die 1678 Zuschauer im Alfred-Kunze-Sportpark eine Chemnitzer Mannschaft, die alles andere als defensiv eingestellt war. Doch aus der teilweise spielerischen Überlegenheit resultierten kaum Torchancen. Die hatten dafür die Leipziger. So bediente Lünsmann in der 19. Minute Rietschel mit einem sehenswerten Hackentrick, doch der war auf eine solche Vorlage nicht eingestellt und verpaßte. Nur zehn Minuten später bediente Müller mit einer Freistoßvorlage Lünsmann, der aber am gut aufgelegten Chemnitzer Schlußmann Süßner scheiterte. Weniger gut aufgelegt präsentierte sich kurz vor Halbzeit Sachsens Torsteher Sejna. Aufgrund seines Patzers konnte Ullmann (41.) auf der rechten Seite ungehindert den Führungstreffer für die Gäste markieren. Leider, so betonte Trainer Franke, hätte sein Team nach dem 1:0 versäumt, das Spiel zu entscheiden. Der CFC präsentierte sich in Leipzig übrigens mit einer Neuverpflichtung: Jens König, selbst einmal beim FC Sachsen unter Vertrag, wurde vom Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena ablösefrei geholt. Die erste Chance zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte der FC Sachsen. Doch Kapitän Steffen Hammermüller (51.) scheiterte mit seinem direkten Freistoß an Keeper Süßner. Mehr Glück hatte der laufstarke Hammermüller in der 82. Minute. Sein von Laudeley abgefälschter 20-m-Schuß landete unhaltbar für Süßner zum 1:1-Ausgleich in den Maschen und ebnete den Leutzschern damit den Weg in die Vorschlußrunde des Pokals. In der Verlängerung ging es Schlag auf Schlag. Nachdem Filipovic (98.) mit einem tollen Volleytreffer das 2:1 markierte, erhöhten anschließend Lünsmann (117.), Hammermüller (119., Foulelfmeter) und Golowan (120.) auf den in dieser Höhe nicht verdienten 5:1-Endstand. Zu allem Überfluß kassierte in der Nachspielzeit Virag (105.) die Gelb-Rote Karte. Nach dem Chemnitz-Spiel dürfte für das Trainer-Duo Sänger/Rohde eines klar sein. Will man den Pokal nach Leutzsch holen, ist für das Halbfinalspiel eine deutliche Leistungssteigerung nötig.“
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Virag, Vishniauskas – Kriston (47. Filipovic), Hammermüller, Rietschel, Müller, Kaiser (58. Baum, 112. Böttcher) - Lünsmann, Golowan.
CFC: Süßner – Köhler – König, Hertzsch – Bittermann, Tetzner, Kavaz (74. Kunze), Laudeley, Liebers – Ullmann.
Die 1. Bundesliga trägt ihren 15. Spieltag am Dienstag und Mittwoch (18. und 19.11.) aus. Die Partie Leverkusen gegen Bayern München folgt dann erst am 30. November. Lautern an der Spitze legt erstmal vor mit einem 3:1 in Gladbach (Buck, Kuka, Rische / Andersson). Der VfB Stuttgart klettert auf Platz 3 durch ein 2:1 über Hansa Rostock (Djordjevic, Balakov / Pamic). Werder Bremen bezwingt den FC Schalke 04 mit 2:1 (Bode, Ramzy / Eijkelkamp).
Am 15. November wird in Düsseldorf ein Länderspiel ausgetragen. Deutschland schlägt Südafrika vor 27.000 Zuschauern 3:0 (Hamann, Bierhoff, Heinrich).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Der FC Bayern München leiht sich den walisischen Nationalmannschafts-Mittelstürmer Mark Hughes für 500.000 Mark vom FC Barcelona aus.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
In den fünf Liga-Staffeln wird die Herbstmeisterschaft entschieden. In Staffel C kann Chemie Leipzig die Tabellenführung nicht verteidigen. Beim Vorletzten TSG Schkeuditz erreichen die Grün-Weissen nur ein 0:0.
Schkeuditz: Stanelle, Wagner, Saupe, Penszuk, Berger, Hornauer, Böser (74. Faulian), Ulrich (86. Behlau), Schmohl, Menge, Bock
Chemie: Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler, Graul, Paul, Fliegel (60. Beckmann), Lischke, Schubert.
SR: Müller (Gera), Z.: 3.300.
Chemie Buna Schkopau (5:2 über Chemie Wolfen – B. Koch 4, Kopf / Keßler, Gruhn) ist neuer Tabellenführer. In den anderen Staffeln vorn: FC Hansa Rostock (Staffel A), Vorwärts Neubrandenburg (B), FSV Lok Dresden (D), Stahl Riesa (E). Die FuWo resümiert: „Auch in der Staffel C geht es munter zu. Chemie Leipzig konnte sich bislang noch nicht zu einer überragenden Rolle aufschwingen. Buna Schkopau und Eisleben sind zu Mitbewerbern geworden. Inwieweit Blankenburg dranzubleiben versteht, muß abgewartet werden. Und die sich bislang gut schlagenden Neulinge Wolfen und Premnitz müssen Beachtung finden, doch wird es für sie vielleicht nicht über die volle Distanz reichen.“
Vor 40 Jahren
Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen nach Mexiko bestreitet die DDR-Elf ein Qualifikationsspiel gegen Rumänien. Blochwitz, Urbanczyk, Bransch, Pankau, Irmscher, Nöldner, Frenzel, Erler und Löwe zählen u.a. zum Aufgebot. „Nach Möglichkeit möchte ich unsere Elf, die in Leipzig gegen Ungarn so erfolgreich spielte, nicht ändern“, meint DDR-Trainer Karoly Soos. Die DDR gewann 1:0. In den beiden Liga-Staffeln gibt es mit Dynamo Schwerin und Wismut Gera, dem Oberliga-Absteiger, neue Spitzenreiter nach dem 13. Spieltag.
Vor 50 Jahren
Wismut Karl-Marx-Stadt gewinnt beim ASK Vorwärts in Berlin 1:0 durch ein Tor von Zink. Nun fehlt noch ein Punkt aus drei Spielen für die erfolgreiche Titelverteidigung. Der SC Lok Leipzig trennt sich in Freundschaftsspielen zweimal unentschieden: bei Schalke 04 heißt es 3:3, bei der Spielvereinigung Fürth 2:2; Konzack, Behne (je 2) und Fröhlich sind die Torschützen. Zwei traditionsreiche Mannschaften müssen aus der 1. Liga absteigen: Motor Dessau und Motor Altenburg.
Vor 60 Jahren
Durch einen 5:2-Sieg über den Tabellenzweiten Radebeul-Ost holt sich die SG Dresden-Mickten die „Herbstmeisterschaft“ der Elbestadt – ungeschlagen, 14:0 Punkte! – Das 50. Städtespiel Hamburg gegen Berlin endet vor 20.000 Zuschauern 7:1 für die Gastgeber, für die Boller fünf Tore erzielt.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 46/87 „In der Chronik geblättert“)
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Eine Art Zeitreise unternehmen wir bei der Auswärtsfahrt nach Spandau. Der Sportplatz Ziegelhof stellt sich als einfach umzäuntes Spielfeld dar, das Vereinsheim erinnert an die Fünfziger Jahre. Die Tribüne für die Gästefans ist aus Stahlrohren zusammengesteckt und befindet sich direkt hinter dem einen Tor. Durchaus möglich, dass bei der Dorfplatzatmosphäre mein wiederholter Gesang „Der Keeper ist nervös“ nicht ganz spurlos an „unserem“ Herrn Eckstein vorbeigegangen ist. Überhaupt stehen etliche spätere Leutzscher in den Reihen der Gastgeber, wie auch das LVZ-Foto belegt. Jochen Gößmann verfasste den Spielbericht für die gleiche Zeitung:
„Berlin. Dank einer erheblichen Leistungssteigerung nach der Pause verteidigten die Leutzscher den zweiten Tabellenplatz. Der Wechsel von Roman Müller aus der Manndeckung ins linke Mittelfeld war nach dem Pausentee der Schlüssel zum Sieg. „Wenn´s nötig ist, stelle ich mich als Verteidiger selbstverständlich in den Dienst der Mannschaft“, erklärte der Ex-Berliner, „aber ich spiele lieber im Mittelfeld.“ Bei einer Hammermüller-Ecke löste er sich geschickt von seinem Bewacher Glöden und schoß die Gäste vom kurzen Eck aus zwölf Metern auf die Siegerstraße. „Die Variante war im Training eingeübt“, freute sich Müller, der mit seinen energischen Vorstößen ständig Gefahr entfachte und neben Kriston und Filipovic bester Leipziger war. Spielertrainer Carsten Sänger zeigte sich stolz auf die Leistung der zweiten 45 Minuten, gestand aber ein: „Wir haben uns lange Zeit sehr schwer getan.“ Tatsächlich waren die Spandauer Feierabend-Fußballer vor der Pause gleichwertig, hätten durch Kusche (11., 16.) und Wojtal (44.) sogar in Führung gehen können. Chancen für Sachsen ergaben sich nur, wenn Kriston und Müller das Spiel ankurbelten. Zuerst verzog Kriston auf Zuspiel von Hammermüller (17.), dann köpfte Geburtstagskind Lünsmann eine Müller-Flanke daneben (27.) und schließlich wurde ein scharfer Lünsmann-Schuß nach Kristons Vorarbeit von Schiemann wagemutig abgeblockt (33.). Hätte der Schiedsrichter zwei angebliche Abseitstore von Filipovic (55.) und Kriston (62.) anerkannt, wäre ein noch höherer Auswärtssieg möglich gewesen. So aber reichte es „nur“ für ein 3:0, weil Golowan und Filipovic zwei klassische Konter, eingeleitet von Kriston und Vishniauskas, eiskalt abschlossen. Zudem hätte Lünsmann, der sich mit seinem Ex-Herthaner Teamkameraden Schiemann ein packendes Duell lieferte und nach dem Spiel mit dem Team in seiner Spandauer (!) Wohnung Geburtstag feierte, in der 64. und 83. Minute erhöhen können. Ein Torerfolg als zusätzliches Geburtstagsgeschenk zu den drei Punkten blieb ihm jedoch verwehrt. Aber auch der SSV hatte gegen die alles andere als sattelfeste Sachsen-Deckung seine Chancen zum Anschlußtor: Dragunow verzog aus 15 Metern (72.), und nachdem Rietschel eine Abseitsstellung von Eidtner aufhob, bewahrte sich Sejna mit den Fingerspitzen eine weiße Weste (78.). „Ich hoffe auf einen ordentlichen Jahresabschluß mit zwei Heimsiegen gegen Dresden und den FC Berlin“, wartet Sänger jetzt weiter auf einen Ausrutscher von TeBe. Ob das Spiel gegen den FCB, wie gewünscht, um 14 Tage auf Sonnabend vorgezogen werden kann, entscheidet der Spielausschuß am Dienstag.“
Spandauer SV: Eckstein – Dragunow – Höche, Schiemann – Nied, Glöden (68. Podvorica), Buchmann, Roslakow, Kusche (68. Tomschke) – Milinkovic (68. Eidtner).
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Müller, Virag – Kriston, Hammermüller, Filipovic (87. Torunarigha), Rietschel, Vishniauskas - Lünsmann, Golowan.
Tore: 0:1 Müller (57.), 0:2 Golowan (66.), 0:3 Filipovic (85.), SR: Kiefer (Neubrandenburg), Z.: 427, Gelb-Rote Karte: Hammermüller (FCS, 89. wegen wiederholten Foulspiels).
Der Rückstand zu Tennis Borussia bleibt exakt bei 9 Punkten und 10 Toren, denn die Charlottenburger gewinnen ebenfalls 3:0 (bei Hansa Rostock Amateure – Kovacec 2, Namdar). Der Tabellendritte Dynamo Dresden büsst 2 Punkte ein, spielt daheim gegen Union Berlin nur 2:2 (Gütschow, Wahl / Meyer 2). Vierter ist Erzgebirge Aue, das Rot-Weiß Erfurt 2:1 bezwingt (Skela, Tautenhahn / Biro).
Am vorletzten Spieltag der Hinrunde in der 1. Bundesliga wird der Herbstmeistertitel noch nicht vergeben. Spitzenreiter Kaiserslautern hat nach einem 1:2 in Wolfsburg (Wagner / Spies, Keller) nur noch einen Zähler Vorsprung auf die Münchener Bayern (3:0 über den MSV Duisburg – Helmer, Rizzitelli, Scholl). 7 Punkte hinter den Bayern folgen Stuttgart (3:0 im Derby gegen Karlsruhe durch zweimal Bobic und Akpoborie) sowie Schalke 04 ((2:0 gegen 1860 München durch Max und Wilmots). Durch zwei Treffer des heutigen Gladbachers Oliver Neuville schlägt Hansa Rostock die Borussia aus Mönchengladbach mit 2:0.
Im Sachsenderby in Liga 2 enden zwei Serien: Gastgeber VfB Leipzig muss die erste Heimschlappe hinnehmen, Schlusslicht FSV Zwickau erringt den ersten Auswärtssieg – der ehemalige Leutzscher Carsten Klee trifft in der 47. Minute zum Goldenen Tor der Partie. Energie Cottbus verliert gegen Wattenscheid 09 nach Führung noch 1:2 (Irrgang / Feinbier 2). Jena und Mainz trennen sich 2:2 (Nierlich, Weber / Klopp, Ouakili). Der spätere Leutzscher und heutige Trainer von Markranstädt Matthias Wentzel sieht schon in der 39. Minute Gelb-Rot.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Die Negativserie der BSG Chemie Leipzig hat Bestand – Zu Hause gegen Chemie Buna Schkopau verliert man 0:1 und ist nun schon 7 Punktspiele ohne Sieg.
Nach 11 Oberliga-Runden setzt sich an der Spitze der BFC Dynamo (4:2 in Karl-Marx-Stadt – Doll 2, Thom, Grether / Persigehl, Glowatzky) etwas von Verfolger Lok Leipzig ab, der in Jena in der vorletzten Minute den 2:2-Ausgleich kassiert (Marschall, Zötzsche / Raab 2). Der Tabellenletzte Union Berlin muss zu Hause eine derbe 1:5-Klatsche gegen Dynamo Dresden einstecken (V. Probst / Sammer 2, Kirsten, Jähnig, Gütschow).
Das letzte EM-Qualifikationsspiel kann die DDR in Paris mit 1:0 über Frankreich siegreich gestalten, doch die EM-Tickets gehen in Gruppe 3 an die UdSSR.
Frankreich: Bats (FC Paris St. Germain) – Kastendeuch (FC Metz) – Boli (AJ Auxerre), Le Roux (Olympique Marseille) – Amoros (AS Monaco), Bijotat (Girondins Bordeaux) ab 75. Fargeon (Girondins Bordeaux), Poullain (Paris St. Germain), Zenier (FC Metz), Germain (Racing Paris) – Cantona (AJ Auxerre), Bellone (AS Cannes).
DDR: Müller (Lok) – Stahmann (1.FCM) – Zötzsche (Lok), Döschner (Dresden), Kreer (Lok) – Steinmann (FCK), Liebers (Lok), Pilz (Dresden) – Thom (BFC), Minge (Dresden) ab 61. Ernst (BFC), Kirsten (Dresden).
Tor: 0:1 Ernst (90.), SR: Silva Valente (Portugal), Z.: 23.000.
Endtabelle: 1. UdSSR 13:3 Punkte, 14:3 Tore, 2. DDR 11:5, 13:4, 3. Frankreich 6:10, 4:7, 4. Island 6:10, 4:14, 5. Norwegen 4:12, 5:12.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Der Auftakt zur Rückrunde verläuft für Chemie Leipzig positiv. Aufsteiger Chemie Premnitz wird mit 4:0 in die Schranken gewiesen.
Chemie: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler, Graul, Paul, Fliegel, Lischke (62. Beckmann), Schubert.
Premnitz: Ginzel, Schulz, Möring, Groß, Meier, Sandowski, Lück, Helbig, Rosenberg, Neundorf, Dennstedt.
Tore: 1:0 Fliegel (2.), 2:0 Schubert (28., Foulstrafstoß), 3:0 Fliegel (61.), 4:0 Geisler (83.), SR: Supp (Meiningen), Z.: 2.700.
Chemie Buna Schkopau bleibt ganz vorn (1:0 gegen Vorwärts Dessau durch B. Koch).
Der souveräne Spitzenreiter der Oberliga Dynamo Dresden gibt am 10. Spieltag einen Punkt ab. Bei Neuling Chemie Böhlen gibt es nur ein 1:1 (Häfner / Havenstein). Verfolger Magdeburg spielt gegen Aue aber auch nur 0:0. Erfurt und Lok trennen sich 2:2 (Fritz, Schröder / Frenzel, Löwe). Pelka trifft zum 1:0 des BFC Dynamo beim 3:0 über Carl Zeiss Jena (weiter: Labes und Terletzki).
Abschluss der WM-Quali für die DDR. In Europa-Gruppe 3 siegt die DDR in Izmir gegen die Türken mit 2:1.
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Weber (Dresden), Weise (Jena), Kische (Rostock) – Schade (Dresden), Lindemann (Jena), Häfner (Dresden) – Hoffmann (1.FCM) ab 88. Sparwasser (1.FCM), Streich (1.FCM) ab 55. Pommerenke (1.FCM), Riediger (BFC).
Tore: 0:1 Schade (30.), 0:2 Hoffmann (62.), 1:2 Volkan (81.), SR: Michelotti (Italien), Z.: 10.000.
Tabelle ein Spiel (Malta – Türkei) vor Schluss: 1. Österreich 10:2 Punkte, 14:2 Tore, 2. DDR 9:3, 15:4, 3. Türkei 3:7, 6:5, 4. Malta 0:10, 0:24.
Freygang
28.11.2007, 17:41
Lieber Alter Leipziger, wiederum besten Dank für Deine Mühe. Die Gegenwart holt einen, zumindest sportlich, immer wieder ein. Was zur Zeit sportlich bei Schämie läuft, erinnert sehr an die Zeit von vor 20 bzw. 30 Jahren. Vor 20 Jahren sind wir wenigstens nicht abgestiegen, obgleich wir nach Hansa als der Geheimfavorit in der Staffel Nord galten. Und vor 30 jahren? Die ganze Hinrunde war total bescheuert; einzig die Auswärtsfahrten waren ok., wenn man einmal von den Ergebnissen absieht. Es gab doch wohl nur einen Auswärtssieg in Wolfen. Neben dem traurigen Höhepunkt in Schönebeck war auch das blamable 0:0 in Schkeuditz Stadtgespräch. Zumindest ging vor dreißig Jahren in der Rückrunde die Post ab ... Werden wir 2008 auch eine Rückrunde erleben? Wenn ja, dann wird es wohl auch weiterhin diese Internet-Seite mit Deinen Beiträgen geben! Im voraus schon einmal vielen Dank!
PS. Wenn Schämie im März 2008 noch existiert, dann gäbe es viel zum Auswärtsspiel in Wernigerode (1:5 für uns) zu erzählen! Hunderte stürmten den Platz und trugen Hubert Suchantke in die Kabine, weil er beim Stande von 1:2 gleich zwei Elfmeter hielt! dazu: englischer Nebel, englische Stimmung, 500 Leutz mit der reichsbahn, Bier in Strömen ... M.E. wurde in Wernigerode erstmals gesungen: Denn wir halten zusammen, wie der Wind und das Meer, wir grün-weißen Sachsen, kommen überall her ...
Denn wir halten zusammen ... dies sollten sich mal die Polit-arschlöcher hinter die Ohren schreiben!
Danke Freygang, ich werde hier weitermachen – schliesslich hat die Kapelle auf der Titanic ja auch weitergespielt. Mal sehen, ob wir genügend Beiboote haben.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Eigentlich wäre das Wochenende spielfrei, aber ein Spiel vom 18. Spieltag wird vorgezogen – FC Sachsen Leipzig gegen den FC Berlin. Und für einen FCS-Spieler ist das ein ganz besonderes Match, wie Eberhard Schmiedel für die LVZ schreibt:
„Leipzig. Mit dem 3:0-Sieg über den FC Berlin blieben die Leutzscher ihrer Erfolgs-Linie auf eigenem Platz treu. Auch den Hauptstädtern gelang es nicht, wenigstens einen Punkt zu entführen. Dabei hätten sie leicht für Schrecksekunden sorgen können, denn vor allem in den ersten 20 Minuten ließen sie den Ball laufen, als wären sie die Platzherren. Nachdem sich Torwart Sejna gegen Lesch und Kapitän Maek (aus Nahdistanz) auszeichnen konnte, schlug die Stunde für Torjäger Lünsmann als Paßgeber. Mit exakter Eingabe bediente er Filipovic, der sich mit einem Kopfball-Tor aus fünf Metern bedankte (13.). Und eine Viertelstunde später revanchierte sich der Bosnier, indem er Lünsmann den Ball per Kopf servierte. Der Toremacher vom Dienst in den Reihen der Leipziger köpfte unbedrängt zu seinem bereits 15. Treffer ein. Ausgangspunkt der meisten Mittelfeldaktionen war ein Berliner in den Reihen des FC Sachsen. Roman Müller zerrte an den Ketten, als gelte es einen übermächtigen Kontrahenten zu bezwingen. Der Grund: Er wollte es seinen ehemaligen Mannschaftskameraden vom FC Berlin beweisen. Sein Spiel auf engstem Raum, sein „Auge“ für den Nebenmann, ließen ihn zum Spielgestalter werden. Auch er war nicht vor Überhast und Fehlabspielen gefeit, doch wie er immer wieder anruckte, sich nie aufgab, das imponierte den – diesmal nur – 1960 Fans, die wiederholt Szenenapplaus spendeten. Die Berliner waren spätestens nach Gelb/Rot gegen Maek von der Rolle. Bereits nach fünf Minuten wegen Foulspiel mit Gelb belastet, leistete sich der Kapitän 20 Minuten später ein Handspiel, worauf er vorzeitig vom Platz mußte. Allerdings versäumten es die Gastgeber nun, gegen den dezimierten Gegner etwas für das Torverhältnis zu tun. Golowan blieb diesmal – ebenso wie später auch Lünsmann – glücklos bei seinen Schußversuchen. Auch Müller versuchte es mehrfach erfolgreich zu sein. Hatte er bereits den zweiten Treffer mit Diagonalflanke gut vorbereitet, hielt er in der 72. Minute kurzerhand drauf: Aus 25 metern abgeschossen, schlug der Ball – noch leicht abgefälscht – im Tor des Gäste-Keepers ein. Damit war knapp 20 Minuten vor Spielende die Entscheidung „zugunsten der besseren Mannschaft“ (FCB-Trainer Voigt) gefallen.“
FC Sachsen: Sejna – Sänger – Virag, Rietschel – Hammermüller, Vishniauskas (65. Gerloff), Kriston, Müller - Filipovic (72. Kaiser), Lünsmann (88. Torunarigha), Golowan.
FC Berlin: Bartel – Maek – Kallnik, Jarling (81. Dahlke) – Lesch (70. Seruga), Lorenz, Falk (75. Lotze), Gezen, Krznaric – Jopek, Ohly.
Tore: 1:0 Filipovic (13.), 2:0 Lünsmann (28.), 3:0 Müller (72.), SR: Weise (Könitz), Z.: 1960, Gelb-Rote Karte: Maek (FCB, 25.).
In einem weiteren Eberhard Schmiedel-Artikel heisst es:
„Leipzig. „Den Berlinern sei Dank, daß sie einwilligten, daß das Spiel vom 14. Dezember vorgezogen werden konnte“, sagte Spielertrainer Carsten Sänger Richtung FCB. „Schade nur, daß wir heute nicht alle Leute dabei hatten, ich mußte auf einige aus der Kreisliga zurückgreifen“, entschuldigte sich Gäste-Trainer Voigt fast für seine Mannschaft. Das brauchte er eigentlich nicht, denn die Gäste spielten einige Zeit frech mit. „Zu Hause haben wir eigentlich kaum Probleme, zum Sieg zu kommen“, urteilte Spielertrainer Sänger nach dem 3:0-Erfolg. Die neunte Regionalliga-Partie auf eigenem Platz brachte den neunten Sieg. Besser geht es also nicht. „Dem aber steht eine magere Auswärtsbilanz gegenüber“, meint Sänger. Mit nur elf Punkten sind die Leutzscher eben nur die fünftbeste Auswärtself. „Unser Hauptmangel liegt nach wie vor im schwachen Umkehrspiel“, analysiert der 35jährige die Partie gegen den FCB gewohnt kritisch. Doch es sind stets die gleichen Worte, seitdem er im Kunze-Sportpark das Steuer als sportlicher Leiter in den Händen hält. Um auch auswärts top zu sein, sollen demnächst neue Leute mithelfen, „die keine Ergänzungen, sondern Verstärkungen sind“, wie Sänger und Rohde fordern. Doch die liegen nicht auf der Straße, werden nur mit viel Geld zu bekommen sein. Geld, das auch in Leutzsch nicht herumliegt.“
Der Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern ist deutscher Herbstmeister. Mit einem 2:1-Sieg über den Hamburger SV (Ratinho, Hristow / Salihamidzic) erreichen die Pfälzer 39 Punkte und dank einer 2:4-Schlappe der Münchener Bayern in Leverkusen (Elber, Jancker / Kirsten 3, Heintze) 4 Punkte Vorsprung auf den härtesten Verfolger. Hansa Rostock verliert in Karlsruhe 0:3 (Regis, Gilewicz, Dundee) und ist Sechster.
Im ostdeutschen Kellerduell der zweiten Liga behält Carl Zeiss Jena mit einem 3:0 beim FSV Zwickau die Oberhand (Gerstner, Zimmermann, Weber). Jena liegt nun nur noch einen Zähler hinter dem Nichtabstiegsrang 14, den nach einem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt (Tanjga / Weber) der FSV Mainz 05 innehat. Nur noch einen Zähler davor rangiert der VfB Leipzig nach einem 0:2 beim von Bernd Schuster trainierten und ebenfalls abstiegsbedrohten SC Fortuna Köln (Akonnor, Brdaric). Energie Cottbus schlägt die Stuttgarter Kickers 2:1 (Wawrzyczek 2 / Beierle). Paradox: In der Torjägerliste liegen 2 Spieler des Tabellenzehnten Stuttgarter Kickers vorn – Abderrahim Ouakili und Markus Beierle mit je 10 Treffern. Die Blauen haben bis dahin erst 23 Tore erzielt.
In der Champions League siegt Borussia Dortmund 4:1 über Galatasaray Istanbul (Zorc 2, But, Herrlich / Ergün), der FC Bayern 2:0 bei Besiktas Istanbul (Jancker und Helmer). In den UEFA-Pokal-Achtelfinal-Hinspielen schneiden die deutschen Vereine nicht sonderlich gut ab: Ajax Amsterdam – VfL Bochum 4:2 (Michael Laudrup 2, Arveladze, Frank de Boer/ Reis, Waldoch), Karlsruher SC – Spartak Moskau 0:0, Sporting Braga – Schalke 04 0:0.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Nach 7 sieglosen Partien kann Chemie Leipzig endlich mal wieder gewinnen – 2:1 im Lokalderby bei Chemie Markkleeberg.
Nach dem Achtelfinale im FDGB-Pokal sind noch 7 Oberligisten und ein Liga-Vertreter dabei. Alle Spiele enden knapp mit nur einem Tor Differenz, u.a. Hansa Rostock – Energie Cottbus 3:2 (Schlünz 2, Babendererde / Irrgang, Melzig), BFC Dynamo – BFC Dynamo II 3:2 (Ernst 2, Backs / Anders 2), Wismut Aue – Dynamo Dresden 1:2 (Kunde / Minge 2), Lok Leipzig – Rot-Weiß Erfurt 2:1 (Liebers, Kracht / Romstedt).
Auch hier finden die Hinspiele im UEFA-Cup-Achtelfinale statt. Die deutschen Mannschaften spielen so: Werder Bremen – Dynamo Tbilissi 2:1 (Neubarth, Riedle / Schengelija), Borussia Dortmund – FC Brügge 3:0 (Mill 2, Anderbrügge), Feyenoord Rotterdam – Bayer Leverkusen 2:2 (Been, Hoekstra / Buncol, Falkenmayer).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Böses Erwachen für Chemie Leipzig bei der abstiegsgefährdeten BSG Stahl Brandenburg: 1:3
Stahl: Wolfram, Schmidtchen, Ozik, Peters (33. Vallentin), Kostka, Mohrmüller, Malyska (83. Arendt), Schmidt, Ulke, Puhl, Weingärtner.
Chemie: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne, Baum, Geisler (52. Beckmann), Graul, Paul, Fliegel, Lischke, Schubert.
Tore: 1:0 Ulke (2.), 2:0 Ulke (36.), 3:0 Mohrmüller (50.), 3:1 Graul (58.), SR: Sparwasser (Halberstadt), Z.: 850.
Chemie Buna Schkopau bleibt so trotz Spielfreiheit an der Tabellenspitze. Gläßer trifft in der 1. Minute beim 2:0 von Vorwärts Dessau gegen Stahl Thale.
Das Achtelfinale des FDGB-Pokals wird in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Mit etwas mehr als einem Bein weiter sind der BFC Dynamo (5:0 gegen Lok Leipzig – Terletzki 2, Labes, Eigendorf, Riediger) und Dynamo Dresden (7:1 bei Ortsnachbar FSV Lok – Trautmann 2, Schade, M. Müller, Weber, Kotte, Helm / Güldner). In Schwierigkeiten befinden sich überraschend Carl Zeiss Jena (1:2 daheim gegen Vorwärts Stralsund – Brauer / Wiezorrek, Wunderlich), Rot-Weiß Erfurt (1:2 zu Hause gegen Wismut Gera – Schröder / Markfeld, Eigentor Egel) und Karl-Marx-Stadt nach einem 0:1 gegen Motor Werdau (Bauer).
Im UEFA-Cup erreichen die DDR-Vertreter gute Ausgangspositionen: 1.FC Magdeburg – Racing Lens 4:0 (Zapf, Pommerenke, Hoffmann, Steinbach), Carl Zeiss Jena – Standard Lüttich 2:0 (Schnuphase, Lindemann). Im ersten Spiel um den europäischen Supercup trennen sich der Hamburger SV und der FC Liverpool 1:1 (Keller / Fairclough).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Partie des 17. Regionalliga-Spieltages zwischen den Verfolgern FC Sachsen und Dynamo Dresden muss wegen widriger Platz- und Wetterverhältnisse abgesagt werden.
Auch Rot-Weiß Erfurt gegen Spandauer SV und Chemnitzer FC – Lok/Altmark Stendal fallen aus. Spitzenreiter Tennis Borussia siegt derweil 3:0 gegen Erzgebirge Aue (Namdar, Copado und Melzig) und bleibt im 25. Punktspiel in Folge ohne Niederlage. Im Berliner Derby schlägt Union den FC Berlin 3:1 (Maek, Jank, Patschinski / Lesch).
Zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde behält Herbstmeister Kaiserslautern im Spitzenspiel gegen die Münchener Bayern mit 2:0 die Oberhand, es treffen Buck und Christow. Der VfL Wolfsburg und Hansa Rostock trennen sich 1:1 (Präger / Barbarez per Handelfmeter).
Auf dem besten Weg zur Herbstmeisterschaft ist in Liga 2 der SC Freiburg. Einen Spieltag vor dem Hinrundenende liegen die Breisgauer (4:0 gegen Wattenscheid – Günes, Baya, Iaschwili, Weißhaupt) mit 3 Punkten vor dem FC Gütersloh (0:0 gegen Energie Cottbus) und dem KFC Uerdingen (0:1 gegen Mainz 05 durch Demandt). Der Vierte Eintracht Frankfurt spielt daheim gegen Kellerkind FSV Zwickau nur 1:1 (Wolf / Klee). Ebenfalls 1:1 heisst es zwischen dem VfB Leipzig und Fortuna Düsseldorf (Heidrich / Lesniak), obwohl die Gäste 2 Platzverweise hinnehmen müssen. Das Spiel Carl Zeiss Jena - Fortuna Köln findet erst am 20.12. statt und endet 1:3 (Gerstner / Schneider, Akonnor, Krieg).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Auch am vorletzten Spieltag der Liga-Hinrunde siegt Chemie Leipzig noch mal – 3:2 über Chemie Böhlen.
Nur ein Auswärtssieg am 12. Spieltag der Oberliga – Jena siegt in Rostock 4:2 (Zipfel 2, Lesser, Raab / März, Alms). Für den Herbstmeistertitel kommen nur noch der BFC Dynamo (2:1 gegen Wismut Aue – Doll, Fochler / Mothes) oder Lok Leipzig (2:0 gegen Stahl Riesa durch Kracht und Leitzke per Kopfball) in Frage. Vor der Tages-Rekordkulisse von 14.000 Zuschauern bezwingt Dynamo Dresden die BSG Stahl Brandenburg mit 3:1 (Kirsten, Gütschow, Döschner / Lindner).
Die Auslosung für das FDGB-Pokal-Viertelfinale ergibt diese Begegnungen: Carl Zeiss Jena – Dynamo Dresden, Fortschritt Bischofswerda – BFC Dynamo, Lok Leipzig – HFC Chemie, Hansa Rostock – FC Karl-Marx-Stadt.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Zwar erreicht Chemie Leipzig gegen Stahl Blankenburg nur ein 0:0, doch der Rückstand auf Chemie Buna Schkopau vergrössert sich nicht, da diese gegen die TSG Schkeuditz auch über ein 0:0 nicht hinauskommen.
Chemie: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne (75. Haase), Baum, Geisler (78. Flor), Graul, Paul, Fliegel, Lischke, Beckmann.
Blankenburg: Schulze, Arbeiter, Enkelmann, Jäscke, Reinhardt, Kraus, Lange, Thürmer (64. Tonn), Hempel, Oelze, Baumgartl.
SR: Roßner (Pößneck), Z.: 3.000.
Nach 22 Spielen ohne Niederlage muss Oberliga-Tabellenführer Dynamo Dresden eine Heimniederlage gegen den BFC Dynamo einstecken – 1:2 durch Kotte bzw. Noack und Riediger. So rückt der 1.FC Magdeburg bis auf einen Punkt heran (2:1 in Zwickau – Streich, Eigentor Fuchs / Pilz). Wismut Aue schlägt Chemie Böhlen 2:1 (Schaller, Erler / Schneider), Lok Leipzig den FC Karl-Marx-Stadt 2:0 (Kühn und Altmann).
Im FDGB-Pokal gibt es im Achtelfinale nach den Rückspielen tatsächlich Überraschungen: Vorwärts Stralsund kickt Carl Zeiss Jena nach einem 0:1 (Vogel) und 2:1 im Hinspiel, Motor Werdau wirft den FC Karl-Marx-Stadt raus (3:2 – P. Brändel, Geibel, Funke / A. Müller, Rauschenbach). 2 weitere Oberligisten sind aus dem Cup-Rennen: Lok Leipzig (nach 0:5 im Hinspiel 2:1 gegen den BFC Dynamo – Altmann, Bornschein / Pelka) und Wismut Gera (0:2 gegen Rot-Weiß Erfurt durch Goldbach und Linde).
Im römischen Hotel „Excelsior“ werden die 7 Qualifikationsgruppen für die EM-Endrunde 1980 in Italien ausgelost. In Gruppe 4 trifft die DDR auf die Niederlande, Island, Polen und die Schweiz. Gruppe 7 besteht aus der BRD, Malta, Wales und der Türkei.
Bundesliga-Herbstmeister ist der 1.FC Köln nach einem 4:1 über den FC St. Pauli (Roland Gerber, Heinz Flohe, Herbert Neumann, Dieter Müller / Franz Gerber), knapp vor Borussia Mönchengladbach (3:3 in Dortmund – Simonsen, Heynckes, del´Haye / Wolfgang Frank 2, Wagner) und dem 1.FC Kaiserslautern (2:4 bei Bayern München – Stickel, Wendt / Uli Hoeness 2, Franz Roth, Gerd Müller).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
In der Regionalliga Nordost wird der 18. Spieltag ausgetragen, der FC Sachsen hat seine Partie gegen den FC Berlin (3:0) ja bereits am 30.11.1997 absolviert. Der überragende Spitzenreiter Tennis Borussia lässt vor gerade mal 612 Zuschauern auch gegen den Spandauer SV nichts anbrennen – 5:0 heisst es am Ende durch Tore von Copado (2), Namdar, Aracic und ein Eigentor von Podvorica. Dritter ist hinter dem FC Sachsen nun Union Berlin, das den 1.FC Magdeburg 2:1 schlägt (Schneider, Patschinski / Maltritz), während Dynamo Dresden in Erfurt 0:2 unterliegt (Hebestreit und Tews).
Die LVZ meldet unter der Überschrift „Perfekt: Leutzscher fliegen aus Pokal“:
„Chemnitz (EB/dpa). Wie erwartet hat das Sportgericht des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) entschieden, daß der Chemnitzer FC ins Halbfinale des sächsischen Pokalwettbewerbes einzieht. Das Gericht erkannte dem FC Sachsen Leipzig einen 5:1-Sieg wegen Einsatzes eines nichtberechtigten Spielers ab und erklärte den CFC als Sieger. Dieser gehört damit neben Dynamo Dresden, FC Erzgebirge Aue und FSV Zwickau (Amat.) zu den Teams, die im Lostopf für das Halbfinale sind. „Wir hatten mit diesem Urteil gerechnet, es ist unsere Schuld gewesen“, überraschte das Urteil Frank Rohde, den amtierenden Geschäftsführer des Regionalligisten, nicht. Der FC Sachsen hatte am 15. November beim Sieg nach Verlängerung mit Almir Filipovic einen Akteur eingewechselt, der nach zwei Gelben Karten aus vorherigen Pokalspielen (Wurzen und Plauen) eigentlich gesperrt gewesen wäre. Filipovic hatte in der Begegnung das vorentscheidende 2:1 erzielt. Wie der FC Sachsen Leipzig mitteilt, wird das Nachhole-Punktspiel gegen den 1.FC Dynamo Dresden am 17. Januar um 14 Uhr im Alfred-Kunze-Sportpark ausgetragen.“
Ausserdem steht diese Kurzmeldung in der LVZ:
„FC Sachsen Leipzig kündigt Spieler Milos Nedic. Leipzig (E.S.). Fußball-Regionalligist FC Sachsen Leipzig und Milos Nedic gehen ab sofort getrennte Wege. Wegen vereins- und mannschaftsschädigenden Verhaltens wurde dem Spieler, der zu Saisonbeginn vom Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena an die Pleiße wechselte, fristlos gekündigt. Im Beisein eines Zeugen las Nedic das Kündigungsschreiben, um es mit den Worten „Ich erkenne es nicht an“, liegenzulassen. Nedic hatte zuvor bereits eine Abmahnung erhalten und war aus dem Regionalliga-Team ausgeschlossen worden. Zuletzt spielte er in der Bezirksliga-Elf des Vereines.“
In der 1. Bundesliga kassiert Tabellenführer 1.FC Kaiserslautern im Duell der Aufsteiger eine 0:2-Pleite bei Hertha BSC Berlin (Karl und Preetz), so dass Verfolger Bayern München wieder auf 4 Punkte heranrückt (3:2 gegen Mönchengladbach – Jancker 2, Nerlinger / Effenberg, Pettersson). Der Tabellendritte VfB Stuttgart besiegt Arminia Bielefeld 1:0: http://www.fussballdaten.de/bundesliga/1998/19/vfbstuttgart-bielefeld/ Nationalspieler Marco Bode stoppt mit seinen beiden Treffern die Talfahrt des SV Werder Bremen – 2:1 siegt seine Elf bei Hansa Rostock (Gegentor: Marko Rehmer).
Herbstmeister der zweiten Liga ist der Sportclub Freiburg, der im Derby 1:0 bei den Stuttgarter Kickers gewinnt (Slimane). Auf den weiteren Aufstiegsplätzen: Eintracht Frankfurt (2:1 bei Fortuna Köln – Weber, Epp / Brdaric) und der FC Gütersloh (0:0 in Fürth). Während der FSV Zwickau (1:0 gegen Uerdingen durch ein frühes Tor von Günther) und Carl Zeiss Jena (2:2 in Düsseldorf – Zimmermann, Lindner / Zedi, Vieira) im Abstiegskampf etwas Hoffnung schöpfen können, rutscht der VfB Leipzig nach der achten Auswärtspleite in Folge, die mit 0:4 beim Kellerkind Wattenscheid 09 deftig ausfällt (Skok, Sane, Ristau, Feinbier), erstmals auf einen Abstiegsplatz. VfB-Vizepräsident Reinhard Bauernschmidt: „Das Problem ist nicht der Trainer, sondern die Mannschaft. In der Abwehr war keine Organisation, keine Zuordnung. Wir werden neben Gunnar Sauer weitere Spieler holen.“
Die letzten Spiele der Champions League-Zwischenrunde finden statt. Borussia Dortmund gewinnt bei Sparta Prag 3:0 (Möller, Kirovski und Booth) und ist Gruppensieger. Bayern München ist ebenfalls Gruppensieger trotz eines 0:1 gegen IFK Göteborg (Eigentor Babbel). Bayer Leverkusen trennt sich vom AS Monaco 2:2 (Beinlich, Meijer / Pignol, Henry) und kommt als Zweiter punktgleich mit den Monegassen in die Endrunde. Das von Jupp Heynckes trainierte Real Madrid ist dann der nächste Kontrahent der Bayer-Elf.
Im UEFA-Pokal finden die Rückspiele des Achtelfinales statt. Der VfL Bochum ist nach einem 2:2 gegen Ajax Amsterdam (Hofmann, Mamic / Arveladse, Dani) ebenso wie der Karlsruher SC nach einem 0:1 nach Verlängerung bei Spartak Moskau (Schirko) raus. Weiter ist nur noch der FC Schalke 04, der Sporting Braga 2:0 bezwingt (Max und Eijkelkamp).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Letzter Spieltag der Liga-Hinrunde: Chemie Leipzig holt beim Aufstiegsaspiranten Nummer 1 Sachsenring Zwickau ein beachtliches 1:1. Zwickau hat 4 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz, in Staffel A ist Motor Ludwigsfelde vorn.
Zum Abschluss der Oberliga-Hinserie erleiden die Thüringer Vereine Rot-Weiss Erfurt (1:2 gegen Lok Leipzig – Heun / Bredow, Zötzsche) und Carl Zeiss Jena (1:2 gegen Dynamo Dresden – Eigentor Trautmann / Jähnig, Stübner) ihre ersten Heimniederlagen. Der BFC Dynamo wird mit einem 1:1 bei Frankfurt/Oder (Doll / L. Schnürer) hauchdünn Herbstmeister.
Im Züricher Hallenstadion werden die Qualifikationsgruppen für die WM 1990 in Italien ausgelost. In Gruppe 3 trifft die DDR auf die UdSSR, Österreich, Island und die Türkei. Die BRD muss sich in Gruppe 4 gegen die Niederlande, Wales und Finnland durchsetzen.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
In den 5 Liga-Staffeln werden diverse Spiele nachgeholt. In Staffel C kommt Chemie Buna Schkopau zu einem deutlichen 6:1-Erfolg bei Abstiegskandidat Chemie Schönebeck (Kopf 3, B. Koch, Krosse, Langer / Pysall) und hat nun 2 Punkte Vorsprung auf Chemie Leipzig.
Nun muss Dynamo Dresden am 12. Spieltag der Oberliga den Spitzenplatz hergeben. Während die Dresdner in Jena 3:4 verlieren (Schmuck, Riedel, Schade / Schnuphase, Brauer, Kurbjuweit, Sengewald), siegt der 1.FC Magdeburg 2:0 über den HFC Chemie (Raugust, Zapf) und rangiert nun ganz vorn. Lok Leipzig gewinnt in Gera 5:1 (Sekora 2, Großmann, Löwe, Frenzel / Korn).
2 DDR-Clubs erreichen das Viertelfinale des UEFA-Cups. Carl Zeiss Jena siegt 2:1 bei Standard Lüttich (Sengewald, Weise / Nickel). Der 1.FC Magdeburg verliert zwar bei Racing Lens 0:2 (Bousdira 2), zehrt aber vom 4:0-Hinspielerfolg. Im Bundesliga-Duell zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt behalten die Hessen die Oberhand – nach dem 4:0 im Waldstadion siegt die Eintracht in München 2:1 (Wenzel, Hölzenbein / Rummenigge). Eintracht Braunschweig streicht nach einem 1:2 gegen PSV Eindhoven (Bruns / van Kraay, Deyckers) die Segel. Bis heute war dies das letzte EC-Spiel der Braunschweiger.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Wenige Tage vor Weihnachten trägt die erste Bundesliga noch ihren 20. Spieltag aus. Das Spitzenduo siegt jeweils 3:2: Der 1.FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg gegen den 1.FC Köln (Hristow, Riedl, Schjönberg / Munteanu, Polster), der FC Bayern in Wolfsburg (Scholl, Jancker, Kuffour / Reyna, Dammeier). So überwintern die Pfälzer mit Trainer Otto Rehhagel auf Platz 1. Hinter den beiden Top-Vereinen demütigt der Tabellenvierte Bayer Leverkusen den vor ihm platzierten VfB Stuttgart – 6:1 heisst es am Ende (Beinlich 2, Rink 2, Lehnhoff, Heintze / Bobic). Der Tabellenfünfte Schalke 04 kommt dank seines Keepers im Derby bei Borussia Dortmund noch zu einem Punktgewinn. In der 90. Minute trifft Jens Lehmann per Kopf zum 2:2-Ausgleich (weitere Treffer: Klujew für Schalke, But und Möller für den BVB). Auf einem tollen Platz 6 rangiert Hansa Rostock, nachdem man im Hanse-Derby den HSV auf dessen Platz mit 1:0 bezwingt (Sergej Barbarez, 13. Minute). Die Hamburger fallen von 14 auf 16 und müssen sich damit nun für mindestens 5 Wochen gar auf einem Abstiegsplatz einrichten. Dahinter liegen noch der VfL Bochum (0:2 in Duisburg, zweimal Salou) und der 1.FC Köln.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
In Leipzigs Messehalle 7 findet vor 3.500 Zuschauern das Hallenturnier statt. Organisationschef Rudi Glöckner: „Wir hätten gut und gern das Dreifache an Eintrittskarten verkaufen können, so gross ist die Nachfrage für diese attraktive Veranstaltung.“ Fünf Oberliga-Mannschaften spielen jeder gegen jeden. Die letzte Partie kommt einem Endspiel gleich, Dynamo Dresden muss gegen Lok Leipzig mit 2 Toren Differenz gewinnen, um Turniersieger zu werden. Und tatsächlich gelingt dies den Dynamos (4:2), sie siegen somit vor Lok, Rot-Weiß Erfurt, Wismut Aue und dem 1.FC Magdeburg. Bester Torschütze wird Jürgen Heun (Erfurt) mit 7 Treffern. In Karl-Marx-Stadt siegt ebenfalls Dynamo Dresden, vor FCK II, Stahl Riesa, Rotation Berlin und dem FCK. Torsten Gütschow (Dresden) wird bester Torjäger mit 11 Treffern.
Bei der Wahl der Sportler des Jahres der DDR siegen bei den Männern Torsten Voss vor Thomas Schönlebe und Uwe Ampler, bei den Frauen Silke Möller-Gladisch vor Heike Drechsler und Katarina Witt und bei den Mannschaften die Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen vor der Friedensfahrt-Mannschaft und dem EC-Finalisten Lok Leipzig.
World Soccer, das englische Monatsmagazin, kürt zu bestem Spieler, Trainer und Mannschaft des Jahres: Ruud Gullit (PSV Eindhoven / AC Mailand) vor Diego Maradona (SSC Neapel) und Marco van Basten (Ajax Amsterdam / AC Mailand), Johann Cruijff (Ajax Amsterdam) vor Udo Lattek (Bayern München / 1.FC Köln) und Leo Beenhakker (Real Madrid) sowie den FC Porto vor Ajax Amsterdam, Real Madrid, dem FC Bayern München und der UdSSR-Nationalelf.
Am 17. Dezember 1987 verstirbt der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Verbandes der DDR, Karl Zimmermann, im Alter von 55 Jahren nach schwerer Krankheit.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Halbserienmeister der DDR-Oberliga wird der 1.FC Magdeburg nach einem 2:0-Erfolg bei Lok Leipzig (Sparwasser und Pommerenke). Jürgen Pommerenke erhält von der fuwo die Fast-Bestnote 9. Ein Punkt beträgt der Vorsprung auf Vorjahresmeister Dynamo Dresden, der den FC Vorwärts Frankfurt(Oder) mit 1:0 besiegt (M. Müller per Foulelfer). Die Frankfurter stehen damit auf Abstiegsplatz 13. Letzter ist Neuling Wismut Gera, der beim 0:2 bei Union Berlin (Heine und R. Rohde) im 13. Spiel seine neunte Niederlage kassiert.
Die Hinspiele des FDGB-Pokal-Viertelfinales gehen so aus: Dynamo Dresden – Motor Werdau 5:1 (Dörner 2, Sachse, Kotte, M. Müller / Hoyer), Vorwärts Stralsund – BFC Dynamo 0:4 (Riediger 2, Pelka, Labes), Rot-Weiß Erfurt – Chemie Buna Schkopau 4:0 (Krebs 2, Göpel, Hornik), 1.FC Magdeburg – Vorwärts Frankfurt 2:0 (Streich, Sparwasser).
Ich wünsche Euch frohe Festtage!
Mein letzter Beitrag im Jahr 2007:
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Beim Berliner Hallenturnier setzen sich in den zwei Vorrundengruppen die Oberligaklubs BFC Dynamo und Union Berlin durch. Im Endspiel behält dann der BFC mit 7:3 die Oberhand. Das Spiel um Platz 3 gewinnt Rotation Berlin mit 3:1 gegen Bergmann Borsig Berlin.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Im Viertelfinale des 27. FDGB-Pokalwettbewerbs setzen sich die Favoriten durch. Motor Werdau unterliegt Dynamo Dresden 0:3 (Weber 2, Kotte). Der BFC Dynamo schlägt Vorwärts Stralsund 3:0 (Labes, Netz, Helms). Der 1.FC Magdeburg siegt bei Vorwärts Frankfurt/Oder 3:1 (Mewes, Streich, Steinbach / Probst). Die Partie Chemie Buna Schkopau gegen Rot-Weiß Erfurt wird wegen dichtem Nebels nach 16 Minuten abgebrochen. Das Hinspiel gewann Erfurt 4:0, der vierte Halbfinalist steht also praktisch auch schon fest.
Das Berliner Hallenturnier gewinnt der BFC Dynamo, der in allen 4 Spielen siegreich bleibt: 1. BFC Dynamo 8:0 Punkte, 2. Rotation Berlin 4:4, 3. Union Berlin 4:4, 4. Einheit Pankow 4:4, 5. Bergmann Borsig Berlin 0:8.
BRD-Bundesligist FC Schalke 04, nach 19 Spieltagen nur Zehnter in der Tabelle, trennt sich von Trainer Friedel Rausch. Sein Nachfolger wird Uli Maslo.
Hartmut Neef
02.01.2008, 18:02
Ein phantastiker Kalender von Chemie Leipzig hängt bei meinem persönlichen Chemiealtar. Leider sind die tollen Spielszenen ohne Erläuterung. Manche weiß ich selbst, nur weiß wer alle, ich würde mich sehr freuen ein Puzzles zu lösen, danke. Der Kalender ist aktuell von Soccer.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Messehalle 1 ist Schauplatz des Leipziger Hallenturnieres am 2. und 3. Januar 1998, an dem neben den beiden klassenhöchsten Leipziger Vereinen 6 weitere Mannschaften teilnehmen. Zum Abschneiden des FC Sachsen berichtet die LVZ in ihrer Montagsausgabe:
„Die Leutzscher Kicker samt stimmgewaltigem Anhang hatten mit dem Finaleinzug geliebäugelt: Kein Wunder, denn in den Gruppenspielen fegten die Hammermüller und Co. alles vom quarzsandhaltigen Kunststoffbelag, was sich ihnen in den Weg stellte. „Wir können nur über unsere kämpferischen Qualitäten mithalten, und das ist uns in den Gruppenspielen glänzend gelungen“, lobte Co-Trainer Frank Rohde das erfolgreiche Auftreten seiner Spieler gegen die höherklassigen Kontrahenten Fortuna Düsseldorf (2:1), 1.FC Köln (2:1) und FSV Zwickau (4:2). Diese Erfolgsserie wurde erst im Halbfinale von den sich enorm steigernden Bremern gestoppt. „Uns fehlte einfach die Kraft und Frische, um gegen den Bundesligisten entscheidend gegenzuhalten“, ärgerte sich Kapitän Steffen Hammermüller über die hohe 1:5-Niederlage gegen den späteren Turniersieger. Damit war die Mini-Chance des möglichen Finaleinzuges vertan, worauf Präsident Thomas Till gehofft hatte. „Schade, daß uns ausgerechnet ein Leipziger den Weg zum Weiterkommen versperrte“, zeigte Hammermüller Respekt vor der herausragenden Torwartleistung des nun in Bremer Diensten haltenden Keepers Frank Rost, der tolle Paraden bot. Die Gelegenheit, wenigstens finanziell zuzulegen, wurde dann auch noch im „kleinen Finale“ gegen Ortsrivale VfB vertan. Nach dem 1:4 im brisanten Stadt-Duell mit allerhand Nickligkeiten – zum Glück nur auf dem Platz – gab´s zu den 20.000 Mark Startgeld ein Preisgeld von 10.000 Mark. „Das war ein Spiel um die goldene Ananas“, wollte Till dem Ortsderby in der Halle die Brisanz nehmen. „Aber gewinnen wollen wir immer. Uns fehlte dabei einfach die Power, denn das ist unsere einzige Chance, hier etwas zu bewirken“, meinte Rohde und lobte zugleich das Team: „Wir waren krasser Außenseiter, konnten aber gegen höherklassige Konkurrenten zur Belebung des Turnierverlaufes beitragen. Die Jungs haben´s gut gemacht.“ Kapitän Hammermüller „moserte“ noch einige Zeit über die Schiedsrichterleistungen am Sonnabend, hatte sich aber bald beruhigt. „Es war einfach nicht mehr die Frische da, wovon wir am ersten Tag zehren konnten“, war ihm die Enttäuschung anzumerken, die Überraschungstaten nicht fortgesetzt zu haben. Zumal auch Shala mit Oberschenkel-Verhärtung ausfiel. „Aber es hat riesigen Spaß gemacht, vor dieser Kulisse Fußball zu spielen“, war er sich mit seinen Mannschaftskameraden über das tolle Publikum einig. „Wir liegen 0:5 gegen Bremen zurück, da erschallen „Hoch soll´n sie leben!“-Rufe von den eigenen Fans. Und als Filipovic den Ehrentreffer zwei Minuten vor Schluß macht, dann singen die „So ein Tag, so wunderschön wie heute!“, glaubt der Kapitän, die Leutzscher Anhänger nicht enttäuscht zu haben.“
Gruppe B: 1.FC Köln – FSV Zwickau 2:3 (Cichon, Tretschok / Hermel 2, Viertel), Fortuna Düsseldorf – FC Sachsen 1:2 (0:1 Golowan, 1:1 Rietpietsch, 1:2 Filipovic), FSV Zwickau – Fortuna Düsseldorf 2:4 (Viertel, Günther / Niestroj, Judt, Rietpietsch, Eigentor Lense), FC Sachsen – 1.FC Köln 2:1 (1:0 Rietschel, 1:1 Thiam, 2:1 Golowan), 1.FC Köln – Fortuna Düsseldorf 5:4 (Tretschok 2, Thiam 2, Azizi / Zedi 2, Istenic 2), FC Sachsen – FSV Zwickau 4:2 (1:0 Hammermüller, 2:0 Rietschel, 2:1 Danielsson, 3:1 Hammermüller, 4:1 Hammermüller, 4:2 Viertel). Tabelle: 1. FC Sachsen 9 Punkte, 8:4 Tore, 2. Düsseldorf 3, 9:9, 3. Köln 3, 8:9, 4. Zwickau 3, 7:10.
Halbfinals: Fortuna Düsseldorf – VfB Leipzig 3:2 (Zedi, Niestroj, Rietpietsch / Bancic, Mehlhorn), Werder Bremen – FC Sachsen 5:1 (Brand 3, Schierenbeck, Barten / Filipovic).
Spiel um Platz 3: VfB Leipzig – FC Sachsen 4:1 (1:0 Fuchs, 1:1 Lucic, 2:1 Mehlhorn, 3:1 Wulftange, 4:1 Fuchs).
Finale: Werder Bremen – Fortuna Düsseldorf 5:3 (Brand 2, Frings 2, Wicky / Rietpietsch 3).
Bester Spieler und bester Torschütze: Christian Brand (Werder Bremen) mit 8 Toren. Bester Torhüter: Gunnar Grundmann (VfB Leipzig).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Sieger des Hallenturniers in der Leipziger Messehalle 7 wird zum dritten Mal die BSG Chemie Böhlen. Dahinter: 2. 1.FC Lok Nachwuchs, 3. Chemie Leipzig, 4. Motor Schmölln, 5. TSG Markkleeberg.
Beim Bremer Hallenturnier ist mit dem FC Karl-Marx-Stadt auch ein Verein aus der DDR dabei und schlägt sich achtbar. In der Vorrunde gibt es ein 6:6 gegen Hannover 96 und ein 3:3 gegen Dynamo Tbilissi. Das Halbfinale gegen den Gastgeber Werder Bremen wird 4:5 nach Verlängerung verloren. Im Spiel um Platz 3 wiederum gegen Hannover 96 setzt man sich dann mit 9:4 durch. Turniersieger wird Blau-Weiß (West-) Berlin durch ein 6:3 nach Verlängerung über Werder Bremen.
Der DFV der DDR teilt mit, dass ab 1. Januar 1988 Carsten Heine verantwortlicher Trainer des 1.FC Union Berlin ist. Er beerbt Karl Schäffner.
Ruud Gullit wird Europas Fußballer des Jahres 1987. Die Umfrage des französischen Sportmagazins „France Football“ sieht den Holländer in Diensten des AC Mailand vor Paolo Futre (Portugal / Atletico Madrid), Emilio Butragueno (Spanien / Real Madrid), Miguel Michel (Spanien / Real Madrid) und Gary Lineker (England / FC Barcelona). Bester Deutscher ist Klaus Allofs (Olympique Marseille) auf Platz 10.
Die Fuwo vom 5. Januar 1988 enthält einen Leserbrief von Rainer Hille aus Leipzig: „Die Sektion Freizeitsport der BSG Chemie Leipzig und das Sportmuseum Leipzig veranstalten auch 1988 wieder eine große Sportsouvenir-Tauschbörse, auf der alle Arten von Sportsouvenirs wie Nadeln, Wimpel, Gläser, Programme, Autogramme, Fotos u.a. getauscht werden können. Zu der Veranstaltung am Sonntag, dem 24. Januar, von 9.00 bis 13.00 Uhr im Saal des Leipziger Sportforums werden auch wieder Sammler aus der CSSR, Polen und Bulgarien erwartet. Bereits am Vortag sind die im DTSB der DDR organisierten Sammler beim Hallenfußball aktiv, wofür acht Mannschaften ihre Meldung abgegeben haben. Und am Abend wird dann das Tanzbein geschwungen.“
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Das Leipziger Hallenturnier gewinnt Aktivist Espenhain mit 7:1 Punkten vor Chemie Leipzig (6.2), Aktivist Borna (4:4), Motor Schmölln (3:5) und Fortschritt West Leipzig (0:8).
Europas Fußballer des Jahres 1977 wird der Däne Allan Simonsen, der bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht, vor Kevin Keegan (Hamburger SV) und Michel Platini (FC Nancy). Klaus Fischer (Schalke) wird Sechster.
Paxelander
06.01.2008, 22:07
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Messehalle 1 ist Schauplatz des Leipziger Hallenturnieres am 2. und 3. Januar 1998, an dem neben den beiden klassenhöchsten Leipziger Vereinen 6 weitere Mannschaften teilnehmen.
Diese Rubrik ist doch immer wieder lesenswert. Beim Lesen habe ich mich dann auch gleich an den legendären Führungstreffer gegen Köln erinnert, der eigentlich nur durch einen denkbar ungünstigen Wechsel der Kölner zustande kam. Unvergessen auch die Stimmung in den grün-weißen Blöcken, die angeblich Michael Kölmel so beeindruckt hat, dass er wenig später bei Chemie eingestiegen ist. Gibt es für diese Anekdote eigentlich Belege in der Presse?
Getoppt wurde dieses Turnier (in meiner persönliche Hitliste) nur noch durch den Sieg beim Erfurt-Cup 2000 an einem verschneiten Mittwoch Abend. Ich bin aus Ilmenau über Tiefschnee-Straßen nach Erfurt geschlittert um mir eine B-Mannschaft anzuschauen, die einen polnischen Erstligisten und Jena/Erfurt in Grund&Boden gespielt hat. Bei einem Turnier-Gewinnspiel hatte natürlich keiner der hasserfüllten Thüringer auf Chemie gesetzt - mit dem Ergebnis, dass ein halbes Dutzend Preise sämtlich an Chemiker vergeben wurden. Im letzten Spiel - mit einem Sieg hätte Jena im Spiel gegen Chemie Erfurt zum Sieg schießen können - gipfelte der Hass gegen Chemie in Support der Erfurter für Jena. Peinlich für die Putzis, grandios für die etwa 50 Chemiker, die damals die Erfurter Messehalle gerockt haben.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Regionalliga Nordost trägt 3 Nachholspiele vom 17. Spieltag aus. Beim Duell Zweiter gegen Vierter in Leutzsch zwischen dem FC Sachsen Leipzig und Dynamo Dresden ist der grosse Gewinner Tabellenführer Tennis Borussia Berlin, denn die Verfolger trennen sich 2:2. Eberhard Schmiedel berichtet für die LVZ:
„Leipzig. So richtig zufrieden über den Ausgang des Sachsen-Derbys ist nur Spitzenreiter Tennis Borussia, denn der Vorsprung gegenüber dem Zweiten FC Sachsen Leipzig beträgt nun bereits elf Zähler. Nach der Punkteteilung beim 2:2 zwischen den Leutzschern und Dynamo Dresden, dem jetzigen Dritten, sollte das eigentlich bis Saisonende reichen. Dennoch dürfte der Kampf um Platz zwei nicht sinnlos sein, denn der souveräne Berliner Tabellenführer bedarf auch erst einmal der DFB-Lizenz. Und die bekommt man nur, wenn man mindestens zwölf gebürtige deutsche Aktive aufweisen kann – beim Berliner Hallenturnier waren ganze drei im TeBe-Einsatz. „Unsere Fans würden uns steinigen, wenn wir nicht versuchten, alle Möglichkeiten zu nutzen“, begründet Carsten Sänger den Lizenzantrag des FC Sachsen. Und er legte noch eins drauf: „Nächste Saison müssen wir sowieso aufsteigen.“ Der Spielertrainer der Leutzscher konnte sich im Sachsen-Duell voll auf seine Aufgabe am Rand konzentrieren. Eine Knieverletzung, die zur Operation führen könnte, zwang ihn dazu. Lucic, sein Vertreter auf dem Liberoposten, machte seine Sache ordentlich. Aber Torwart Sejna ließ Sänger zweimal fast verzweifeln, als er Rückgaben mit der Hand aufnahm. Zum Glück für die Gastgeber verliefen die Freistöße aus jeweils fünf Metern glimpflich. Dennoch mußte der FC Sachsen einem Rückstand nachjagen. Hanke hatte seinen Kapitän Milde freigespielt – und da alle Gastgeber auf den Abseitspfiff warteten, konnte der in aller Ruhe einschieben. „Schlitzohr“ Filipovic besorgte knapp zehn Minuten später den Ausgleich. Da kam das Spiel der Gastgeber besser auf Touren, erst recht nach der Pausen-Standpauke von Sänger und Co-Trainer Rohde. Da kam mehr zustande als nur Fernschuß-Versuche. Shala wurde immer munterer, auch weil er im Mittelfeld von Kapitän Hammermüller beim Regelführen unterstützt wurde. Applaus dankte Shala beim Abgang kurz vor Schluß für eine ordentliche Leistung. „Top-Form hat er noch nicht wieder, aber die hatten andere auch nicht“, schätzte Trainer Sänger die Leistung seiner Spieler ein. Die Dresdner blieben dank ihrer beiden schnellen Spitzen stets gefährlich, ließen den Ball geschickt laufen und blieben immer gefährlich, da das Mittelfeld schnell überbrückt werden konnte. Als Ziffert per Kopf (nach Hanke-Rückköpfler) die 2:1-Führung erzielte, war für viele der 4819 Zuschauer der Heim-Sieg sicher. Doch Manndecker Reckmann blieb nach Binke-Eckball von Müller sträflich ungedeckt, konnte so zehn Minuten vor Schluß zum Remis einköpfen. „Wir haben nie aufgesteckt, haben verdient einen Punkt erkämpft“, registrierte Gäste-Trainer Hartmut Schade eine „moralisch intakte Truppe“. Die hatte durch Terjek in der Schlußminute eine große Konterchance, doch er verzog knapp. Schade nur, daß die Partie unter dem Feuerwerk litt, das im Dynamo-Fanblock veranstaltet wurde. Da war die Idee allemal harmloser, über Nacht die Fußballtore gelb-schwarz zu „verzieren“. Davon war aber beim Anpfiff nichts mehr zu sehen. Was blieb, war der Eindruck einer gutklassigen Regionalliga-Partie.“
FC Sachsen: Sejna – Lucic – Ziffert, Virag – Hammermüller, Shala (83. Kaiser), Rietschel, Müller, Vishniauskas – Golowan, Filipovic.
Dynamo Dresden: Köhler – Jelen – Reckmann, Schmidt (53. Kirsten) – Bernhardt, Binke, Großmann, Kaiser, Schönfeld – Milde, Hanke (70. Terjek).
Tore: 0:1 Milde (25.), 1:1 Filipovic (34.), 2:1 Ziffert (61.), 2:2 Reckmann (80.), SR: Keßler (Jena), Z.: 4819.
Der Chemnitzer FC bezwingt Lok/Altmark Stendal 3:1 (Ullmann 2, Bittermann / Hoffmann). Stendal ist am Ende nur noch zu neunt. Rot-Weiß Erfurt schlägt den Spandauer SV 5:1 (Koslow 2, Nagy 2, Treitl / Klöden).
Die Tabelle ist somit gerade gerückt, alle Vereine haben 18 Partien hinter sich:
1. Tennis Borussia Berlin 50 Punkte, 47:3 Tore
2. FC Sachsen 39, 41:12
3. Dynamo Dresden 34, 32:18
4. Union Berlin 34, 26:13
5. Eisenhüttenstadt 33, 39:30
6. Chemnitzer FC 31, 31:14
7. Erzgebirge Aue 31, 26:23
8. Erfurt, 9. Plauen, 10. Stendal, 11. Magdeburg, 12. FC Berlin, 13. Zehlendorf, 14. Nordhausen, 15. Spandau, 16. Babelsberg, 17. Reinickendorf, 18. Hansa Rostock Amateure.
In den anderen Regionalligen liegen auf Platz 1: Eintracht Braunschweig (Nord), Rot-Weiß Oberhausen vor dem FC Homburg (West) und der SSV Ulm vor Borussia Fulda (Süd).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Chemie Leipzig gewinnt ein Freundschaftsspiel bei Lok Saalfeld 4:1.
Die DDR-Nationalelf verliert bei einem Vierer-Turnier in Las Palmas beide Spiele. Einem 1:4 gegen Schweden (Thom / Thern 2, Truedsson, Rehn) folgt ein 0:1 gegen die CSSR (Hasek). Die DDR wird damit Vierter.
Die Fuwo vom 19. Januar 1988 meldet: „Die Anwesenheit einer Altherrenmannschaft des 1.FC Magdeburg zu einem Turnier in Saarbrücken benutzten sportfeindliche Kräfte zur Abwerbung von Jürgen Sparwasser, der seine Mannschaft verriet. Solche Machenschaften belasten den Sportverkehr zwischen dem DTSB der DDR und dem DSB und sind einer Weiterentwicklung nicht dienlich.“
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Die Fuwo vom 17. Januar 1977 beschäftigt sich mit der Liga Staffel C:
„Einen erklärten Favoriten auf den Staffelsieg gibt es im Gegensatz zu früheren Jahren in der Staffel C diesmal nicht, dafür aber drei Mannschaften, deren Ziel dieser Enderfolg ist: Buna, Leipzig und Eisleben. … Was Chemie Leipzig betrifft, so ist die Elf von der früheren Ausgeglichenheit ein ganzes Stück entfernt. Dabei konnte die Mannschaft spielerisch meist überzeugen, aber – so Übungsleiter Karl Schäffner – ihrem Spiel mangelt es an der einst so erstaunlichen Gefährlichkeit. Drei, vier Chancen verstreichen, ehe ein Treffer gelingt. Und auch die Einbeziehung der Abwehrspieler in den Angriff ist noch zu gering. Die Heimbilanz (13:1 Punkte / 16:2 Tore) und die Auswärtszahlen (5:9 / 5:9) zeigen die Schwäche klar auf. Fünf bei Neulingen verlorene Punkte fehlen eben. … Es hat im Abschnitt der ersten 14 Spiele schon Riesenüberraschungen gegeben (man denke nur an Schönebeck – Leipzig 4:2), so daß es nicht ganz unwahrscheinlich ist, daß nicht nur die Spiele der Spitzenmannschaften gegeneinander entscheiden. Zu Wort könnten sich auch die melden, denen man das nicht recht zutraut.“
Unter „Punkt für Punkt“ (Statistik): „Stärksten Zuschauerzuspruch hatte die Partie Chemie Leipzig gegen Stahl Thale mit 4.500 Besuchern, 300 Zuschauer bei Eisleben – Premnitz waren das Minimum. Souveräner Spitzenreiter insgesamt ist Leipzig mit 43.450 (H: 24.700/A:18.750). Es folgen Blankenburg mit 31.200 (H: 17.300/A: 13.900), Wernigerode mit 29.800 (H: 15.700/A: 14.100) und Thale mit 28.500 (H: 14.600 /A: 13.900). Als beste Spieler wurden Hoppe (Wernigerode) und Möhring (Premnitz) je 7mal hervorgehoben. Mit 6 Nennungen: Habekuß, B. Koch (beide Buna), Baum, Graul (beide Leipzig), Stamm (Eisleben), G. Thiele (Schönebeck), Wolframm (Brandenburg) und Kubern (Wolfen).“
Im Teatro San Martin in Buenos Aires werden die Gruppen der WM-Endrunde 1978 in Argentinien ausgelost:
Gruppe I: Argentinien, Ungarn, Frankreich, Italien
Gruppe II: Polen, BRD, Tunesien, Mexiko
Gruppe III: Österreich, Spanien, Schweden, Brasilien
Gruppe IV: Niederlande, Iran, Peru, Schottland
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Nach einem 4:0-Auswärtssieg in Magdeburg ist der FC Sachsen-(Co)-Trainer dennoch unzufrieden...
So liest sich der LVZ-Bericht von Uwe Tiedemann:
„Magdeburg. Mit einem 4:0 (1:0) beim Aufsteiger 1.FC Magdeburg feierte der FC Sachsen Leipzig seinen höchsten Auswärtssieg der laufenden Regionalliga-Saison. Allerdings fiel der Erfolg deutlich zu hoch aus. Das sah auch Frank Rohde so: „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, nicht aber mit der Art und Weise. Das war teilweise sogar katastrophal“, fand der Co-Trainer recht drastische Worte. Nur seinen Stürmer Oleg Golowan bezog Rohde in die Kritik nicht mit ein. Im Gegenteil. „Eine Superleistung“, attestierte der Coach. Verständlich, erzielte der Russe doch allein drei der vier Treffer. „Das ist wirklich schon verdammt lange her, daß ich mal drei Tore in einem Spiel gemacht habe. Ich weiß es nicht mehr genau. Ich glaube, während meiner Brandenburger Zeit war´s“, so Golowan, der wie sein Trainer den Sieg nicht überbewerten wollte, sondern vielmehr auf die Probleme seiner Elf zu Beginn der zweiten Halbzeit verwies: „Bei so viel Unordnung haben wir ´ne Menge Dusel gehabt.“ In der Tat hatten die Sachsen – im ersten Abschnitt nach der schnellen Führung durch Golowan (4.) die routiniertere, die variablere Elf – mehrfach Glück. Der FCM war wie verwandelt aus der Kabine gekommen, spielte nun wesentlich aggressiver. Der Ausgleich lag mehrfach in der Luft. Doch entweder parierte Keeper Sejna (50./71.) oder Shala (62.) bzw. Hammermüller (75.) retteten auf der Linie. Und als das Leder tatsächlich im Gäste-Tor lag, erkannte der Unparteiische bei Hähnges Treffer zu Recht auf Abseits (53.). Daß der Tabellenzweite am Ende doch noch klar auf die Siegerstraße geriet, lag in erster Linie am überraschenden 0:2, als nach einem Konter der eingewechselte Kaiser und Magdeburgs Wojcik den Ball quasi in Co-Produktion gemeinsam über die Linie bugsierten (77.). Danach stellte gegen einen nunmehr resignierenden FCM noch zweimal Golowan seine Klasse unter Beweis. Vor allem das 0:3 war eine Augenweide, als er fast von der Torlinie aus den Ball über Schlußmann Mischok ins lange Eck lupfte (79.). Bei aller Freude über den Erfolg – Rohde holte seine Spieler schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: „Den Sieg sollen sie feiern. Das haben sie sich verdient. Aber im Hinblick auf höhere Ziele liegen bei uns Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander. Wir müssen noch reichlich Prozente zulegen. Und das heißt arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten.“ Kapitän Steffen Hammermüller hat diese höheren Ziele, sprich Aufstieg, längst nicht abgeschrieben: „Elf Punkte gegenüber einer Mannschaft wie TeBe aufzuholen ist sicherlich Utopie. Aber vielleicht passiert ja in Berlin noch etwas. Und das liegt nicht unbedingt im sportlichen Bereich…“, spekuliert Hammermüller offenbar auf TeBe-Schwierigkeiten mit dem Lizenzantrag für die Zweite Liga.“
Magdeburg: Mischok – Lieberam – Egler, Wojcik, Maltritz, Sandmann, Kretzschmar, Hähnge (69. Lenze), Hetmanski, Zarczynski, Ortlieb (69. Fuchs).
FC Sachsen: Sejna – Lucic – Ziffert, Vishniauskas, Virag, Rietschel, Shala, Hammermüller, Filipovic (59. Kaiser), Golowan, Müller.
Tore: 0:1 Golowan (4.), 0:2 Kaiser (78.), 0:3 Golowan (79.), 0:4 Golowan (81.), SR: Kruse (Bischofferode), Z.: 1942.
Selbst bei Dynamo Dresden siegt Spitzenreiter Tennis Borussia sicher mit 3:0 (Aracic, Copado und Eigentor Bernhardt). 5.750 Zuschauer sehen, wie die Dynamo-Elf dabei bis zur 90. Minute auf 9 Mann schrumpft (Platzverweise gegen Reckmann und Milde). Dritter hinter TeBe und dem FC Sachsen ist nun wieder Eisenhüttenstadt, das 2:1 bei den Amateuren von Hansa Rostock siegt (Weber, Klenge / Röver). Der Vierte Union Berlin spielt in Babelsberg nur 0:0 und verliert Bergner nach 86 Minuten mit Gelb-Rot. Auch Demiray fliegt vom Feld, schon nach 25 Minuten ist für ihn Feierabend bei der Partie Reinickendorf gegen Chemnitz (0:1). Jeweils ein Tor steuern Schiemann und Eidtner bei zum 4:2 des Spandauer SV über den VFC Plauen.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
In der Fuwo vom 26. Januar 1986 wird die Hinrunde der Liga Staffel B analysiert. Einige Auszüge aus dem Text von Jens Mende: „Wer bedrängt Zwickau? Auf diese Frage läßt sich das Geschehen an der Staffelspitze zusammenfassen. Für den bereits respektablen Vorsprung von vier Punkten ist vor allem die gewachsene Auswärtsstärke der Trabantbauer verantwortlich. 12:4 Punkte stehen da aus der Hinrunde zu Buche, zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 5:11! „Zurückführen muß man dies besonders auf größeres Selbstvertrauen“, so Sachsenring-Trainer Jürgen Croy. Einen zweiten Qualitätssprung sieht der Ex-Auswahlschlußmann in der Offensivwirkung. 43 erzielte Treffer (im Vorjahr 28) sind klar Liga-Spitze! Mit Andreas Bielau (14 Saisontreffer) besitzt Zwickau wieder einen Torschützen vom Dienst. „Aber es ist erst Halbzeit“, warnt Jürgen Croy all diejenigen, die seine Elf schon sicher in der Oberliga sehen. „Und – wenn auch nicht laut verkündet – andere haben dieses Ziel ebenfalls noch im Auge.“ Croy denkt da wohl zuerst an Chemie Leipzig. Die Leutzscher fanden mit neuem Trainer zu alten Tugenden zurück. Das 1:1 am letzten Hinrundenspieltag zeigte deutlich ihre gewachsene Stärke. Auch Vorwärts Dessau (ebenfalls von der „A“ in die „B“ gewechselt) mit der besten Liga-Abwehr und Oberligaabsteiger Fortschritt Bischofswerda sind sicher noch zu beachten.“
Ein Blick auf die Tabelle nach 17 von 34 Partien:
1.Sachsenring Zwickau 27:7 Punkte, 43:19 Tore, 2. Stahl Thale 23:11, 28:19, 3. Chemie Leipzig 23:11, 22:15, 4. Dynamo Dresden II 21:13, 26:15, 5. Vorwärts Dessau 21:13, 20:9, 6. Fortschritt Bischofswerda 21:13, 27:21, … 12. TSG Markkleeberg 26:19, 18:24, 13. Motor Grimma 15:19, 13:20, 14. Chemie Böhlen 14:20, 20:22…
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
In Testspielen unterliegt Chemie Leipzig beim BFC Dynamo 1:2 und bezwingt die ISG Schwerin-Süd mit 4:1.
Im Züricher Hotel „Atlantis“ wird die Auslosung der Viertelfinalspiele der europäischen Cupspiele vorgenommen. Es ergeben sich diese Paarungen:
Landesmeister: Wacker Innsbruck – Borussia Mönchengladbach, Ajax Amsterdam – Juventus Turin, Benfica Lissabon – FC Liverpool, FC Brügge – Atletico Madrid, Pokalsieger: Betis Sevilla – Dynamo Moskau, Velje BK – FC Twente/Enschede, FC Porto – RSC Anderlecht, Austria/Wacker Wien – Hajduk Split, UEFA-Cup: 1.FC Magdeburg – PSV Eindhoven, SEC Bastia – Carl Zeiss Jena, Aston Villa – FC Barcelona, Eintracht Frankfurt – Grasshoppers Zürich.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Im Programmheft richtet Frank Rohde noch als neuer Geschäftsführer sein Grusswort an die Zuschauer, beim Punktspiel gegen Union Berlin gibt er dann bereits als neuer Cheftrainer seinen (verkorksten) Einstand. Die Berliner stehen mit 5 Mio. DM Schulden (davon ca. 500 TDM kurzfristig) am Rande des Konkurses. Auf Schneeboden fügen sie dem FC Sachsen die erste Heimniederlage zu. Für die LVZ ist Eberhard Schmiedel dabei:
„Leipzig. Erstmals durfte Frank Rohde als Chef-Trainer beim FC Sachsen ran – erstmals gab´s eine Heimniederlage in dieser Saison. „Überall, wo ich bisher antrat, habe ich zuerst verloren“, meinte er danach trocken. „Doch mich ärgert viel mehr, wie wir die Punkte abgaben. Ohne Spielorganisation, ohne Sicherheit, ja ohne Herz sind wir hier vor eigenem Publikum aufgetreten“, richtete er Vorwürfe an jene Aktive, die er bisher gemeinsam mit Spielertrainer Carsten Sänger führte. Nun ist er seit Sonnabend alleiniger Chef und gleichzeitig Geschäftsführer. „Wobei ich ihn dabei unterstützen werde“, steht ihm Präsident Thomas Till bei. Der Vorstand hatte Sänger gebeten, sich für eine Funktion zu entscheiden – und der bisherige Spielertrainer und Libero entschied sich für den Platz in der Abwehr. „Ich habe hier einen Vertrag bis 1999, den ich natürlich erfülle“, meinte der verletzte Abwehrorganisator. Der Platz für Rohde war damit frei. „Wir waren zufrieden mit Herrn Sängers Arbeit. Aber wir wollen bereits jetzt die Weichen stellen für die kommende Saison“, erklärte Till den Handlungsbedarf. Denn in der kommenden Saison soll es aufwärts gehen, will der FC Sachsen in den bezahlten Fußball. „Doch so wie wir heute auftraten, wird daraus nichts“, weiß Rohde. „Wenn jemand nicht mitziehen will, bekommt er Probleme mit mir“, kündigte er angesichts der bescheidenen Vorstellung Konsequenzen an. Dabei war anfangs alles günstig gelaufen. Die ersten zwanzig Minuten zeigten die Gastgeber, wer Platzherr war. Schnell und sicher wurde gespielt, Hammermüller (1.) und Vishniauskas (3.) verfehlten per Kopf nur knapp die Führung. Die Gäste kamen erstmals in der 25. Minute gefährlich vor´s Tor, und kurz vor der Pause glückte Shala sein langersehnter Treffer (43.). In diesem Moment war er glückselig – aber am Ende schlich er betrübt mit seinen Mannschaftskameraden vom Platz. Denn nicht die Leutzscher kamen selbstbewußt und voller Tatendrang aus der Kabine, es waren die Berliner, die nun kreuzgefährlich aufspielten. Auf Schneeboden taten sie das einzig richtige: Sie machten den Ball zum schnellsten Mitspieler, spielten direkt und ohne Schnörkel. Beim FC Sachsen dagegen schlichen sich viele Abspielfehler ein, wollten fast alle spielen statt zu kämpfen. Bei aller Feldüberlegenheit – die bessere Klinge schlugen die Gäste, darunter sogar einige aus der A-Jugend. Libero Lucic bekam zunehmend Probleme bei der Organisation der Abwehr, und das Mittelfeld wurde sich zwischen Angriff und Abwehr nie einig. „Wir wollten von den Außen gefährlich werden“, skizzierte Kapitän Hammermüller die Vorhaben, was nur beim ersten Treffer gelang. Doch im zentralen Mittelfeld gab´s kaum Ideen: Shala war Angriffsspitze neben dem blassen Golowan, Müller, Vishniauskas und Kaiser rieben sich in Zweikämpfen gegen die disziplinierte Gäste-Abwehr immer wieder auf. „Diese erste Heimniederlage deutete sich bereits nach dem Magdeburg-Spiel an. Obwohl wir 4:0 gewannen, hätten wir verlieren können“, ist Trainer Rohde Realist. Doch selbst wenn er eine harte Gangart durchsetzt, über Nacht wird der vermutete Schlendrian aus der Mannschaft nicht zu verscheuchen sein.“
FC Sachsen: Sejna – Lucic – Ziffert, Rietschel – Hammermüller, Vishniauskas (76. Baum), Virag (71. Gerloff), Kaiser, R. Müller - Shala, Golowan.
Union: Kosche – G. Müller – Nikol, Schultze – Petzold, Schneider, Bergner, Wendt, Küntzel (84. Berisha) – Petrowsky, Novacic (75. Froese).
Tore: 1:0 Shala (43.), 1:1 Novacic (54.), 1:2 Petrowsky (62.), 1:3 Küntzel (83.), 2:3 Golowan (87.), SR: Weber (Eisenach), Z.: 2068.
3 Partien fallen aus u.a. die des Spitzenreiters Tennis Borussia gegen den FC Berlin. Der Dritte Eisenhüttenstadt rückt durch einen 2:1-Sieg über Erzgebirge Aue (Klenge 2 / Stojko) näher an den FC Sachsen heran. Rot-Weiß Erfurt schlägt den 1.FC Magdeburg deutlich mit 5:0 (Koslov 2, Schönberg, Scheller, Nowak).
In der 1. Bundesliga schrumpft der Vorsprung des 1.FC Kaiserslautern (1:1 auf Schalke – Hristow / van Hoogdalem) auf den FC Bayern (3:0 gegen den HSV durch zweimal Elber und Jancker) auf 2 Punkte. Rostock schlägt 1860 München 3:0 (Lange, Barbarez, Ehlers).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Ein Freundschaftsspiel zwischen Chemie Leipzig und Wismut Aue endet 1:1 (0:0).
Das Länderspiel Spanien gegen die DDR in Valencia geht torlos 0:0 aus.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
In der Fuwo vom 31. Januar 1977 ist ein kurzer Bericht von Peter Palitzsch vom Freundschaftsspiel FC Carl Zeiss Jena gegen Chemie Leipzig (Ende 1:1) abgedruckt:
„Ein dem Spielverlauf nach völlig leistungsgerechtes Remis, auch wenn der Oberligist mehr Spielanteile und der tüchtige Suchantke auch mehr als Zimmer zu tun hatte. Doch Torgefahr strahlte der Gastgeber – ohne Kurbjuweit, Oevermann, Schnuphase, Noack – gegen die nach ihrem Ausgleichstor (Goebel hatte Meyer zu Fall gebracht) selbstbewußter stürmenden Chemiker nicht aus. Schüsse aus der zweiten Reihe waren bei Jena Fehlanzeige. Lediglich Raab konnte mit Flachschuß Vogels Vorlage zum 1:0 nutzen.“
Jena: Zimmer, Brauer, Krause, Weise, Neuber, Goebel, Sengewald (59. Schröder), Lindemann (71. verletzt ausgeschieden), Töpfer (46. Trocha), Raab, Vogel. Trainer: Meyer.
Tore: 1:0 Raab (43.), 1:1 Flor (54., Foulstrafstoß).
Sepp Maier, Torwart von Bayern München und der BRD-Nationalmannschaft, wird wegen Trunkenheit am Steuer zu 15.000 DM Geldstrafe und Fahrerlaubnisentzug verurteilt.
Im DFB-Pokalfinale treffen am 15. April 1978 die rheinischen Kontrahenten 1.FC Köln (1:0 gegen Werder Bremen) und Fortuna Düsseldorf (4:1 über den MSV Duisburg) aufeinander.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Eigentlich soll der FC Sachsen am 21. Spieltag der Regionalliga beim SV Babelsberg 03 antreten. Doch das Spiel fällt erstmal aus. Auch in Spandau (gegen Hütte), Reinickendorf (gegen Nordhausen) und in Dresden (gegen Zehlendorf) bleiben die Stadiontore geschlossen.
Tabellenführer Tennis Borussia packt unterdessen souverän den nächsten Dreier ein – 2:0 beim 1.FC Magdeburg durch Tore von Ex-Leutzscher Lünsmann und Aracic. Aue schlägt Chemnitz 1:0 (Stojko). Der nächste Gegner des FC Sachsen Rot-Weiß Erfurt siegt bei Union Berlin 1:0 (Treitl) und dies sollte ja eigentlich eine Warnung an die Grün-Weissen sein…
Das Spitzenduo der ersten Liga siegt – Lautern 3:0 über Bochum (Wagner und zweimal Rische), der FC Bayern 2:0 gegen Hansa Rostock (Zickler und Tarnat). Schalke 04 siegt 1:0 in Mönchengladbach (Martin Max). Ulf Kirsten baut seine Führung in der Torjägerliste durch 2 Treffer in der Partie Leverkusen – Bremen (4:1) aus – mit 16 Toren liegt er vor Olaf Marschall (Lautern, 13) und Fredi Bobic (Stuttgart, 12).
Vom 7. bis 22. Februar 1998 finden in Nagano (Japan) die 18. Olympischen Winterspiele statt. Deutschland holt 12 Gold-, 9 Silber- und 8 Bronzemedaillen und wird damit zum erfolgreichsten Teilnehmerland.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Keine guten Resultate bei Freundschaftsspielen von Chemie Leipzig: bei Stahl Riesa 1:2 (0:2) und daheim gegen Lok/Armaturen Prenzlau 0:2 (0:1).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Das Freundschaftsspiel HFC Chemie gegen Chemie Leipzig endet 4:1 (3:0). Die Torfolge: 1:0 Pastor (2.), 2:0 Pastor (8.), 3:0 Krostitz (38.), 3:1 Beckmann (77.), 4:1 Krostitz (81., Foulstrafstoß).
Am 24. Spieltag der BRD-Bundesliga schlägt Schalke 04 den Spitzenreiter 1.FC Köln 2:0 (Larsson und Abramczik). Die Verfolger Mönchengladbach (3:1 gegen Stuttgart – Kulik, Lienen, Bonhof / Elmer) und Hertha BSC Berlin (2:1 gegen Lautern – Gersdorff 2 / Toppmöller) nutzen die Gunst der Stunde und rücken bis auf 2 Punkte heran.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Der Betriebsausflug des FC Sachsen am 22. Regionalliga-Spieltag in die Thüringer Landeshauptstadt fällt ernüchternd aus. Gerhard Weigel hat den LVZ-Spielbericht zum 0:5 verfasst:
„Erfurt. „Eine runde halbe Stunde lang haben wir den von mir erwarteten konzentrierten Fußball gespielt, dann sind wir nach dem ersten Gegentreffer regelrecht weggebrochen.“ So die nach Resignation klingende Abschlußanalyse des enttäuschten Sachsen-Coach Frank Rohde. Er warf einen Teil seiner Spieler „kampflose Aufgabe“ vor und kündigte entsprechende Konsequenzen an. Namen wollte der Trainer nicht nennen, doch dürfte er dabei wohl vor allem an einige seiner mit zunehmender Spieldauer immer mehr untertauchenden Mittelfeldakteure gedacht haben. Tatsächlich hatten die Leipziger zunächst eindeutig dominiert, dabei sicherer am Ball und solider in der Abwehr gewirkt. Allzuviele Chancen spielten sie allerdings nicht heraus. Die mit Abstand Beste vergab der frei das Rot-Weiß-Tor ansteuernde, aber am herauslaufenden Rot-Weiß-Keeper Kraus scheiternde Kaiser (14.). Als dann Koslov den schönsten Angriffszug der Partie mit einem Bilderbuch-Kopfballtreffer exakt in den Winkel abschloß, war es vorbei mit der Herrlichkeit der Sachsen. Innerhalb einer knappen Viertelstunde wurden sie regelrecht auseinandergespielt, fanden Ziffert und seine Vorderleute keine Mittel mehr gegen die druckvollen Erfurter Angriffe. Neuralgischer Punkt war dabei die linke Leipziger Deckungsseite, die durch Sololäufe des schnellen Schönberg ständig aufgerissen wurde. Das 2:0 gegen die immer mehr zerfallenden Gäste war so fast vorprogrammiert, kurz vor dem Wechsel war die Partie dann endgültig entschieden. Dem dritten Treffer ging allerdings eine harte Entscheidung voraus. Der Referee hatte Rietschels Tackling gegen den ballführenden Nagy als Notbremse des letzten Mannes gewertet. Er gab Strafstoß für Erfurt und Rot gegen Rietschel. Danach ging es nur noch um die Höhe des Rot-Weiß-Sieges, den die nach Golowans Feldverweis (Gelb-Rot/52.) auf neun Mann reduzierten Sachsen noch in einem vertretbaren Rahmen hielten. Dabei verhinderte Sejna mit Glanzparaden Schlimmeres, auf der Gegenseite traf der ansonsten kaum auffallende Shala – zumindest nicht positiv – bei einem Konterzug den Pfosten (61.). Rot-Weiß-Trainer Jürgen Raab lobte sein Team, gab aber auch zu, daß er „die Sachsen stärker erwartet habe.“
Erfurt: Kraus – Nowack – Tews, Fuhrmann – Schönberg, Scheller (85. Münzberg), Sugdza, Nagy, Treitl, Schmidt – Koslov.
FC Sachsen: Sejna – Ziffert – Virag – Hammermüller, Rietschel Vishniauskas, Lucic (46. Gerloff), Kaiser, Müller (41. Baum) – Shala (68. Filipovic), Golowan.
Tore: 1:0 Koslov (33.), 2:0 Tews (37.), 3:0 Nowack (44., Foulelfmeter), 4:0 Koslov (65.), 5:0 Treitl (69.), SR: Scheibel (Calbe), Z.: 2650, Gelb-Rot: Golowan (Leipzig, 52. wegen Revanche-Foul), Rot: Rietschel (Leipzig, 44. wegen Notbremse).
Eberhard Schmiedel steuert noch diesen Artikel zur Montagsausgabe der LVZ bei:
„Leipzig. Sie hätten gut trainiert, meinte FC Sachsen-Trainer Frank Rohde vor der Erfurt-Partie. Um so unerklärlicher, daß es zu solch einem Einbruch des Tabellenzweiten kommen konnte. „Wir sparen also die Gelder für die Sieg-Prämien“, blieb Präsident Thomas Till nur noch Sarkasmus. Für ihn ist es ein Rätsel, warum sich die Mannschaft so schlecht präsentierte. Erst in der Niederlage zeigt sich die wahre Größe. Da tut es gut zu hören, wie Shala oder Ziffert mit sich und ihren Leistungen zu Gericht gehen. Der ausgewechselte Roman Müller muß da sicher noch dazulernen. Gerade, wenn die eigenen Fans in Rage sind. Bedauerlich, daß 40 der Sachsen-Anhänger den Haß von Schlägern zu spüren bekamen, die über sie im Zug bei Großkorbetha herfielen. Daß es auch anders geht, bewiesen Anhänger vom 1.FC Union und TeBe. Die Unioner sparten die Eintrittsgelder, gingen erst in der 2. Hälfte ins gegnerische Stadion. Das Geld spendeten sie ihrem finanzschwachen Verein. Die TeBe-Ordner spielten mit, ließen die Union-Fans kostenlos rein. Auch wenn ihnen von der Tribüne vorgehalten wurde: „Bettelclub der Nation – euer Eisen ist durchgerostet!“
Besagtes Berliner Derby endet 2:0 für Tennis Borussia (Aracic und Isa). Der heutige Hoffenheimer Torschütze Copado fliegt in der 90. Minute wegen Unsportlichkeit vom Platz. Tennis Borussia hat jetzt sage und schreibe 17 Punkte Vorsprung auf den FC Sachsen und Eisenhüttenstadt (3:1 gegen Dynamo Dresden – Schwöbel 2, Weber / Terjek). In der Regionalliga Nord ist der Kampf um die Relegationsspiele spannender – nach einem 3:4 gegen Arminia Hannover verliert Hannover 96 den Spitzenplatz an Eintracht Braunschweig, das mit 1:0 gegen den SV Wilhelmshaven die Oberhand behält.
In Berlin steigt am gleichen Wochenende eine Galavorstellung der Hertha, die Meister Bayern München mit 2:1 bezwingt. Nach den Toren von Michael Preetz und Covic ist es wiederum Preetz, der mit einem Eigentor den Anschlusstreffer der Bayern erzielt. Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni: „Ich erwarte eine Erklärung von der Mannschaft. Vielleicht hat sie vergessen, wie man auswärts spielt.“ Lothar Matthäus dazu: „Ich habe soviel auf die Schnauze bekommen, da mach´ich´s Maul nicht mehr auf.“ Kaiserslautern mit Trainer Otto Rehhagel hat 11 Spieltage vor dem Saisonende 5 Punkte Vorsprung auf die Bayern, da die Pfälzer in Stuttgart 1:0 siegen (Christow). Hansa Rostock schlägt Bielefeld 2:1 (Barbarez, Pamic / Meißner). Schalke 04 und der VfL Wolfsburg trennen sich 1:1 (Wilmots / Präger).
Energie Cottbus besiegt am 1. Rückrundenspieltag der 2. Liga den Spitzenreiter SC Freiburg mit 2:1 (Amadou, Eigentor Buric / Kobiashvili). Der VfB Leipzig erringt den ersten Auswärtssieg der Saison (3:2 bei den Stuttgarter Kickers – Möller, Wohlfarth, Fuchs / Kevric, Maric) und verlässt die Abstiegsplätze. Auf solchen bleiben dagegen Carl Zeiss Jena (0:2 in Wattenscheid – Teichmann und Sane) und der FSV Zwickau (0:0 gegen Meppen). Carsten Klee (Zwickau) sieht wegen groben Foulspiels Rot.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Eine Woche vor Beginn der Liga-Rückrunde erscheint in der Fuwo vom 16. Februar 1988 eine Vorschau: „Eine Woche vor der Oberliga schnüren die Spieler der Liga ihre Schuhe zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte…Motor Ludwigsfelde und Sachsenring Zwickau sind nach 17 Spieltagen die Oberliga-Aufstiegsaspiranten. Die Autowerker aus dem Bezirk Potsdam mit einem Punkt Vorsprung vor dem vorjährigen Oberligaabsteiger Energie Cottbus und der nicht aufstiegsberechtigten Elf BFC II, drei bzw. vier Punkte vor Post Neubrandenburg und Rotation Berlin. Die „Trabant“-Werker aus Westsachsen haben je vier Zähler plus zwischen sich und dem positiven „Überraschungs-Neuling“ Stahl Thale sowie der, wie man hört, noch alles auf eine Karte setzenden Elf von Chemie Leipzig gebracht. Allein diese Spitzenkonstellationen in der A- und B-Staffel deuten darauf hin, daß noch nichts entschieden ist, obgleich der Vorsprung der Zwickauer ansehnlicher und etwas beruhigender erscheint. Wer kommt am Sonnabend besser aus den Startlöchern? In der Staffel B müssen nämlich alle drei reisen und scheinen dabei auf den Plätzen der Kontrahenten nicht ungefährdet: Zwickau bei Dresden II, Thale in Gera, Chemie in Grimma…“
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Liga-Vertreter Chemie Leipzig testet gegen Oberligist Sachsenring Zwickau. Das 2:2 ist der Fuwo vom 14. Februar 1978 ein paar Zeilen von Hans-Georg Hänsel wert:
„Auf hartgefrorenem Boden entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, welches vom konsequenten Leipziger Schiedsrichter Heintz mehrmals erst wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden mußte, wobei er nicht umhin kam, den Zwickauer Reichelt in der 37. Minute nach einer groben Unsportlichkeit des Feldes zu verweisen. Trotz einiger guter Mittelfeldaktionen und gekonnt erspielter Tore konnte aber das Angriffsspiel der Zwickauer nicht überzeugen, da alle eingesetzten Sturmspitzen die Mehrzahl ihrer Zweikämpfe verloren.“
Zwickau: Croy (46. Lindl), Reichelt (37. Feldverweis), H. Schykowski, Stemmler, J. Schykowski, Schwemmer (80. Wohlrabe), Pilz, Braun, Bräutigam (78. Fuchs), Schellenberg (58. Bütow), Nestler.
Tore: 0:1 Bräutigam (28.), 1:1 Flor (33., Foulstrafstoß), 2:1 Baum (70.), 2:2 H. Schykowski (75.).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Nach dem ernüchternden 0:5 in Erfurt empfängt der FC Sachsen den souveränen Spitzenreiter Tennis Borussia Berlin. Das Grusswort im Programmheft kommt vom damaligen Bürgermeister und Beigeordneten für Finanzen der Stadt Leipzig Peter Kaminski: „Liebe Fußballfreunde, Fans und Partner des FC Sachsen Leipzig! Ein herzliches Willkommen zu der heutigen Begegnung mit dem einsamen Tabellenführer Tennis Borussia Berlin. Wie immer kann ein Spiel nicht ohne Ordnung durchgeführt werden, dieses durchzusetzen ist das Schiedsrichterteam angereist, welches ich hiermit ebenfalls recht herzlich begrüße. Die Konstellation der Begegnung scheint klar zu sein, auf der einen Seite ein Gast, der bis jetzt nichts anbrennen ließ, auf der anderen Seite ein FC Sachsen, welcher zwar seine 2. Position in der Tabelle halten konnte, aber in Erfurt eine herbe Niederlage einstecken mußte. Ich gehe davon aus, daß wir heute eine wie ausgewechselte grün-weiße Elf erleben werden, die mit Ehrgeiz an seine Leistungsgrenzen gehen will und den Besuchern ein gutes Spiel bietet. Gute Leistungen werden auch nötig sein, um den erneuten Angriff auf die Tabellenspitze in der Saison 98/99 aufzunehmen. Als Mitglied des Verwaltungsrates des FCS weiß ich, daß zur Zeit dafür die Voraussetzungen geschaffen werden. Dabei ist die wirtschaftliche Absicherung der ehrgeizigen Ziele ebenso wichtig wie die sportliche Entwicklung der Mannschaft. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und an die Vertreter der Wirtschaft, Sponsoren und Werbepartner des Vereins zu appellieren: Unterstützen Sie in noch stärkerem Maße den Traditionsverein, denn der gehört mit seinem Potential an Geschichte, Fans und Freunden in Leipzig, in höhere Spielklassen. Für den Rest der Saison wünsche ich unserer Mannschaft das Glück des Tüchtigen, fähige Leute, welche bereit sind, Verantwortung für „Chemie“ zu übernehmen und Fans, die wie ein Mann hinter ihrem Verein stehen. Ihr Peter Kaminski“
In Anbetracht der Vorstellung in der Vorwoche hält sich der FC Sachsen beim 0:0 überaus achtbar, wie Eberhard Schmiedel für die LVZ zu berichten weiss:
„Leipzig. Es liefen Wetten darüber, wie hoch die Gastgeber nach ihrer zuletzt schwachen Leistung in Erfurt gegen Spitzenreiter Tennis Borussia verlieren würden. Die mit einer hohen Niederlage rechneten, fühlten sich durch die Ausfälle von Lucic, Hammermüller, Rietschel und Sänger noch bestärkt. Doch die Leutzscher trotzten allen Unkenrufen, steigerten sich zu einer Leistung, die ihnen so nicht zugetraut wurde. Der Beifall der gut 3500 Zuschauer nach Spielschluß war ihnen gewiß. Trotz einiger Brisanz – der einstige Sachsen-Torjäger Lünsmann stürmte für Gegner TeBe – blieb alles im fairen Rahmen, auch weil der Referee rechtzeitig die wenigen Hitzköpfe (Filipovic, Akrapovic) abkühlte. Den bisher auswärts ungeschlagenen Gästen stemmten sich die Sachsen mit viel Kampfgeist und forschen Offensivaktionen entgegen. „Genau das hatten wir uns vorgenommen. Nur mit Spielen allein gewinnen wir doch gegen TeBe keinen Blumentopf“, meinte Trainer Rohde zur Leistung seiner Elf. Er freute sich nicht nur über den Punktgewinn, sondern auch darüber, daß ein Talent wie Gerloff zu guter Form auflief. Der von ihm beschattete Copado bekam eigentlich nur eine Möglichkeit. Das war ein Freistoß, wobei der Ball vom Lattenkreuz abklatschte (61.). Glück für Torwart Sejna, der aber ansonsten ebenso wie sein Gegenüber Curko einen relativ ruhigen Arbeitstag hatte – zu sehr dominierten beide Abwehrreihen. Die Tempo-Aktionen gab´s zwischen den Strafräumen. So blieb auch dem Gastgeber meist nur der Versuch, mit Fernschüssen erfolgreich zu sein. Baum (17., 19.) und Gerloff (22.) probierten es ebenso wie Dermech (63.). Die größte Sachsen-Chance machte Keeper Curko zunichte. Er lenkte einen Kaiser-Schuß aus 25 Metern reaktionsschnell ab (76.). Golowan hatte kurz nach Anpfiff eine TeBe-Führung verhindert, als er Dermechs Kopfball (8.) auf der Linie abwehrte. Sogar Shala konnte sich des Trainer-Lobes erfreuen. Er mischte eifrig mit, war fast an jeder gefährlichen Situation beteiligt und rackerte für die anderen. Mit dieser Einstellung ist er für die Leutzscher der erwartet wertvolle Spieler. Die Mannschaft hatte wenige Minuten vor Anpfiff Trainer Rohde vor die Tür gebeten, um sich einig zu werden, für den Coach zu spielen. Auf die Unruhe in der Mannschaft – Kontroverse Sänger-Rohde – wollten die Aktiven eine Antwort geben. Mit der Leistung gegen den souveränen Regionalliga-Spitzenreiter ist ihnen das gelungen, auch wenn es nicht zum vollen Erfolg reichte. Aber darauf hatte eigentlich kaum einer gewettet. Sogar Gäste-Trainer Gerland verteilte Komplimente an die Leutzscher: „Beim Zweiten 0:0 zu spielen, ist so schlecht nicht.“
FC Sachsen: Sejna – Ziffert – Virag, Vishniauskas, Müller – Kaiser, Gerloff, Baum – Shala, Filipovic, Golowan (82. Raschke).
Tennis Borussia: Curko – Raickovic – Tredup, Melzig – Aracic, Akrapovic, Dermech, Kocak – Copado (77. Block), Lünsmann (70. Namdar), Kovacec (88. Isa).
SR: Fleske (Schönow), Z.: 3456.
Dynamo Dresden besiegt den Chemnitzer FC 4:2 (Schmidt, Schönfeld, Bernhardt, Terjek / Kunze, König). Eidtner trifft zum 1:0-Endstand für den Spandauer SV über Lok/Altmark Stendal.
Im DFB-Pokal-Halbfinale setzen sich der FC Bayern München (3:0 gegen den VfB Stuttgart) und der MSV Duisburg (10:9 bei Eintracht Trier nach Elfmeterschiessen) durch.
Die Nationalmannschaft bestreitet ihre ersten beiden Länderspiele des WM-Jahres 1998: im Oman 2:0 (Kohler und Heinrich) und in Saudi-Arabien 3:0 (Möller, Helmer, Marschall).
In der 2. Bundesliga endet das Ostderby zwischen dem VfB Leipzig und dem von Eduard Geyer trainierten FC Energie Cottbus 0:0. Carl Zeiss Jena gelingt ein wichtiger Sieg (2:1 über die Stuttgarter Kickers – Jüptner und Lindner / Eigentor Hauser). Für Schlusslicht FSV Zwickau wird die Luft immer dünner – 0:2 in Unterhaching (Okoh und Seitz). Im Spitzenspiel siegt der 1.FC Nürnberg 1:0 beim SC Freiburg (Ciric).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Eine Woche vor der Oberliga beginnt die Rückrunde der Liga-Staffeln A und B. In der Fuwo vom 23. Februar 1988 heisst es: „Im Leipziger Bezirksderby Grimma gegen Chemie sah es 80 Minuten danach aus, als wollten beide Mannschaften gar kein Tor erzielen. Zwar wurde auf schwerem Boden um jeden Ball gekämpft, Strafraumszenen allerdings blieben Mangelware. Erst als Liebers nach Vorarbeit von Klein plötzlich mutterseelenallein vor dem Chemie-Gehäuse stand und sich diese Chance nicht entgehen ließ, kam Dramatik und Spannung in die Begegnung. Nachdem eine Minute vor Schluß ein Leipziger Treffer nicht anerkannt werden konnte (Abseits), schlug dies sogar in Hektik um. Obwohl die Leutzscher nochmals alles auf eine Karte setzten, blieb es vor der Grimmaer Rekordkulisse von mehr als 4000 Zuschauern beim glücklichen Sieg der Gastgeber.“
Grimma: Fischer, Nehring, Großmann, Kunath, Spahlholz, Eichhorn (88. Lorenz), Klein, Thalmann (V), Schlieder, Liebers, Hunger (62. Pannicke).
Chemie: Saumsiegel, Barylla, Schleier (84. Schmeichel), Lüdtke (V), Patula, Illge, Stieglitz, Thiemig, Stephan (73. Pietsch / V), Engelmann, Dämmrich.
Tor: 1:0 Liebers (82.), SR: Hirschelmann (Leimbach), Z.: 4000.
Während auch der Tabellenzweite Stahl Thale patzt (0:1 in Gera durch Gareis), siegt Sachsenring Zwickau 2:1 bei der Zweiten von Dynamo Dresden (Mitzscherling, Schmiecher / Eigentor Steinborn) und hat nun gar 6 Pluspunkte Vorsprung auf Thale und Chemie Leipzig.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Die DDR-Oberliga geht in die Rückrunde. Tabellenführer 1.FC Magdeburg siegt ungefährdet 4:0 beim 1.FC Union Berlin (Sparwasser, Streich, Hoffmann, Tyll).Verfolger Dynamo Dresden lässt einen Punkt bei Wismut Aue (1:1 – Dörner / Schaller). Einen hohen 6:1-Sieg erringt Lok Leipzig im Duell gegen Chemie Böhlen (Löwe 2, Gröbner 2, Frenzel, Moldt / Zaspel).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Eine Woche vor der Oberliga beginnt die Rückrunde der Liga-Staffeln A und B. In der Fuwo vom 23. Februar 1988 heisst es: „Im Leipziger Bezirksderby Grimma gegen Chemie sah es 80 Minuten danach aus, als wollten beide Mannschaften gar kein Tor erzielen. Zwar wurde auf schwerem Boden um jeden Ball gekämpft, Strafraumszenen allerdings blieben Mangelware. Erst als Liebers nach Vorarbeit von Klein plötzlich mutterseelenallein vor dem Chemie-Gehäuse stand und sich diese Chance nicht entgehen ließ, kam Dramatik und Spannung in die Begegnung. Nachdem eine Minute vor Schluß ein Leipziger Treffer nicht anerkannt werden konnte (Abseits), schlug dies sogar in Hektik um. Obwohl die Leutzscher nochmals alles auf eine Karte setzten, blieb es vor der Grimmaer Rekordkulisse von mehr als 4000 Zuschauern beim glücklichen Sieg der Gastgeber.“
Grimma: Fischer, Nehring, Großmann, Kunath, Spahlholz, Eichhorn (88. Lorenz), Klein, Thalmann (V), Schlieder, Liebers, Hunger (62. Pannicke).
Chemie: Saumsiegel, Barylla, Schleier (84. Schmeichel), Lüdtke (V), Patula, Illge, Stieglitz, Thiemig, Stephan (73. Pietsch / V), Engelmann, Dämmrich.
Tor: 1:0 Liebers (82.), SR: Hirschelmann (Leimbach), Z.: 4000.
Kann mich noch gut an dieses Spiel erinnern. Ich glaube mich zu erinnern, die Volkspolizei musste nach dem Spiel für Ordnung sorgen, denn der Chemie-Anhang hatte sich den Ausflug nach Grimma bedeutend :kotz:anders vorgestellt.
Der Schlieder in der Grimma-Aufstellung, ist das "unser jetziger" ?
Freygang
25.02.2008, 20:03
Kann mich noch gut an dieses Spiel erinnern. Ich glaube mich zu erinnern, die Volkspolizei musste nach dem Spiel für Ordnung sorgen, denn der Chemie-Anhang hatte sich den Ausflug nach Grimma bedeutend :kotz:anders vorgestellt.
Der Schlieder in der Grimma-Aufstellung, ist das "unser jetziger" ?
Ich habe nur noch ungute Erinnerungen. Nach dem Spiel zogen 200 bis 400 Leute durch Grimma und brüllten "Bambule, Randale, Rechtsradikale". Nein, sie zogen nicht, sondern marschierten wie die Wehrmacht, Rote Armee, NVA. Für viele aktive Fans, welche die glorreichen siebziger Jahre mitgemacht hatten, war dies ein leiser Abschied von den Auswärtsfahrten. Eigentlich war dies die beginnende Politisierung des Fußballs, nur daß dann Lok die Braunen anzog, wie die Schai*** die Fliegen.
mori_dom
26.02.2008, 06:16
Ich habe nur noch ungute Erinnerungen. Nach dem Spiel zogen 200 bis 400 Leute durch Grimma und brüllten "Bambule, Randale, Rechtsradikale". Nein, sie zogen nicht, sondern marschierten wie die Wehrmacht, Rote Armee, NVA. Für viele aktive Fans, welche die glorreichen siebziger Jahre mitgemacht hatten, war dies ein leiser Abschied von den Auswärtsfahrten. Eigentlich war dies die beginnende Politisierung des Fußballs, nur daß dann Lok die Braunen anzog, wie die Schai*** die Fliegen.genau so war es bei mir. es war für sehr lange zeit das letzte auswärtsspiel. und das die pest aus p. die braune pest anzieht ist nur gut für unsere chemie,denn so bleiben die verwirrten zum grössten teil vor unserem stadion.:kick:
Der Schlieder in der Grimma-Aufstellung, ist das "unser jetziger" ?
Hab ich nicht herausbekommen. Kann nur sagen, daß er später von Grimma zu Chemie Wolfen wechselte.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
0:5 in Erfurt, 0:0 gegen TeBe - der FC Sachsen hat sich scheinbar rehabilitiert. Doch am 24. Spieltag rutschen die Grün-Weissen auf dem Schneeboden von Plauen wieder aus. 0:1 verlieren die Leutzscher im Vogtland. Reiner Thümmler hat den LVZ-Spielbericht geschrieben:
„Plauen. Wieder kein Erfolg für den FC Sachsen. Nicht einmal zum Punktgewinn reichte es beim VFC Plauen für die Leutzscher, die mit einer 0:1-Niederlage die Heimreise antreten mußten. Damit bleibt der FC Sachsen zwar weiter auf dem zweiten Platz der Regionalliga Nordost, ist aber seit der offiziellen Beförderung von Frank Rohde zum Cheftrainer weiter ohne Sieg. Den hatten die Gäste auch nicht verdient. Frank Rohde jedenfalls lobte nach dem Abpfiff die Leistung des Kontrahenten. „Die Plauener haben uns vorgemacht, wie man ein Spiel annehmen muß“, meinte er vor allem in Richtung seiner Spieler. Auf den plötzlich veränderten Bodenverhältnissen – es begann vor dem Sachsenderby heftig zu schneien – fand sich der Gastgeber wesentlich besser zurecht. Bereits zur Pause hatte sich der VFC ein Chancenverhältnis von 4:1 herausgearbeitet. Dabei waren die Plauener bereits ab der 26. Minute nur noch mit neun Feldspielern auf dem Platz, nachdem der Dresdner Schiedsrichter Peter Müller Maik Soschinski nach einem Foul an Kujtim Shala die gelb-rote Karte gezeigt hatte. Doch die Vogtländer sorgten mit ihren zielstrebigen Angriffen für wesentlich mehr Torgefahr wie auch schon zu Beginn. Ein Kopfball des Ex-Zwickauers Arndt Spranger strich nur knapp am Pfosten vorbei (4.), und sein platzierter 25-m-Freistoß ging nur wenige Zentimeter über die Querlatte des Leipziger Tores (32.). Die einzige nennenswerte Chance des FC Sachsen besaß Mark Gerloff (39.), der jedoch bereits gegen Ende der ersten Halbzeit geegn Steffen Hammermüller ausgewechselt wurde. Als im zweiten Spielabschnitt auch der Leipziger Abwehrspieler Roman Müller nach einer Attacke in die Beine eines durchbrechenden Plaueners Rot sah (60.), gelang dem eingewechselten VFC-Stürmer Andryi Zapyshnyi in der Schlußphase das goldene Tor. Nachdem Torwart Marco Sejna ein Abschlag auf dem glatten Boden mißlang und er Libero Steffen Ziffert anschoß, kam das Leder postwendend in den Strafraum der Leutzscher zurück. Joker Zapyshnyi vollendete ohne große Mühe zum 1:0 für die Platzherren. „Wir haben einfach nicht das umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben und zuletzt gegen TeBe sehr gut gemacht hatten, die Aggressivität. In keinster Weise konnten wir uns auf diese Platzverhältnisse einstellen“, klagte Frank Rohde. Das 1:0 war am Ende für den VFC verdient, zumal Kapitän Jens Starke (65.) und Stürmer Mario Weiß (82.) noch weitere Möglichkeiten hatten. „Wie unsere Mannschaft gekämpft und zeitweise auch gut gespielt hat, war schon beachtlich. In den gesamten 90 Minuten hatten wir zudem die klareren Torchancen“, freute sich VFC-Trainer Frank Papritz.“
Plauen: Kunze – Dünger, Walther, Soschinski, Wolfrum, Stabelmann, Starke, Spranger, Färber, Brömßer (62. Zapyshnyi), Weiß (89. Riedel).
FC Sachsen: Sejna – Ziffert, Müller, Virag, Kaiser, Vishniauskas, Shala (69. Lucic), Rietschel, Baum, Filipovic, Gerloff (42. Hammermüller).
Tor: 1:0 Zapyshnyi (75.), SR: Müller (Dresden), Z.: 2000. Gelb-Rote Karte: Soschinski (Plauen, 26. wegen wiederholten Foulspiels), Rote Karte: Müller (FC Sachsen, 60. wegen groben Foulspiels).
Tennis Borussia baut seinen Vorsprung auf den FC Sachsen auf sagenhafte 20 Punkte aus. Rot-Weiß Erfurt wird 4:1 in die Knie gezwungen (Namdar 2, Aracic, Akrapovic / Sugzda). Die „Verfolger“ schwächeln zumeist: Neben dem FC Sachsen verliert Eisenhüttenstadt daheim gegen Magdeburg 3:4 (Schwöbel, Klenge, Schade / Sandmann, Ortlieb, Lau, Lieberam), Union spielt nur 1:1 bei Zehlendorf (Boer / Blüthmann), Aue auch nur 1:1 in Reinickendorf (Sadlo / Kretschmar), Dynamo Dresden unterliegt 0:1 in Stendal (Demuth). Nur der Chemnitzer FC siegt: 2:1 über den FC Berlin (Ullmann, Köhler / Krznaric). Höche trifft zum 1:0-Sieg des Spandauer SV gegen Wacker Nordhausen.
Kein einziger Heimsieg am 24. Spieltag der 1. Bundesliga und die ersten 11 der Tabelle können nicht gewinnen! Kaiserslautern spielt 0:0 gegen Karlsruhe, Bayern München verliert im Olympiastadion gegen den 1.FC Köln 0:2 (Münch und Azizi), Leverkusen gegen Bielefeld auch nur 0:0. Hertha und Rostock trennen sich 1:1 (Preetz / Barbarez), Dortmund und Bremen 2:2 (Heinrich, Chapuisat / Herzog, Pfeifenberger).
Das nächste Ostderby der 2. Liga zwischen Energie Cottbus und Carl Zeiss Jena geht 0:0 aus. Bei den Gästen sind u.a. Frank Nierlich und Matthias Wentzel dabei. Zwickau spielt auch unentschieden: 1:1 gegen Greuther Fürth (Lense / Azzouzi). Der VfB Leipzig verliert in Nürnberg 1:3 (Heidrich / Wiesinger, Ciric, Eigentor Ananiev). Robert Niestroj trifft zum 3:2 beim 4:3 der Düsseldorfer Fortuna über den SV Meppen.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Nach der 0:2-Heimpleite gegen Dynamo Dresden II ist Chemie Leipzigs grosse Aufholjagd auf Sachsenring Zwickau praktisch bereits Geschichte.
Die Oberliga begeht ihren Rückrundenauftakt mit einem Rumpfprogramm, denn in Magdeburg, Erfurt und Jena rollt der Ball nicht. Die Verfolger des BFC Dynamo lassen Federn – Lok Leipzig verliert bei Wismut Aue 0:1 (Köhler), Dynamo Dresden erreicht nur ein 0:0 bei Stahl Riesa und Karl-Marx-Stadt unterliegt in Brandenburg 1:3 (Bähringer / Lange, Gumtz, Jeske). Ausserdem trennen sich Union Berlin und Frankfurt/Oder 2:2 (Hirsch mit 2 Elfern / Roth, Schneider).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Ein Freundschaftsspiel in Eisenhüttenstadt gegen die dortige Stahl-Elf geht für Chemie Leipzig eine Woche vor Beginn der Liga-Rückrunde mit 1:2 verloren.
Am 15. Spieltag der DDR-Oberliga fällt die Partie Magdeburg gegen Erfurt dem Wetter zum Opfer. Dynamo Dresden zieht dank eines 5:0 über Zwickau (Schade, Kotte, Häfner, Döschner, M. Müller) nach Pluspunkten mit Magdeburg gleich. Der Dritte BFC Dynamo schlägt den Vierten Lok Leipzig 2:0 (Terletzki und Riediger). Hohe Siege gibt es für Jena (6:1 gegen Halle – Schnuphase 3, Vogel 2, Raab / Peter), Karl-Marx-Stadt (5:0 in Gera – Sorge 2, Uhlig 2, Bähringer) und Chemie Böhlen (4:1 gegen Union Berlin – Havenstein 2, Schneider, Hubert / Hendel). Aue bezwingt Frankfurt/Oder durch ein Tor von Schaller mit 1:0.
Freygang
03.03.2008, 20:15
Vor 10 Jahren
(...) Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Ein Freundschaftsspiel in Eisenhüttenstadt gegen die dortige Stahl-Elf geht für Chemie Leipzig eine Woche vor Beginn der Liga-Rückrunde mit 1:2 verloren.
(...)
Ja, am 5. März 1978 ging es wieder richtig los! Ein tolles Spiel bei Einheit Wernigerode.
Sachsmaschine
08.03.2008, 02:19
Ich habe nur noch ungute Erinnerungen. Nach dem Spiel zogen 200 bis 400 Leute durch Grimma und brüllten "Bambule, Randale, Rechtsradikale". Nein, sie zogen nicht, sondern marschierten wie die Wehrmacht, Rote Armee, NVA. Für viele aktive Fans, welche die glorreichen siebziger Jahre mitgemacht hatten, war dies ein leiser Abschied von den Auswärtsfahrten. Eigentlich war dies die beginnende Politisierung des Fußballs, nur daß dann Lok die Braunen anzog, wie die Schai*** die Fliegen.
krass,leider war meine auswärtsära 1994 beendet!
heirat kind im anmarsch,das leben schreibt eben manchmal seltsame geschichten!
dennoch erscheint mir die tatsache das 200-400 chemiker so durch grimma marschiert sind sehr unglaubwürdig,zumal es auch noch ddr-zeiten gewesen ist!
wir haben einmal nachts um ein uhr die deutsche nationalhymne gesungen,ca.200 leute!
fünf leute haben sie die gleiche nacht noch abgeholt,alle namen sind innerhalb von drei tagen aufgetaucht,wurden entweder vorgeladen oder daheim abgeholt!
ab ende 99 mag das alles zutreffen,aber vorher haben sie gnadenlos zugeschlagen!
ein paar leute wurden in die mangel genommen,und die haben gesungen.
die mangel blieb mir erspart,vorladungen hatte ich genug,verlief danach alles immer im sand.
gott sei dank,kenne da andere schicksale!
spiel in buna,danach mit der straßenbahn linie 5,endstadion bad dürrenberg,leider nie erreicht,in merseburg war endstation!
ganze nacht mit ca. 25 chemiefans die nichts gemacht hatten auf der polizeiwache festgehalten.
breitbeinig an einer kachelwand stehend die arme nach oben mit gespreitzten fingern,und das acht stunden lang,schläge mit dem gummieknüppen in die nierengegend und auf die fingerkuppen,(das muß man eimal erlebt haben),nein das wünsche ich keinem!!!
einer nach dem anderen in ein zimmer gerufen,formloser bericht über die vorkommnisse in buna,wo es keine gab,und mittäter nennen,keine ahnung für was???
irgendwelche spitznamen die nicht exiestierten angegeben und man war mit einer unterschrift das einem hier nichts getan wurde entlassen.
von den 200-400 fans haben sie mit sicherheit 99% hochgezogen,denn wo etwas passiert ist haben sie die leute an den arsch gekriegt!
wen die stasi haben wollte den hat sie bekommen!
Kungur1992
08.03.2008, 23:17
wen die stasi haben wollte den hat sie bekommen!
Falsch!
"Bambule, Randale, Rechtsradikale".
Allemie, Allema, Allemania!
Der FSV lebt!!!:)
Sachsmaschine
09.03.2008, 02:41
Falsch!
Allemie, Allema, Allemania!
Der FSV lebt!!!:)
Richtig!
permanente auswärtsfahrer worden irgendwann behelligt!!!
einblick in die szene hieß das stichwort!
verurteilt worden sind die wenigsten,aber es hat verhaftungen und vorladungen gegeben!!
vereinsbezogen,und dann gab es noch die ganz krassen,waren in bulgarien zum wm qualifikationsspiel der bundesdeutschen mannschaft,in budapest zum freundschaftsspiel.gladbach in prag intertoto runde,bayern in ostrava,irgendwann haben sie dich!
und die leute die diese events mitgenommen haben sind irgendwann von genau diesen eingeholt wurden!
also richtig!
aber die hauptsache ist ja das der fsv lebt!!!
welcher übrhaupt???
und wen intressiert hier der fsv???
Hier regiert die BSG!!!
Naja -der ; FSV ; war ja auch ne Sportmannschaft , allerdings im übertragenen Sinne !! :D
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Luft ist bei 20 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter der Regionalliga Nordost natürlich raus. Das spürt man auch beim Heimspiel des FC Sachsen gegen Zehlendorf, von dem Frank Mertens für die LVZ berichtet:
„Leipzig. Sein versteinertes Gesicht sprach Bände. Frank Rohde, Trainer des Fußball-Regionalligisten FC Sachsen Leipzig, ließ seiner Enttäuschung freien Lauf. Was seine Spieler beim 2:2 (1:2) gegen Hertha 03 Zehlendorf geboten hätten, sei blamabel. Eine solche Leistung lasse er sich nicht noch einmal bieten, meinte Rohde. „Hier müssen Konsequenzen gezogen werden“, mahnte der Cheftrainer im Beisein von Präsident Thomas Till („Ich bin enttäuscht“) an. Was Rohde, der auch in seinem vierten Spiel als Trainer des FC Sachsen weiter auf seinen ersten Sieg warten muß, damit meinte, ließ er allerdings unbeantwortet. Dabei begann es für die Leutzscher gegen den Tabellen-Vierzehnten aus Berlin vor 1153 Zuschauern vielversprechend. Filipovic hatte die Gastgeber bereits in der zweiten Minute nach einer gefühlvollen Vorlage von Shala mit 1:0 in Führung gebracht. Doch die Zehlendorfer ließen sich von diesem frühen Rückstand nicht beirren. Bereits in der 7. Minute gelang Fuß der Ausgleich, wobei der für Sejna im Tor stehende Fröhlich keine glückliche Figur abgab. Allerdings ging dieser Treffer nicht allein auf seine Kappe. Die Sachsen-Abwehr machte an diesem Tag alles andere als einen sicheren Eindruck. Beide Gegentreffer gingen auf eine gescheiterte Abseitsfalle zurück. Außerdem vermochte es Libero Baum nicht, in der Abwehr Regie zu führen. So sah es auch Rohde, der Baum eine „gewisse Verunsicherung“ konstatierte. Und die kleine Hertha verstand es geschickt, die Schwächen des Gegners auszunutzen. Kuhlow (18.) markierte nach einem schön vorgetragenen Konter nach Vorlage von Zimmer das 2:1 für die Gäste. Auch in dieser Situation sah Fröhlich nicht sonderlich gut aus. „Man hat gemerkt, daß er länger nicht im Tor gestanden hat“, merkte Rohde an. Pech hatten die Sachsen in der 21. Minute, als ein Treffer von Filipovic nicht anerkannt wurde. Er stand im Abseits. Und dieses Pech setzte sich für die Sachsen fort. Erst ging ein direkter Freistoß von Shala (36.) knapp über die Latte und dann sah Rietschel (45.) wegen Handspiels die Rote Karte. Zur Halbzeit wurde die Leistung der Sachsen mit Pfiffen der Fans quittiert. Auch in der zweiten Hälfte wurde das Spiel nicht ansehnlicher. Zwar gab es noch einige Chancen für Filipovic (51., 53., 77.), doch der konnte sie nicht verwerten. Besser machte es Kapitän Hammermüller (60.), der nach einem Foul an Shala den anschließenden Elfmeter zum 2:2-Endstand verwertete. Ein Ergebnis, mit dem nicht nur Frank Rohde unzufrieden war. „Wir hatten die Sachsen am Rand einer Niederlage. Leider haben wir im zweiten Abschnitt nicht mehr aggressiv genug gespielt“, zeigte sich Thomas Herbst, Coach der Zehlendorfer, enttäuscht. Für Frank Rohde war das, was seine Spieler boten, nicht seine Auffassung von Fußball. Dafür ließen es die Sachsen wohl auch an dem nötigen Einsatz vermissen, den Rohde von seinen Spielern abfordert. Daß die Sachsen-Kicker gegen ihren Trainer spielen würden, wollte Frank Rohde so nicht sehen. Dieses Gefühl, so sagte er, hätte er eigentlich nicht. Was soll er auch anderes sagen.“
FC Sachsen: Fröhlich – Baum - Virag, Vishniauskas – Hammermüller, Kaiser, Rietschel, Lucic, Shala – Golowan (46. Krauß), Filipovic.
Zehlendorf: Reif – Henklein – Sadrinu, Wüstemann – Yildiz (90. Blüthmann), Cornelius, Zimmer, Unutkan (88. Thurau), Kunert (55. Lorenz) – Fuß, Kuhlow.
Tore: 1:0 Filipovic (2.), 1:1 Fuß (7.), 1:2 Kuhlow (18.), 2:2 Hammermüller (60., Foulelfmeter), SR: Cyrklaff (Cottbus), Z.: 1153. Rote Karte: Rietschel (FC Sachsen, 45. wegen absichtlichen Handspiels).
Frank Mertens positioniert sich in einem weiteren Artikel unter dem Titel „Meine Meinung – Zeit der Bescheidenheit“:
„Ein Trainer wird am Erfolg gemessen. Diese Binsenweisheit kennt natürlich auch Frank Rohde, der Cheftrainer des FC Sachsen. Und gemessen daran sieht es für ihn momentan nicht gut aus. Im vierten Spiel unter seiner Regie kamen die Leutzscher immer noch nicht zu einem Sieg. Ein Zustand, der neben den Fans vor allem einen ärgert: Frank Rohde. Schließlich war er nach Leutzsch gekommen, um etwas zu bewegen. Daß dies mit so vielen Widerständen versehen sein wird, hat den Berliner überrascht. Seine harsche Kritik nach dem Spiel gegen Hertha 03 ist Ausdruck davon. Einige Spieler, so sagte er, ließen die nötige Einstellung vermissen. Daß die Leutzscher Kicker allerdings gegen ihn spielen würden, wollte er so nicht sehen. Kann er ja auch nicht, vor allem nicht öffentlich. Aber dieser Verdacht drängt sich fast auf. Schließlich schwingt mit ihm nach Vorvorgänger Gerd Schädlich und Spielertrainer Carsten Sänger ein Mann das Zepter in Leutzsch, der sich nicht in seinen Job hineinreden läßt. Weder von Sponsoren noch von Spielern. Ein Umstand, an den sich einige beim FC Sachsen erst gewöhnen müssen. Mit Rohde ist zumindest der Realitätssinn nach Leutzsch zurückgekehrt. Sprach man vor Saisonbeginn noch vom Aufstieg in die Zweite Liga, peilt man für die kommende Spielzeit die dritte Profiliga an. Damit trägt man den Rahmenbedingungen Rechnung. Für die Zukunft kann man Rohde nur wünschen, daß sich langsam wieder der Erfolg einstellt. Schließlich wird ein Trainer auf Dauer nur am Erfolg gemessen.“
Fast unnötig zu erwähnen, dass Tennis Borussia seinen Vorsprung durch einen weiteren Sieg (3:1 in Babelsberg – Kovacec, Tredup, Aracic / Lau) auf 22 Punkte weiter ausbaut. Bergner trifft zum 1:0 beim 2:1 des 1.FC Union gegen Stahl Eisenhüttenstadt. Zum 3:1 von Rot-Weiß Erfurt über den VFC Plauen steuert Schönberg das letzte Tor für die Heimelf bei.
Vor ausverkauftem Haus (71.017 Zuschauer) bezwingt der FC Schalke den FC Bayern München durch ein Tor von Linke 1:0. In der 73. Minute muss Linke dann wegen einer Tätlichkeit mit Rot vom Feld. Da genügt dem Spitzenreiter Kaiserslautern auch ein 1:1 in Bremen (Schjönberg / Pfeifenberger). Rostock unterliegt gegen Leverkusen 1:2 (Studer / Kirsten und Zivkovic). In der Torschützenliste sind 3 gebürtige Ossis vorn: Ulf Kirsten (Leverkusen, 18), Olaf Marschall (Lautern, 13) und Roy Präger (Wolfsburg, 13).
Der 2. Liga-Spitzenreiter SC Freiburg wird beim VfB Leipzig entthront – 0:2 heisst es für die Truppe von Volker Finke (Fuchs und Heidrich), der sich so äussert: „Wir haben gut begonnen, Spiel und Gegner kontrolliert. Das 0:1, das wir selber mit vorbereitet haben, hat uns dann aus der Bahn geworfen. Die Punkte sind verdient in Leipzig geblieben.“ Neuer Tabellenführer ist der 1.FC Nürnberg nach einem 3:0 in Jena (Richter 2, Kurth). Zweiter ist nun Eintracht Frankfurt, das Energie Cottbus 2:0 schlägt (Schur und Eigentor Wehner). Für den FSV Zwickau wird der Klassenerhalt immer unwahrscheinlicher – auf St. Pauli verliert man 1:3 (Danielsson / Scherz, Scharping, Mason). Die Partie Meppen gegen Wattenscheid wird wegen einer Grippewelle bei den Gästen verlegt.
Im Champions League Viertelfinale treffen zwei deutsche Vertreter aufeinander. Das Hinspiel in München zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund endet 0:0. Bayer Leverkusen spielt daheim gegen Real Madrid 1:1 (Beinlich / Karembeu). Auch die anderen beiden Partien enden Remis: Juventus Turin – Dinamo Kiew 1:1, AS Monaco – Manchester United 0:0. Bei den Pokalsiegern erreicht der VfB Stuttgart ein 1:1 bei Slavia Prag (Poschner / Vacha). Im UEFA-Pokal verliert Schalke 04 bei Inter Mailand 0:1 (Ronaldo).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Chemie Leipzig kann mal wieder gewinnen – 1:0 zu Hause gegen Robotron Sömmerda.
In der Oberliga lässt Dresdens hohes 5:1 gegen Erfurt aufhorchen (Kirsten 2, Sammer 2, Gütschow / Jung). Im Berliner Ortsderby siegt der BFC mit 2:1 gegen Union (Ernst und Rohde / Hirsch). Die Partie Lok Leipzig gegen Magdeburg fällt aus.
Die DDR-Nationalelf verliert ein Freundschaftsspiel in Marokko mit 1:2 (Ernst / Khairi, Hamraoui).
Ergebnisse aus dem Europacup: Landesmeister: Bayern München – Real Madrid 3:2 (Pflügler, Eder, Wohlfahrt / Butragueno, Sanchez), UEFA-Pokal: Hellas Verona – Werder Bremen 0:1 ( Neubarth), Bayer Leverkusen – FC Barcelona 0:0.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Am 15. Spieltag der Liga Staffel C rückt Chemie Leipzig zum Spitzenreiter Chemie Buna Schkopau auf. Die Schkopauer verlieren 0:2 bei Stahl Brandenburg (Weingärtner und Kampf), während Chemie Leipzig 5:1 bei Einheit Wernigerode siegt.
Wernigerode: Wetzel, Schwenteck, Matoul, Reulecke, Jänicke, Nickstadt (65. Wienert), K. Hartmann, Drews, Müller, Hoppe, Hackelbusch (65. Deparade).
Chemie Leipzig: Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Limbach, Flor, Graul, Paul, Meyer, Lischke, Schubert.
Tore: 0:1 Meyer (8.), 0:2 Schubert (18.), 1:2 Müller (27.), 1:3 Meyer (51.), 1:4 Graul (77.), 1:5 Lischke (90.), SR: Dr. Hemmann (Greiz), Z.: 3000.
Torarmut am 16. Spieltag der DDR-Oberliga: Gerade einmal 4 Tore fallen in den 7 Begegnungen, noch dazu enden gleich 5 Spiele ganz torlos – so zum Beispiel Lok gegen Jena. Die Gewinner des Spieltages sind dementsprechend der BFC Dynamo (2:0 bei Union durch Pelka und Sträßer) und Vorwärts Frankfurt/Oder (2:0 gegen Wismut Gera – zweimal Hause).
In den Viertelfinal-Hinspielen des UEFA-Pokals siegt der 1.FC Magdeburg 1:0 über PSV Eindhoven (Streich), Jena geht beim SEC Bastia 2:7 unter (Raab 2 / Felix 2, Larios, Papi, Mariot, Cazes, Franceschetti). Ausserdem: Bei den Landesmeistern Swarowski/Wacker Innsbruck – Borussia Mönchengladbach 3:1 (P. Koncilia, Kriess, Schwarz / Heynckes) und im UEFA-Cup Eintracht Frankfurt – Grasshoppers Zürich 3:2 (Hölzenbein 2, Kraus / Bosco, Ponte).
In deutsch-deutschen Vergleichen siegt der BFC Dynamo 2:0 gegen den MSV Duisburg (zweimal Pelka), Eintracht Braunschweig und Lok Leipzig trennen sich 2:2 (Breitner, Eigentor Hammer / Moldt, Löwe).
Freygang
11.03.2008, 16:52
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Am 15. Spieltag der Liga Staffel C rückt Chemie Leipzig zum Spitzenreiter Chemie Buna Schkopau auf. Die Schkopauer verlieren 0:2 bei Stahl Brandenburg (Weingärtner und Kampf), während Chemie Leipzig 5:1 bei Einheit Wernigerode siegt.
Wernigerode: Wetzel, Schwenteck, Matoul, Reulecke, Jänicke, Nickstadt (65. Wienert), K. Hartmann, Drews, Müller, Hoppe, Hackelbusch (65. Deparade).
Chemie Leipzig: Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Limbach, Flor, Graul, Paul, Meyer, Lischke, Schubert.
Tore: 0:1 Meyer (8.), 0:2 Schubert (18.), 1:2 Müller (27.), 1:3 Meyer (51.), 1:4 Graul (77.), 1:5 Lischke (90.), SR: Dr. Hemmann (Greiz), Z.: 3000.
Das Spiel bei Einheit Wernigerode war genial! Chemie hatte eine total schwache Hinrunde gespielt und nur einmal auswärts gewonnen. Um noch Staffelsieger werden zu können, war ein Sieg bei Einheit W. Pflicht! Wernigerode zählte damals zu den Spitzenteams der Staffel C. Was zwischen dem Anschlußtreffer von Müller zum 1:2 und Meyers 1:3 abging war pure Fußball-Leidenschaft. Wernigerode drückte wie wild, Suchantke hielt wie ein Gott: Zwei Elfmeter und ein gutes halbes Dutzend sogenannte Hundertprozentige. Eine tolle Fußballstimmung vor 3.000 mann, davon circa 600 aus Leutzsch. Wernigerode stürmte, Suchantke hielt alles und am Ende schossen wir die Tore. Das Spiel war eigentlich erst nach dem 4:1 von Muskel entschieden. Das 5:1 von Lischke war das Sahnehäubchen auf einer herrlichen Torte. Danach Platzsturm. Suchantke wurde auf den Schultern der Fans vom Platz getragen. Alles war friedlich, ausgelassene Stimmung, Fußballherz was willst Du mehr! In der Mitropa in Wernigerode und in Halberstadt (?) konnte Flaschenbier nach belieben gekauft werden. Als ahnten die Massen, daß die Rückfahrt wegen englischen Nebels Stunden dauern würde. Selbst in Halle wurde nachgetankt. Ein geniales Spiel, ein super Ergebnis, eine wunderbare Rückfahrt. So schön wie Wismar (1972), Union (1975; 1983 gab es ja nicht mal Wasser!); Eisleben (1975). Die siebziger waren einfach genial. Das 5:1 bei Wernigerode und die Fahrt in den Harz waren ein Traum!
Kungur1992
11.03.2008, 23:06
aber die hauptsache ist ja das der fsv lebt!!!
welcher übrhaupt???
und wen intressiert hier der fsv???
Hier regiert die BSG!!!
Lies mal das! Vielleicht weißt Du dann, welcher FSV gemeint ist!
mori_dom
12.03.2008, 08:28
PELKA-WAS FÜR EIN STÜRMER. DELIGIERT VON CHEMIE NACH OSTBERLIN. http://content.sweetim.com/sim/cpie/emoticons/0002014F.gif (http://www.sweetim.com/s.asp?im=gen&ref=10) ABER LANGE KONNTE ER FÜR DEN BFC NICHT SPIELEN. SPORTINVALIDE NACH SCHWERER VERLETZUNG.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die einkehrende Tristesse der vergangenen Wochen wird beim Auswärtsspiel des FC Sachsen in Eisenhüttenstadt noch gesteigert. Neben einer 0:3-Schlappe gibt es den Absturz in der Regionalliga-Tabelle von Platz 2 auf 5. Mathias Bunkus heisst der Autor des zugehörigen LVZ-Artikels:
„Eisenhüttenstadt. Thomas Till fehlten die Worte. Schweigend ging der Präsident des FC Sachsen am Kabinentrakt vorbei, die Augen schimmerten verdächtig feucht. 0:3 (0:2) verloren. Wieder kein Sieg. „Das ist schon bitter“, preßte er zwischen zusammengekniffenen Lippen hervor. Zuzuschreiben hatten sich die Leutzscher diese Packung selbst. Vor des Gegners Tor gesündigt, im eigenen Strafraum geschlafen. Wer alleine in der ersten Halbzeit vier Hochkaräter vergibt, darf sich nicht wundern, wenn er am Ende vergeblich einem Rückstand hinterherläuft. Frank Rohdes Rumpfelf („Wir sind mit dem Rest der Welt angereist“), in der Torunarigha nach eineinhalb Jahren Abstinenz sein Comeback geben durfte, war vor allem vor der Pause die spielbestimmende Mannschaft. Die Sachsen wirkten beweglicher, gingen engagiert in die Zweikämpfe („Vom Einsatz her kann ich niemand einen Vorwurf machen“, so Rohde) und brachten die Eisenhüttenstädter Abwehr in Verlegenheit. Vishniauskas hatte die erste Möglichkeit auf dem Kopf (13.). Nur verfehlte er ebenso das Stahl-Gehäuse wie später Baum und Golowan. Ziffert zielte kurz vor der Pause ein wenig besser, er traf wenigstens die Latte. Da stand es allerdings schon 2:0 für die Hausherren. Ein Einwurf von links, Kopfballverlängerung und Schwöbel drückt den Ball aus fünf Metern unhaltbar für Sejna über die Linie (18.). Das 2:0 fast eine Doublette des ersten Tores. Einwurf von rechts, Schwöbel verlängert und diesmal war Kremser zur Stelle. Zu allem Überfluß mußte Krauß nach einem unnötigen Foul in der gegnerischen Hälfte auch noch mit Gelb-Rot vom Platz (36.). Doch die Sachsen steckten nicht auf. „Hier ist noch was drin“, war sich Rohde zur Halbzeit sicher. Und wenn Schade nicht kurz nach Wiederanpfiff mit dem 3:0 nach einem Konter (!) die Fronten endgültig geklärt hätte, wären die Zuschauer sicherlich noch besser unterhalten worden.“
FC Sachsen: Sejna – Ziffert - Virag, Krauß – Baum, Hammermüller, Torunarigha, Lucic (83. Raschke), Vishniauskas - Golowan, Filipovic.
Tore: 1:0 Schwöbel (18.), 2:0 Kremser (32), 3:0 Schade (51.), SR: Richter (Berlin), Z.: 530. Gelb-Rote Karte: Krauß (FC Sachsen, 36. wegen wiederholten Foulspiels).
Tabellenführer Tennis Borussia Berlin holt mit einem 3:0 über den VFC Plauen (Isa, Kovacec und Lünsmann) vor 532 Zuschauern die Punkte 67 bis 69 aus dem 25. Saisonspiel bei einem Torverhältnis von 64:5. Am FC Sachsen ziehen der Chemnitzer FC (1:0 über Union Berlin durch Kunze), Eisenhüttenstadt und Erzgebirge Aue (3:2 gegen Babelsberg – Sadlo, Zweigler, Stojko / Steiner, Lau) vorbei. In der Regionalliga Nord führt Eintracht Braunschweig (1:0 gegen Göttingen 05) die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf Hannover 96 (3:0 gegen Kickers Emden) an.
Am 26. Spieltag der 1. Bundesliga siegt Spitzenreiter Kaiserslautern gegen 1860 München 1:0 (Ratinho). Da der FC Bayern nur zu einem 0:0 daheim gegen Bochum kommt, haben die Pfälzer schon 9 Punkte Vorsprung und sind als Aufsteiger auf dem besten Weg zur Meisterschaft. Der 1.FC Köln und Hansa Rostock trennen sich torlos 0:0.
Die 2. Liga ist erst in der 22. Runde. Die Ost-Vereine können punkten: Carl Zeiss Jena holt beim SC Freiburg ein 1:1 (Gerlach / Weißhaupt), Zwickau schafft gegen Mainz daheim ein 0:0 und Energie Cottbus spielt gegen den KFC Uerdingen 2:2 (Zöphel, Labak / Scherbe, van der Ven). Der VfB Leipzig bezwingt den FC Gütersloh durch ein Tor des Ex-Bundesligastars Roland Wohlfarth (287 BL-Spiele, 120 Tore, BL-Torschützenkönig 1991) mit 1:0. Die Zukunft hat diese VfB-Mannschaft allerdings nicht für sich – das Durchschnittsalter beträgt 29,1 Jahre. Eintracht Frankfurt siegt im Spitzenspiel 1:0 beim 1.FC Nürnberg (Thomas Epp). Fortuna Düsseldorf (u.a. mit Jack und Niestroj) schlägt Greuther Fürth ebenfalls 1:0.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Chemie Leipzig spielt 1:1 bei Motor Nordhausen.
Das Spitzenduo der Oberliga trifft im direkten Vergleich aufeinander. Lok Leipzig siegt durch Tore von Leitzke (Vorarbeit Zimmerling) und Zimmerling mit 2:0 beim BFC Dynamo und zieht nach Punkten mit dem Vorjahresmeister gleich. Ebenfalls 22 Pluspunkte, aber ein Spiel mehr, hat der Dritte Dynamo Dresden nach dem 3:1 bei Wismut Aue (Gütschow 2, Minge / Krauß).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Der 16. Spieltag der Liga Staffel C sieht die beiden Spitzenmannschaften im Gleichschritt siegen: Der Zweite Chemie Leipzig schlägt Chemie Wolfen vor toller Kulisse 4:1 und Tabellenführer Chemie Buna Schkopau bezwingt mit dem gleichen Resultat Einheit Wernigerode.
Chemie Leipzig: Suchantke, Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Graul, Paul, Meyer, Lischke, Schubert.
Wolfen: Eisenbarth, Lodyga, Steinert, Apitzsch, Hänel, Keßler, Pfund (66. Niksch), Klingner, Schüler (60. Felker), Kubern, Seidel.
Tore: 0:1 Steinert (3.), 1:1 Flor (7., Foulstrafstoß), 2:1 Fritzsche (15.), 3:1 Schubert (35.), 4:1 Fritzsche (74.), SR: Horning (Berlin), Z.: 7500.
Nach den Hinspielen des FDGB-Halbfinales scheint bereits klar zu sein, wer das Finale erreicht. Der 1.FC Magdeburg deklassiert den BFC Dynamo 4:0 (Tyll, Pommerenke, Streich, Steinbach). Dynamo Dresden siegt bei Rot-Weiß Erfurt 2:1 (Trautmann 2 / Vlay).
Das erste Länderspiel des Jahres 1977 gestaltet die DDR siegreich. Gegen die Schweiz gibt es einen 3:1-Erfolg in Karl-Marx-Stadt. Rugust (Magdeburg) und Peter (HFC) bestreiten ihr erstes Länderspiel. Die Tore machen Riediger und zweimal Hoffmann für die DDR, Sulser trifft für die Eidgenossen.
FC Sachsen: Sejna – Ziffert - Virag, Krauß – Baum, Hammermüller, Torunarigha, Lucic (83. Raschke), Vishniauskas - Golowan, Filipovic.
Tore: 1:0 Schwöbel (18.), 2:0 Kremser (32), 3:0 Schade (51.), SR: Richter (Berlin), Z.: 530. Gelb-Rote Karte: Krauß (FC Sachsen, 36. wegen wiederholten Foulspiels).
Weil es ja so gut zum heutigen Tage passte, mal folgende Frage: War der Krauß bei uns im grün-weißen Trikot auch so finster ? Ich habe den heute mal genauer beobachtet, also außer Bälle wie ein Wahni sinnlos nach vorne ins Nirvana dreschen kann der fussballerisch ja wirklich rein gar nichts. Ich kann mich an seine Spielweise bei uns gar nicht mehr recht erinnern, daher meine ernstgemeinte Frage.
Whisky4538
16.03.2008, 17:08
Weil es ja so gut zum heutigen Tage passte, mal folgende Frage: War der Krauß bei uns im grün-weißen Trikot auch so finster ? Ich habe den heute mal genauer beobachtet, also außer Bälle wie ein Wahni sinnlos nach vorne ins Nirvana dreschen kann der fussballerisch ja wirklich rein gar nichts. Ich kann mich an seine Spielweise bei uns gar nicht mehr recht erinnern, daher meine ernstgemeinte Frage.
Ein Zauberer war er auch bei uns bestimmt nicht. Stimmt es eigentlich, das er der Sohn von unserem Roland Krau0 ist?
Torschützenkönig
17.03.2008, 19:17
Weil es ja so gut zum heutigen Tage passte, mal folgende Frage: War der Krauß bei uns im grün-weißen Trikot auch so finster ? Ich habe den heute mal genauer beobachtet, also außer Bälle wie ein Wahni sinnlos nach vorne ins Nirvana dreschen kann der fussballerisch ja wirklich rein gar nichts. Ich kann mich an seine Spielweise bei uns gar nicht mehr recht erinnern, daher meine ernstgemeinte Frage.
Krauß passt gut zu eurem Gerber.Der eine drischt nach vorn,der andere köpft nur nach vorn. :D
Krauß würde ich keineswegs als finster bezeichnen,wir können schon froh sein ihn zu haben.Der hat auch schon viele gute Spiele gemacht.Und das wir die wenigsten Gegentore in der LL bekommen haben,liegt auch an ihm.
Aber zur Hauptfrage : JA,es gibt viele Spiele wo er genau das macht was du beschreibst.Und technisch wird er auf der Playstation besser sein.Aber mal ehrlich,welcher Abwehrspieler ist denn in unseren Ligen,egal ob 4 oder 5 da wirklich ein sehr guter Fußballer?Das Krauß da allerdings mit dem gebolze heraus sticht,ist wahr.Spielaufbau mangelhaft.
Krauß passt gut zu eurem Gerber.Der eine drischt nach vorn,der andere köpft nur nach vorn. :D
Krauß würde ich keineswegs als finster bezeichnen,wir können schon froh sein ihn zu haben.Der hat auch schon viele gute Spiele gemacht.Und das wir die wenigsten Gegentore in der LL bekommen haben,liegt auch an ihm.
Aber zur Hauptfrage : JA,es gibt viele Spiele wo er genau das macht was du beschreibst.Und technisch wird er auf der Playstation besser sein.Aber mal ehrlich,welcher Abwehrspieler ist denn in unseren Ligen,egal ob 4 oder 5 da wirklich ein sehr guter Fußballer?Das Krauß da allerdings mit dem gebolze heraus sticht,ist wahr.Spielaufbau mangelhaft.
Ich will ihn ja auch gar nicht schlecht machen. Ihr müsst doch ihn und seine Art Fussball zu spielen doch mögen, nicht wir.:D Gebe Dir auch Recht, dass in Liga 5 und 4 die technischen Raffinessen eher Mangelware sind. Krauß sein Stil Fussball zu spielen erinnerte mich aber eher an Zerstörungswut, und ich kann mich echt nicht mehr daran erinnern, ob er dies auch bei uns so tat. Scheinbar aber die anderen auch nicht hier.:kotz:
Hmh, erstens ich fand unseren Gerber heute sehr stark...
Noch mit en paar zu vielen Fehlabspielen, aber sehr sehr kampfstark usw...
Zu Kraus:
schlecht war der nicht, Er hatte ein sehr sehr starkes Stellungsspiel und immer noch keinen schlechten Antritt, hat auch sehr viel abgelaufen.
Zum Glück war der Schreiber (??) nicht in Form, der war im Hinspiel noch Bärenstark....
Torschützenkönig
17.03.2008, 21:52
Hmh, erstens ich fand unseren Gerber heute sehr stark...
Noch mit en paar zu vielen Fehlabspielen, aber sehr sehr kampfstark usw...
Zu Kraus:
schlecht war der nicht, Er hatte ein sehr sehr starkes Stellungsspiel und immer noch keinen schlechten Antritt, hat auch sehr viel abgelaufen.
Zum Glück war der Schreiber (??) nicht in Form, der war im Hinspiel noch Bärenstark....
Heute? ;)
Schreiber hat zwar ein kleines tief,aber wenn er auf einer Position spielen muß(nach Einwechslung).....naja.....ein Rechtshänder schreibt mit links ja sicher auch besser. :doh.....aber egal nun.Eh zu spät.
Ja,der Gerber war schon gut in dem Spiel.Technisch aber auch kein Nesta.
Da es hier aber insgesamt um ein anderes Thema geht,wollen wir mal nicht zu sehr ins aktuelle abdriften.Naja der Krauß,der macht noch seine 1-2 Jahre.Noch reichts ja.Aber 10 Jahre jünger hätte ich ihn auch gern mal gesehen ( @ thommy). :D
Ging aber nicht,da war er nicht bei uns.
Soweit ich mich erinnere, kam der Holger Krauß damals von Bayer Leverkusen (Ama) zu uns. Hatte schon einige Erwartungen an ihn, die er aber nicht erfüllen konnte. Er blieb bei uns insgesamt eher blass und unauffällig. Das wird im folgenden LVZ-Artikel auch in einem Nebensatz bestätigt.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Wiederum kann der FC Sachsen, wenn er am Tiefpunkt scheint, mit einer respektablen Leistung überraschen. Gegen den Tabellenzweiten Chemnitzer FC gelingt ein 1:1. Eberhard Schmiedel schreibt für die LVZ:
„Leipzig. Mangel an spielfähigem Personal ließ vor dem Sachsenderby Schlimmes für die Gastgeber befürchten, denn der Chemnitzer FC hatte zuletzt gute Form bewiesen. Kurz vor dem Spiel mußte auch Baum (Fieber) passen, nachdem schon die beiden Stammkeeper, Sänger, Rietschel, Kaiser und Müller fehlten. Aber es geschah ein kleines Wunder, an dem sich die Fans aufrichten konnten. Nicht nur, daß sich Torwart Nr. 3, Frank Schöne, zum Rückhalt seiner Elf mauserte, vielmehr bescherte ein Mann die Führung, dem es kaum einer zutraute. Präzise köpfte nämlich Ojokojo Torunarigha eine Filipovic-Vorlage ein (7.) und war nach dem Spiel ein glücklicher Mensch. „Ich muß nur spielen, alles andere kommt dann schon“, meldete er sich zu Wort. Ebenso wie der auch eingesetzte Holger Krauß, muß sich nämlich der Afrikaner seine Sporen in der Bezirksliga-Elf verdienen. Einen neuen Verein hat der fast schon in Leutzsch Ausgemusterte noch nicht gefunden. Vom Notnagel also zum Matchwinner? „Es wäre zu schön gewesen, wenn diese Verlegenheitself die Punkte geholt hätte“, ärgerte sich Sachsen-Trainer Frank Rohde schon über das Remis. Seitdem er in Leutzsch das Zepter schwingt, hat´s mit dem Siegen bisher nicht geklappt. Doch selten waren die Gastgeber dem Erfolg so nahe wie diesmal. Zum einen beeindruckte Rohdes Elf mit viel Kampfgeist, wenn auch im Zusammenspiel manche Wünsche offenblieben. Zum anderen offenbarten die Chemnitzer eklatante Zweikampfschwächen in der zweiten Hälfte, ermöglichten auch damit einen spielerischen Aufschwung der Gastgeber, waren so mit der Punkteteilung noch gut bedient. Vishniauskas war mit seinem Kopfball aus fünf Metern an die Latte nah am Siegtreffer, doch Süssner hielt den Ball auf der Linie auf (73.). „Der Einsatz stimmte, deshalb bin ich auch nicht unzufrieden. Aber wir versäumten es, rechtzeitig einen Treffer nachzulegen“, meinte Rohde. Vielleicht war auch der Referee „schuld“ daran, denn einem Sachsen-Treffer (Bittermann-Eigentor) versagte er nach Befragung des Linienrichters die Anerkennung. Filipovic sollte sich im Abseits befunden haben, der aber griff nicht ins Geschehen ein. Passives Abseits also, aber „wenn der Schiri kein Tor gibt, ist es kein Tor“, war CFC-Trainer Franke darüber natürlich nicht böse. Spätestens ab dieser Minute (44.) war es aus mit der Ruhe, hatte der Schiri Mühe, die hektischen Kontrahenten im Zaume zu halten, denn es wurde mit Haken und Ösen gespielt. Auch die Fans ließen ihrem Unmut freien Lauf. Brutal ging es nie zu, aber Nicklichkeiten behinderten oft den Spielfluß. Acht gelbe Karten und Gelb-Rot gegen Bittermann zwei Minuten vor ultimo sagen einiges. Torwart Schöne wurde gleich in der ersten Minute zweimal geprüft und ließ sich ebenso in der Schlußviertelstunde von Schmidts und Bittermanns Schüssen nicht überraschen. Auch Libero Ziffert machte seine Sache gut, während Shala mit König einen unbequemen Schatten an seiner Seite wußte. Mehr als ein gefährlicher Freistoß (24.) kam jedoch diesmal nicht heraus. Er hatte aber genügend Kraft, bei seiner Auswechslung den Dreß in die Zuschauer zu werfen (80.).“
FC Sachsen: Schöne – Ziffert - Virag, Krauß – Torunarigha, Hammermüller, Vishniauskas, Lucic, Shala (80. Gerloff) - Golowan, Filipovic.
Chemnitz: Süssner – Wienhold – Laudeley, Hennig – Bittermann, Köhler, Schmidt, König (79. Tetzner), Liebers – Kunze, Ullmann.
Tore: 1:0 Torunarigha (7.), 1:1 Kunze (12), SR: Blumenstein (Berlin), Z.: 1735. Gelb-Rote Karte: Bittermann (CFC, 88. wegen groben Foulspiels).
Spitzenreiter TeBe tut sich ein bisschen schwer, gewinnt aber trotzdem 1:0 gegen Zehlendorf (Dermech). Melzig (TeBe) fliegt nach71 Minuten wegen wiederholten Foulspiels vom Platz. Erzgebirge Aue holt in Spandau nur ein 0:0. Union Berlin verliert zu Hause 1:2 gegen Stendal (Struck / Wiedemann, Berg). Der VFC Plauen gewinnt 2:1 in Babelsberg (Weiß, Spranger / Persich), Magdeburg schlägt Nordhausen 4:0 (Lau 3, Maltritz). Am Mittwoch danach treffen die beiden letztgenannten Sieger 19 Uhr in einem Nachholespiel aufeinander. Da ich gerade zu einem Lehrgang in der Nähe von Plauen bin, sehe ich mir das mit 2 Kollegen mal an. Das Auto des Kollegen, der fährt, hat ein QLB-Kennzeichen, so dass wir von der Plauener Polizei zielsicher zum Gästeblock geleitet werden. Dort ist die Stimmung ganz OK, wir stehen aber etwas abseits und werden von manchem ein wenig argwöhnisch beäugt. Das Spiel endet 1:1. Laut Programmheft (1,00 DM) war der Plauener Spieler des Tages im letzten Heimspiel gegen Sachsen Leipzig Jens Starke. „Er erhält als Preis eine vierteilige, hochwertige Satinbettwäsche“, so der aktuelle Beileger zum Programmheft vom 15. Februar 1998.
Zunächst werden nur 5 Spiele des 27. Bundesliga-Spieltages ausgetragen, der Rest folgt dann am 29. April. Bayern München siegt in Stuttgart 3:0 (Fink, Scholl, Zickler). Hansa Rostock bezwingt Duisburg 2:1. Das 1:0 von Slawomir Majak ist das 100. Bundesliga-Tor von Hansa Rostock. Die anderen Treffer der Partie machen Top-Joker Pamic (Rostock) und Salou (MSV).
Auch in der 2. Liga gibt es erstmal nur ein Rumpfprogramm des 23. Spieltages. Dabei tritt nur ein Ostverein an – Energie Cottbus verliert in Meppen 1:3 (Hoßmang / Stendel 2, Claaßen). Eintracht Frankfurt schlägt den SC Freiburg im Topspiel 2:0 (Sobotzik und Zampach).
In der Champions League setzt sich in der rein deutschen Begegnung Borussia Dortmund gegen den FC Bayern mit 1:0 nach Verlängerung durch (Chapuisat). Leverkusen ist nach einem 0:3 beim nächsten BVB-Kontrahenten Real Madrid draussen (Karembeu, Morientes, Hierro). Der VfB Stuttgart zieht bei den Pokalsiegern ins Halbfinale ein – 2:0 gegen Slavia Prag (zweimal Balakov). Schalke 04 scheidet im UEFA-Cup-Viertelfinale gegen den späteren Cupsieger Inter Mailand aus (1:1 nach Verlängerung – Goossens / West).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Gegen die zweite Mannschaft von Carl Zeiss Jena gelingt Chemie Leipzig ein 1:0-Heimsieg. Zwickaus erster Platz in der Liga Staffel B bleibt weiterhin unangetastet.
Neuer Tabellenführer in der Oberliga: Dynamo Dresden siegt 3:1 gegen den 1.FC Magdeburg (Gütschow 2, Pilz / Wuckel) und zieht am BFC Dynamo (0:0 bei Stahl Brandenburg) und Lok Leipzig (1:1 in Rostock – Lindner / Röhrich) vorbei. Am Tabellenende feiern Wismut Aue (1:0 beim HFC durch Heckers Kopfball) und Union Berlin (2:1 gegen Jena – Enge, Seier / Penzel) wichtige Siege.
Im Europacup scheitert der FC Bayern bei den Landesmeistern an Real Madrid (0:2 durch Jankovic und Michel). Weiter sind dagegen im UEFA-Pokal Werder Bremen (1:1 gegen Hellas Verona – Sauer / Pacione) und Bayer Leverkusen (1:0 beim FC Barcelona durch Tita). Die beiden bundesdeutschen Vereine treffen im Halbfinale aufeinander.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Ärgerlicherweise fehlt mir im Jahrgang 1978 ausgerechnet die Fuwo-Ausgabe vom 21. März. So kann ich zum absoluten Spitzenspiel der Liga Staffel C nur sagen, dass es die Leutzscher in Schkopau mit 2:0 für sich entscheiden können und damit die Tabellenführung übernehmen. Die „Leutzscher Legende“ von Jens Fuge scheint an dieser Stelle fehlerhaft zu sein, denn dort heisst es: „Am 17. Spieltag wollte Buna Schkopau, das nur zwei Punkte hinter Chemie lauerte, den Spitzenreiter aus Leutzsch stürzen. Doch daraus wurde nichts. Schubert und Graul sorgten mit einem raffinierten Freistoß für den 2:1-Sieg und damit für klare Verhältnisse.“ Die Fuwo vom 14. März vor dem 17. Spiel weist in der Tabelle aber Chemie Buna Schkopau mit 22:10 Punkten und 30:12 Toren vor Chemie Leipzig mit ebenfalls 22:10 Zählern, aber 30:13 Toren aus.
Im Europapokal ist für die beiden letzten DDR-Vertreter Endstation. Gegen die späteren Finalisten SEC Bastia und PSV Eindhoven (u.a. mit Huub Stevens) scheiden Carl Zeiss Jena nach einem 2:7 und der 1.FC Magdeburg nach einem 2:4 aus.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Regionalliga Nordost spielt an dem Wochenende nicht.
Bundesliga-Spitzenreiter Kaiserslautern rutscht auf dem Betzenberg gegen Leverkusen aus (0:3 durch Tore von Beinlich, Rink und Kirsten). Für Michael Ballack (FCK) ist es das erste Profi-Spiel über die ganze Distanz von 90 Minuten. Verfolger Bayern München kann das nicht so richtig nutzen und spielt daheim gegen den Karlsruher SC nur 1:1 (Elber / Regis). Rolf-Christel Guié-Mien (KSC) steht zum ersten Mal in der Startelf der Badener, muss aufgrund seiner Auswechslung in der 79. Minute aber noch bis zur kommenden Woche (gegen Hertha) auf sein erstes Profispiel über 90 Minuten warten. Schalke 04 und Hansa Rostock trennen sich 0:0. Rostock hat damit die magische 40 Punkte-Mauer durchbrochen.
Nach einem schnellen Rückstand gegen Tabellenführer Eintracht Frankfurt (Westerthaler, 2. Minute) holt der VfB Leipzig noch einen Punkt, da Heidrich nach Vorarbeit von Ronny Kujat den Gäste-Keeper Oka Nikolov zum 1:1 überwindet. Torreich geht es in der Partie Fortuna Köln gegen den FSV Zwickau zu – 5:2 für die Heimelf (Younga-Mouhani 2, Krieg, Brdaric, Akonnor / Hermel, Rajamäki). Abstiegskandidat Carl Zeiss Jena holt einen 2:1-Sieg (gegen Gütersloh – Hauser, Jüptner / Wagner). Auch Cottbus siegt – 1:0 über Unterhaching (Jovic).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Bei Fortschritt Bischofswerda kassiert Chemie Leipzig eine 0:3-Pleite.
Der BFC Dynamo ist wieder Oberliga-Tabellenführer. Während sich die Konkurrenz gegenseitig die Punkte abnimmt (Lok gegen Dresden 1:1 – Leitzke / Gütschow), siegen die Berliner 5:1 gegen Hansa Rostock (Reich 2, Ernst, Thom, Eigentor Wriedt / Wunderlich). Jena und Brandenburg gehen 1:1 auseinander (Raab / Jeske). Magdeburg schlägt den HFC 2:0 (zweimal Bonan).
In der BRD-Bundesliga bleibt Werder Bremen nach einem 3:1 über Meister Bayern München Tabellenführer (Riedle 2, Ordenewitz / Matthäus). Schalke 04 bezwingt Borussia Dortmund 3:0 (Wollitz, Marquardt, Thon).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Chemie Leipzig kommt im Heimspiel gegen Vorwärts Dessau nicht über ein 1:1 hinaus.
Chemie: Suchantke (47. Menzel), Haase, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Graul, Paul, Meyer, Lischke, Schubert.
Dessau: Herber, J. Eilitz, Reuter, Neubert, Fischer, Sommer, Stockmann, Rawiel, Göbel, Hampel, Welzel (63. Gläßer).
Tore: 1:0 Flor (74., Foulstrafstoß), 1:1 Hampel (78.), SR: Peschel (Radebeul), Z.: 5.000.
Da Chemie Buna Schkopau auch nur ein 1:1 (in Thale – Naumann / Klöhn) holt, wird es durch Stahl Blankenburg (3:0 über TSG Schkeuditz – Hauke, Lange, Baumgartl) von Platz 2 verdrängt.
Im FDGB-Pokal-Halbfinale setzen sich der 1.FC Magdeburg (1:1 beim BFC Dynamo – Pommerenke / Lauck) und Dynamo Dresden (0:0 gegen Rot-Weiß Erfurt) dank der Hinspielresultate durch.
Mal ein dickes Danke für Dich Lars für die Mühe.
Immer wieder interessant zu lesen was vor 10, 20 oder 30 Jahren so war. Manches fällt einem beim lesen wieder ein.
Machs gut und lass es Dir gut gehen.
Danke @ SIK für die lieben Worte.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Am 28. Spieltag der Regionalliga Nordost tritt der FC Sachsen in Stendal an. Der LVZ-Spielbericht von Michael Küssner zum 1:1 liest sich so:
„Stendal. Fußball-Regionalligist FC Sachsen Leipzig kam gestern beim FSV Lok Altmark Stendal nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Dabei begann es für die Mannschaft von Trainer Frank Rohde vielversprechend. Filipovic (8.) hatte die Leutzscher vor 1470 Zuschauern in Führung gebracht, doch Wiedemann (80.) gelang der verdiente Ausgleich für die Gastgeber. Auch wenn der FC Sachsen damit im achten Spiel in Folge ohne Sieg blieb, bescheinigte Rohde seiner Mannschaft eine gute Leistung. „Endlich haben wir uns mal als Einheit gezeigt. Das war eine wirklich niveauvolle Begegnung.“ 100 Sachsen-Fans waren mit in die Altmark gereist und stärkten ihrer Mannschaft den Rücken. Die wirtschaftlichen Probleme innerhalb des Vereins schienen die Mannschaft nicht zu belasten. Angetrieben durch Kapitän Steffen Hammermüller bot man im Stendaler Hölzchen – bei der zweitbesten Mannschaft der Rückrunde – eine couragierte Vorstellung. Und Frank Rietschel, der wegen einer Rotsperre pausierte, ist sich sicher. „Sportlich geht es bergauf. Am Saisonende werden wir noch einen vorderen Platz belegen.“ Sieben Heimspiele konnte Stendal zuletzt in Folge gewinnen, und fast hatte es den Anschein, als ob die Leipziger den knappen 1:0-Erfolg aus dem Hinspiel wiederholen könnten. Nachdem man die ersten Drangminuten der Platzherren unbeschadet überstanden hatte, überlistete Filipovic die Stendaler Abwehr und schoß aus zehn Metern zur Führung ein. Stendal agierte zusehends verunsichert, während Leipzig mit dem 1:0 im Rücken das Spiel weitestgehend bestimmte. Nach der Pause hatte Hammermüller, gestern einer der auffälligsten Spieler, die große Chance zum vorentscheidenden 2:0. Doch den Kapitän verließen die Nerven. Freistehend vor dem Gehäuse von Pietruska verschoß er. Jetzt war Stendal am Zuge. Immer wieder schaltete sich Libero Grempler in die Angriffe ein. Die Deckung von Leipzigs Libero Torunarigha, der erstmals in dieser Saison als Abwehrchef agierte, stand sicher. In der 80. Minute dann aber doch der Ausgleich. Nach Eingabe von rechts ließ man den bis dato glücklosen Wiedemann aus den Augen. Ein Fehler. Denn der Stendaler Torjäger traf mit einem sehenswerten Drop-Kick zum 1:1-Ausgleich. Ein Resultat, mit dem beide Mannschaften letztlich absolut zufrieden sein konnten.“
Stendal: Pietruska – Grempler – Buchheim, Suchanek (30. Shubitidze) – Lenz (90. Fischer), Hoffmann, Lässig, Schulz, Demuth (33. Schmidt) – Wiedemann, Berg.
FC Sachsen: Sejna – Torunarigha – Virag, Krauß (70. Kaiser) – Lucic, Gerloff, Vishniauskas, Hammermüller, Baum, Filipovic – Golowan.
Tore: 0:1 Filipovic (8.), 1:1 Wiedemann (80.), SR: Ströhl (Berlin), Z.: 1470.
Frank Mertens ist der Autor der Artikel „Runter hier, wir haben Training“ und „Meine Meinung – Instinktlosigkeit“, die von den Leutzscher Fanprotesten berichten:
„Leipzig. Die Fans des FC Sachsen Leipzig sind sauer. Stinksauer sogar. Auf die Mannschaft, auf Trainer Frank Rohde. „Runter hier, wir haben Training bis 15 Uhr“, hatte Rohde sie am Sonnabend beim Abschlußtraining schroff vom Platz gewiesen. Michael Stelzer, dem Vorsitzenden des Fan-Rates, blieb gerade noch Zeit, um Kapitän Hammermüller einen Brief zu überreichen. Darin fordern die Anhänger die Spieler des in Finanzschwierigkeiten steckenden Fußball-Regionalligisten auf, auf einen Teil ihres Gehaltes zu verzichten. Über ihren offenen Brief und dessen Inhalt wollten Stelzer und die 50 Fans mit den Spielern diskutieren. Doch dazu kam es nicht, auch nicht nach dem Training. Schnurstracks marschierten die Spieler an den Fans und deren Plakaten („Die Gehälter fürstlich, die Leistung dürftig“, „Null-Mark für Null-Leistung“ oder „Zeigt endlich Herz – Spieler spendet“) vorbei in die Umkleidekabine. Kein Wort, kein Blick, nichts. „Die haben offensichtlich immer noch nicht verstanden, daß es um die Zukunft unseres Vereins geht“, sagte Peter Hoffmann vom FanClub West enttäuscht. Die Verwunderung über die Ignoranz von Spielern und Trainer auf die Aktion der Fans war auch Stelzer anzumerken. „Was hätten wir denn tun sollen?“ fragte er entgeistert in die Runde. Vor allem von Trainer Frank Rohde hätten die Fans Verständnis erwartet. Schließlich wollten die Anhänger mit ihrer Aktion Präsident Thomas Till und auch Rohde den Rücken stärken. „Denn beide leisten hervorragende Arbeit“, erklärte Peter Hoffmann. Die ganze Aktion sei vor allem gegen Spieler wie Sänger, Lucic, Shala oder Baum gerichtet, „die sich einfach nicht mit unserem Verein identifizieren“, sagte Hoffmann. Kujtim Shala zeigte sich verwundert über die Aktion. „Die Verantwortlichen müssen sich vorher überlegen, was für Verträge sie machen. Die Schuld liegt dafür nicht bei den Spielern“, erklärte Shala. Eine Meinung, die bei den Fans ebenso auf Unverständnis stößt, wie das Verhalten der Spieler. „So etwas lassen wir uns nicht noch einmal bieten“, so Hoffmann. Weitere Aktionen werden folgen.“
Und:
„Herr Rohde, das war instinktlos! Sowohl von ihnen als auch von ihrer Mannschaft. Mußten Sie wirklich die Fans vom Feld weisen? Hätten Sie das Training nicht für fünf Minuten unterbrechen können, damit die Anhänger den Spielern kurz ihr Anliegen mitteilen können? Nein, Sie bestanden darauf, daß weiter trainiert wird. Und ihre Spieler haben die Fans schlicht ignoriert, auch nach dem Training. So verprellt man sich auch seine treuesten Anhänger. Die Fans haben Ihr Verhalten und das Ihrer Spieler zu Recht als inakzeptabel gewertet. So kann man nicht mit Anhängern umgehen, die sich Sorgen um die Zukunft des Vereins machen. Die Fans wollten den Dialog. Sie und die Spieler nicht. Schade.“
Tennis Borussia siegt in Eisenhüttenstadt 1:0 (Kovacec). Chemnitz und Erfurt trennen sich 1:1 (Ullmann / Koslov). Auch die Partie zwischen Aue und Dresden endet 1:1 (Thielemann / Gütschow).
Bayern München meldet sich im Bundesliga-Titelkampf noch mal zurück. Während Spitzenreiter Kaiserslautern in Duisburg nur 1:1 spielt (Marschall / Hajto), trumpfen die Bayern 3:0 in Bremen auf (Scholl 2, Jancker) und rücken auf 3 Punkte heran. Rostock schlägt Dortmund 3:1 (Majak, Pamic, Lange / Chapuisat).
In der zweiten Liga holt der VfB Leipzig einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf – 1:0 durch Fuchs in Uerdingen. Carl Zeiss Jena erreicht einen Zähler in Frankfurt und lag sogar 2:0 vorn (Heiko Weber, Schneider / Güntensperger, Brinkmann). Cottbus verliert 0:1 in Fürth (Kerbr), Zwickau daheim gegen Düsseldorf (Fach). Der SC Freiburg gewinnt hoch mit 5:0 in Meppen (Weißhaupt 3, Wassmer 2).
Im Halbfinale der Champions League verliert Borussia Dortmund das Hinspiel bei Real Madrid 0:2 (Morientes, Karembeu).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Gegen Fortschritt Weida gelingt Chemie Leipzig daheim ein 1:0-Sieg.
Durch Spielausfall in Jena (gegen den BFC) erobert Dynamo Dresden die Oberliga-Tabellenführung dank eines 2:0 über Hansa Rostock (Sammer, Gütschow) zurück. Der HFC Chemie und Lok Leipzig gehen 0:0 auseinander.
Ein Länderspiel zwischen der DDR und Rumänien endet in Halle 3:3.
DDR: Müller (Lok) ab 46. Rudwaleit (BFC) – Stahmann (FCM) – Kreer (Lok), Lindner (Lok), Zötzsche (Lok) – Pilz (Dresden), Stübner (Dresden) ab 63. Sammer (Dresden), Steinmann (FCK) ab 77. Raab (Jena) – Kirsten (Dresden), Ernst (BFC), Thom (BFC).
Tore: 1:0 Ernst (11.), 1:1 Müller (20., Eigentor), 2:1 Zötzsche (38., Handstrafstoß), 3:1 Stahmann (57.), 3:2 Andone, 3:3 Geolgau (82.), SR: Stiegler (CSSR), Z.: 6500.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Chemie Leipzig siegt am 19. von 22 Liga-Spieltagen in Thale 1:0.
Thale: Jabusch, Herziger, Schuender, Wedler, P. Teichmann, B. Teichmann, Eichmann, Klöhn (60. Pfeiffer), Nürnberger, Kloth (66. Kitzler), Tiede.
Chemie: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Graul, Paul, Meyer (76. Fliegel), Lischke, Schubert.
Tor: 0:1 Graul (1.), SR: Müller (Gera), Z.: 4100.
Stahl Blankenburg bleibt einen Punkt dahinter – 3:1 in Brandenburg (Oelze 2, Baumgartl / Malyska). Auch Chemie Buna Schkopau lauert noch einen weiteren Punkt zurück (3:0 gegen Eisleben durch zweimal Kopf und Brauner).
In der Oberliga liegt Dynamo Dresden (2:0 bei Union Berlin durch Weber und Petersohn) nun wieder vorn, hat allerdings ein Spiel mehr als Magdeburg (1:1 in Frankfurt/Oder – Sparwasser / Enzmann). Lok schlägt Aue 4:1 (Kühn 2, Bornschein, Dennstedt / Eigentor Gröbner).
Im Europapokal der Landesmeister siegt Mönchengladbach 2:1 gegen den FC Liverpool (Hannes, Bonhof / Johnson).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
In der Regionalliga Nordost steht eine englische Woche an. Zunächst mal erreicht der FC Sachsen endlich den ersten Sieg unter Trainer Rohde – ein 3:1 gegen Wacker Nordhausen. Frank Mertens schreibt für die LVZ:
„Leipzig. Der Knoten ist geplatzt. Der FC Sachsen feierte gestern seit dem 31. Januar dieses Jahres seinen ersten Sieg unter Trainer Frank Rohde. Vor der Minuskulisse von 696 Zuschauern siegten die Leutzscher im Alfred-Kunze-Sportpark gegen das Kellerkind von Wacker Nordhausen in einer mäßigen Partie mit 3:1 (0:0). Mann des Tages war Almir Filipovic (60., 85., 87.), der alle drei Treffer für die Sachsen markierte. Otto (70.) hatte den Anschlußtreffer erzielt. Angepfiffen werden konnte die Partie durch Schiedsrichter Dommaschak erst mit 35 Minuten Verspätung. Der Mannschaftsbus der Gäste aus Nordhausen stand im Stau. Die den Nordhäusern entgegengeschickte Polizeieskorte hat man verpaßt. Wacker ist bekannt für sein spätes Erscheinen. Zur Partie am 6. September des letzten Jahres beim Spandauer SV kam das Team von Trainer Fritz Bohla auch nicht pünktlich. Das Spiel wurde am grünen Tisch für die Berliner gewertet. „Diese Genugtuung wollte ich dem Gerd Achterberg diesmal nicht geben“, sagte Bohla. Sachsen-Manager Achterberg stand damals noch in Diensten der Spandauer. In der 12. Minute ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen. Shala, erstmals Libero, unterlief ein kapitaler Fehler. Er ließ sich den Ball kurz vor der Mittellinie von Sachs abjagen, der auf Sejna zulief. Doch der Sachsen-Keeper parierte den Schuß mit gutem Reflex. Die erste Chance für die Leutzscher hatte Hammermüller (15.). Aber der Sachsen-Kapitän schoß über die Latte. Die Nordhäuser waren in der 18. Minute im Glück, als der Ball nach einem Hackentrick von Vishniauskas in einer Wasserlache vor der Torlinie liegen blieb. Bei teilweise strömendem Regen spielte sich Nordhausen kurz vor der Halbzeit eine gute Möglichkeit heraus. Aber Sejna konnte den Schuß von Heider (42.) parieren. Nach der Halbzeitpause begannen die Sachsen druckvoller, ohne sich zunächst aber zwingende Torchancen erarbeiten zu können. Die hatten dafür die Gäste durch Sachs (57.), dessen Schuß Sejna entschärfen konnte. Kurz darauf kamen die Gastgeber zum Zug. Erst bediente Shala in der 58. Minute gefühlvoll Filipovic, aber dessen Schuß wurde von Lihsa gemeistert. Besser machte es Filipovic zwei Minuten später. Nach einer Flanke von Lucic traf er per Kopf zum 1:0. Lihsa machte dabei keine gute Figur. Die Gäste, dessen Trainer Bohla vom Schiedsrichter wegen Meckerns in der 64. vom Platz gewiesen wurde, steckten aber nicht auf. Mit einem wunderschönen Freistoßtreffer gelang Otto (70.) das 1:1. In der Schlußphase folgte der Doppelschlag durch Filipovic, der in der 85. und 87. Minute traf. „Eine tolle Leistung vom Almir“, lobte Rohde. Dieser Sieg, so sagte er, sei enorm wichtig für die Psyche der Mannschaft gewesen. „Man hat ja gesehen, wie unsicher meine Spieler teilweise agiert haben“, so Rohde. Die angekündigten Fan-Proteste hielten sich gestern in Grenzen. Ursprünglich hatten die Anhänger des FC Sachsen vorgesehen, vor Spielbeginn den Platz für zehn Minuten zu besetzen. Sie wollten damit ihren Unmut über die ihrer Meinung nach zu hohen Gehälter einiger der Sachsen-Spieler zum Ausdruck bringen. Doch zu einer Platzbesetzung kam es nicht. Nach einem Gespräch mit Präsident Thomas Till am späten Dienstag abend hatte sich der Fanrat mit Till darauf verständigt, von dieser Aktion Abstand zu nehmen. „Dem Verein hätte das nur unnötigen Ärger mit dem Nordostdeutschen Fußball-Verband gebracht“, erklärte Till. „Und das wollten wir natürlich nicht“, meinte gestern der Fanrat-Vorsitzende Michael Stelzer. Die Fans beschränkten ihren Protest auf das Aufhängen von Plakaten („Flaschen leere – Taschen volle“, „Wir sind Leutzscher – und Ihr?“) und auf das Auslegen eines offenen Briefes. Darin werden die Spieler aufgefordert, Charakter zu zeigen und auf einen Teil ihres Gehaltes zu verzichten. Außerdem werden die Fans in dem Schreiben gebeten, heute zwischen 10 Uhr und 14 Uhr bei der Firma Otto Bauer in Wethau telefonisch zu protestieren, da bislang zugesagte Sponsorenzahlungen in Höhe von 630.000 DM nicht geleistet wurden. Derzeit plagen den FC Sachsen Liquiditätsprobleme in Höhe von 930.000 DM.“
FC Sachsen: Sejna – Shala – Virag, Vishniauskas – Kaiser, Gerloff (80. Krauß), Hammermüller, Lucic, Müller (22. Rietschel) – Filipovic, Golowan.
Nordhausen: Lihsa – J. Ludwig – Jeckel, Schmidt – Große, Trocha (64. Gohr), Otto, Kiel, Dadunaschvili (70. Traore) – Heider, Sachs.
Tore: 1:0 Filipovic (61.), 1:1 Otto (70.), 2:1 Filipovic (85.), 3:1 Filipovic (87.), SR: Dommaschak (Lübben), Z.: 696.
Der FC Sachsen springt gar wieder auf Platz 2. Spitzenreiter Tennis Borussia schlägt Chemnitz 3:0 (Copado 2, Namdar) und hat jetzt 30 Punkte Vorsprung. Bergner erzielt den 3:2-Siegtreffer für Union Berlin gegen die Reinickendorfer Füchse.
Reinickendorf ist dann auch das Ziel des FC Sachsen am Wochenende. Doch die Leutzscher kehren mit leeren Händen zurück. Jochen Gößmann verfasste den LVZ-Spielbericht:
„Berlin. Die Ausgangslage konnte für beide Kontrahenten kaum unterschiedlicher sein. Während die Füchse zum heiß ersehnten Sprung auf den 15. Tabellenplatz ansetzten, spielten die Sachsen „nur noch um die goldene Ananas“, wie Manager Gerd Achterberg versicherte. Die Blicke richten sich vielmehr schon auf die neue Spielzeit: „Etwa sechs Mannschaften werden um das Erbe von TeBe kämpfen“, sieht der Manager in Aue, Dresden, Erfurt und Zwickau die Hauptkonkurrenten für 1999. Um in diesem Wettkampf bestehen zu können, muß schon jetzt die finanzielle Grundlage gelegt werden. „Es wurden Fehler gemacht“, umreißt Kapitän Steffen Hammermüller die Problematik, „die nur sehr schwer zu korrigieren sind.“ Damit meint er die vertraglich zugesicherten Spielergehälter, deren tatsächliche Zahlung den Verein in den finanziellen Ruin treiben würde. Deshalb appelliert Achterberg an die Spieler, freiwillig Kürzungen zu akzeptieren. Mit zehn Spielern hat er schon gesprochen und ihnen bis Ende April Bedenkzeit eingeräumt. Hammermüller fordert insbesondere von den Spitzenverdienern, zum Wohle des Vereins Abstriche in Kauf zu nehmen. Unter diesen Voraussetzungen war eine Spitzen-Leistung nicht unbedingt zu erwarten, aber die Rohde-Schützlinge boten den 135 Unentwegten über 75 Minuten eine ansprechende Vorstellung. „Daß wir trotzdem verloren haben“, schimpfte Trainer Frank Rohde, „ist natürlich peinlich. Wir waren in den fünfzehn Minuten nach der Pause so sorglos, daß wir ein Spiel verloren haben, das wir total unter Kontrolle hatten.“ Dank einer guten Spielanlage und einem starken Steffen Hammermüller dominierten die Leutzscher das Spiel in der ersten Halbzeit fast nach Belieben und hatten durch Golowan (11.) und Filipovic (23., 38.) die Chancen zur möglichen Pausenführung. Nach dem Wechsel gönnten sich insbesondere Shala und Virag aber eine Auszeit, die die Nordberliner eiskalt zur Führung nutzten. Zuerst bereitet Virag seinem Gegenspieler Manai den Weg zum 1:0, als er sich bei einer Demiray-Flanke einen kapitalen Stellungsfehler leistete. Manai konnte den Ball per Dropkick aus zwölf Metern in die Maschen hämmern. Keine fünf Minuten später ließ erneut Virag denselben Gegenspieler bei einer Freistoß-Flanke von Kretschmer völlig ungehindert einköpfen. Als Shala den Ball an der Mittellinie überheblich vertändelte, hätte Manai den Sack zubinden können, konnte Sejna bei seinem Alleingang aber nicht bezwingen (58.). Stattdessen stellte Hammermüller mit einem platzierten 18-Meter-Linksschuß den Anschluß her und blies damit zur Schlußoffensive. In der 80. Minute scheiterte der Kapitän aber aus aussichtsreicher Position an Wendorff, kurz später zielte Filipovic zweimal zu ungenau (86., 88.). „Leider haben wir vor dem Wechsel versäumt, in Führung zu gehen“, trauerte Rohde den Chancen in der überlegen geführten ersten Halbzeit nach. „Danach haben die Füchse unsere Sorglosigkeit eiskalt in Tore umgemünzt.“ Während diese sich somit über den Sprung auf Platz 15 freuen konnten, gewannen die Sachsen nicht einmal die goldene Ananas.“
R. Füchse: Wendorff – Zock – Moustapha, S. Schmidt – Demiray, Holzbecher, Kretschmer, Etmanski (72. Szumnarski), Mansour – Gerling (53. Linhard), Manai.
FC Sachsen: Sejna – Shala – Virag, Vishniauskas – Gerloff, Rietschel, Hammermüller, Lucic, Kaiser – Filipovic, Golowan.
Tore: 1:0 Manai (51.), 2:0 Manai (55.), 2:1 Hammermüller (77.), SR: Robel (Briesen), Z.: 138, Gelb-Rote Karte: Gerloff (FC Sachsen, 89. wegen wiederholtem Foulspiel).
Tennis Borussia gewinnt locker weiter, diesmal 3:1 in Stendal (Dermech, Namdar, Copado / Wiedemann) und hat nun gar 32 Punkte Vorsprung auf den neuen Zweiten Chemnitzer FC (1:1 gegen Plauen – Kunze / Weiß). Schönberg (Erfurt) macht das 1:1 beim 2:2 in Nordhausen.
Die Bundesliga geht in die Endphase – der 30. von 34 Spieltagen wird ausgetragen. Überraschungs-Spitzenreiter Kaiserslautern scheint auf der Zielgeraden die Luft auszugehen. Zwar sind die Pfälzer gegen Dortmund auf dem ausverkauften Betzenberg klar überlegen, doch fehlt diesmal das Quentchen Glück und es reicht nur zu einem 1:1 (Kuka / Freund). FCK-Trainer Otto Rehhagel: „Wir sind eben keine Überflieger, wir müssen uns alles erarbeiten.“ Auch die befreundeten Löwen können dem FCK im Ortsderby bei den Bayern keine Schützenhilfe leisten (1:3 – Ouakili / Scholl, Jancker, Matthäus) und so rückt der FC Bayern bis auf einen Punkt an die „Roten Teufel“ heran. FCB-Coach Giovanni Trapattoni soll laut dem „Kicker“ zum Saisonende von Ottmar Hitzfeld beerbt werden, offiziell ist das aber noch nicht. Indessen träumt Hansa Rostock nach einem 3:1 in Bochum (Dowe 2, Pamic / Mamic) als Tabellenvierter vom UEFA-Cup. Doch Hansa-Trainer Ewald Lienen sieht das anders: „Der Uefa-Cup ist kein Tabu-Thema, er ist schlichtweg unwichtig.“
Für den FSV Zwickau gehen in Liga 2 allmählich die Lichter aus. Nach einer 1:2-Schlappe bei Wattenscheid 09 (Hermel / Feinbier, Schmugge) beträgt der Rückstand des Tabellenletzten auf das rettende Ufer 9 Partien vor Saisonende bereits 13 Punkte. Auch für Carl Zeiss Jena wird es schwer, der 16. unterliegt daheim gegen den KFC Uerdingen 0:3 (Wedau, van der Ven, Spizak). Noch nicht ganz sorgenfrei, aber knapp über den Abstiegsplätzen rangieren Energie Cottbus auf Platz 12 (0:0 gegen St. Pauli) und der VfB Leipzig auf Platz 13 (0:0 gegen den SV Meppen). Robert Niestroj markiert das 2:1 für Fortuna Düsseldorf bei der 2:3-Niederlage gegen Fortuna Köln.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Englische Woche in der DDR-Liga: Der 25. und 26. Spieltag von insgesamt 34 werden absolviert. Einem 1:3 bei Wismut Gera folgt für Chemie Leipzig ein 2:0-Heimsieg gegen Motor Suhl.
Wie gewonnen, so zerronnen – nachdem Dynamo Dresden vor einer Woche die Tabellenführung übernahm, fällt es am 20. Spieltag wieder auf Platz 3 zurück. Ursache ist die 0:1-Niederlage beim amtierenden Meister BFC Dynamo (Tor: Thom). Auch Lok Leipzig geht wieder auf Rang 2 durch ein 1:0 über den FC Karl-Marx-Stadt (Marschall). Im Abstiegskampf holen Wismut Aue (1:0 gegen Union Berlin durch Köhler) und Hansa Rostock (5:2 über den HFC – Wahl 2, Röhrich 2, Schlünz / Machold, Wagenhaus) wichtige Siege.
Im deutschen Duell im UEFA-Cup-Halbfinale schlägt Bayer Leverkusen im Hinspiel Werder Bremen mit 1:0 (A. Reinhardt). Das andere Halbfinalhinspiel geht mit 2:0 an den FC Brügge (gegen Espanol Barcelona).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Gegen Chemie Schönebeck holt Chemie Leipzig am 20. Liga-Spieltag vor stattlicher Kulisse einen letztlich klaren 5:0-Erfolg.
Chemie Leipzig: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Graul, Paul (70. Fliegel), Meyer (75. Röpcke), Lischke, Schubert.
Schönebeck: Wippich (80. Strauß), B. Thiele, Komor (52. Bressel), Schalk, Gelzer, Brinkmann, G. Thiele, Buschbeck, Zimmermann, Sobert, W. Schönewald.
Tore: 1:0 Flor (3., Foulstrafstoß), 2:0 Baum (70.), 3:0 Graul (73.), 4:0 Röpcke (78.), 5:0 Fliegel (86.), SR: Leder (Jena), Z.: 7000.
Stahl Blankenburg bleibt weiter dran (einen Punkt hinter Spitzenreiter Chemie Leipzig), siegt 3:0 gegen Wernigerode (Hauke, Baumgartl, Oelze). Chemie Buna Schkopau verabschiedet sich hingegen aus dem Titelrennen, verliert 1:2 bei Chemie Premnitz (Kopf / Gottong, Hurtig). Die anderen Staffel-Spitzenreiter 2 Spiele vor Saisonende: Hansa Rostock (Staffel A), Vorwärts Neubrandenburg (B), Lok Dresden (D) und Stahl Riesa (E).
Ein Freundschaftsspiel zwischen Chemie Leipzig und Oberliga-Tabellenführer Dynamo Dresden endet 0:3 (0:0).
Sensationell gelingt Chemie Böhlen in der Oberliga ein 1:0-Sieg über Titelanwärter 1.FC Magdeburg durch ein Tor von Hubert. Dynamo Dresden baut so seinen Vorsprung and der Spitze aus - 6:0 gegen Rot-Weiß Erfurt (Kotte 2, Schmuck, Weber, Dörner, Heidler). Sachsenring Zwickau bezwingt Lok Leipzig 2:0 (J. Schykowski, Braun).
Ein Länderspiel der DDR-Auswahl gegen WM-Teilnehmer Schweden geht im Leipziger Zentralstadion 0:1 verloren.
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Kische (Rostock), Weise (Jena) ab 15. Schade (Dresden), Weber (Dresden) – Pommerenke (1.FCM) ab 46. Gröbner (Lok), Lindemann (Jena), Steinbach (1.FCM) – Riediger (BFC), Peter (HFC), Hoffmann (1.FCM) ab 73. Streich (1.FCM).
Schweden: Hellström (Kaiserslautern) – Nordqvist (IFK Göteborg) – Johansson (Hammarby IF) ab 46. Erlandsson (Malmö FF), Andersson (Malmö FF), Borg (Braunschweig) – Larsson (Schalke), Linderoth (Ol. Marseille), Tapper (Malmö FF) – Wendt (Kaiserslautern), Sjöberg (Malmö FF) ab 76. Nordin (IFK Göteborg), Nilsson (IFK Göteborg) ab 63. Aslund (AIK Stockholm).
Tor: 0:1 Aslund (76.), SR: Dotschew (Bulgarien), Z.: 25.000.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Der FC Sachsen hat am 31. Spieltag der Regionalliga Nordost den Tabellenletzten FC Hansa Rostock Amateure zu Gast. Heinz Rossberg (LVZ) bemerkt zu dem wenig überragenden 1:0-Sieg:
„Leipzig. Vor der Kulisse von 1088 Zuschauern gelang dem FC Sachsen gestern nach mäßiger Leistung ein knapper 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den Tabellen-Letzten Hansa Rostock. Für das goldene Tor des Tages benötigten die Leipziger sogar noch einen Strafstoß, den Kapitän Hammermüller in der 54. Minute nach Foul von Manndecker Hinz an Golowan verwandelte. Die Gastgeber hatten gegen den Absteiger etwas gut zu machen. Ausgerechnet gegen den im Herbst noch auf Meisterpfaden wandelnden FC Sachsen kamen die Hanseaten zu ihrem ersten und bisher einzigen Heimsieg (3:1). „Für uns zählt diesmal nur ein voller Erfolg, das sind wir unseren treuen Fans schuldig“, hatte Trainer Frank Rohde vor dem Spiel gesagt. Nach den 90 Minuten war sein Wunsch in Erfüllung gegangen. Das Team gewann drei Punkte und schaffte damit den zweiten Erfolg in der zweiten Halbserie. Die Partie selbst beurteilte der Coach als grausam. In der Tat: Was die Leutzscher boten, war keine Regionalliga-Leistung. Fehler über Fehler leisteten sich Kaiser und Lucic im Mittelfeld. Kaum einen Zweikampf konnten sie für sich entscheiden. Hinzu kamen Abspielfehler vor allem von Lucic. Und vorn? Da ließen Filipovic und Golowan die sichersten Chancen aus. So traf Golowan (15.) völlig freistehend aus 16 Metern das Tor nicht. Und vier Minuten vor Schluß, als er allein auf das Hansa-Gehäuse zulief, schoß er den Ball dem Gästetorhüter in die Arme. Auch Filipovic machte es nicht besser. Zweimal traf er nur den Pfosten. So blieb der Strafstoßtreffer des neben Shala, Rietschel und Gerloff unermüdlich rackernden Hammermüller die einzige Ausbeute. Auch die Gäste hatten ihre Chancen. Bereits in der Anfangsphase mußte sich Sejna mächtig strecken, um einen 8-m-Flachschuß von Laas (3.) zu meistern. Eine zweite große Gelegenheit ließen die Hanseaten in der Schlußminute aus, als Sejna ein Fangfehler unterlief. Majunke schoß den Ball aber aus 6 m neben das Tor.“
FC Sachsen: Sejna – Shala – Vishniauskas, Virag – Lucic, Hammermüller, Rietschel, Kaiser (88. Krauß), Gerloff – Filipovic, Golowan (88. Torunarigha).
Hansa Am.: Klewer – Meyer – Laaser (32. Salow), Hinz (81. Kampf) – Dittmer, Möller, Henning, Laas, Putzier, Hahn (24. Majunke) – Röwer.
Tor: 1:0 Hammermüller (54. / Foulstrafstoß), SR: Haack (Berlin), Z.: 1088.
Tabellenführer ist natürlich weiter Tennis Borussia, das Nordhausen 4:0 überrollt (Melzig und dreimal Aracic) und mit 85 Punkten und 76:6 Toren aus 31 Partien die Liga überragt. Zweiter ist Dynamo Dresden, das beim FC Berlin 2:0 gewinnt (Milde und Großmann), mit 53 Punkten. Dahinter folgen punktgleich mit 52 Zählern der FC Sachsen und Union Berlin (4:2 gegen Erzgebirge Aue – Boer 2, Jank, Nikol / Stojko, Tautenhahn). Der Chemnitzer FC verliert überraschend 0:1 bei Kellerkind Hertha Zehlendorf (Tor: Lorenz).
Beim DFB wird inzwischen die Reform der Regionalligen beschlossen. Ab der Spielzeit 2000/2001 sollen die 4 Regionalligen Nord, Nordost, West/Südwest und Süd zu 2 Regionalligen (Nord und Süd) zusammengefasst werden. Die leidige Relegation zwischen den Meistern im Norden und Nordosten würde dann entfallen.
In der 1. Bundesliga begehren die Abstiegsgefährdeten am 31. Spieltag auf: Schlusslicht Arminia Bielefeld bringt Meisteranwärter Bayern München an den Rand einer Niederlage – erst in der 88. Minute gelingt den Bayern der 4:4-Ausgleich (Tore: Maas, Sternkopf, Stratos und Eigentor Kuffour für Bielefeld, Tarnat, Babbel, Nerlinger und Matthäus für die Bayern). Der Vorletzte Gladbach siegt in Dortmund 2:1 (Pettersson, Pflipsen / Cesar). Und der 16. Karlsruher SC spielt gegen Schalke 04 torlos. Rostock und Kaiserslautern trennen sich 2:2 (Barbarez, Dowe / Rische, Eigentor Gansauge). In der Torjägerliste führt Ulf Kirsten (Leverkusen) deutlich mit 21 Toren vor Olaf Marschall (Lautern, 14) und 4 Spielern mit je 13 Treffern: Michael Preetz (Hertha), Carsten Jancker (Bayern), Roy Präger (Wolfsburg) und Fredi Bobic (Stuttgart).
Nach 27 Spieltagen der 2. Liga finden sich die Ostklubs allesamt in der zweiten Tabellenhälfte wieder: Energie Cottbus (0:0 in Mainz) ist Zwölfter mit 34 Punkten, der VfB Leipzig (1:1 in Unterhaching – Heidrich / Täuber) ist 13. mit ebenfalls 34 Punkten, Carl Zeiss Jena rangiert auf 16 (2:0 in Meppen durch Gerstner und Kocis), Zwickau Achtzehnter (0:1 gegen die Stuttgarter Kickers durch einen Elfer von Kevric). Fortuna Düsseldorf unterliegt in Gütersloh 1:2 (Jack / Vier 2).
Das Rückspiel des Champions League Halbfinales zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid geht 0:0 aus. Real Madrid steht damit im Finale gegen Juventus Turin am 20.5.1998. Ich hatte vor 2 Wochen gar nicht erwähnt, dass im Hinspiel in Madrid der berühmte Torpfostenbruch geschah. Real-Fans zerren vor Anpfiff der Partie am Zaun und somit den Seilen, die das Tornetz mit dem Zaun verbinden. Der Zaun wackelt und fällt – und mit ihm das Tor. Verzweifelt versuchen etliche Helfer, die Konstruktion wieder zu stabilisieren – doch vergeblich. Das Tor wird abtransportiert und durch ein neues ersetzt. Mit 75 Minuten Verspätung wird angepfiffen. Legendär ist die Moderation der RTL-Kommentatoren Günther Jauch und Marcel Reif, die die Wartezeit kurzweilig überbrücken. Sprüche: „Das erste Tor fiel in der nullten Minute“ und „Wenn sich hier größere Dinge tun, Sägearbeiten, Erdarbeiten, Holzarbeiten, wenn Kupferschmiede benötigt werden sollten, dann sind wir sofort wieder da“ (Jauch) oder „Ich dachte, wir könnten hier ein bißchen Fußball gucken – doch statt dessen erleben wir einen Heimwerkerkurs“, „Jetzt steht da auch noch Wasser im Metallrohr. Die scheinen schon auf Grundwasser gestoßen zu sein. Oder ist es Öl?“ (Reif)
Der VfB Stuttgart erreicht das Finale des EC der Pokalsieger. Nach einem 2:1 daheim siegen die Schwaben auch bei Lok Moskau (1:0 durch Bobic). Gegner ist am 13. Mai der FC Chelsea London.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Chemie Leipzig siegt 2:1 bei Kali Werra Tiefenort.
Der BFC Dynamo ist der Gewinner des 21. Oberliga-Spieltages. In Riesa setzt sich der Meister 3:1 durch (zweimal Doll und Thom / Pfahl). Die Konkurrenz patzt: Lok Leipzig nur 2:2 in Frankfurt/Oder (Hobsch 2 / Müller, Schnürer), Dresden 0:0 beim HFC. Wismut Aue verliert in Brandenburg 2:5 (Bittner, Färber / Jeske 2, Janotta, Voß, Eigentor Schmidt) und rutscht ganz nah an die Abstiegsplätze heran. Als Zwölfter sind die Erzgebirgler punktgleich mit dem 13. Hansa Rostock, der ein 1:1 in Karl-Marx-Stadt erreicht hat (Weilandt / Richter).
Ein Länderspiel zwischen Bulgarien und der DDR endet in Burgas 1:1.
DDR: Rudwaleit (BFC) – Stahmann (1.FCM) – Rohde (BFC), Röser (Jena – sein einziges Länderspiel) – Steinmann (FCK), Stübner (Dresden), Pilz (Dresden) ab 81. Kracht (Lok – sein erstes Länderspiel – sein zweites folgt als letztes Länderspiel der DDR am 12.9.1990 in Belgien), Kreer (Lok) – Thom (BFC), Ernst (BFC), Kirsten (Dresden).
Tore: 0:1 Stübner (30.), 1:1 Iwanow (83.), SR: Wiesel (BRD), Z.: 20.000.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Chemie Leipzig siegt auch am vorletzten Liga-Spieltag (1:0 in Eisleben), doch Stahl Blankenburg bleibt mit einem 2:0 in Schkopau (Hauke 2) dran. Vor dem letzten Spiel haben die Leutzscher weiter einen Punkt Vorsprung.
Eisleben: Hauptmann, Demmer, Mulansky, Schmidt, Gruhn, Grzega, Hartmann, Stamm (46. Eschrich), Palusczak, Peuschel, Dobbermann.
Chemie Leipzig: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Graul, Paul, Meyer (78. Röpcke), Lischke, Schubert.
Tor: 0:1 Meyer (61), SR: Roßner (Pößneck), Z.: 4000.
Am fünftletzten Oberliga-Spieltag siegt der Zweite 1.FC Magdeburg mit 2:1 gegen den Dritten BFC Dynamo (Tyll, Döbbel / Labes) und drängt die Berliner, die nun 6 Punkte Rückstand auf Platz 1 haben, praktisch aus dem Titelkampf. Vorn bleibt Dynamo Dresden nach einem 4:0 in Karl-Marx-Stadt (Kotte 2, Heidler, Weber). Lok Leipzig bezwingt den HFC mit 2:0 (Dennstedt und Kühn).
Im Europapokal stehen die Finalteilnehmer fest. Bei den Landesmeistern treffen der FC Liverpool (3:0 gegen Mönchengladbach durch Kennedy, Dalglish und Case) und der FC Brügge aufeinander. Den EC der Pokalsieger spielen der RSC Anderlecht und Austria Wien aus. Im UEFA-Cup sind der PSV Eindhoven und SEC Bastia die Endspielteilnehmer.
Freygang
25.04.2008, 20:00
Lieber Lars, recht vielen Dank für Deine Mühe. Das nennt man Treue und Durchhaltevermögen. Vor allem in der gegenwärtigen Situation, die so schlimm wie noch nie war. Doch dies ist ein anderes Thema! Ich schaue zurück:
Vor dreißig Jahren: Chemie vs. Schkeuditz im AKS: 5:0 (oder 4:0); rund 10.000/11.000 Zuschauer. Eine Woche später inLeutzsch: Chemie vs. Stahl Riesa (1:3) vor 18.000 Mann. So ändern sich leider die Zeiten!
Entsinne mich, als ob es gestern war. Gegen Riesa letztes Spiel vor der Einberufung zur Volkswehrmacht. Danach übler Umtrunk in einer Gartenlokalität nahe dem Zoo. Aufgewacht mit dumpfen Schädel ..........
Freygang
26.04.2008, 20:18
Ja, es war glutheiß beim Spiel gegen Riesa. Vom Klimawandel hat da noch niemand gequatscht!
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Das Nachholspiel des FC Sachsen in Babelsberg geht mit 0:1 verloren. Jochen Gößmann fasst die Partie für die LVZ zusammen:
„Babelsberg. Die Leutzscher verschliefen die erste Halbzeit völlig, ließen nach der Pause eine Reihe hochkarätiger Chancen ungenutzt und kassierten folglich schon die achte Auswärtsniederlage dieser Saison. Trainer Frank Rohde machte der Mannschaft keinen Vorwurf, „weil sie gerackert und gekämpft hat. Wer im Fußball keine Tore schießt, kann aber kein Spiel gewinnen“, so der glücklose Trainer, der weiterhin auf den zweiten Sieg unter seiner Regie wartet. Durch den Treffer von Jörg Buder nach vorzüglicher Vorarbeit von Hendryk Lau machte der Aufsteiger aus der Film-Stadt einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt und ließ die Emotionen von 2000 Zuschauern überkochen. Vor dem Wechsel erlebten beide Keeper einen ruhigen Nachmittag, weil das angespannte Nervenkostüm die Babelsberger Offensivbemühungen erheblich lähmte und die Gäste den unbedingten Siegeswillen vermissen ließen. Auf der einen Seite fischte Sejna einen Schwanke-Freistoß aus 30 Metern aus dem Winkel (4.), sein Gegenüber Gollasch schaute tatenlos zu, als ein Freistoß von Hammermüller aus 25 Metern an die Latte klatschte (32.). Der Sachsen-Kapitän entschied das Duell gegen Schwanke im zentralen Mittelfeld klar für sich und war damit, gerade in der zweiten Halbzeit, Hauptverantwortlicher für Leipzigs spielerische Überlegenheit. Vereinzelt ließen auch Shala, Lucic und Golowan ihr technisches Könenn aufblitzen, so daß Rietschel (62.) schon vor dem Rückstand und danach Filipovic, Lucic und Golowan zu glasklaren Chancen im Zwei-Minuten-Takt (72., 74., 76.) kamen. Im Tor des Aufsteigers stand mit Gollasch aber ein Hexer, für dessen Klasse die Sachsen zu unplaziert zielten. Somit kam auch der Einsatz von Keeper Marco Sejna zu spät, der in den letzten fünf Minuten bei drei Eckbällen mitstürmte, aber zusehen mußte, wie Gollasch auch eine Direktablage von Vishniauskas parierte (86.). „Wir waren die klar bessere Mannschaft und hätten wieder Zweiter werden können“, bilanzierte Sejna, „aber wir hatten heute das Glück nicht auf unserer Seite. Jetzt zum Schluß geht´s gegen Aue und Dresden auch nicht mehr um sehr viel, so daß wir vielleicht auch auswärts einmal punkten können.“
Babelsberg: Gollasch – Drabow – Steiner, Petsch – Bengs (59. Knuth), Kovacic, Schwanke (77. Oesker), Henschel (89. Meinecke), Buder – Lau, Patschinski.
FC Sachsen: Sejna – Shala – Virag, Vishniauskas – Gerloff, Rietschel, Hammermüller, Lucic, Krauß – Filipovic, Golowan.
Tor: 1:0 Buder (65.), SR: Keßler (Wogau), Z.: 2072.
Mein einziges Erstligaspiel der Saison sehe ich an dem Wochenende im maroden Berliner Olympiastadion vor 46.762 Zuschauern. Die Gäste aus Bielefeld gehen durch Stefan Kuntz überraschend in Führung. Die Hertha rennt an und wird in der 80. Minute durch den Ausgleich von Sverisson wenigstens mit einem Punkt belohnt. Die Spitzenteams siegen: Kaiserslautern schlägt Gladbach 3:2 (Marschall 3 / Hausweiler, Pettersson), die Bayern bezwingen Leverkusen 2:1 (Tarnat, Rizzitelli / Rink). Hansa Rostock und der VfB Stuttgart spielen 1:1 (Dowe / Poschner).
Der 28. Spieltag der 2. Bundesliga ist überschattet vom unerwarteten Tod des Carl Zeiss Jena-Spielers Axel Jüptner. Kurz vor seinem 29. Geburtstag bricht er nach leichtem Regenerationstraining beim Einstieg in sein Auto mit einem Herzanfall bewusstlos zusammen. Nach 20 Stunden an einer Herz-Lungen-Maschine in Jena wird er in eine Spezialklinik in Bad Oeynhausen geflogen, wo man vergeblich versucht, ihm das Leben zu retten. Er hinterlässt Frau und 2 Kinder (Tobias ist damals 3, Fabian 1 Jahr alt). Die Partie Jena gegen Unterhaching wird um ein paar Tage verschoben, endet schliesslich 2:3 (Hauser und Bernd Schneider / Ahanfouf 2, Rraklli).Das Ostderby zwischen Cottbus und Zwickau endet 2:1 für die Lausitzer (Hoßmang, Zöphel / Klee). Der VfB Leipzig schlägt die SpVgg Greuther Fürth 2:0 (Wohlfarth und Mehlhorn).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Am 28. Liga-Spieltag verliert Chemie Leipzig zu Hause gegen Stahl Thale 0:2. Die beiden Staffel-Spitzenreiter gewinnen jeweils 4:1 auswärts – Energie Cottbus in Eisenhüttenstadt und Sachsenring Zwickau bei der damit bereits abgestiegenen zweiten Vertretung von Carl Zeiss Jena.
Unter der Woche setzen sich die Oberliga-Meisterschaftsaspiranten in Nachholespielen durch: Der BFC Dynamo siegt 3:2 in Jena (Thom 2, Ernst / Raab, Eigentor Köller), Lok Leipzig 3:1 gegen Magdeburg (Lindner 2, Liebers / Halata). Paukenschlag am 22. Oberliga-Spieltag: Der BFC Dynamo verliert daheim gegen den Aufsteiger HFC Chemie 1:2 (Thom / Karl, Schülbe). So übernimmt 4 Spieltage vor Saisonende Lok Leipzig die Tabellenführung dank eines 2:1 vor 7.200 Zuschauern über Union Berlin (Marschall, Hobsch / Seier). Befreiungsschlag für Hansa Rostock im Abstiegskampf: 6:0 siegen die Ostseestädter gegen Frankfurt/Oder (Röhrich 2, Kruse 2, Wahl, Eigentor Werner).
Die Finalisten der Europapokals stehen fest: Am 25. Mai spielen in Stuttgart der PSV Eindhoven und Benfica Lissabon um den Cup der Landesmeister. In Strasbourg kommt es am 11. Mai zum Duell KV Mechelen – Ajax Amsterdam um den Cup der Pokalsieger. Im UEFA-Pokal treffen am 4. und 18. Mai Espanol Barcelona und Bayer Leverkusen aufeinander, nachdem das Halbfinal-Rückspiel zwischen Werder Bremen und Leverkusen 0:0 endet.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Letzter Spieltag der 5 Liga-Staffeln. Chemie Leipzig holt mit einem klaren 5:0 über die TSG Schkeuditz den Staffelsieg in der C-Staffel.
Chemie Leipzig: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Graul (63. Fliegel), Paul, Meyer, Lischke, Schubert (68. Röpcke).
Schkeuditz: Stanelle, Veit, Saupe, Dienwebel (63. Wagner), Berger (75. Beyer), Hornauer, Faulian, Ulrich, Behlau, Menge, Bock.
Tore: 1:0 Schubert (7.), 2:0 Lischke (47.), 3:0 Flor (63., Foulstrafstoß), 4:0 Röpcke (87.), 5:0 Ulrich (89., Eigentor), SR: Supp (Meiningen), Z.: 10.000.
Stahl Blankenburg gewinnt 2:0 gegen Thale (Arbeiter und Kraus) und hat am Ende einen Punkt Rückstand auf die Leutzscher. Dritter wird Neuling Chemie Premnitz, Vierter Chemie Buna Schkopau. In die Bezirksliga absteigen müssen die TSG Schkeuditz, Stahl Thale und Chemie Schönebeck.
Neben Chemie Leipzig an der Oberliga-Aufstiegsrunde teilnehmen werden der FC Hansa Rostock (Staffelsieger A), Vorwärts Neubrandenburg (B), der FSV Lok Dresden (D), der Energie Cottbus auf Platz 2 verweist, und die BSG Stahl Riesa (E). Am 30. April 1978 treten am 1. Spieltag Chemie Leipzig und Stahl Riesa sowie Hansa Rostock und Lok Dresden gegeneinander an. Neubrandenburg ist zum Auftakt spielfrei.
Chemie-Trainer Karl Schäffner in der Fuwo: „Unser Endspurt war überzeugend und gibt uns Selbstvertrauen für die Aufstiegsrunde. Die Mannschaft hat sich im Verlauf der Serie geformt, hat einige Klippen überwinden müssen und sich letztlich der Favoritenrolle als würdig erwiesen. Wobei sich mit Blankenburg und Buna bis zuletzt harte Rivalen an unsere Fersen hefteten, uns sogar von der Spitzenposition verdrängt hatten. Die Aufstiegsrunde hat meiner Ansicht nach zwei Favoriten, den FC Hansa Rostock und Stahl Riesa. Für uns ist schon die erste Begegnung am kommenden Sonntag im heimischen Georg-Schwarz-Sportpark gegen Riesa von mitentscheidender Bedeutung.“
Der 21. Oberliga-Spieltag ist der sechstletzte der Saison - hatte mich hier letzte Woche vertan, als ich den 20. als fünftletzten bezeichnete. Die Favoriten tun sich in der 21. Runde schwer. Schliesslich siegen aber Dresden (2:1 gegen Gera – Weber, Riedel / Hoppe) und der BFC Dynamo (2:1 gegen Böhlen – Netz, Terletzki / Havenstein). Magdeburg kommt in Jena zu einem 1:1 (Mewes / Vogel). Lok Leipzig siegt gegen Vorwärts Frankfurt/Oder 3:1 (Moldt, Altmann, Fritsche / Werder).
Die DDR-Nationalelf trennt sich von Belgien im Magdeburger Ernst-Grube-Stadion 0:0.
DDR: Croy (Zwickau) – Dörner (Dresden) – Kische (Rostock), Gröbner (Lok), Kurbjuweit (Jena) – Schade (Dresden) ab 55. Lindemann (Jena), Weber (Dresden), Steinbach (Magdeburg) – Riediger (BFC), Peter (HFC), Heidler (Dresden) ab 69. Riedel (Dresden).
Belgien: Pfaff (Beveren-Waas) – Broos (Anderlecht) – Renquin (Standard Lüttich), Meeuws (Beerschot Antwerpen), Gerets (St. Lüttich) – Cools (FC Brügge), Verheyen (SC Lokeren), Coeck (Anderlecht) – Dardenne (La Louviere), Geurts (FC Antwerpen), van der Elst (Anderlecht).
SR: Homewood (England), Z.: 20.000.
Nach dem vorletzten Spieltag der BRD-Bundesliga liegen der 1.FC Köln (2:1 gegen Stuttgart – Flohe, Okudera / Hitzfeld) und Mönchengladbach (6:2 beim Hamburger SV – Nielsen 2, Kulik 2, Bonhof, Heynckes / Bertl, Keller) mit jeweils 46:20 Punkten gleichauf. Der Dritte Fortuna Düsseldorf ist mit 39:27 Punkten weit zurück. Die Absteiger stehen bereits fest: 1.FC Saarbrücken, 1860 München und der FC St. Pauli.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Am 1. Mai findet ein weiteres Nachholespiel statt. In Aue verliert der FC Sachsen 1:2. Bernd Friedrich schreibt diesen LVZ-Artikel dazu:
„Aue. Der FC Sachsen Leipzig unterlag gestern abend im Nachhol-Spiel der Regionalliga beim FC Erzgebirge Aue mit 1:2 (1:0). In diesem 65. Sachsen-Derby hatte Hammermüller (71.) die Leutzscher mit 1:0 in Führung gebracht, ehe Miftari (77.) und Sadlo (81.) die Gastgeber zum Sieg schossen. Beide Mannschaften lieferten sich ein engagiertes Spiel, in dem um jeden Ball äußerst engagiert gekämpft wurde. In der Mannschaft von Trainer Rohde zeigte vor allem Rietschel eine ansehnliche Partie, der Aues Spielmacher Skela wenig Raum zur Kreativität ließ. Skela war es auch, der in der 5. Minute für die erste gefährliche Situation sorgte. Doch sein Schuß wurde von Sachsen-Keeper Sejna mit den Fingerspitzen über die Querlatte gelenkt. Steffen Hammermüller, wieder einer der Lauffreudigsten beim FC Sachsen, hatte in der 38. Minute den Führungstreffer auf dem Stiefel. Aber sein Schuß wurde von Beuckert pariert. Nach der Halbzeitpause legten beide Mannschaften einen Zahn zu, ohne jedoch zunächst drückende Torchancen zu erarbeiten. Hammermüller erzielte in der 71. Minute den Führungstreffer. Nachdem er von Golowan hervorragend bedient wurde, schoß er den Ball unhaltbar ins linke Eck. Danach verstärkte Aue den Druck. Libero Miftari erzielte in der 77. Minute den verdienten Ausgleichstreffer für die Erzgebirgler. In der 81. Minute war Sejna im Pech. Nachdem er einen Schuß von Zweigler nur abprallen lassen konnte, gelang Sadlo der 2:1-Siegtreffer. Enttäuscht zeigte sich hinterher Sachsen-Trainer Frank Rohde: „Wir haben lange das Spiel kontrolliert, spielten aber nach dem 1:0 zu sorglos. Unsere optische Überlegenheit konnten wir wieder nicht in Tore umwandeln“, so Rohde. Und Gerd Achterberg, Manager der Leipziger, meinte: „Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.“
Aue: Beuckert – Miftari – Barth, Zweigler – Kubis (55. Fanghähnel), Hempel, Skela, Tautenhahn (77. Seing), Thielemann – Kern (62. Sadlo), Stojko.
FC Sachsen: Sejna – Shala – Vishniauskas, Virag – Hammermüller, Gerloff, Rietschel, Lucic, Krauß – Filipovic, Golowan.
Tore: 0:1 Hammermüller (71.), 1:1 Miftari (77.), 2:1 Sadlo (81.), SR: Zschoke (Dippoldiswalde), Z.: 2100.
Kaiserslautern ist deutscher Meister. Bereits einen Spieltag vor Bundesliga-Ende sichern sich die von Otto Rehhagel trainierten Pfälzer den Titel - und das als Aufsteiger. Deutlich mit 4:0 wird der VfL Wolfsburg vom Platz gefegt (Marschall 2, Wagner und Rische). Bayern München spielt in Duisburg nur 0:0 und hat 4 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer – in einem Spiel nicht mehr aufzuholen. Mönchengladbach schöpft ein wenig Hoffnung im Abstiegskampf – 5:2 gegen Rostock (Lupescu, Wynhoff, Pflipsen, Voronin, Pettersson / Neuville, Rehmer).
In der 2. Liga wird erst der 29. Spieltag ausgetragen. Auf den Aufstiegsplätzen liegen Frankfurt (2:1 in Unterhaching – Sobotzik, Weber / Rraklli), Nürnberg (3:2 in Zwickau – Ciric 2, Ziemer / Viertel, Klee) und Freiburg (1:0 in Mainz durch Schumann). Neben Zwickau verlieren auch alle anderen Ostvereine – der VfB Leipzig 0:1 auf St. Pauli (Stanislawski), Jena 0:3 in Fürth (Felgenhauer 2, Türr) und Energie Cottbus 0:2 bei Fortuna Köln (Krieg und Zernicke).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Der 29. von 34 Liga-Spieltagen steht an. Chemie Leipzig ist zu Gast bei der punktgleichen Mannschaft von Vorwärts Dessau und holt sich eine 0:1-Niederlage ab.
Dessau: Gaschka, Wirth, Pätzold, Retschlag, Körner, Fast, Holik (46. V. Schmidt), Wolf, Naumann, Reimer, Borkowski.
Chemie: Saumsiegel, Barylla, Stieglitz (V), Patula, Barth (V), Illge, Schleier, Thiemig (V); Turnier (82. Leyndecker), Engelmann, Dämmrich.
Tor: 1:0 Borkowski (80.), SR: Gottschall (Eickendorf), Z.: 1500.
Der Spitzenreiter der B-Staffel Sachsenring Zwickau schlägt Abstiegskandidat Fortschritt Weida 2:1 (Babik, Wagner / V. Wengler) und führt die Tabelle mit 45:13 Punkten an. Zweiter ist Oberliga-Absteiger Fortschritt Bischofswerda mit 39:19 Punkten, Chemie Leipzig ist mit 34:24 Sechster.
In der Olympia-Qualifikation schlägt die DDR die Vertretung Islands mit 3:0 (Marschall, Peschke, Raab). Die Tabelle: 1. Italien 11:3 Punkte, 8:1 Tore, 2. DDR 11:5, 12:5, 3. Portugal 6:8, 3:6, 4. Niederlande 5:11, 6:12, 5. Island 3:9, 5:10.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Zum Auftakt der Oberliga-Aufstiegsrunde muss Chemie Leipzig daheim gegen Stahl Riesa eine 1:3-Niederlage hinnehmen. Joachim Pfitzner war für die Fuwo dabei:
„Im Sozialgebäude des Georg-Schwarz-Sportparks trägt eine Tür ein Schildchen aus vergangenen Zeiten: „Kabine Oberliga“. Die Grün-Weißen, Meister unseres Landes in den Jahren 1951 und 1964, haben sich seit ihrem letzten von drei Abstiegen aus der höchsten Spielklasse nie von dem Gedanken getrennt, wieder zu den „Bewohnern des Oberhauses“ zu gehören. „Die Oberligazugehörigkeit der Chemie-Elf war mit dem letzten Aufeinandertreffen gegen Stahl Riesa am 15. Mai 1976 vorerst beendet“, vermerkte das Programm zum ersten Aufstiegsspiel – gegen Stahl Riesa. Von einer Favoritenstellung kann man bei den Messestädtern wahrlich nicht mehr sprechen. Vor dem Spiel nicht, nach dem Spiel erst recht nicht. Der Ex-Oberligist von der Elbe bestimmte vor beeindruckender, stimmungsvoller Kulisse sofort das Geschehen: geradlinig, schnörkellos, tempostark, mit der für solche „Nervenspiele“ erforderlichen Cleverness. Von Kapitän Hauptmann in der Ausputzer-Rolle dirigiert, mit zwei offensiv eingestellten Außenverteidigern (Härtel setzte sofort erste Achtungszeichen mit Grundlinienvorstößen), einem kampf-, spiel- und schußfreudigen Mittelfeld (Schuster, Runge) und davon profitierenden Angreifern (dadurch manche Unzulänglichkeit überspielend) stellte Stahl die homogenere Elf. Die Schüsse, die an Suchantke vorbei ins Netz flogen, die Scharfschüsse, die er zu parieren hatte (9), stempelten die Gäste zum Sieger. „So gut habe ich meine Männer selten schießen gesehen“, freute sich Günter Guttmann, der nur bemängelte, daß nach dem 1:1, das Fliegel und Lischke für Paul vorbereiteten, die Mannschaft für etwa 20 Minuten zu zurückhaltend spielte. Dann aber, gerade in der besten Zeit Chemies, schlug sie wieder zu. Einen Fehler Baums (für den verletzten Flor auf dem Libero-Posten) ausnutzend, machte Riesa mit einer blitzschnellen Kombination Schröder-Schremmer, Lippmann-Schremmer alles klar. Chemie war alles in allem sichtbar im Nachteil, hatte „zu viele Schwachstellen, um das Optimale zu erreichen“, wie Sektionsleiter Hans-Günter Hänsel einschätzte. Und Karl Schäffner sah „ein kaum torgefährliches Spiel meiner Mannschaft und auch keine Konstruktivität“. Stand die Abwehr der Platzbesitzer noch relativ gut (Limbach), so gab es schon im Mittelfeld „Hänger“. Von einem Angriff konnte man in der Tat nicht sprechen. Meyer und Schubert (traf in der 39. Minute aus 6 m nicht) blieben unter ihren Möglichkeiten. Lischke rieb sich in Duellen mit Schlutt auf. In der kämpferischen, zuweilen überharten Partie, die Einbeck Konsequenz und fünfmal „Gelb“ (Paul, Fritzsche, Schlutt, Börner, Hönicke) abverlangten, entging Schlutt dem Feldverweis, als der Riesaer im Rücken des Schiedsrichters – auch Linienrichter Horning hatte sich bereits wieder der Spielsituation zugewandt – gegen (den allerdings auch öfter provozierenden) Lischke nachschlug. „Wenn wir am Freitag in Dresden gewinnen könnten, würde ich noch nichts verloren sehen“, meinte Karl Schäffner. Riesa ist spielfrei und nutzt dies zu einem Spiel bei Union Teplice.“
Chemie: Suchantke, Baum, Limbach, Fritzsche, Höhne, Paul, Graul (70. Röpcke), Fliegel, Schubert, Lischke (81. Stieglitz), Meyer.
Riesa: Köpnick, Hauptmann, Meinert, Schlutt, Härtel, Semek (54. Schremmer), Runge, Schuster, Lippmann, Börner (61. Hönicke), Schröder.
Tore: 0:1 Schuster (14.), 1:1 Paul (42.), 1:2 Schremmer (67.), 1:3 Lippmann (90.), SR: Einbeck (Berlin), Z.: 18.000.
Hansa Rostock schlägt den FSV Lok Dresden 2:0 (Kische und Decker).
Im FDGB-Pokal-Finale holt sich der 1.FC Magdeburg zum fünften Mal den Pokal. Durch ein Tor von Zapf bezwingen die Magdeburger Dynamo Dresden 1:0.
In einem „internationalen“ Vergleich siegt Dynamo Dresden 1:0 gegen Hertha BSC (West-) Berlin. Vor 40.000 Zuschauern erzielt Richter das Tor in der 68. Minute.
BRD-Meister wird der 1.FC Köln mit einem 5:0 auf St. Pauli (Flohe 2, Okudera 2, Cullmann). Das Torverhältnis von 86:41 genügt noch, um die punktgleichen Mönchengladbacher auf Distanz zu halten, obwohl diese 12:0 gegen Dortmund gewinnen (Heynckes 5, Nielsen 2, Del´Haye 2, Wimmer, Lienen, Kulik), denn Gladbach hat am Ende 86:44 Treffer.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Am Dienstag, den 5. Mai 1998, trägt der FC Sachsen sein letztes Heimspiel der Regionalliga-Saison aus. Zu Gast ist der Tabellendreizehnte Spandauer SV. Im Grusswort des Programmheftes schreibt Präsident Thomas Till: „Voller Respekt erkenne ich die Leistung des Spandauer SV an, der mit einem Mini-Etat und einer völlig neu formierten Mannschaft schon frühzeitig den Klassenerhalt geschafft hat. Das wird auch diesmal nicht einfach für die Schützlinge von Frank Rohde. Vielleicht erleben wir heute im letzten Heimspiel einen würdigen Abschluß einer „verkorksten“ Saison. Daß wir unsere unbescheidenen Ziele nicht erreicht haben, ist nicht allein die Schuld der Mannschaft auf dem Platz. Turbulenzen im Umfeld, wie der häufige Wechsel des Trainers, des Geschäftsführers und des Präsidiums, haben auch zu einer leistungshemmenden Atmosphäre geführt. In Zukunft wollen wir mehr Kontinuität und Bescheidenheit. Vor allem setzen wir auf Nachwuchsförderung. Dazu gehören natürlich auch ein paar Führungsspieler, die junge, leistungsorientierte Spieler anleiten können. Auch die finanzielle Planung werden wir mit Augenmaß angehen. Ein Saison-Höhepunkt steht uns aber noch bevor. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Vermögensberatung empfangen wir am 15. Mai 1998 den möglichen Deutschen Meister, den 1.FC Kaiserslautern, im Alfred-Kunze-Sportpark. Dabei hoffen wir auf ein „volles Haus“, insbesondere wegen der karitativen Unterstützung der Christophorus-Schule, einer Förderschule für Behinderte in Leipzig. Freuen wir uns auf die „roten Teufels vom Betzenberg“, freuen wir uns aber auch auf unsere Gäste vom Spandauer SV aus Berlin. Ich wünsche Ihnen ein faires und interessantes Spiel auf dem Rasen und uns allen eine gute Stimmung auf den Rängen.“
Die Leutzscher Elf erreicht einen 2:1-Sieg, von dem Eberhard Schmiedel am nächsten Tag in der LVZ berichtet:
„Leipzig. 2:1 gewann der FC Sachsen gestern abend gegen Spandau, doch gut eine Stunde dauerte es, bis sich die drückende Überlegenheit der Leutzscher endlich auch in Treffern ausdrückte. Manndecker Virag paßte zu Lucic, der aus acht Metern einschoß (59.). Und Filipovic legte kurz vor Schluß (82.) mit knallhartem Schuß aus zehn Metern zum Heimerfolg nach. Einziger Schönheitsfehler: Podvorica war in der Schlußminute mit einem Konter nach Zuspiel von Kusche erfolgreich. Mit dem Sieg wurde die weitaus bessere Mannschaft für ihren unermüdlichen Elan belohnt. Denn gestern abend war es der FC Sachsen, der ständig tonangebend war. Den Gästen aus Berlin blieb nur ein tapferes Dagegenhalten. Immerhin hatten die Spandauer zuletzt gegen favorisierte Mannschaften wie Union Berlin und Eisenhüttenstadt einen Punkt gewonnen. So kamen sie mit viel Selbstvertrauen nach Leutzsch und versuchten mit viel Kampf, den Spielaufbau der Gastgeber zu stören. Doch die Hammermüller, Lucic und natürlich auch Libero Shala waren an diesem Abend in viel zu guter Spiellaune, als daß ihnen die Gäste den Erfolg hätten verderben können. Die nur 596 Zuschauer erlebten ihre Mannschaft in beiden Hälften tonangebend. Ständig wurde die Offensive gesucht, schalteten sich fast alle Aktive der Gastgeber ins Angriffsspiel ein. Die Gäste blieben nur bei einigen Kontern erfolgreich. Ansonsten war es ein Leutzscher Abend, allerdings vor einer „Kulisse mit Minusrekord“. So wenige strömten in dieser Saison noch nie in den Kunze-Sportpark. Dabei hätten die Fehlenden eine recht ordentliche Leistung ihrer Mannschaft sehen können. Denn so lief der Ball selten in den Reihen der Leutzscher, die nur einen Riesen-Mangel offenbarten – mangelhafte Chancenverwertung. Stoßstürmer Filipovic allein hätte bereits in den Anfangsminuten für klare Verhältnisse sorgen müssen. Nach hervorragenden Anspielen von Lucic und Hammermüller versiebte der aber teils freistehend beste Möglichkeiten (3., 11., 14., 73.). Torwart Schöne mußte zweimal sein Können beweisen, als er Schüsse von Roslakov und Kusche entschärfte. Ansonsten mußten die Gäste auf der Hut sein, nicht eine höhere Niederlage zu kassieren. Daß sie noch zum Anschlußtreffer kamen, zeugt auch von einer total offensiv eingestellten Mannschaft. Eine ordentliche Vorstellung der Leutzscher, die nach einigen Pannen ihr letztes Saison-Heimspiel in der Regionalliga mit einem Sieg beendeten. Nun gibt es noch am Sonnabend bei Dynamo Dresden die letzte Kräfteprobe der Saison.“
FC Sachsen: Schöne – Shala – Vishniauskas, Virag – Hammermüller, Lucic, Rietschel, Gerloff (75. Kaiser), Krauß – Golowan, Filipovic.
Spandau: Zaratin – Schiemann – Höche, Chaabo – Prill, Roslakov, Buchmann (62. Kusche), Podvorica, Wolter – Wojtal (55. Gloden), Ilter.
Tore: 1:0 Lucic (59.), 2:0 Filipovic (82.), 2:1 Podvorica (90.), SR: Weise (Könitz), Z.: 596.
Tennis Borussia siegt 6:0 über die Amateure von Hansa Rostock (Namdar 2, Raickovic, Dermech, Kovacec, Adler), Dynamo Dresden siegt 3:0 bei Union Berlin (Milde 2, Wahl). Torreich endet die Partie Magdeburg gegen den FC Berlin – 5:5 (Lau 2, Kretzschmar, Lenze, Egler / Jopek, Lenz, Krznaric, Seruga, Kallnik). Die ersten 4 Tore fallen dabei bereits innerhalb der ersten 8 Minuten.
Am 9. Mai steigt dann das Saison-Halali des FC Sachsen in Dresden. Diesmal war Thomas Scholze für die LVZ vor Ort und beobachtete ein 1:1:
„Dresden. Am Sonnabend, 15.47 Uhr war sie vorbei, die Regionalliga-Saison des FC Sachsen. Platz vier in der Endabrechnung sieht so schlecht nicht aus, doch die Ziele zu Saisonbeginn waren weitaus höhere. Anders die Dresdner Dynamos, Gastgeber der Leutzscher. Wenngleich der Zug in Sachsen Aufstieg schon nach einem Drittel der Spiele abgefahren war, ist der Vizemeister-Titel mehr als erhofft. Unzufrieden dagegen FC Sachsen-Trainer Frank Rohde: „Wir spielen zwar ganz gefällig, aber es gelingt uns nicht, einmal über unseren Schatten zu springen und mehr als das unbedingt Nötige zu leisten“, bekennt ein sichtlich frustrierter Rohde. Zu dieser Einschätzung paßte auch das Saisonfinale. Beide Mannschaften zeigten ob der hohen Temperaturen gepflegten Sommerfußball. Engagement (in Hälfte eins mehr auf Seiten der Gastgeber, nach der Pause auf Seiten der Leipziger) war durchaus zu erkennen, auch eine Anzahl gelungener Spielzüge bekamen die immerhin 3700 Fans zu sehen, doch das Tempo der Partie ließ sehr zu wünschen übrig. Schon vor der 1:0-Führung hatten die Dresdner durch Gütschow (4.), Jelen (19.), Groth (27.) und Wahl (42.) beste Torchncen, auf der Gegenseite wurde es nur einmal gefährlich, als Hammermüller aus zwölf Metern zu hoch zielte (26.). Maßgeblichen Anteil an Mildes 1:0 (auch schon sein 16. Saisontreffer) hatte Sturmkollege Gütschow, der vor dem Spiel einen neuen Ein-Jahresvertrag mit beidseitiger Option auf eine weitere Saison bei Dynamo unterschrieb. Gütschow hatte Vishniauskas stehen lassen, den Ball an Torwart Schöne vorbei in Richtung Tor. Milde, wie auch Großmann in abseitsverdächtiger Position, hielt noch den großen Zeh an das Leder (43.). Nach dem Wechsel verflachte das Spiel vorerst, Dynamo schaltete einen Gang zurück, der FC Sachsen fand lange nicht den Hebel, um nach oben zu schalten. Auch Virags Schüßchen nach guter Vorarbeit von Filipovic war keine Prüfung für den Dynamo-Torwart. Erst Hammermüllers nächster „Hammer“, den Köhler mit einer Faust über die Latte lenkte (68.) war das Weckzeichen. Sechs Minuten später klingelte es dann auch: Shala, von Rohde nach der Pause vom Liberoposten zur Verstärkung der Offensive ins Mittelfeld beordert, schlug eine straffe Flanke in den Sechzehner, Golowans Fußspitze fälschte den Ball unhaltbar für Köhler zum 1:1 ab (74.). Das mußte noch nicht der Endstand sein, hätte Golowan bei zwei Chancen (82.) ähnlich viel Glück gehabt, doch einmal war der Winkel zu spitz (82.) und dann erwies sich Köhler auf der Linie als Meister seines Fachs, als der Ukrainer aus zwei Metern am Schlußmann scheiterte (85.).“
Dresden: Köhler – Wahl – Reckmann, Oberritter (79. Bernhardt) – Jelen, Schmidt, Groth, Großmann, Schönfeld (67. Kaiser) – Gütschow (79. Hanke), Milde.
FC Sachsen: Schöne – Shala – Vishniauskas, Rietschel – Lucic (77. Baum), Krauß, Virag, Hammermüller, Gerloff (60. Kaiser) – Filipovic, Golowan.
Tore: 1:0 Milde (43.), 1:1 Golowan (74.), SR: Bley (Sehma), Z.: 3710.
Tennis Borussia beendet die Saison ungeschlagen mit einem 0:0 bei Erzgebirge Aue. 92 Punkte aus 34 Spielen sind eine beeindruckende Bilanz. TeBe-Trainer Hermann Gerland: „Die Saison war für uns nur Vorgeplänkel, die große Prüfung kommt nun gegen Hannover 96.“ Zweiter ist Dynamo Dresden mit 60 Punkten. Den dritten Platz schnappt am letzten Spieltag Eisenhüttenstadt (57 Punkte nach einem 3:2 in Nordhausen – Backasch, Schade, Wagner / Schmidt, F. Ludwig) noch dem FC Sachsen weg. Die Leutzscher sind Vierter mit 56 Punkten und 60:36 Toren. Punktgleich dahinter folgt Rot-Weiß Erfurt (3:1 in Spandau – Biro, Schönberg, Koslov / Chaabo).Union Berlin trennt sich im Derby beim FC Berlin 2:2 (Küntzel, Petrowsky / Lesch, Krznaric) und wird Sechster mit 54 Punkten vor Erzgebirge Aue (52), dem Chemnitzer FC (51), Lok/Altmark Stendal (51), VFC Plauen (48), FC Berlin (43), 1.FC Magdeburg (39), Spandauer SV (39) und dem SV Babelsberg (38). Obwohl sie es zum Teil noch nicht ahnen, werden 4 Mannschaften absteigen: Hertha Zehlendorf (34), Reinickendorfer Füchse (31), Wacker Nordhausen (29) und die Hansa Rostock Amateure (20). Torschützenkönig ist Rainer Wiedemann (Stendal, 25 Tore).
Auch die 1. Bundesliga trägt ihren letzten Spieltag aus. Das schon als Meister feststehende Kaiserslautern spielt 1:1 beim Hamburger SV (Marschall / Dembinski). Der Vizemeister Bayern München fertigt den Vorjahresdritten Borussia Dortmund 4:0 ab (Elber 2, Scholl, Matthäus). Bayer Leverkusen wird nach einem 2:2 in Köln (Feldhoff, Lottner / Munteanu, Scherr) Dritter. Hansa Rostock schlägt den Karlsruher SC 4:2 (Neuville, Studer, Baumgart, Majak / Häßler 2) und erreicht Platz 6. In die 2. Liga verabschieden sich der KSC, Köln und Arminia Bielefeld (1:2 auf Schalke – Gerber / 2 Foulelfmeter von van Hoogdalem). Die besten Torschützen der Saison sind Ulf Kirsten (Leverkusen, 22), Olaf Marschall (Kaiserslautern, 21), Michael Preetz (Hertha, 14) und Stephane Chapuisat (Dortmund, 14).
Der Zweitligist VfB Leipzig bekommt im zweiten Anlauf die Lizenz für die nächste 2. Liga-Saison. Doch sportlich rutscht er nach einer 1:3-Heimschlappe gegen Mainz 05 vor 3800 Zuschauern (Heidrich / Demandt 2, Herzberger) nah an die Abstiegsplätze heran. Mainz auf Platz 15 hat nun nur noch 3 Punkte Rückstand. VfB-Trainer Halata: „Wir haben uns auskontern lassen wie eine Schülermannschaft.“ Das bereits abgestiegene Zwickau gewinnt überraschend 3:1 in Freiburg (Klee, Viertel, Lense / Weißhaupt). Für Jena ist das 1:1 gegen St. Pauli (Weber / Trulsen) im Abstiegskampf zu wenig. Energie Cottbus bezwingt Düsseldorf 2:1 (Wawrzyczyk, Konetzke / Tare).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Am 30. Spieltag der Liga Staffel B schlägt Chemie Leipzig die Elf von Motor Weimar 2:0.
In der Oberliga bleibt Stahl Brandenburg weiter die beste Heimmannschaft. Am 23. Spieltag bezwingt man Spitzenreiter Lok Leipzig 3:2 (Schulz, Pfahl, Zschiedrich / Hobsch, Kühn) und kann auf stolze 22:2 Punkte vor eigenem Publikum verweisen. Das beste Auswärtsteam BFC Dynamo holt ein 2:2 in Erfurt (Doll, Reich / Döring, Heun) und übernimmt die Tabellenführung. Der Tabellendritte Dynamo Dresden verliert in Frankfurt an der Oder 0:1 (L. Schnürer). Der Abstiegskampf bleibt spannend. Während Riesa auf Platz 14 nach einem 2:3 daheim gegen Wismut Aue (Pfahl, Eigentor Münch / Bittner, Krauß, Bauer) mit 14:32 Punkten in argen Schwierigkeiten steckt, ist Union Berlin (1:1 gegen Rostock – Seier / Röhrich) mit 17:29 Punkten auf Rang 13 nur einen Zähler hinter dem Trio Rostock, Aue und Frankfurt/Oder.
Im FDGB-Pokal stehen die Halbfinals fest. Mit Fortschritt Bischofswerda scheidet der letzte Liga-Verteter im Viertelfinale aus (0:1 gegen den BFC Dynamo durch Grether). Nächster BFC-Kontrahent ist Rostock, das Karl-Marx-Stadt 2:1 besiegt (Schlünz, Röhrich / Richter). Jena überrollt Dynamo Dresden 4:0 (Peschke, Sträßer, Lesser, Penzel) und trifft auf Lok Leipzig (2:1 gegen Halle – Hobsch 2 / Henschel).
Das erste Finalspiel um den UEFA-Cup entscheidet Espanol Barcelona deutlich mit 3:0 gegen Bayer Leverkusen für sich (Losada 2, Soler). Bayer-Trainer Erich Ribbeck meint, sein Team habe im Rückspiel nur noch eine Chance, „wenn wir zielstrebiger, entschlossener auch in die Tiefe kombinieren, von Espanols wendigen Verteidigern wegspielen können.“
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Nach der 1:3-Auftaktniederlage in der Oberliga-Aufstiegsrunde ist Chemie Leipzig beim FSV Lok Dresden schon ein wenig unter Zugzwang, kommt mit der Situation aber gut zurecht und siegt 1:0. Herbert Heidrich hat das Spiel im Auftrag der Fuwo gesehen:
„Wenn wir in Dresden gewinnen könnten, würde ich noch nichts verloren sehen“, hatte Karl Schäffner nach dem 1:3 seiner Elf gegen Riesa gesagt. Sein Wunsch ging in Erfüllung. Mit einem knappen Sieg holte sich Chemie die ersten beiden Pluszähler. Ein Treffer von Röpke nach 17 Minuten entschied diese niveauarme Partie schon frühzeitig. Nicht unverdient, weil Chemie frischer wirkte, gelöster aufspielte und dabei zweifelsohne von jener Routine und Erfahrung profitierte, die man der FSV Lok voraus hatte. Spielmacher bei Leipzig waren Röpke, Fliegel, Paul und Lischke aus dem Mittelfeld heraus, im Sturm Meyer und Schubert. Der Gast erwies sich im Zweikampf cleverer, seine Angriffe verrieten mehr Spielwitz und Konstruktivität, sie kamen schneller und fast immer über die Flügel. Dadurch schuf man sich Räume, überbrückte das Mittelfeld mit weiten Pässen und brachte den knappen Vorsprung auch taktisch geschickt über die Zeit. In der Schlußphase, als Dresden alles auf eine Karte setzte, hatte Chemie durch Meyer, Graul und Limbach noch gute Torchancen, die aber ungenutzt blieben. Die FSV enttäuschte ihren Anhang. Im Bestreben, es nach dem 0:2 von Rostock diesmal besonders gut zu machen, erreichte man prompt das Gegenteil. In den ersten 45 Minuten vor allem wirkte die Mannschaft gehemmt, arm an Ideen, vor allem aber zu langsam. Das Umschalten von Abwehr auf Angriff erfolgte zu langsam, im Zweikampf zog man meist den Kürzeren, und da viele Pässe nicht zum eigenen Mann kamen, lief man ständig Leipziger Konterzügen hinterher. Das gesamte Spiel ging zu sehr in die Breite, direkte, die Gasse öffnende Pässe hatten Seltenheitswert. Hinzu kamen eklatante Schwächen im Torschuß. Mit Straßburger, der nach der Pause für Lichtenberger spielte, kam zwar mehr Druck ins Dresdner Spiel, Tore jedoch fielen auch weiterhin nicht. An Chancen fehlte es nicht, wohl aber am Können, vor allem an der nötigen Übersicht und Kaltschnäuzigkeit. Seidel (56.) jagte eine Freistoß-Ablage neben den Pfosten, Straßburger (58./64.) traf in aussichtsreicher Position nur den Pfosten, Prasse schließlich (87.) versagte zweimal hintereinander: Er traf mit seinem Kopfball nur den Pfosten und verzog dann aus Nahdistanz das Leder am leeren Tor vorbei ins Aus. So blieb es letztlich beim Wollen, die erste Begegnung vor eigener Kulisse so zu nutzen, daß man im Quintett der Staffelsieger eine gute Rolle und – was durchaus drin wäre – vielleicht den „Hecht im Karpfenteich“ spielen könnte. Am kommenden Sonntag bei Stahl Riesa wird es noch schwerer sein, zu ersten Pluspunkten zu kommen.“
Lok Dresden: Findeisen, Hartung, Grundey, Horn, Hänsel, Seidel, Lichtenberger (46. Straßburger), Ganzera, Güldner, Prasse, Oehmichen.
Chemie: Suchantke, Baum, Limbach, Röpke, Höhne, Fliegel, Graul, Paul, Meyer, Lischke, Schubert.
Tor: 0:1 Röpke (17.), SR: Di Carlo (Burgstädt), Z.: 10.000.
Hansa Rostock gewinnt auch sein zweites Spiel – 4:0 in Neubrandenburg (Schulz 2, Mischinger, Jarohs) und führt die Tabelle mit 4:0 Punkten an vor Riesa (2:0), Chemie Leipzig (2:2), Neubrandenburg (0:2) und Dresden (0:4).
Das Topduell der Oberliga geht an den Tabellenzweiten 1.FC Magdeburg, der Spitzenreiter Dynamo Dresden 2:0 besiegt (Pommerenke und Steinbach) und so die Meisterschaft weiter offen hält. Die beiden Vereine sind 4 Runden vor Saisonende punktgleich. 4 Punkte dahinter folgt der BFC Dynamo (3:1 in Frankfurt/Oder – Netz, Jüngling, Terletzki / Werder), der aber in den Titelkampf kaum mehr eingreifen wird. Weitere 4 Zähler zurück liegt Lok Leipzig, das bei Union Berlin 3:1 gewinnt (Herrmann 2, Moldt / R. Rohde). Auf den Abstiegsplätzen rangieren Frankfurt/Oder und abgeschlagen Wismut Gera mit 6:38 Punkten (0:2 gegen Aue – Erler und Schaller).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Der frischgebackene deutsche Meister 1.FC Kaiserslautern geht auf Tournee durch Ostdeutschland. Am 15.5. 1998 tritt er als erstes beim FC Sachsen Leipzig an. Es folgen Stationen bei Dynamo Dresden (17.5.), Rot-Weiß Erfurt (21.5.) sowie dem 1.FC Magdeburg (23.5.).
Leider liegt mir der LVZ-Spielbericht aus der Ausgabe vom 18. Mai 1998 nur teilweise vor:
„Leipzig. Sie ließen die Hände ihrer Vorbilder nicht los, obwohl es noch Minuten dauerte, bis die Kleinen die Spieler des neuen deutschen Meisters 1.FC Kaiserslautern zum Anstoßkreis führen durften. Auch für die Leutzscher Steppkes war es ein denkwürdiger Tag im jungen Fußball-Leben, den sie so schnell nicht vergessen werden. Wann darf man schon mal eine meisterliche Hand so lange drücken? Der Stimmung auf den Rängen tat es keinen Abbruch, daß die Lauterer zum Gastspiel beim Regionalligisten ohne einige der Stars antreten mußten. „Sie sind aber alle entschuldigt. Wir haben alle mit, die wir mitbringen konnten. Bummeln gibt es auch bei solchen Freundschaftsspielen nicht“, erklärte Co-Trainer Reinhard Stumpf das Fehlen solcher Könner wie Marschall, Hristov, Schönberg, Sforza oder Kadlec. Und Trainer Rehhagel hatte auch bestimmt, daß der angeschlagene Ratinho die Ost-Tournee bestreitet – und wenn es zum Autogramme-Schreiben ist...“
Auf jeden Fall auf dem Leutzscher Rasen dabei war FCK-Spieler Michael Ballack, der auf dem LVZ-Foto zu sehen ist.
Die Spielstatistik laut „Die Nummer Eins“ von Jens Fuge:
FC Sachsen: Schöne (46. Fröhlich) – Shala – Vishniauskas, Virag – Hammermüller, Krauß (78. Baum), Rietschel, Gerloff (63. Kaiser), Lucic – Filipovic, Golowan.
Tore: 0:1 Hrutka (4.), 1:1 Filipovic (40.), 1:2 Rische (77.), 1:3 Rische (82.), 2:3 Baum (84.), SR: Müller (Dresden), Z.: 8210.
Im Sachsenderby der zweiten Liga lässt sich der bereits abgestiegene FSV Zwickau keine Schützenhilfe unterstellen. Gegen den VfB Leipzig treffen zwei Ex-Leipziger zum 2:0-Sieg – René Schmidt (VfB) und Carsten Klee (FC Sachsen). VfB-Manager Klaus Dietze erleidet einen Kreislaufkollaps. Da der von Wolfgang Frank trainierte FSV Mainz 05 deutlich mit 5:0 über Carl Zeiss Jena siegt (Demandt 3, Kramny, Hock), rutscht der VfB Leipzig hinter die Mainzer auf Abstiegsplatz 15 ab. Energie Cottbus belässt Wattenscheid 09 durch einen 2:0-Sieg dort (Rowicki und Labak) ebenfalls im Abstiegskampf. Niestroj trifft zum 1:0 beim 2:1 der Düsseldorfer Fortuna über den KFC Uerdingen.
Das vorletzte Finale um den Europacup der Pokalsieger in Stockholm gewinnt der FC Chelsea gegen den VfB Stuttgart mit 1:0. Das einzige Tor macht der eingewechselte Gianfranco Zola.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
In den beiden Liga Staffeln werden die Spieltage 31 und 32 absolviert. Danach stehen die zwei Aufsteiger zur Oberliga fest: Energie Cottbus (Staffel A) sowie Sachsenring Zwickau (Staffel B). Aus der Fuwo vom 17. Mai 1988: „An der Tabellenspitze (der Staffel B – Anm. Lars) behauptete Bischofswerda Platz zwei. Vom sechsten Rang weiter nach vorn stieß die Elf aus dem Leipziger Georg-Schwarz-Sportpark. Die Chemie-Elf gewann souverän gegen die TSG Markkleeberg mit 3:1, wobei Jörg Engelmann sich mit zwei Treffern auszeichnete und somit sein Torekonto auf 11 schraubte.“
In der Torjägerliste der B-Staffel befinden sich vor Engelmann nur noch Bielau (Zwickau, 17), Schiemann (Bischofswerda, 14) und Weiß (Thale, 13).
Das andere Spiel der Leutzscher endet 1:1 bei Chemie Buna Schkopau.
Drittletzter Spieltag auch in der DDR-Oberliga: 3 Heimsiege und 4 Unentschieden. Die Gewinner des Spieltages sind dementsprechend die Spielgewinner BFC Dynamo (3:1 gegen Karl-Marx-Stadt – Doll, Ernst, M.Schulz / Glowatzky) im Titelkampf sowie im Abstiegskampf Hansa Rostock (3:1 über Brandenburg – Röhrich, März, Jarohs / Janotta) und Wismut Aue (1:0 gegen Erfurt durch Bauer). Jeweils 0:0 trennen sich Dynamo Dresden und Union Berlin sowie Lok Leipzig und Carl Zeiss Jena.
Ajax Amsterdam gelingt es nicht, den EC der Pokalsieger zu verteidigen. Im Finale in Strasbourg verlieren die Holländer gegen den von Computer-Unternehmer John Cordier mit einigen Millionen ausgestatteten belgischen Verein KV Mechelen mit 0:1. Der deutsche Schiedsrichter Dieter Pauly schickt Danny Blind (Ajax) bereits nach 16 Minuten vom Feld. Das entscheidende Tor markiert ausgerechnet einer der 4 Holländer im Team von Mechelen: Piet den Boer.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Drittes Spiel für Chemie Leipzig in der Oberliga-Aufstiegsrunde daheim gegen Vorwärts Neubrandenburg. Als keiner mehr an ein Tor glaubt, kommt ein Elfmeterpfiff. Andreas Baingo für die Fuwo:
„Der Verlierer dürfte erst einmal aus dem Rennen um einen vorderen Platz in der Aufstiegsrunde zur Oberliga sein. Diese Konstellation vor dem Spiel ließ beide Mannschaften überaus vorsichtig und nervös operieren. Zwingende Aktionen wie die von Schubert, als er die gesamte Gäste-Abwehr ausmanövrierte, dann das Leder jedoch am leeren Kasten vorbeischob (11.) blieben selten. In der Folgezeit wurde Tanger im ASG-Tor lediglich von Limbach mit Freistößen geprüft. Zwar mühte sich in den Reihen der Grün-Weißen vornehmlich Libero Baum um spielerischen Zuschnitt (aber im Rücken des Schiedsrichters grob unsportlich gegen Zuch), aber von hinten heraus wurde zu langsam operiert, um die von Kapitän Maraldo gut organisierte Gäste-Abwehr zu knacken. „Erfreulich, daß wir hinten wieder sicher standen“, lobte dann auch Übungsleiter Manfred Müller. Doch allein mit Sicherheit kann ein solches Spiel nicht gewonnen werden. Lediglich Zuch und Eingel brachten etwas Druck nach vorn. Und so verwunderte es auch nicht, daß sich beide die beste Chance der Gäste erarbeiteten, als der Mittelstürmer den nach vorn startenden Eingel mit einem temperierten Flugball in den freien Raum bediente, dieser aber hoch über den Kasten schoß. Überhaupt waren die Schußleistungen auf beiden Seiten selten beifallswürdig. Als schon keiner mehr an eine Entscheidung glaubte, Schiedsrichter Kirschen seinen beiden Assistenten noch eine Minute signalisierte (einige undisziplinierte Zuschauer hatten ihn veranlaßt, das Spiel Mitte der 2. Halbzeit für wenige Minuten zu unterbrechen), brachte Kapitän Maraldo den in den Sturm aufgerückten Lischke im Strafraum zu Fall. Limbach, der zuvor gegen Zuch keinen leichten Stand hatte, neben Kreft und Trapp „gelb“ sah, ließ sich diese Chance in letzter Sekunde nicht entgehen. „Auch ich habe nicht mehr daran geglaubt, für den unermüdlichen Einsatz noch belohnt zu werden“, fiel Chemie-Übungsleiter Karl Schäffner ein Stein vom Herzen. „Nun möchten wir nur allzugern auch in Rostock einen Punkt holen.“
Chemie: Suchantke, Baum, Lischke, Limbach, Höhne, Paul, Fliegel, Graul, Meyer (70. Stieglitz), Röpcke, Schubert (60. Geisler).
Neubrandenburg: Tanger, Maroldo, Kreft, Trapp, Zoppke, Hanke (32. Schönke), Eingel, Albrecht, Kraschina (70. Behrens), Zuch, Bernitt.
Tor: 1:0 Limbach (93., Foulstrafstoß), SR: Kirschen (Frankfurt/Oder), Z.: 10.000.
Da Stahl Riesa den FSV Lok Dresden 4:0 besiegt (Hauptmann, Lippmann, Meinert, Runge), teilt sich das Feld in 2 Gruppen – die Aufstiegsambitionierten mit Stahl Riesa (4:0 Punkte), Hansa Rostock (4:0) und Chemie Leipzig (4:2) sowie die schon Abgeschlagenen mit Neubrandenburg (0:4) und Dresden (0:6).
Am viertletzten Spieltag der DDR-Oberliga gibt es 6 Heimsiege und ein 0:0. Für Magdeburg ist der Auswärtspunkt in Aue aber eigentlich zu wenig im Titelkampf – doch Aue spielt so stark, dass der FCM letztlich damit gut bedient ist. Zu einem deutlichen 7:1-Erfolg kommt Tabellenführer Dynamo Dresden gegen Neuling Chemie Böhlen (Riedel 2, Dörner, Weber, Häfner, Trautmann, Eigentor Adamczak / Zanirato) und hat nun wieder einen Zähler Vorsprung auf die Magdeburger. Bereits 6 Punkte hinter Dresden und damit praktisch raus aus dem Meisterschaftsrennen ist der BFC Dynamo, der in Jena 0:2 verliert (Trocha und Neuber). 2 weitere Punkte zurück folgt auf Rang 4 Lok Leipzig, das gegen Erfurt 2:1 siegreich ist (Altmann, Kühn / Schröder).
Im Europapokal fallen die letzten Entscheidungen: Bei den Landesmeistern siegt im Finale im Londoner Wembley-Stadion der FC Liverpool mit 1:0 gegen den FC Brügge (Dalglish). Im UEFA-Cup-Final-Rückspiel setzt sich der PSV Eindhoven 3:0 gegen den SEC Bastia durch (van de Kerkhof, Deijkers, van der Kuylen) und holt nach dem 0:0 im Hinspiel den Pokal.
Vor 40 Jahren
Spitzenspiel der Oberliga im Rostocker Ostsee-Stadion: Tabellenführer Carl Zeiss Jena spielt beim Zweiten FC Hansa. 35.000 jubeln am Ende. Hansa gewinnt durch Treffer von Decker und Pankau bei einem Gegentor von Stein mit 2:1. In der 89. Minute fällt das erlösende zweite Tor. Nun sind beide punktgleich, nur zwei Plustore mehr hat Jena auf seinem Konto. Jena ging sogar in Führung, „doch keiner steckte auf, jeder einzelne kämpfte und rackerte für den anderen“, beurteilte Jürgen Decker vom FC Hansa das Spiel, der neben Helmut Stein „Spieler des Tages“ wurde.
Vor 50 Jahren
In Berlin wird der Deutsche Fußball-Verband gebildet. Kurt Stoph (Berlin) wird zum Präsidenten gewählt, Sepp Kamm zum Generalsekretär. In der Oberliga greift der SC Dynamo Berlin nach der Tabellenspitze. Ein 4:0-Sieg über Fortschritt Weißenfels bringt den Sprung vom 4. auf den 2. Tabellenplatz. Der SC Lok Leipzig verbucht mit dem 4:3-Erfolg über Turbine Erfurt den ersten Saisonsieg und gibt die „rote Laterne“ an Rotation Babelsberg ab.
Vor 60 Jahren
In der Meisterschaft des Landes Brandenburg trennen sich in der Gruppe A Eberswalde-Nord und Cottbus-Ost 2:2. Grube Marga bezwingt die Eberswalder mit 6:3. In der Gruppe B gewinnt Wittenberge-Süd gegen die SG Potsdam 4:2 und behauptet sich auch in der Havelstadt mit dem gleichen Resultat.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 20/88 „In der Chronik geblättert“)
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Das Hinspiel um den Aufstieg in die 2. Liga zwischen den Meistern der Regionalligen Nordost und Nord gewinnt Tennis Borussia Berlin gegen Hannover 96 mit 2:0. Vor 11.000 Zuschauern (darunter etwa die Hälfte aus Niedersachsen) treffen Francisco Copado und Jens Melzig. Auf Seiten der Gäste vergibt der 19-jährige Gerald Asamoah die beste Möglichkeit.
Drittletzter Spieltag der 2. Bundesliga. Der FC Carl Zeiss Jena verliert sein Heimspiel gegen das Schlusslicht FSV Zwickau mit 2:3 (Holetschek, Weber / Härtel, Hermel, Günther) und ist nur noch theoretisch in der Lage, dem Abstieg zu entkommen. Dem Abstieg immer näher kommt auch der VfB Leipzig, der mit einem 1:4 daheim gegen Fortuna Köln (Wohlfarth / Grlic 2, Younga-Mouhani, Krieg) vor 3.300 Zuschauern die vierte Niederlage in Folge kassiert. Fortuna-Trainer Bernd Schuster wird von 2 Bodyguards bewacht. Während und nach der vom DSF übertragenen Partie kommt es zu Schlägereien zwischen VfB-Hooligans und der Polizei, man versucht die eigenen Spieler anzugreifen. LVZ-Journalist Steffen Enigk nennt es „eine der schwärzesten Stunden“ in der VfB-Vereinsgeschichte.
Der VfB Stuttgart entlässt seinen Trainer Joachim Löw. Löw legt Wert auf die Feststellung, dass man nicht im beiderseitigen Einvernehmen auseinander geht. Sein durch den mächtigen Vereinsboss Gerhard Mayer-Vorfelder präsentierter Nachfolger wird der im März 1998 nach fast 12-jähriger Amtszeit beim Karlsruher SC entlassene Winfried Schäfer.
Im Champions League-Finale siegt Real Madrid (im Tor Bodo Illgner) mit 1:0 über Juventus Turin (Tor: Mijatovic).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Am vorletzten Spieltag der DDR Liga unterliegt Chemie Leipzig bei Chemie Böhlen mit 1:2. Der LVZ-Spielbericht von Günter Männig:
„8. Saisonsieg – aber der wichtigste der Saison überhaupt. Mit diesem Doppelpunktgewinn hat sich Böhlen endgültig den Klassenerhalt gesichert. Bis zur letzten Minute mußte vor allem darum gebangt werden, weil selbst die klaren Chancen nicht genutzt wurden. Arnold verschoß einen Foulstrafstoß (44.), Kühne (69.) und Kirsten (82.) standen allein vor Saumsiegel und hatten weder Nerven noch genügend Routine, um vorzeitig alles zu entscheiden. Den Siegestreffer erzielte Kühne im Nachschuß, nachdem Saumsiegel Wunderlichs Schuß nur kurz abwehren konnte. Chemie Leipzig begann energisch und hatte schon nach wenigen Minuten drei Reisenchancen. So mußte Stapelfeld auf der Linie retten (4. Min.). Die Gäste waren in den ersten 45 Minuten deutlich die bessere Mannschaft, ließen dann aber in der Angriffswirkung sehr nach.“
Böhlen: Suchantke; Becher (46. Kluge), Nolting, Wunderlich, Arnold, Purrucker (81. Hammermüller), Kunze, Stapelfeld, Kirsten, Ferl, Kühne.
Chemie Leipzig: Saumsiegel; Barylla, Pietsch, Patula, Barth, Illge, Schleier (46. Stieglitz), Thiemig, Turnier (76. Meyer), Engelmann, Rösler.
Tore: 1:0 Purrucker (15.), 1:1 Illge (28.), 2:1 Kühne (61.), SR: Ziller (Königsbrück), Z.: 1250.
Spitzenreiter Sachsenring Zwickau kann sich zu Hause ein 0:0 gegen die TSG Markkleeberg erlauben und verschiesst dabei einen Foulelfmeter. Mit 50:16 Punkten liegen die Westsachsen aber deutlich vor den Tabellenzweiten Thale (41:25). Chemie Leipzig ist mit 39:27 Punkten Sechster, Chemie Böhlen mit 29:37 Zwölfter. Letzter Kontrahent der Leutzscher ist am folgenden Sonntag der Oberliga-Aufsteiger Zwickau.
Auch nach dem vorletzten Spieltag der DDR-Oberliga stehen die Entscheidungen über den Meistertitel und den Abstieg noch aus. Im Gegensatz zu Lok Leipzig, das 2:0 in Riesa siegt (Zötzsche und Kühn), kommt der BFC Dynamo nur zu einem 1:1 in Aue (Ernst / Mothes), so dass die beiden wieder punktgleich sind (35:15). Der zweite Absteiger neben Riesa bleibt weiter offen – es kommt noch ein Quartett dafür in Frage: Union Berlin (20:30 Punkte nach einem 3:2 über den HFC – Seier 2, Enge / Radtke, Schülbe), Wismut Aue (21:29), Vorwärts Frankfurt/Oder (21:29, 5:0 über Karl-Marx-Stadt – Kuhlee 2, Duckert, Bennert, Schnürer) sowie Rot-Weiß Erfurt (21:29, 3:1 gegen den 1.FC Magdeburg – Heun, Demme, Busse / Minkwitz).
Das FDGB-Pokal-Halbfinale hält ein klares und ein knappes Resultat bereit. Deutlich mit 4:0 setzt sich der BFC Dynamo gegen Hansa Rostock durch (Reich, Ernst, Thom, Küttner). Erst im Elfmeterschiessen bezwingt Carl Zeiss Jena hingegen Lok Leipzig (1:1 nach Verlängerung durch Sträßer und Marschall).
Bayer 04 Leverkusen gelingt es im UEFA-Cup-Final-Rückspiel das 0:3 aus dem Hinspiel noch wettzumachen. Ebenfalls 3:0 heisst es nach 90 Minuten gegen Espanol Barcelona (Tita, Götz, Cha). Die Verlängerung bleibt torlos. Im 11er-Schiessen wird der Schuss von Falkenmayer gehalten und die Gäste gehen 2:0 in Front. Doch dann versagen den Spaniern die Nerven – während die deutschen Schützen (Rolff, Waas, Täuber) treffen, scheitern Urquiaga an der Latte, Zuniga an Vollborn und Losada zielt über das Gehäuse. Dies ist der vierte UEFA-Pokal-Sieg für eine deutsche Mannschaft nach Borussia Mönchengladbach (1975 und 1979) und Eintracht Frankfurt (1980).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Am 4. Spieltag der Oberliga-Aufstiegsrunde gibt es zwei Unentschieden. Chemie Leipzig darf das 1:1 bei Hansa Rostock mit Sicherheit als Erfolg werten. Andreas Baingo war für die Fuwo dabei:
„Mit 4:0 Punkten und 6:0 Toren startete der FC Hansa ausgezeichnet in die Aufstiegsrunde. Nach dem spielfreien Wochenende sollte gegen Chemie Leipzig die Weste weiterhin weiß bleiben. Immerhin hätten die Ostseestädter bei einem weiteren Doppelpunktgewinn den nächsten Spielen ruhig entgegensehen können. Zu wenig aber ließen sie sich einfallen, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Wir haben es einfach nicht verstanden, zu konstruktiven Aktionen zu finden, um die Chemie-Deckung aufzubrechen“, kritisierte dann auch Trainer Helmut Hergesell. Was der Gastgeber bot, war tatsächlich nur biedere Hausmannskost. Jarohs, zuletzt in beachtlicher Verfassung, wurde von Fritzsche förmlich zugedeckt, Kehl rieb sich in beiderseits unschönen Duellen an Höhne auf, blieben auch andere immer wieder in der Chemie-Deckung hängen. Und da auch aus den hinteren Reihen zu wenig Verwertbares kam (Märzke), tat sich der vorjährige Oberligaabsteiger schwer. Selbst Uteß, der aufgrund der fehlenden Chemiespitze keinen unmittelbaren Gegenspieler hatte, wußte mit dieser Konstellation erstaunlich wenig anzufangen. Das Führungstor der Hanseaten fiel im Anschluß an den dritten Eckball. In den von Jarohs scharf getretenen Ball spritzte Kaschke. Gegen seinen Kopfball war Suchantke ohne Chance. Doch wie die Leutzscher diesen Treffer verkrafteten, noch vor der Pause ebenfalls nach Eckball durch den aufgerückten Baum per Kopf zum Ausgleich kamen, zeichnete sie aus. Danach wurden die Aktionen der Gastgeber immer zerfahrener. Zwar prüften Mischinger (49., 86.) und Jarohs (82.) den großartigen Suchantke noch dreimal, doch der Siegestreffer fiel nicht mehr. An ihrem Torhüter und dem umsichtigen Libero Baum richteten sich die Messestädter, bei denen Limbach nach drei gelben Karten fehlte, immer wieder auf. „Dennoch hätte meine Mannschaft, als sie merkte, daß Hansa nicht so stark wie erwartet spielte, noch überlegter kontern müssen“, meinte Karl Schäffner. Aber die Leipziger haben die Genugtuung, Hansas weiße Weste befleckt und die eigenen Chancen zum Oberliga-Aufstieg erhalten zu haben. Obgleich teilweise nicht ganz sauber gespielt wurde (Gelb für Röpcke, Schubert, bei Hansa Jarohs), unverdient ist das Remis für die Messestädter letztlich nicht.“
Hansa: Schneider, Sykora, Kische, Wandtke, Uteß, Schulz, Mischinger, Märzke (72. Seering), Kaschke (46. Brakenwagen), Jarohs, Kehl.
Chemie: Suchantke, Baum, Höhne, Fritzsche, Lischke, Paul, Flor, Graul, Schubert, Fliegel, Röpcke.
Tore: 1:0 Kaschke (29), 1:1 Baum (40.), SR: Einbeck (Berlin), Z.: 22.000.
Vorwärts Neubrandenburg und Stahl Riesa trennen sich 0:0. Die Tabelle: 1. Stahl Riesa (5:1 Punkte), 2. Hansa Rostock (5:1), 3. Chemie Leipzig (5:3), 4. Neubrandenburg (1:5), 5. Lok Dresden (0:6).
Am 24. Oberliga-Spieltag zieht Magdeburg nach Punkten wieder mit Spitzenreiter Dresden gleich. Während der FCM klar mit 6:0 gegen Zwickau siegt (Streich 2, Pommerenke 2, Stahmann, Döbbel), gelingt Dresden nur ein 2:2 beim BFC Dynamo (Häfner, Eigentor Troppa / Lauck, Noack). Chemie Böhlen holt einen wichtigen 2:0-Sieg gegen Wismut Aue (Havenstein und Zaspel) und hat 3 Punkte Vorsprung auf den Dreizehnten Frankfurt/Oder, der 0:2 zu Hause gegen Jena unterliegt (Vogel, Trocha). Lok Leipzig spielt 1:1 in Karl-Marx-Stadt (Dennstedt / Sorge).
Vor 40 Jahren
Glückwunsch für den BFC Dynamo und Stahl Riesa, die den Aufstieg in die Oberliga perfekt machen. Im Oberhaus ist dem FC Carl Zeiss Jena der Meistertitel kaum noch streitig zu machen. Ein 0:0 beim 1.FC Lok Leipzig bringt eine Führung mit drei Punkten Vorsprung bei zwei noch ausstehenden Spielen. Verfolger FC Hansa Rostock unterliegt in Zwickau 0:1. Auch die Absteiger aus der Liga stehen fest: Motor Babelsberg, Motor Köpenick, Aktivist Schwarze Pumpe, Fortschritt Weißenfels, Motor Weimar und Motor Bautzen. Welch traditionsreiche Gemeinschaften sind darunter!
Vor 50 Jahren
An den Pfingsttagen gibt es viele Freundschaftsspiele, aber auch ein Punktspiel der Oberliga steht auf dem Programm. 2:1 gewinnt der SC Dynamo Berlin zu Hause gegen Rotation Babelsberg und übernimmt damit die Tabellenspitze vor Rotation Leipzig. Die Filmstädter zieren das Tabellenende. „Hannes“ Matzen schießt die Berliner in Führung, Pillau gleicht per Handstrafstoß in der 84. Minute aus, aber „Moppel“ Schröter kontert eiskalt zwei Minuten später: 2:1. Polens Spitzenreiter Polonia Bytom unterliegt in Dresden dem SC Einheit mit 0:1. Bereits in der 2. Minute schießt Matthes „das Goldene“.
Vor 60 Jahren
In Thüringen und Sachsen wird die Meisterschaft im K.O.-System ausgetragen. In den Viertelfinalspielen gibt es folgende Ergebnisse: Erfurt-West – Ernst Abbe Jena 2:1 in Weimar, Wurzbach – Sömmerda 1:2 in Schleiz, Weimar-Ost – Meiningen 2:1 in Erfurt, Suhl – Altenburg-Nord 2:0 in Saalfeld. Und in Sachsen: Dresden-Friedrichstadt – Zittau 4:3 in Bautzen, Chemie-West – Dresden-Mickten 3:1 in Leipzig, Planitz – Wurzen 2:1 in Chemnitz, Meerane – Gohlis-Nord Leipzig 1:0 in Dresden.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 21/88 „In der Chronik geblättert“)
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
In der 2. Bundesliga wird vor dem vorletzten Spieltag das Nachholespiel vom 23. Spieltag zwischen Carl Zeiss Jena und dem VfB Leipzig ausgetragen. Die LVZ-Schlagzeile zu der torlosen Partie „Für Aufregung sorgten nur sieben Leuchtraketen“. Das Spiel wird mehrfach unterbrochen und steht vor dem Abbruch. Jena steht nach dem 0:0 als Absteiger in die Regionalliga fest, der VfB geht als 15. auf die Zielgerade.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Zum Saisonabschluss spielt am 29. Mai 1988 die bereits als Oberliga-Aufsteiger feststehende BSG Sachsenring Zwickau in Leutzsch. Im Programmheft heisst es unter „Ein großes Dankeschön“:
„Der Wunsch vieler Chemie-Anhänger, daß die heutige Begegnung zur Aufstiegsentscheidung werden sollte, ging leider nicht in Erfüllung, und so werden heute wieder nur die Treuesten der Treuen auf den Rängen zu finden sein. Ihnen gilt ein großes Dankeschön. Den gleichen Dank haben sich aber auch all unsere Helfer verdient, ohne deren Unterstützung die Durchführung eines Spielbetriebes gar nicht möglich wäre. Hier sind alle eingeschlossen, die Platzarbeiter, Ordner, VP-Angehörige und Versorgungskräfte. Hoffen wir gemeinsam auf ein Wiedersehen in einer erfolgreichen neuen Saison. BSG Chemie Leipzig – Sektionsleitung Fußball“.
Für die LVZ war Peter Stracke beim 2:0-Heimsieg der Grün-Weissen dabei:
„So wie wir heute aufgehört haben, müssen wir die nächste Saison beginnen“, meinte Chemie-Trainer Dr. Slaby nach einem guten Liga-Spiel, in dem der Gastgeber dem Oberliga-Aufsteiger Sachsenring Zwickau verdientermaßen beide Punkte abnahm. Und in der Tat verabschiedeten sich die Leutzscher mit einer kämpferisch engagierten Partie auf nassem Boden. Reichten in der ersten Halbzeit die Feldvorteile noch nicht zu einem Tor aus (Illge und Turnier scheiterten mehrmals am guten Zwickauer Schlußmann Trötschel), so mußte man nach dem Wechsel zunächst wieder für die Platzherren fürchten. Da kam nämlich Sachsenring besser zum Zuge und hatte durch Steinborn (65.) die Riesenchance zur Führung. Doch sein Foulelfmeter wurde von Saumsiegel in großer Manier pariert. Danach nahmen die Chemiker das heft des Handelns wieder voll in die Hand, drängten energisch auf die Führung und wurden letztlich durch zwei schöne Tore belohnt. Jubel also am Ende in Leutzsch, doch die Zwickauer nahmen´s gelassen. Sie sind schließlich der Aufsteiger.“
Chemie Leipzig: Saumsiegel; Barylla, Barth, Patula, Illge, Hübner, Schleier, Thiemig, Turnier, Engelmann, Rösler.
Tore: 1:0 Turnier (81.), 2:0 Hübner (90.), SR: Schneider (Eisenhüttenstadt), Z.: 2200.
Chemie Leipzig beendet die Spielzeit 1987/88 als Tabellensechster der Liga Staffel B mit 41:27 Punkten und 40:33 Toren.
In der Staffel A verliert KKW Greifswald bei Aktivist Brieske-Senftenberg 0:1 und wird am Ende Siebter.
Nur wegen des besseren Torverhältnisses holt der BFC Dynamo seinen 10. Meistertitel in Folge. Die Berliner schlagen Vorwärts Frankfurt /Oder 1:0 (Reich) und kommen bei 37:15 Punkten auf 59:30 Tore, Lok Leipzig bezwingt Rot-Weiß Erfurt 3:1 (Scholz, Leitzke, Marschall / Bühner) und hat bei gleicher Punktzahl 42:21 Tore. Für Frankfurt/Oder bedeutet die Niederlage den doppelten Abstieg: Platz 13 in der Oberliga sorgt für den Abstieg in die Liga und damit auch den Abstieg der zweiten Mannschaft aus der DDR-Liga in die Bezirksliga. In der DDR-Liga profitiert davon Lok Stendal auf dem eigentlichen Abstiegsplatz 16. Oberliga-Torschützenkönig ist Andreas Thom (BFC, 20) vor Jürgen Heun (Erfurt, 15) und dem Riesaer Pfahl (13).
Das Finale des EC der Landesmeister steht nach 90 und auch nach 120 Minuten 0:0. Im Stuttgarter Neckar-Stadion siegt schliesslich im Elfmeterschiessen Benfica Lissabon über den PSV Eindhoven.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Der 5. Spieltag der Oberliga-Aufstiegsrunde ist für Chemie Leipzig spielfrei.
Stahl Riesa schlägt Hansa Rostock mit 3:0 (Schuster 2, Runge) und setzt sich schon etwas ab. Lok Dresden und Vorwärts Neubrandenburg spielen 2:2 (Trapp, Prasse / Zuch, Zoppke). Die Tabelle: 1. Stahl Riesa (7:1 Punkte), 2. Hansa Rostock (5:3), 3. Chemie Leipzig (5:3), 4. Neubrandenburg (2:6), 5. Lok Dresden (1:7).
Nach dem vorletzten Oberliga-Spieltag befindet sich Dynamo Dresden auf einem guten Weg zur Meisterschaft. Die Dresdner siegen 2:0 über Carl Zeiss Jena (Riedel und Weber), während Konkurrent Magdeburg 1:2 beim HFC verliert. So hat Dresden vor der letzten Runde 2 Punkte Vorsprung. Lok Leipzig schlägt Wismut Gera 4:0 (Herrmann, Gröbner, Löwe, Moldt).
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die letzte Woche der 2. Bundesliga hält 2 Spieltage bereit. Mit Zwickau, Meppen und Jena stehen bereits zuvor 3 Absteiger fest. Der VfB Leipzig schöpft nach dem Mittwoch-Spiel in Düsseldorf nochmal etwas Hoffnung, obwohl dies 0:2 verloren geht (Lesniak und Dobrowolski), denn die Konkurrenz aus Wattenscheid kann auch nicht punkten - 1:4 gegen Freiburg (Feinbier / Weißhaupt 2, Korell, Beya). Der VfB hat es am Sonntag noch selbst in der Hand, wenn er die um einen Punkt besseren Wattenscheider empfängt. 10.400 Zuschauer (Saisonrekord) sind dann zum letzten Spiel in Probstheida. Doch es fallen keine Tore. Der VfB Leipzig kommt nicht mehr an Wattenscheid vorbei und ist der vierte Absteiger in die Regionalliga, in der in der kommenden Saison somit sowohl der FC Sachsen als auch der VfB Leipzig spielen werden. Die Aufsteiger zur 1. Bundesliga sind Eintracht Frankfurt, der SC Freiburg und der 1.FC Nürnberg.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Das 37. FDGB-Pokalfinale gewinnt der BFC Dynamo mit 2:0 nach Verlängerung (Doll und M. Schulz) gegen den FC Carl Zeiss Jena und holt somit das Double.
Kurz vor der EM-Endrunde im eigenen Land erreicht die BRD-Nationalelf im Bremer Weser-Stadion nur ein 1:1 gegen Jugoslawien (Matthäus / Baljic).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Im fünften Spiel der Oberliga-Aufstiegsrunde muss Chemie Leipzig bei Stahl Riesa die zweite Niederlage einstecken. Manfred Dönicke berichtet für die Fuwo:
„Trotz des im Ergebnis klaren 3:1-Sieges wußten die Riesaer keinesfalls zu überzeugen. Viele Mißverständnisse, unproduktive Laufarbeit und unkonzentrierte Abschläge sah man auf Seiten der Gastgeber. Viele Aktionen waren dem Partner Zufall überlassen, obwohl die Riesaer durch Schlutt (12.), Runge (13.), Schröder (20.) Möglichkeiten hatten, diese Begegnung frühzeitig zugunsten der Stahlwerker zu entscheiden. So mußten die 7.000 bis zur 41. Minute warten, ehe Börner den bis zu dieser Zeit hoch verdienten Treffer erzielen konnte. Mit der Einbeziehung des bis zu dieser Zeit im Mittelfeld agierenden Lischke in den Angriff gewann das Leipziger Spiel zusehends an Belebung. Nachdem Köpnick gegen den immer gefährlicher aufspielenden Lischke in der 57. Minute noch sicher parierte, war er gegen Fliegels Volleyschuß aus Nahdistanz doch machtlos. Zusehends erspielten sich die Leipziger Überlegenheit, und mögliche Treffer waren eine Frage der Zeit. In dieser Druckperiode erzielte Börner zum Entsetzen der etwa 1.000 Leipziger Anhänger sowie der Chemie-Elf selbst mit einem unhaltbaren 18-Meter-Schuß den Riesaer Führungstreffer. Praktisch in der letzten Minute sicherte Schröder mit einem direkt verwandelten Freistoß das Schlußresultat.“
Riesa: Köpnick, Hauptmann, Meinert, Schlutt, Härtel, Steuer (73. Raabe), Runge (52. Hönicke), Schuster, Lippmann, Börner, Schröder.
Chemie: Suchantke, Baum, Limbach, Fritzsche, Höhne, Flor (64. Marten), Graul, Paul, Röpcke (64. Fliegel), Lischke, Schubert.
Tore: 1:0 Börner (41.), 1:1 Fliegel (66.), 2:1 Hönicke (86.), 3:1 Schröder (90.), SR: Roßner (Pößneck), Z.: 7.000.
Lok Dresden verliert gegen Hansa Rostock 0:2 (Seering und Decker).
Die Tabelle: 1. Stahl Riesa 9:1 Punkte, 13:2 Tore, 2: Hansa Rostock 7:3, 9:4, 3. Chemie Leipzig 5:5, 5:7, 4. Vorwärts Neubrandenburg 2:6, 2:7, 5. FSV Lok Dresden 1:9, 2:11.
6. DDR-Meistertitel für Dynamo Dresden. Nach einem 2:1-Sieg in Frankfurt/Oder (zweimal Dörner / Enzmann) beträgt der Vorsprung auf den 1.FC Magdeburg, der gegen Lok Leipzig 3:3 spielt (Decker, Streich, Eigentor Sekora / Sekora, Altmann, Kühn) 3 Punkte. Absteigen müssen Frankfurt/Oder und Wismut Gera.
Die ersten Gruppenspiele bei der WM in Argentinien werden ausgetragen. In Gruppe 1 siegen Italien (2:1 gegen Frankreich – Rossi, Zaccarelli / Lacombe) und Argentinien (2:1 über Ungarn – Luque, Bertoni / Csapo) im Gleichschritt. Erster Tabellenführer in Gruppe 2 ist Tunesien (3:1 gegen Mexiko), da sich die BRD und Polen 0:0 trennen. In Gruppe 3 schlägt Österreich die Spanier mit 2:1 (Schachner, Krankl / Dani), Schweden und Brasilien gehen 1:1 auseinander (Sjöberg / Reinaldo). In Gruppe D schliesslich siegen die Niederlande 3:0 über den Iran (dreimal Rensenbrink – darunter 2 Elfmeter) und Peru mit 3:1 über Schottland.
Vor 40 Jahren
Lok Stendal und Dynamo Dresden stehen nach dem letzten Oberligaspieltag als Absteiger fest. Dresden verabschiedet sich mit einem 1:1 gegen Chemie Leipzig vor 30.000 einheimischen Fans. Der FC Carl Zeiss Jena untermauert seinen Meistertitel mit einem 4:1-Sieg beim Tabellenletzten in Stendal.
Vor 50 Jahren
Die VI. Weltmeisterschaft beginnt in Stockholm mit Überraschungen: 2:2 trennen sich England und die UdSSR, nachdem die sowjetischen Spieler schon 2:0 führten. Nordirland bezwingt die CSR mit 1:0, Gastgeber Schweden bleibt klarer 3:0-Sieger gegen Mexiko, Ungarn und Wales trennen sich 1:1. In der DDR-Oberliga übernimmt der ASK Vorwärts Berlin durch ein 3:2 gegen Chemie Halle-Leuna wieder den 2. Tabellenplatz.
Vor 60 Jahren
In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden die Meisterschaften nur bis zu den Semifinals ausgetragen, deren Sieger sich für die erste Ostzonenmeisterschaft qualifizieren. Vor 25.000 in Leipzig gewinnt die SG Planitz gegen Chemnitz-West 3:0. Ebenfalls 25.000 sehen in Chemnitz das 3:1 der SG Meerane über Dresden-Friedrichstadt. Sachsen-Anhalt ermittelt seine Teilnehmer in Bitterfeld (Halle-Freiimfelde – Köthen-Süd 5:2) und Schönebeck (Sportfreunde Burg – SG Bernburg 3:0). Und in Thüringen setzen sich die SG Sömmerda (2:0 gegen Erfurt-West in Arnstadt) und Weimar-Ost (4:2 gegen die SG Suhl in Erfurt) durch. Das brandenburgische Endspiel vor 14.000 in Forst sieht Cottbus-Ost mit 1:0 über Babelsberg erfolgreich.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 23/88 „In der Chronik geblättert“)
Mal wieder ein Respekt von mir Lars. Lese mir regelmäßig Deine Beiträge durch. Immer wieder interessant. Danke für die Arbeit.
Laß es Dir gut gehen.....
Freygang
09.06.2008, 20:08
Lars, vielen Dank für Deine Berichte!
Riesa 1978 war wie zu Hause gegen RWE (1974), in Böhlen (1977) oder, oder , oder. So eine sinnlose Niederlage. Ich kann mich gut erinnern. Gluthitze in Riesa, und nach dem 1:1 waren wir dem Sieg nahe. Dann dieses Traumtor zum 1:2. Dieses Spiel bleibt und dieser Nachmittag bleibt unvergessen. Das letzte Flüssige circa 12.00 auf dem Hbf. (Mitropa- Durchgang zwischen Ost- und West-Halle); dann nur überall Förster und Kontrolle, in Riesa alles zu, im Stadion nur Leninschweiß, dann diese blöde Niederlage usw. Ich glaube, daß inb Dahlen eine Riesenpartie war (1000 Jahre Dahlen ?????); dort sind dann viele ausgestiegen, um nicht zu verdursten ... M.E. waren mit der Niederlage in Riesa alle Messen gesungen .. Aufstieg ade! Doch so etwas stärkt!!
PS. M.E. waren mindestens 2.000 bis 3.000 Leutzscher vor Ort; schlecht war nur der Besuch in Riesa 1975 bei der 1:7 Niederlage; ansonsten war Riese immer eine grün-weiße Völkerwanderung wert!
Danke. Natürlich ist die Motivation zum Schreiben höher, wenn aktuell etwas Positives passiert.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die XVI. WM-Endrunde wird in Frankreich gestartet. Das Eröffnungsspiel gewinnt Brasilien mit 2:1 gegen Schottland. Schon in der 4. Minute bringt Cesar Sampaio den Weltmeister von 1994 in Führung. Der Ausgleich fällt in der 38. Minute durch einen Elfer von John Collins. Die Schotten sorgen dann auch für das 2:1 der Brasilianer – Thomas Boyd unterläuft in der 73. Minute ein Eigentor. Dann folgen 3 Unentschieden: Marokko – Norwegen 2:2, Italien –Chile 2:2, Kamerun – Österreich 1:1, bevor Dänemark mit einem 1:0 über Saudi-Arabien (Tor: Rieper) wieder für einen Dreier sorgt. Gastgeber Frankreich geht mit einem klaren 3:0 über Südafrika ins Turnier (Dugarry, Eigentor Issa, Henry). Bulgarien holt beim 0:0 gegen Paraguay seinen einzigen Punkt im Turnier. Spanien verliert zum Auftakt überraschend 2:3 gegen Nigeria (Hierro, Raul / Adepoju, Lawal und Sunday Oliseh). Südkorea verliert nach 1:0-Führung noch 1:3 gegen Mexiko (Seok Ju Ha / Pelaez und zweimal Hernandez). Holland und Belgien trennen sich 0:0. Argentinien tut sich schwer beim 1:0 über Japan (Batistuta). Kroatien siegt 3:1 gegen Jamaika (Stanic, Prosinecki, Suker / Earle). Die Europäer setzen sich am 1. Spieltag der Gruppe G durch (England – Tunesien 2:0 und Rumänien – Kolumbien 1:0). In der deutschen Gruppe H schlägt Jugoslawien den Iran 1:0 (Sinisa Mihajlovic). Dann treffen die Deutschen am 15. Juni 1998 auf den Gastgeber von 1994, die USA. Andi Möller (9.) und Jürgen Klinsmann (65.) sorgen für ein solides 2:0 und die Tabellenführung.
In der Leipziger Bezirksliga muss die zweite Mannschaft des FC Sachsen am vorletzten Spieltag zum SSV Markranstädt. Nach einem 0:2 gegen Eutritzsch in der Vorwoche stehen die Leutzscher auf Rang 6, M´städt ist Vierter. Für die FC Sachsen-Reserve setzt es eine 1:5-Klatsche (Raschke / Freigang, Krüger, Oehmig, Marsand, Krosse). Letzter Gegner ist am nächsten Wochenende der FSV Kitzscher.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Die Europameisterschafts-Endrunde in der BRD beginnt mit einem 1:1 zwischen dem Gastgeber und Italien in Düsseldorf. Nach dem 0:1 durch Mancini in der 53. Minute gleicht Brehme 4 Minuten später aus. Das andere Spiel der Gruppe endet in Hannover 3:2 für Spanien gegen Dänemark (Michel, Butragueno, Gordillo / Laudrup, Poulsen). In der anderen Gruppe sorgt Irland für einen Paukenschlag mit dem 1:0 über England (R. Houghton). Schiri Kirschen (DDR) leitet die Partie vor 60.000 Zuschauern im Stuttgarter Neckarstadion. In Köln besiegt die UdSSR die Niederlande ebenfalls mit 1:0 (Raz).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Bittere Heimschlappe der Chemiker in ihrem 6. Spiel der Aufstiegsrunde. Zu Hause verlieren sie gegen den FSV Lok Dresden 2:3. Heinz Rossberg war für die Fuwo vor Ort:
„Heute haben wir uns vor unseren Zuschauern blamiert. Mir ist eine so schwache Leistung unverständlich“, sagte Chemie-Sektionsleiter Hans-Günter Hänsel nach den neunzig Minuten, die für die Gastgeber zugleich das „Aus“ im Kampf um den Aufstieg bedeuteten. Dabei hatte sich Chemie vorgenommen, gegen die ersatzgeschwächten Gäste, bei denen mit Straßburger Meise, Lichtenberger, Hartung, Seidel und Höfer sechs Stammspieler fehlten, das Punkt- und Torkonto aufzubessern. Dieses Vorhaben ging völlig daneben. Schon in der ersten halben Stunde, als Chemie optisch überlegen war (6:1 Ecken), wirkte die Elf insgesamt unkonzentriert. Mit Ausnahme von Fritzsche und Baum, die sich um den Spielfluß bemühten, wirkten alle anderen Akteure geradezu ideenlos und ließen jegliche Einsatzfreude vermissen. Taktisch diszipliniert wirkten die Dresdner Verteidiger. Grundey ließ Schubert nicht zur Entfaltung kommen, und der kleine schnelle Horn schaltete Lischke aus. Nach der Pause schien es zunächst, daß Chemie die verschlafene erste Halbzeit vergessen machen wollte. Der eingewechselte Röpcke schuf mit einer Rechtsflanke, bei der Torwart Findeisen ins Leere griff (49.), die Möglichkeit zum Ausgleich. Keiner seiner Mitspieler war jedoch zur Stelle. Zwei Minuten später rettete Güldner einen Schuß von Baum auf der Linie, und in der 52. Minute verhinderte Findeisen den erfolgreichen Abschluß des bis dahin einzigen sehenswerten Angriffszuges der Chemiker (Lischke) mit einer Glanzparade. Als die Gäste nach genau einer Stunde ihren ersten Gegenzug nach der Pause durch einen Aufsetzerball von Pietzko zum 2:0 abschließen konnten, und Tormann Suchantke fünf Minuten später nach einem Kopfball von Prasse erneut hinter sich greifen mußte, war die Niederlage perfekt. Der Sieg der fleißigen Lok-Elf war verdient.“
Chemie: Suchantke, Limbach, Fritzsche, Höhne, Baum, Flor, Marten (46. Röpcke), Paul, Fliegel, Lischke, Schubert (64. Meyer).
Lok Dresden: Findeisen, Grundey, Hänsel, Ganzera, Krause, Güldner (84. Hamann), Oehmichen, Horn, Hoyer (87. Matusch), Prasse, Pietzko.
Tore: 0:1 Hoyer (32.), 0:2 Pietzko (60.), 0:3 Prasse (65.), 1:3 Lischke (80.), 2:3 Fliegel (81.), SR: Stumpf (Jena), Z.: 4.000.
Hansa Rostock schlägt unterdessen Vorwärts Neubrandenburg mit 2:0 (Jarohs und Schulz).
Die Tabelle: 1. Stahl Riesa 9:1 Punkte, 13:2 Tore, 2: Hansa Rostock 9:3, 11:4, 3. Chemie Leipzig 5:7, 7:10, 4. FSV Lok Dresden 3:9, 5:13, 5. Vorwärts Neubrandenburg 2:8, 2:9.
Bei der WM in Argentinien ist die Vorrunde vorüber. In der 2. Runde werden in 2 Gruppen jeweils vier Mannschaften jeder gegen jeden antreten. In Gruppe 1 sind die BRD (6:0 gegen Mexiko – Rummenigge 2, Flohe 2, D. Müller, H. Müller sowie 0:0 gegen Tunesien), Italien (3 Siege in der Vorrunde), Österreich und die Niederlande, in Gruppe B stehen Polen, Argentinien, Brasilien (nur 2 Tore in der Vorrunde) und Peru.
Vor 40 Jahren
Der Endspiel-Neuling 1.FC Union Berlin gewinnt den FDGB-Pokal im Finale gegen den FC Carl Zeiss Jena. Uentz und Quest erzielen die Berliner Tore. Jena geht bereits in der 1. Minute durch W. Krauß in Führung. „Union ließ uns nicht ins Spiel kommen, hat mit Fug und Recht verdient gewonnen“, meint Jenas Kapitän Roland Ducke nach dem Endspiel. Die „Eiserne Union“ ist trotz Jenas Führung nicht zu entnerven.
Vor 50 Jahren
In Schweden läuft die Weltmeisterschaft. Spieler wie Gilmar, Didi, Pele, Vava (Brasilien), Jaschin, Simonjan, Netto (UdSSR), Fontaine, Kopa (Frankreich), Blanchflower (Nordirland), Fritz Walter, Seeler (BRD), Hanappi, Happel, Senekowitsch (Österreich) begeistern das Publikum mit ihren Leistungen. Brasilien, Schweden, Frankreich, Jugoslawien, BRD ziehen ins Viertelfinale, die restlichen drei Teilnehmer werden in den Entscheidungsspielen Ungarn – Wales, Nordirland – CSR und Sowjetunion gegen England ermittelt.
Vor 60 Jahren
Die erste Ostzonenmeisterschaft beginnt nach der Qualifikation der Teilnehmer in den Ländern am 13. Juni 1948 mit einer Ausscheidungsrunde. Die SG Sömmerda unterliegt Sportfreunde Burg mit 0:1. Das Spiel sehen in Jena 10.000 Zuschauer. Henning erzielt in der 8. Minute das Tor des Tages. Der Burger Torwart Kegel pariert einen Strafstoß. Vor 20.000 in Zwickau-Planitz besiegt die SG Meerane die SG Babelsberg 3:1. Die Torfolge: 1:0 Heyne (2.), 1:1 W. Gießler (5.), 2:1 Starke (38.), 3:1 Funke (51.).
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 24/88 „In der Chronik geblättert“)
seit63chemiker
15.06.2008, 23:46
@lars
erstmal immer wieder danke für deine rückblenden!
denke da auch vielen aus dem herzen zu sprechen, die nur still mitlesen und sich nicht jedesmal hier breit darüber auslassen.
da ich heute gerade das dress von ulli rothe aus dem zwickespiel (platzsturm trotz drahtzaun, :rolleyes: ich schäme mich jetzt auch ganz doll dafür!) vor fast genau 35 jahren (das war irgendwann im juni 73 im gssp) nach greifswald ausführte, kannst du da das ganze drumherum nochmal herauskramen und schildern? irgendwie hatten wohl bis zum letzten spieltag die letzten sechs alle noch die chance sich aus der ol zu verabschieden, auch die bsg. und wir sicherten mit 4:1 gegen zwicke die ol, da wurde auch gemunkelt eine bsg hackt der anderen kein auge aus ... :rolleyes:
außerdem war in meiner erinnerung 72/73 die einzige ol-saison mit ralf heine, der nach dem zwickau spiel, die ol-elf wieder verlassen musste. (schwester ist wohl ein paar jahre vorher abgehauen) er hat die einzige ol-saison in seinem leben laut gerüchten nur bekommen, weil die bsg nach dem 72er-aufstieg (chemie wohl damals mit einem rekordminus an gegentoren, wismar und die rückfahrt war zumindest genauso sensatioll wie greifswald!) drohte, den erkämpften oberligaaufstiegsplatz nicht anzutreten, wenn er heine keine spielberechtigung bekommt. die abgerungene und befristete einjahreszusage war angeblich an die bedingung geknüpft, bei erreichen internationaler pokalspiele, dürfe er nicht in westlichen gefilden antreten und müsse zu hause bleiben. in der fuwopunktwertung (statistiker wälzt mal eure unterlagen) rangierte heine 72/73 in meiner erinnerung (oder macht sich alzheimer schon breit?) unter den ersten zehn und vor dem zwickauer nationaltorwart? nach seinem erzwungen weggang ertönte in leutzsch der gesang:
der dfv die schweine,
die namen uns den heine!
schein auf schein in die hand,
das ist der deutsche fußballverband!
nach unserem oberligaverbleib, musste er in die liga zurück. ging zu böhlen brachte die in die oberliga und musste nach aufstieg die mannschaft wieder verlassen. überhaupt zu uns war er doch wohl auch nur gekommen, weil er entweder bei den hallunken oder magdeburgern nicht in den ol-kader durfte?
Whisky4538
16.06.2008, 03:10
@lars
erstmal immer wieder danke für deine rückblenden!
denke da auch vielen aus dem herzen zu sprechen, die nur still mitlesen und sich nicht jedesmal hier breit darüber auslassen.
da ich heute gerade das dress von ulli rothe aus dem zwickespiel (platzsturm trotz drahtzaun, :rolleyes: ich schäme mich jetzt auch ganz doll dafür!) vor fast genau 35 jahren (das war irgendwann im juni 73 im gssp) nach greifswald ausführte, kannst du da das ganze drumherum nochmal herauskramen und schildern? irgendwie hatten wohl bis zum letzten spieltag die letzten sechs alle noch die chance sich aus der ol zu verabschieden, auch die bsg. und wir sicherten mit 4:1 gegen zwicke die ol, da wurde auch gemunkelt eine bsg hackt der anderen kein auge aus ... :rolleyes:
außerdem war in meiner erinnerung 72/73 die einzige ol-saison mit ralf heine, der nach dem zwickau spiel, die ol-elf wieder verlassen musste. (schwester ist wohl ein paar jahre vorher abgehauen) er hat die einzige ol-saison in seinem leben laut gerüchten nur bekommen, weil die bsg nach dem 72er-aufstieg (chemie wohl damals mit einem rekordminus an gegentoren, wismar und die rückfahrt war zumindest genauso sensatioll wie greifswald!) drohte, den erkämpften oberligaaufstiegsplatz nicht anzutreten, wenn er heine keine spielberechtigung bekommt. die abgerungene und befristete einjahreszusage war angeblich an die bedingung geknüpft, bei erreichen internationaler pokalspiele, dürfe er nicht in westlichen gefilden antreten und müsse zu hause bleiben. in der fuwopunktwertung (statistiker wälzt mal eure unterlagen) rangierte heine 72/73 in meiner erinnerung (oder macht sich alzheimer schon breit?) unter den ersten zehn und vor dem zwickauer nationaltorwart? nach seinem erzwungen weggang ertönte in leutzsch der gesang:
der dfv die schweine,
die namen uns den heine!
schein auf schein in die hand,
das ist der deutsche fußballverband!
nach unserem oberligaverbleib, musste er in die liga zurück. ging zu böhlen brachte die in die oberliga und musste nach aufstieg die mannschaft wieder verlassen. überhaupt zu uns war er doch wohl auch nur gekommen, weil er entweder bei den hallunken oder magdeburgern nicht in den ol-kader durfte?
Er war damals der beste Torhüter den die DDR hatte und er mußte in Halle aus dem gleichen Grund gehen wie später bei uns. Seine Schwester ging illegal in den Westen und er wußte davon. Er erzählt seine Geschichte aber selbst am besten in dem MDR-Film "Die Leutzscher Legende".
Unser 1:1 damals in Jena ist für mich bis zum heutigen Tag die beste Torhüterleistung die ich in meinem Leben gesehen habe. Übrigens vollbrachte Blochwitz, in der gleichen Saison, beim 0:0 in Leutzsch fast genauso eine Leistung. Wir sind bald wahnsinnig geworden.
Epos auf Ralph Heine
Als des Janys Tag zu Ende und des Heines Tag begann,
da rieben Chemiefans sich die Hände, denn er war ein guter Mann
und als Chemie dann stieg wieder auf, da war es doch klar,
er wollte auch mit hinauf, doch weil seine Schwester eine Tat begang, sie wollte frei sein und ging nach nebenan. Da sperrte ihn der DFV diese Schweine, denn sie wollten sich rächen und das an Ralph Heine.
Ob beim Saufen oder Fressen, wir werden Dich nie vergessen
Ralph Heine
@ seit63chemiker
Danke. Wenn ich demnächst wieder etwas mehr Zeit habe, schaue ich mal nach.
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Der 2. Spieltag der WM-Endrunden-Gruppenphase in Frankreich wird absolviert. Brasilien zieht seine Kreise und holt den zweiten Sieg (3:0 über Marokko – Ronaldo, Rivaldo, Bebeto). Da Schottland und Norwegen 1:1 spielen, sind die Brasilianer bereits durch. In Gruppe B geht Italien nach einem 3:0 über Kamerun an die Spitze (di Biagio und zweimal Christian Vieri). Chile und Österreich trennen sich 1:1. Gastgeber Frankreich räumt nach dem 3:0 zum Auftakt auch Saudi-Arabien mit 4:0 beiseite (Henry 2, Trezéguet, Lizarazu). Auch hier ein 1:1 – zwischen Dänemark und Südafrika. Nigeria bucht auch schon die Punkte 4 bis 6, ein 1:0 gegen Bulgarien durch Ikpeba machts möglich. Spanien – Paraguay bleibt torlos. Ein deutliches 5:0 erreicht Holland gegen Südkorea (Cocu, Overmars, Bergkamp, van Hooijdonk und Ronald de Boer). Belgien und Mexiko packen ein 2:2. Am Sonntag, den 22.6. sind dann die Deutschen gegen Jugoslawien dran. Nach 0:2-Rückstand (Mijatovic und Stojkovic) ist wenigstens noch 1 Punkt drin, da Mihajlovic mit einem Eigentor und Oliver Bierhoff noch das 2:2 machen. Die USA verlieren gegen den Iran 1:2. Auch Argentinien erreicht den zweiten Dreier – 5:0 über Jamaika (Ortega 2 und Batistuta 3). Japan unterliegt Kroatien 0:1 (Suker). England blamiert sich beim 1:2 gegen Rumänien (Owen / Moldovan, Petrescu). Kolumbien besiegt Tunesien 1:0 und zieht mit den Engländern gleich.
Saisonabschluss in der Bezirksliga Leipzig. Die zweite Mannschaft des FC Sachsen unterliegt dem FSV Kitzscher mit 0:3 (Wuttke und zweimal Beier). 40 Zuschauer sehen die Schlappe, die die Leutzscher Reserve noch auf Platz 7 fallen lässt. Bezirksmeister und Aufsteiger zur Landesliga ist Frisch Auf Wurzen mit 77 Punkten, das vor Grün-Weiß Eilenburg (71) und dem SSV Markranstädt (58) einkommt. In die Bezirksklasse absteigen müssen der TSV 1886 Markkleeberg und der BC Hartha. Beste Torschützen sind Hans-Jörg Leitzke (GW Eilenburg, 28), Kurtz (Wurzen, 24), Winkler (Wurzen, 23) und Wernicke (SpVgg Leipzig, 22).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Bei der EM-Endrunde in der BRD werden die weiteren Vorrundenspiele ausgetragen. In Gruppe I gelingen dem Gastgeber zwei Siege: 2:0 gegen Dänemark in Gelsenkirchen (Klinsmann und Thon) sowie 2:0 über Spanien in München (zweimal Völler). Ebenfalls auf 5:1 Punkte kommt Italien, das 1:0 gegen Spanien gewinnt (Vialli) und Dänemark 2:0 besiegt (Altobelli und de Agostini). Gruppensieger der Gruppe 2 wird die UdSSR nach einem 1:1 gegen Irland (Protassow / Whelan) und einem 3:1 über England (Alejnikow, Michailitschenko, Passulko / Adams). Dahinter kommen die Niederlande weiter, die 3:1 gegen England gewinnen (van Basten 3 / B. Robson) und Irland 1:0 schlagen (Kieft). Somit lauten die Halbfinals in Hamburg BRD – Niederlande und in Stuttgart UdSSR – Italien.
Die Aufsteiger aus den Bezirksligen in die Liga stehen nach einer Aufstiegsrunde fest: Stahl Hennigsdorf, Schiffahrt/Hafen Rostock, KWO Berlin, Aktivist Borna, Dynamo Eisleben und Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Mit einem 3:1 bei Vorwärts Neubrandenburg erhält sich Chemie Leipzig noch eine theoretische Chance in der Oberliga-Aufstiegsrunde. Siegfried Iselt schreibt für die Fuwo:
„Endlich ein Spiel „ohne Nerven“ – so hörte man vorher in beiden Lagern. In der Tat: Die Kontrahenten konnten von der Ausgangsposition unbelastet her zu Werke gehen, da ja Chemie sich nach jener 2:3-Schlappe gegen die FSV Lok fast selbst aller Aufstiegsbürde entledigt hatte. Nach fünf Minuten schien diesmal das Neubrandenburger Konzept, endlich einen Sieg zu landen, aufzugehen. Leipzigs Torhüter Suchantke unterlief einen Freistoß von Albrecht, so daß Berude ungehindert einköpfen konnte. Dieser schnelle Führungstreffer inspirierte den Gastgeber zu einer optisch überlegenen Auftaktphase, in der allerdings der mögliche zweite Treffer nicht zustande kam, weil sich hier das große Manko der Armeemannschaft andeutete. Sie operierte zuwenig systematisch, kaum zielstrebig. Da hatten es die deckungstreuen Leipziger Abwehrspieler nicht schwer, diese Angriffsversuche resolut abzublocken. Und aus dieser konsequenten Abwehr heraus erwuchs den Messestädtern mit zunehmender Spielzeit das entscheidende Plus. Ein Sonderlob verdiente sich zweifelsohne Routinier Paul, der ein enormes Pensum leistete. Wichtig für den Sieger war auf jeden Fall der Zeitpunkt des Ausgleichs. Als Tanger kurz vor dem Pausenpfiff einen Flachschuß von Lischke nicht unter Kontrolle bekam, drückte Höhne das Leder ins Netz. Weil auch zu Beginn der zweiten Halbzeit die Angriffsversuche der Neubrandenburger zu umständlich und damit zu überschaubar wirkten, hatte es Chemie nicht allzu schwer, zu dem alles entscheidenden Schlag auszuholen. „In der Spielgestaltung waren uns die Leipziger überlegen. Meine Mannschaft ist doch mächtig außer Tritt geraten“, anerkannte am Ende ASG-Übungsleiter Manfred Müller. Für die Leipziger indes hatte dieses 3:1 auch einen bitteren Beigeschmack. Sie dachten an den 2:3-Ausrutscher vorige Woche zu Hause…“
Vorwärts: Tanger, Kreft, Maraldo, Brüsehaber, Babies, Hanke, Eingel, Albrecht, Mäntz, Zuch (80. Schönke), Berude (64. Karaschina).
Chemie: Suchantke, Mulansky, Fritzsche, Höhne, Baum, Fliegel, Limbach, Paul, Meyer, Lischke, Röpcke.
Tore: 1:0 Berude (5.), 1:1 Höhne (44.), 1:2 Paul (65.), 1:3 Fliegel (75.), SR: Scheurell (Wusterhausen), Z.: 1.000.
Stahl Riesa siegt 6:2 bei Lok Dresden (Lippmann 2, Hauptmann, Schuster, Schremmer, Börner / Prasse, Ganzera) und sichert sich damit den Oberliga-Aufstieg.
Die Tabelle: 1. Stahl Riesa 11:1 Punkte, 19:4 Tore, 2: Hansa Rostock 9:3, 11:4, 3. Chemie Leipzig 7:7, 10:11, 4. FSV Lok Dresden 3:11, 7:19, 5. Vorwärts Neubrandenburg 2:10, 3:12.
In der Zwischenrunde der WM in Argentinien holt die BRD-Elf zunächst nur zwei Remis: 2:2 gegen die Niederlande in Cordoba (Abramczik, D. Müller / Haan, R. van de Kerkhof) und 0:0 gegen Italien in Buenos Aires. Da diese Gegner ihre Partien gegen Österreich jeweils gewinnen, sind die Deutschen nur Dritter. In der anderen Gruppe legen Argentinien und Brasilien mit je 3:1 Punkte den Grundstein zum Weiterkommen.
Vor 40 Jahren
Italien triumphiert: Europameister 1968. Im ersten Spiel heißt es nach Verlängerung 1:1 gegen Jugoslawien. Das 2. Finalspiel gewinnen die Azzurri 2:0. Riva und Anastasi sind die Torschützen. Namen, die in der Fußballwelt einen guten Klang haben. „Anastasi begeisterte mich förmlich mit seiner Bewegungsfreude und seinem ausgeprägten Verständnis für das Kombinationsspiel“, urteilt Italiens Trainer Feruccio Valcareggi. – Aktivist Kali-Werra Tiefenort ist die erste Elf, die sich den Aufstieg in die Liga sichert.
Vor 50 Jahren
Im WM-Halbfinale kommt es zu den Partien Schweden gegen BRD und Brasilien – Frankreich. In Rostock steht das Länderspiel DDR gegen Polen auf dem Programm. Im DDR-Aufgebot u.a. Torhüter Karl-Heinz Spickenagel, die Verteidiger „Binges“ Müller und Kurt Zapf, die Mittelfeldspieler Waldemar Mühlbecher und Siegfried Wolf, die Stürmer „Wibbel“ Wirth und Wilfried Klingbiel. In der Oberliga gewinnt Tabellenführer Rotation Leipzig gegen Wismut Karl-Marx-Stadt mit 3:0.
Vor 60 Jahren
Am 20. Juni 1948 werden die Viertelfinalspiele der I. Ostzonenmeisterschaft angepfiffen. Vor 15.000 Zuschauern besiegt die SG Meerane in Leipzig Sportfreunde Burg 2:1 n. Verl. Heyne, Starke sind die Torschützen für Meerane, Grummt für Burg. In Schwerin sehen 11.000 das 1:3 ihrer SG gegen die SG Planitz. J. Breitenstein (2) und Weiß für die Planitzer, W. Petersen für Schwerin schießen die Tore. In Cottbus setzt sich vor 15.000 Zuschauern Weimar-Ost durch ein Tor von Reichardt in der 101. Minute nach Verlängerung gegen Cottbus-Ost durch. Und Freiimwalde Halle behauptet sich zu Hause vor 10.000 gegen Wismar-Süd 3:1. Torfolge: 0:1 Peters, 1:1 Pabst, 2:1 Metzner, 3:1 Huch.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 25/88 „In der Chronik geblättert“)
mori_dom
28.06.2008, 16:27
@lars
erstmal immer wieder danke für deine rückblenden!
denke da auch vielen aus dem herzen zu sprechen, die nur still mitlesen und sich nicht jedesmal hier breit darüber auslassen.
da ich heute gerade das dress von ulli rothe aus dem zwickespiel (platzsturm trotz drahtzaun, :rolleyes: ich schäme mich jetzt auch ganz doll dafür!) vor fast genau 35 jahren (das war irgendwann im juni 73 im gssp) nach greifswald ausführte, kannst du da das ganze drumherum nochmal herauskramen und schildern? irgendwie hatten wohl bis zum letzten spieltag die letzten sechs alle noch die chance sich aus der ol zu verabschieden, auch die bsg. und wir sicherten mit 4:1 gegen zwicke die ol, da wurde auch gemunkelt eine bsg hackt der anderen kein auge aus ... :rolleyes:
außerdem war in meiner erinnerung 72/73 die einzige ol-saison mit ralf heine, der nach dem zwickau spiel, die ol-elf wieder verlassen musste. (schwester ist wohl ein paar jahre vorher abgehauen) er hat die einzige ol-saison in seinem leben laut gerüchten nur bekommen, weil die bsg nach dem 72er-aufstieg (chemie wohl damals mit einem rekordminus an gegentoren, wismar und die rückfahrt war zumindest genauso sensatioll wie greifswald!) drohte, den erkämpften oberligaaufstiegsplatz nicht anzutreten, wenn er heine keine spielberechtigung bekommt. die abgerungene und befristete einjahreszusage war angeblich an die bedingung geknüpft, bei erreichen internationaler pokalspiele, dürfe er nicht in westlichen gefilden antreten und müsse zu hause bleiben. in der fuwopunktwertung (statistiker wälzt mal eure unterlagen) rangierte heine 72/73 in meiner erinnerung (oder macht sich alzheimer schon breit?) unter den ersten zehn und vor dem zwickauer nationaltorwart? nach seinem erzwungen weggang ertönte in leutzsch der gesang:
der dfv die schweine,
die namen uns den heine!
schein auf schein in die hand,
das ist der deutsche fußballverband!
nach unserem oberligaverbleib, musste er in die liga zurück. ging zu böhlen brachte die in die oberliga und musste nach aufstieg die mannschaft wieder verlassen. überhaupt zu uns war er doch wohl auch nur gekommen, weil er entweder bei den hallunken oder magdeburgern nicht in den ol-kader durfte?
mein damaliger klassenlehrer hr.scholz lief zu den spielen mit einen plakat rum:CHEMIE BRAUCHT HEINE!:huepf::huepf:
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Die Vorrundengruppen der WM in Frankreich schliessen ihre Phase mit den jeweils dritten Partien ab. Brasilien verliert 1:2 gegen Norwegen (Bebeto / Flo und Rekdal per Elfer in der 89. Minute). Die beiden sind weiter, da hilft den Marokkanern auch ein 3:0 über Schottland nichts mehr. Italien bezwingt Österreich 2:1 (Vieri, Baggio / Herzog) und kommt gemeinsam mit Chile weiter, das gegen Kamerun 1:1 spielt. Gastgeber Frankreich gewinnt auch sein drittes Spiel (2:1 über Dänemark – Djorkaeff, Petit / Michael Laudrup). Da Südafrika gegen Saudi-Arabien nicht gewinnen kann (2:2), sind auch hier die beiden Europäer durch. Zwar siegt Spanien klar mit 6:1 über Bulgarien (Morientes 2, Kiko 2, Hierro, Enrique / Kostadinov), aber in Gruppe D müssen die Europäer Abschied nehmen – weiter sind Nigeria und Paraguay, die 1:3 auseinander gehen. In Gruppe E trennen sich die Niederlande und Mexiko 2:2 (Cocu, Ronald de Boer / Pelaez, Hernandez) und ziehen zusammen ins Achtelfinale ein, Belgien und Südkorea (1:1) sind raus. Deutschland besiegt den Iran 2:0 (Bierhoff, 51., und Klinsmann, 58.) und kommt ebenso wie Jugoslawien (1:0 über die USA) auf 7 Punkte und damit weiter. England schlägt die bis dahin punktgleichen Kolumbianer 2:0 (Anderton und Beckham) und schafft den Einzug ins Achtelfinale, wo auch Rumänien nach einem 1:1 gegen Tunesien dabei ist. In Gruppe H schliesslich setzen sich Argentinien und Kroatien durch. Die Gauchos gewinnen das direkte Duell durch ein Tor von Hector Pineda mit 1:0. Das 2:1 für Jamaika über Japan ist nur noch für die Statistik von Bedeutung.
Das Achtelfinale bietet zunächst ein knappes 1:0 Italiens über Norwegen (Christian Vieri in der 18. Minute). Klarer endet das Südamerika-Duell zwischen Brasilien und Chile – 4:1 durch je 2 Tore von Sampaio und Ronaldo sowie einem Gegentor von Salas. Ausrichter Frankreich tut sich etwas schwer, braucht gegen Paraguay die Verlängerung, um mit 1:0 siegreich zu sein (Laurent Blanc). Mit Nigeria verabschiedet sich der letzte afrikanische Vertreter nach einem deutlichen 1:4 gegen Dänemark (Tijani Babangida / Peter Möller, Brian Laudrup, Ebbe Sand und Thomas Helveg). Am Montag, den 29. Juni 1998 – also genau heute vor 10 Jahren, wenn das mal kein gutes Omen ist – schlägt Deutschland die spanischsprachigen Mexikaner 2:1 (0:1 Hernandez, 1:1 Klinsmann, 2:1 Bierhoff). Am gleichen Tag zieht Holland nach einem 2:1 über Jugoslawien (Bergkamp, Davids / Komljenovic) in die nächste Runde ein. Nächster deutscher Kontrahent sind die Kroaten, die Rumänien mit 1:0 bezwingen (Suker per Elfmeter). Bis ins Elfmeterschießen geht es zwischen Argentinien und England – fast überflüssig zu erwähnen, dass die Engländer hierbei den Kürzeren ziehen (5:6).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Die EM-Halbfinals sehen die UdSSR als Sieger gegen Italien (2:0 durch Litowtschenko und Protassow) sowie am 21. Juni 1988 im Hamburger Volksparkstadion (wo 1974 die BRD mit 0:1 gegen die DDR verlor) die Niederlande und Gastgeber Deutschland aufeinander treffen. Lothar Matthäus bringt die DFB-Auswahl mit einem verwandelten Foulstrafstoss 1:0 in Führung. Doch dann treffen Ronald Koeman per Elfer und Marco van Basten in der 89. Minute und sorgen für den Finaleinzug der Oranjes. Das Finale in München gewinnen dann auch die Holländer mit 2:0 gegen die Sowjetunion (Gullit und van Basten).
In der Intertoto-Runde verlieren die DDR-Vertreter zum Auftakt: Karl-Marx-Stadt 0:5 bei Malmö FF, der HFC Chemie 0:2 gegen Bröndby Kopenhagen und der 1.FC Magdeburg 1:2 gegen Bayer Uerdingen (Wuckel / Fach, Kirchhoff).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Im letzten Spiel der Aufstiegsrunde (da am letzten Spieltag spielfrei) vergibt Chemie Leipzig die noch bestehende Minimal-Chance auf den Oberliga-Aufstieg. Zu Hause verlieren die Grün-Weissen 2:3 gegen Hansa Rostock. Volker Schulte schreibt für die Fuwo:
„Die an Zahl und Erwartungen bescheiden gewordenen Leutzscher Anhänger sahen nicht nur in meteorologischer Hinsicht ein Spiel mit Sonne und Regen. Die Rostocker sicherten sich zwar mit dem 3:2-Erfolg den Wiederaufstieg, übersprangen die letzte Hürde, doch die schnell um sich greifende Selbstgenügsamkeit nach den Führungstreffern und die alles in allem geringe Durchschlagskraft der Angriffsreihe machten deutlich, daß vor der Oberliga-Profilierung noch ein gutes Stück Arbeit liegt. Dem Gastgeber, nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen die FSV Lok Dresden sichtlich bemüht, bei seinem Anhang wieder Pluspunkte zu sammeln, gelang zwar weitegehend eine spielerische und kämpferische Rehabilitierung, die dritte Heimniederlage konnte am Ende aber dennoch nicht verhindert werden, da krasse individuelle Fehler in der Abwehr nichts Besseres zuließen. Torwart Suchantke hatte einen schwarzen Tag erwischt, erleichterte durch unnötiges Herauslaufen Jarohs das 2:0 und ließ später gar bei einem harmlosen 25-m-Schuß von Schulz den Ball durch Arme und Beine gleiten. Chemie steckte zwar auch nach dem 1:3 nicht auf, Baum schwang sich immer mehr zur Schaltzentrale im Mittelfeld auf, doch die zahlreichen, letztlich zu ungenau vorgetragenen Angriffe verfingen sich meist in der gegnerischen Abwehrreihe, so bald sie Strafraumnähe erreichten. Hinzu kam auch etwas Schußpech von Meyer (31), Lischke (89.), die nur Latte und Pfosten trafen. Auf der Gegenseite nutzte Hansa – ohne die verletzten Kische und Schneider – die von den offensiven Leipzigern angebotenen Räume nicht zielstrebig und konzentriert genug. Typisch dafür war eine Szene fünf Minuten vor dem Ende, als Jarohs einen Rostocker Überzahlangriff eigensinnig selbst abschloß, anstatt den Ball zum mitgelaufenen Spandolf abzulegen.“
Chemie: Suchantke (58. Menzel), Baum, Mulansky, Fritzsche, Höhne, Limbach, Paul, Graul, Meyer, Lischke, Röpcke.
Hansa: Aul, Sykora, Märzke, Seering, Uteß, Schulz, Mischinger, Decker (80. Spandolf), Kaschke, Jarohs, Kehl (62. Köhler).
Tore: 0:1 Seering (26.), 0:2 Jarohs (31.), 1:2 Paul (36.), 1:3 Schulz (57.), 2:3 Lischke (61.), SR: Di Carlo (Burgstädt), Z.: 3.000.
Stahl Riesa siegt nochmal locker 5:0 über Neubrandenburg (Hönicke, Meinert, Schröder, Raabe, Lippmann).
Die Tabelle: 1. Stahl Riesa 13:1 Punkte, 24:4 Tore, 2. Hansa Rostock 11:3, 14:6, 3. Chemie Leipzig 7:9, 12:14, 4. FSV Lok Dresden 3:11, 7:19, 5. Vorwärts Neubrandenburg 2:12, 3:17.
Bei der WM in Argentinien klingt die Zwischenrunde aus: In Gruppe A siegen die Niederlande 2:1 über Italien (Haan, Brandts / Eigentor Brandts). In Cordoba befördert Österreich die Bundesrepublik Deutschland durch einen 3:2-Sieg ins Aus (Krankl 2, Eigentor Vogts / Rummenigge, Hölzenbein). Südamerikanisch dominiert wird die Gruppe B, wo Argentinien 6:0 gegen Peru gewinnt (Kempes 2, Luque 2, Tarantini und Houseman) und Brasilien 3:1 über Polen triumphiert (Roberto 2, Nelinho / Lato).
Die Gruppenzweiten spielen Platz 3 aus: Brasilien siegt gegen Italien 2:1 (Nelinho, Dirceu / Causio). Die Gruppensieger Niederlande und Argentinien bestreiten das Finale in Buenos Aires. Argentinien geht mit 1:0 durch Kempes in Front, bevor Nanninga für die Holländer ausgleicht (82.). In der Verlängerung treffen dann nochmals Kempes und Bertoni zum 3:1-Erfolg der Gastgeber. Argentinien ist Weltmeister.
Vor 40 Jahren
Die letzten Würfel im Kampf um den Liga-Aufstieg sind gefallen. Greifswald, der BFC II, Böhlen, Wolfen, Kali Werra und Riesa sind die Glücklichen. Chemie Riesa feiert mit 6:0 gegen Motor Rudisleben den höchsten Sieg am letzten Aufstiegsspieltag. Die Oberligamannschaften bestreiten Freundschaftsspiele. Der 1.FC Magdeburg weilt in Bulgarien, gewinnt 2:1 gegen Dunaw Russe, spielt 3:3 gegen Dobrudscha Tolbuchin. Beim 2:1 ist Achim Walter doppelter Torschütze. Meister Jena gewinnt 4:2 bei Rotation Blankenstein.
Vor 50 Jahren
Brasilien ist Weltmeister! Die Gilmar, Zito, Didi, Garrincha, Zagalo bezwingen im Endspiel Schweden mit 5:2. Ein Stern geht auf, der von Pele. Zwei Tore erzielt die „schwarze Perle“. Die DDR-Nationalmannschaft trennt sich in einem Länderspiel von Polen 1:1. Bis zur 85. Minute führt die DDR, doch wieder einmal fehlt die Kaltschnäuzigkeit, um den Vorsprung zu behaupten. Die Sturm-Entdeckung heißt Wilfried Klingbiel. Der Stendaler schießt das Tor in der 32. Spielminute.
Vor 60 Jahren
Freiimfelde Halle – SG Planitz lautet die Endspielpaarung der 1. Ostzonenmeisterschaft. Im Halbfinale besiegt Halle in Magdeburg vor 10.000 Zuschauern die SG Meerane 5:2. Nach 29 Minuten führen die Meeraner durch zwei Starke-Tore 2:0, dann spielt Freiimfelde auf: Krüger (3), Blüher und Gola schießen die Tore. 25.000 in Dresden sehen die SG Planitz mit 5:0 über Weimar-Ost siegen. Weiß (2), Meier, Fischer, J. Breitenstein heißen die Torschützen.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 26/88 „In der Chronik geblättert“)
ChemieSchwedt
29.06.2008, 16:44
Der Seering,ob Vater oder Sohn ist wohl ein ganz spezieller "Chemie"Freund so wie die es immer wieder schaffen Tore gegen uns zu erzielen.:doh:tanz:
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Im Viertelfinale der WM in Frankreich schaltet der Gastgeber das Nachbarland Italien im Elfmeterschiessen aus. Nach 120 Minuten stand es noch 0:0. Das 11er-Schiessen eröffnet Zinedine Zidane mit dem 1:0 für die Franzosen, danach: 1:1 Roberto Baggio, Fehlschuss Bixente Lizarazu, Fehlschuss Demetrio Albertini, 2:1 David Trezeguet, 2:2 Alessandro Costacurta, 3:2 Thierry Henry, 3:3 Christain Vieri, 4:3 Laurent Blanc, Fehlschuss Luigi di Biagio. Brasilien siegt knapp über Dänemark – 3:2 (Rivaldo 2, Bebeto / Jörgensen, Brian Laudrup). Am nächsten Tag befördern zunächst die Niederlande die Argentinier ins Aus (2:1 – Kluivert, Bergkamp / Lopez). Dann treten die Deutschen gegen Kroatien an. Ich kann mich an diesen Abend gut entsinnen. Ich bin mit einigen Leuten im Irish Pub im Keller des Antikhauses. Deutschland geht 0:3 unter, am Ende des Spiels spielt die DFB-Elf verzweifelt mit allen Stürmern, die es hat (Klinsmann, Bierhoff, Marschall und Kirsten gleichzeitig). Ein wahrlich enttäuschender Abend. Die Tore für die überlegenen Kroaten machen Jarni, Vlaovic und Suker.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Die Spiele der DDR-Klubs im IFC-Cup: Karl-Marx-Stadt 1:0 in Hannover (Richter) und 2:1 in Den Haag (Mehlhorn, Richter / Rontberg), HFC Chemie 0:1 bei Örgryte Göteborg und 0:3 bei Banik Ostrava, Carl Zeiss Jena 2:2 gegen Aarhus GF ( Peschke, Sträßer / K. Andersen, Pingel) und 0:4 bei Rad Belgrad, 1.FC Magdeburg 2:1 über AZ Alkmaar (Wuckel, Stahmann / Loggie) und 0:2 bei Bayer Uerdingen (Wolfgang Funkel und Mathy).
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Die Oberliga-Aufstiegsrunde endet mit einem überzeugenden 3:0 von Stahl Riesa bei Hansa Rostock (Lippmann 2, Schröder) und einem 2:0 von Vorwärts Neubrandenburg über Lok Dresden (Mäntz, Berude).
Die Endtabelle: 1. Stahl Riesa 15:1 Punkte, 27:4 Tore, 2. Hansa Rostock 11:5, 14:9, 3. Chemie Leipzig 7:9, 12:14, 4. Vorwärts Neubrandenburg 4:12, 5:17, 5. FSV Lok Dresden 3:13, 7:21.
Die Fuwo vom 4. Juli 1978 enthält einen Rückblick auf die Liga-Saison der Staffel C. Unter anderem wird vermeldet, dass das bestbesuchte Spiel der gesamten Staffel Chemie Leipzig gegen die TSG Schkeuditz mit 10.000 Zuschauern am 22. Spieltag war. Chemie Leipzig hatte insgesamt 88.550 Zuschauer, im Schnitt 4.025, daheim insgesamt 54.200. In allen Spielen eingesetzt wurden Höhne und Paul. Als Beste genannt: Graul 10mal, Baum 8mal, Paul 6mal, Fritzsche 5mal.
Vor 40 Jahren
Intercup-Auftakt: 3 Siege, 1 Remis für die DDR-Mannschaften. Jena – Austria Salzburg 3:0, FC Biel – FCK 1:2, 1.FCM – Jednota Trecin 2:1, Örebro SK – FC Hansa 1:1. Der DFV beschließt die Einführung der Junioren-Oberliga. Die Heimstatt des 1.FC Union, das Stadion an der Alten Försterei, wird auf 17.000 Plätze im Fassungsvermögen erweitert. Aus der 55-Besten-Liste ergibt sich diese Elf: Croy, Urbanczyk, Rock, Wruck, Bransch, Schlutter, Pankau, Stein, Frenzel, Erler, Vogel.
Vor 50 Jahren
Oberliga-Halbzeitmeister wird Rotation Leipzig. Die Messestädter gewinnen bei Turbine Erfurt 3:0. „Ich habe eine disziplinierte Gemeinschaft guter Kameraden um mich versammelt. Es gibt keine Eigenbrötler, keine Quertreiber“, urteilt Trainer Hans Studener. Und die Pröhl, Scherbaum, Fettke, Engelhardt u.a. ernten den Lohn fleißiger Trainingsarbeit. In Jena, beim Spiel Motor Jena gegen Aktivist Brieske-Senftenberg, ist Helmut Müller der Held. 3:0 gewinnt der Gastgeber, und alle drei Treffer setzt der Halbrechte dem Briesker Torhüter Bergmann ins Netz.
Vor 60 Jahren
Am 4. Juli 1948 findet das Endspiel um die 1. Ostzonenmeisterschaft statt. 40.000 im Bruno-Plache-Stadion zu Leipzig erleben den 1:0-Erfolg der SG Planitz über Freiimfelde Halle. In der 38. Minute erzielt Weiß das „goldene“ Tor. Schiedsrichter Liebschner aus Weißenfels führt diese Mannschaften aufs Feld: Planitz: Huber; Merkel, Jugel, Schneider, Seltmann, Meichsner, Meier, J. Breitenstein, Weiß, Dittes, Fischer. Halle: Grimm; Belger, Meyer, Metzner, Scheer, Fritzsche, Krüger, Pabst, Brandt, Blüher, Gola.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 27/88 „In der Chronik geblättert“)
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Testspiele des FC Sachsen Leipzig laut „Die Nummer Eins“ von Jens Fuge:
27.6.98 BSV Schönau – FC Sachsen 0:11
Tore: Aerdken (3), Filipovic (3), Hammermüller (2), Gerloff, Demiray, Risch.
28.6.98 Erzgebirgsauswahl – FC Sachsen 2:5
Tore FCS: Aerdken, Risch, Demiray, Ledwoch, Hammermüller.
5.7.98 SSV Markranstädt – FC Sachsen 0:5
Tore: Aerdken, Baum, Rietschel, Lucic, Filipovic.
9.7.98 Lößnitz – FC Sachsen 0:6
Tore: Aerdken (3), Lindner, Müller, Vatter.
12.7.98 VfB Auerbach – FC Sachsen 0:7
Tore: Filipovic (2), Risch (2), Keilwerth, Krauß, Gerloff.
13.7.98 Optik Rathenow – FC Sachsen 2:5
Tore FCS: Ledwoch (2), Aerdken, Lischke, Lucic.
In den Halbfinals der WM-Endrunde setzen sich Brasilien im Elfmeterschiessen gegen die Niederlande sowie Frankreich gegen Kroatien 2:1 (Thuram 2 / Suker) durch. Das Duell der Enttäuschten entscheiden die Kroaten mit 2:1 über Holland für sich (Prosinecki, Suker / Zenden). Im Finale behalten schliesslich die Gastgeber mit 3:0 über Brasilien die Oberhand (Zidane 2, Petit).
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Die Fuwo vom 12. Juli 1988 enthält einen Rückblick auf die abgelaufene Spielzeit der Liga Staffel B. Die bestbesuchten Spiele der gesamten Staffel waren Stahl Thale – Chemie Leipzig (7500), Chemie Leipzig – Motor Grimma (5000) und Chemie Leipzig – Wismut Gera (5000). Die besten Torschützen: Bielau (Zwickau, 17), Weiß (Thale, 15), Schiemann (Bischofswerda, 15), Scholtissek (Dresden II, 13), Tillmann (Markkleeberg, 12), Oevermann (Gera, 12), Engelmann (Chemie Leipzig, 11), Krostitz (Schkopau, 11) und Klein (Grimma, 11).
Unterdessen wird der neue Spielplan für die Liga bekannt gegeben. Erster Gegner der Leutzscher wird am 14. August 1988 Aktivist Borna auswärts sein.
Weitere Spiele der DDR-Klubs im IFC-Cup: Karl-Marx-Stadt 0:1 gegen Malmö FF und 4:0 über Den Haag (Richter, Seifert, Steinmann, Heidrich), HFC Chemie 2:2 gegen Örgryte Göteborg (Wagenhaus, Machold / J. Blomberg, T. Blomberg) und 3:1 bei Bröndby Kopenhagen (Schülbe 3 / Bartram), Carl Zeiss Jena 4:3 bei Tirol Innsbruck (Sträßer 2, Lesser, Meixner / Westerthaler 2, Pacult) und daheim 1:0 (Zipfel), 1.FC Magdeburg 3:1 über Odense BK (Bonan, Stahmann, Wuckel / Petersen)..
Vor 40 Jahren
Bernd Bransch geht aus der 6. fuwo-Umfrage nach dem „Fußballer des Jahres“ als Sieger hervor. Nach Klaus Urbanczyk der zweite Hallenser, der den „Silbernen Fußballschuh“ erhält. Platz 2 belegt Herbert Pankau aus Rostock vor Roland Ducke (Jena). „Diese Auszeichnung ist mein bisher größtes Fußballerlebnis. Ich hatte auf Herbert Pankau getippt, Henning Frenzel und Roland Ducke auf den Plätzen erwartet“, sagt Bernd Bransch. Der 1.FC Magdeburg wird Jugendmeister durch ein 3:1 nach Verlängerung gegen den HFC Chemie. Decker, Tyll, Pommerenke stehen u.a. in der Meisterelf.
Vor 50 Jahren
Endspiel um den Ostseepokal: SC Empor Rostock – Stadtauswahl Gdansk 2:0. Holtfreter und Bialas sind die Torschützen. Das Endspiel um die Junioren-Meisterschaft bestreiten der SC Lok Leipzig und Aktivist Brieske-Senftenberg. 4:0 setzen sich die Messestädter durch. Viermal trifft „Moppel“ Schröter für den SC Dynamo Berlin bei dessen 6:1-Erfolg im Freundschaftsspiel gegen eine Szczeciner Stadtauswahl. Der SC Einheit Dresden befindet sich auf einer Sowjetunion-Reise. Gegen Tempo Machatschkala wird 1:0 gewonnen.
Vor 60 Jahren
Das österreichische Pokalendspiel entscheidet Austria Wien mit 2:0 gegen Sturm Graz. Die Berliner Elf von Prenzlauer Berg-West gewinnt ein Freundschaftsspiel bei Erfurt-West mit 4:3. In Leipzig gibt es im Rahmen eines Gewerkschaftsfestes die Begegnung zwischen Nordwestsachsen und Ostsachsen. Nordwest siegt 4:0.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 28/88 „In der Chronik geblättert“)
Vor 10 Jahren
12.7.98 VfB Auerbach – FC Sachsen 0:7
Tore: Filipovic (2), Risch (2), Keilwerth, Krauß, Gerloff.
Schon erstaunlich wie sich in den läppischen 10 Jahren das Blatt gewendet hat, letzte Saison haben wir von Auerbach 7 Stück gefangen, allerdings in 2 Spielen was die Tatsache aber nicht unbedingt beschönigt.
Allerdings waren wir am Saisonende 4. und nicht die Ballermänner aus dem Vogtland.
@ Lars, Danke das du dir immer die Mühe machst, lese die alten Kamellen immer wieder gern.
da ich heute gerade das dress von ulli rothe aus dem zwickespiel (platzsturm trotz drahtzaun, :rolleyes: ich schäme mich jetzt auch ganz doll dafür!) vor fast genau 35 jahren (das war irgendwann im juni 73 im gssp) nach greifswald ausführte, kannst du da das ganze drumherum nochmal herauskramen und schildern?
Heute war ich endlich mal im Keller und muss leider mitteilen, dass ich vom Jahrgang 1973 erst die Hefte ab Nr. 28 besitze. Da war die Saison schon gelaufen. Ausserdem hat einer der Vorbesitzer auch den Saisonrückblick von Chemie Leipzig ausgeschnitten. Sorry.
sachsenrausch
19.07.2008, 21:42
Nun, vielleicht kann ich ein bisschen helfen.
Das Spiel war am 26.03.1973 im GS-SP gegen die BSG Sachsenring Zwickau und endete mit einem 4:1-Sieg für die BSG Chemie Leipzig. Dies war gleichzeitig der letzte Spieltag der OL-Saison 1972/73 und Chemie landete auf einem guten 9. Platz, Meister wurden die dynamischen Dresdner vor Jena und Magdeburg.
Whisky4538
19.07.2008, 21:52
Ja es war auch die letzte OL-Saison die wir ohne Angst überstanden haben. Es war auch das letzte Spiel von ein paar alten Kämpfern. Ich kann mich jetzt aber nur an Spießer und Heinz Hermann erinnern, aber ich glaube es waren noch mehr. Herman hätte in dem Spiel fast noch sein erstes Tor in der höchsten Spielklasse gemacht, aber so mußte er mit Null in Rente.
Freygang
20.07.2008, 12:13
Nun, vielleicht kann ich ein bisschen helfen.
Das Spiel war am 26.03.1973 im GS-SP gegen die BSG Sachsenring Zwickau und endete mit einem 4:1-Sieg für die BSG Chemie Leipzig. Dies war gleichzeitig der letzte Spieltag der OL-Saison 1972/73 und Chemie landete auf einem guten 9. Platz, Meister wurden die dynamischen Dresdner vor Jena und Magdeburg.
Du verwechselst den März mit dem Juni! Aber es war tatsächlich das letzte Punktspiel der Saison 1972/73. Zu welcher Zeit der Klassenerhalt gesichert wurde, weiß ich nicht mehr. Definitiv nicht gegen Zwicke, denn da waren nur 8.000 Zuschauer da. Ich vermute einmal beim Mittwochs-Heimspiel gegen den BFC (1:1, vor 13.000). Das war unser 19. Punkt. Danach folgten die zwei Auswärtsspiele in Frankfurt und bei RWE, die beide knapp verloren wurden. Union und Halle waren einfach zu blind und holten nicht die nötigen Punkte, um in der OL zu bleiben. Quasie in letzter Sekunde rettete sich RWE. Die Saison 1972/73 war wirklich oberaffengeil. Sieg gegen Lok 2:0 vor 45.000 im Zs; das 1:1 in Jena mit Ralf Heine; sehr oft zwischen 15.000 und 18.000 Leutz in Leutzsch Ps. Und wenn gesungen wurde, "ooooh Chemie Leipzig, nur dir blei'm wir treu", dann wurde das auch so gemeint.
Du verwechselst den März mit dem Juni! Aber es war tatsächlich das letzte Punktspiel der Saison 1972/73. Zu welcher Zeit der Klassenerhalt gesichert wurde, weiß ich nicht mehr. Definitiv nicht gegen Zwicke, ...
Soweit ich mich an meine erste komplette (Heim-) Saison erinnere (und ich schreibe hier ohne nachzuschauen), wurde der theoretische Klassenerhalt doch tatsächlich erst am letzten Spieltag gegen Zwickau geschafft. Durch das verhältnismäßig "gute" Torverhältnis, nur ca. 1 Gegentor pro Spiel, hätte Chemie schon hoch verlieren und der Tabellendreizehnte hoch gewinnen müssen. Bei der damaligen sehr guten Abwehr und Heimstärke der BSG, ich glaube nur ein Heimspiel gegen Magdeburg wurde knapp verloren, war das aber sehr unwahrscheinlich. Außerdem wurde Bauchspieß in der FUWO "Spieler des Tages", was später nur noch Ralf Heine (mit der Idealnote 10 in Jena) schaffte.
Soweit ich mich an meine erste komplette (Heim-) Saison erinnere (und ich schreibe hier ohne nachzuschauen), wurde der theoretische Klassenerhalt doch tatsächlich erst am letzten Spieltag gegen Zwickau geschafft. Durch das verhältnismäßig "gute" Torverhältnis, nur ca. 1 Gegentor pro Spiel, hätte Chemie schon hoch verlieren und der Tabellendreizehnte hoch gewinnen müssen. Bei der damaligen sehr guten Abwehr und Heimstärke der BSG, ich glaube nur ein Heimspiel gegen Magdeburg wurde knapp verloren, war das aber sehr unwahrscheinlich. Außerdem wurde Bauchspieß in der FUWO "Spieler des Tages", was später nur noch Ralf Heine (mit der Idealnote 10 in Jena) schaffte.
Stimmt im großen ganzen, nur das Heine seine 10 Pkt. für den Spieler des Tages schon ein paar Matches vorher in Jena abfasste. Sozusagen als Gegenstück zu Blochwitz vom Hinspiel.
Freygang
20.07.2008, 15:48
Wenn ich Zeit habe, schaue ich nach. Aber m. E. wurde der Klassenerhalt vor dem 26. Spieltag gesichert! Das Spiel gegen Zwicke hatte nur statistischen Wert!
Wenn ich Zeit habe, schaue ich nach. Aber m. E. wurde der Klassenerhalt vor dem 26. Spieltag gesichert! Das Spiel gegen Zwicke hatte nur statistischen Wert!
Nein, ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass ich an dem besagten Sonnabend in der Schule die möglichen Spielausgänge "ausgerechnet" habe, die nicht eintreffen dürften. Auch der maximal erreichbare 9. Platz wurde in Erwägung gezogen. Dafür musste aber u. a. Lok in Rostock gewinnen, was denen auch gelang (0:1?) und einen EC-Platz einbrachte. Die anderen Spiele des Spieltages sind mir aber nach so langer Zeit entfallen.
Die beiden Jena-Spiele, das Wahnsinns-0:0 in Leutzsch und das 1:1 in Jena vor dem Radio, hatte ich fälschlicherweise später in Erinnerung.
Freygang
22.07.2008, 17:07
Nein, ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass ich an dem besagten Sonnabend in der Schule die möglichen Spielausgänge "ausgerechnet" habe, die nicht eintreffen dürften. Auch der maximal erreichbare 9. Platz wurde in Erwägung gezogen. Dafür musste aber u. a. Lok in Rostock gewinnen, was denen auch gelang (0:1?) und einen EC-Platz einbrachte. Die anderen Spiele des Spieltages sind mir aber nach so langer Zeit entfallen.
Die beiden Jena-Spiele, das Wahnsinns-0:0 in Leutzsch und das 1:1 in Jena vor dem Radio, hatte ich fälschlicherweise später in Erinnerung.
Ich streue Asche auf mein Haupt! Du hast recht! Sorry! Am 25. Spieltag hatte der HFC 16, RWE 17, Union 18 und Chemie 19 Punkte. Bei hohen RWE- und Union-Siegen und einer gleichzeitigen Leutzscher Niederlage wäre Chemie weggewesen. Doch es kam anders. Der HFC verlor nach einem dramtischen Spiel 5:4 beim 1. FCM; RWE siegte bei Vorwärts Frankfurt 2:1 (Siegtor kurz vor ultimo); Union ging sang- und klanglos in Jena unter (0:3) und wir siegten 4:1 gegen Zwickau. Warum nur 8.000 Zuschauer in Leutzsch waren, immerhin ging es noch um etwas, bleibt mir schleierhaft. Das war der zweitschlechteste Besuch in Leutzsch während der Saison 1972/73. Schlechter besucht war nur das HS gegen Vorwärts in der Adventszeit 1972. 6.000 sahen bei Sauwetter einen 3:0 Chemie-Sieg!
Vor 10 Jahren
Saison 1997/98
Weitere Testspiele des FC Sachsen Leipzig laut „Die Nummer Eins“ von Jens Fuge:
15.7.98 Panitzsch – FC Sachsen 0:3
Tore: Müller, Lischke, Aerdken.
17.7.98 FC Sachsen – Wisla Krakow 1:2
Tor FCS: Aerdken.
19.7.98 FC Sachsen – Grimma 1:0
Tor: Demiray.
22.7.98 VfB Leipzig Amatuere – FC Sachsen 0:2
Tore: Aerdken (Elfer), Vatter.
26.7.98 FC Sachsen – BVSC Budapest 3:0
Tore: Lischke, Hammermüller, Filipovic.
Am 1.8.1998 startet der FC Sachsen in Plauen in die Regionalliga-Saison 1998/99. Aus diesem Anlass eröffne ich dann den Thread „Vor x Jahren VI“.
Vor 20 Jahren
Saison 1987/88
Die Auslosung der ersten Runde der Europapokals bringt u.a. folgende Partien:
Landesmeister: BFC Dynamo – Werder Bremen, Pokalsieger: Carl Zeiss Jena – Kremser SC, Grasshoppers Zürich – Eintracht Frankfurt, UEFA-Cup: FC Aarau – Lok Leipzig, FC Aberdeen – Dynamo Dresden, VfB Stuttgart – Banyasz Tatabanya, FC Antwerpen – 1.FC Köln, Bayern München – Legia Warschau, Bayer Leverkusen – Belenenses Lissabon, AS Rom – 1.FC Nürnberg.
Den IFC-Cup schliessen die DDR-Vertreter als 1. (Jena), 2. (Karl-Marx-Stadt), 3. (Magdeburg) und 4. (HFC) ab. Zum Abschluss bezwingt der FCK Hannover 96 1:0 (Tor: Keller).
In der französischen Liga werden ab der Saison 1998/99 Neuerungen eingeführt. So gibt es künftig für einen Sieg 3 Punkte – klingt recht innovativ. Nach der zweiten gelben Karte ist ein Spieler für ein Spiel gesperrt. Ob sich auf Dauer auch die Neuerung durchsetzen wird, dass ein Spieler, der 10 Spiele am Stück ohne Verwarnung bleibt, eine Gelbe Karte abgezogen bekommt?
Den bundesdeutschen Supercup holt sich im Frankfurter Waldstadion Meister Werder Bremen durch ein 2:0 über Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Riedle und der eingewechselte Burgsmüller sind die Torschützen.
Vor 30 Jahren
Saison 1977/78
Auch hier die Auslosung der 1. EC-Runde mit u.a.:
Landesmeister: 1.FC Köln – IF Akranes, Partizan Belgrad – Dynamo Dresden, Pokalsieger: Valur Reykjavik – 1.FC Magdeburg, Universitatea Craiova – Fortuna Düsseldorf, UEFA-Pokal: BFC Dynamo – Roter Stern Belgrad, Borussia Mönchengladbach – Sturm Graz, FC Basel – VfB Stuttgart, MSV Duisburg – Lech Poznan, Arsenal London – Lok Leipzig, Carl Zeiss Jena – Lierse SK, Hertha BSC Berlin – Trakia Plowdiw
Vor 40 Jahren
Brasilianischer Fußballzauber in der DDR. Portuguesa Sao Paulo kommt zu zwei Erfolgen in Zwickau und Rostock. Und doch meint Rostocks Kurt Zapf: „Zumindest im Rostocker Spiel verrieten die Südamerikaner, daß sie nicht stärker sind als die Spitzenmannschaften unserer Republik. Die Brasilianer erzielten kein Kobinationstor. Im Gegenteil, die Chancen, Treffer zu schießen, lagen eindeutig bei den Hanseaten, aber sie scheiterten einmal mehr an ihrer Angriffsschwäche.“
Vor 50 Jahren
Die 2. Oberliga-Halbserie steht vor der Tür. Alle Mannschaften haben sich gewissenhaft vorbereitet. „Trotz des schlechten Tabellenplatzes haben wir uns nicht aufgegeben. Wir werden in den nächsten Spielen bis zum Umfallen kämpfen, um vom 13. Tabellenplatz wegzukommen“, meint Stürmer Meyer von Fortschritt Weißenfels vor dem 14. Spieltag.
Vor 60 Jahren
Im ausverkauften Moskauer Dynamo-Stadion treffen im vorletzten Spiel der ersten Serie vor 70.000 Zuschauern der Meisterschaftsfavorit Dynamo Moskau und der Titelverteidiger ZdKA Moskau aufeinander. 2:2 lautet das Resultat, und Dynamo bleibt somit Tabellenführer. ZdKA rangiert auf Platz 5. „Tiger“ Chomitsch steht im Dynamo-Tor.
(Letzte 3 Texte entnommen aus FuWo Nr. 29/88 bzw. 30/88 „In der Chronik geblättert“)
22.7.98 VfB Leipzig Amatuere – FC Sachsen 0:2
Tore: Aerdken (Elfer), Vatter.
Was damals alles noch so möglich war..unglaublich.:D:troest:
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