Leutzscher testen heute, 14 Uhr, gegen Neustrelitz
Leipzig. Langeweile kommt beim FC Sachsen auch an diesem Wochenende nicht auf. Heute testen die Leutzscher im Alfred-Kunze-Sportpark (AKS) gegen die TSG Neustrelitz, einen Vertreter aus der Oberliga Nord. Ab 14 Uhr lässt Trainer Dirk Heyne noch einmal alles aufspielen, was sich Hoffnungen auf einen Einsatz dann im Punktspiel bei Budissa Bautzen am kommenden Freitag macht. Die Gäste sind von besonderer Güte, aktuell liegen sie auf Tabellenplatz drei, mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter BFC Dynamo.
Gemeinsam mit der sportlichen Abteilung bemühen sich auch die Funktionäre um Formverbesserung. Vorständler Jens Fuge hatte auf der jüngsten Mitgliederversammlung ein Wiederaufleben des Vereinslebens gefordert, besonders neben dem Fußballplatz. Deshalb wollen die Leutzscher auch kulturell in die Offensive gehen und für alle interessierten Mitglieder und Sympathisanten Vorlesungen, Talkrunden und kleine Aufführungen unter dem Titel "Talk im AKS" bieten. Die Veranstaltungen sollen aller zwei Monate über die Bühne gehen.
"Das haben wir schon sehr lange im Fokus, nun können wir es endlich umsetzen", erklärt Vorstand Jens Fuge, der das Ganze ins Leben gerufen hat. Die Reihe startet am 17. Februar um 19 Uhr in der Sachsenstube des Alfred-Kunze-Sportparkes mit Vereinsmitglied Clemens Meyer.
Leipzigs Literatur-Shooting-Star liest aus seinen preisgekrönten Büchern "Als wir träumten" und "Die Nacht. Die Lichter".
"Ich stecke das Geld rein, andere geben es aus"
Fußball-Vermarkter Michael Kölmel über das Gebaren diverser Klubs, Millionen aus Karlsruhe und einen Sargnagel
Leipzig. Medienunternehmer, Fußball-Vermarkter, Boss des Zentralstadions - es gab Zeiten, da füllte Michael Kölmel, 56, täglich die Gazetten. Jetzt macht er wieder Schlagzeilen.
Frage: Sie haben den Karlsruher SC 1999 mit 15 Millionen D-Mark gerettet, wurden dann vom KSC vor den Kadi gezerrt. Jetzt muss der Klub sechs Millionen Euro an Sie zahlen, bis 2019 summiert sich die Nummer auf 21 Millionen. Zufrieden?
Michael Kölmel: Dass wir prozessieren mussten, ärgert mich. Diese Kosten hätte sich der KSC sparen können.
Sie haben diversen weiteren klammen Vereinen lebensnotwendige Finanzspritzen verpasst, sich im Gegenzug Vermarktungsrechte gesichert. Wie sehen Sie aus heutiger Sicht das Geschäftsgebaren der Fußball-Klubs?
Teilweise ekelhaft. Wenn die mein Geld hatten, wollten sie mich wieder los werden. Alemannia Aachen hatte von mir vier Millionen D-Mark kassiert, die wären ohne mich in den Konkurs gegangen. Nach dem Aufstieg in die 2. Liga stellten die sich tot.
Auch ein Fall für die Gerichte?
Ja, leider.
Als Ihr Rechtevermarkter Sportwelt im Insolvenzverfahren steckte, hat sich Carl Zeiss Jena aus einer Sechs-Millionen-Euro-Verpflichtung gewunden, kam mit einer Zahlung von 140 000 Euro davon. Prozessieren Sie weiter?
Nein, das ist zwar schmerzhaft, aber wir haben aufgehört.
Bessere Kunde kommt aus dem tiefen Westen, Rot-Weiß Essen soll runde vier Millionen Euro überwiesen haben.
Nicht der Klub, die städtischen Betriebe. Die haben das Darlehen gekauft.
Auch beim FC Sachsen sitzen Sie Vermarktungs technisch noch im Boot. Bei der Mitgliederversammlung sorgte dieser Umstand für Horrorszenarien.
Ja, ein Mitglied bezeichnete mich als Sargnagel für die Zukunft. Wenn der Verein in die Regionalliga aufsteigen würde, bekäme ich pro Jahr 12 000 Euro. Das wären ungefähr 0,8 Prozent des Etats.
Sie haben sich mit dem neuen Red-Bull-Fußballchef Dietmar Beiersdorfer getroffen. Wann wird das Zentralstadion zur festen RB-Spielstätte?
Ich habe den Eindruck, dass RB in der Regionalliga fest mit dem Zentralstadion plant, unabhängig von anfänglich geringeren Zuschauerzahlen.
Die Kinowelt ist verkauft, Sie haben einen potenten Hauptmieter fürs Stadion. Ist das eine Art Vorruhestand?
Nein, mir gehört ja noch der Verlag 2001, außerdem habe ich einige lustige Sachen im Auge.
Die mit der Vermarktung von Fußball-Vereinen wohl nichts zu tun haben.
Die zentrale Vermarktung hat weiter Bestand, ich hatte stark auf dezentrale Vermarktung gesetzt. Das Problem mit Fußballvereinen ist auch die Mittelkontrolle. Ich stecke das Geld rein, aber andere geben es aus. Das ist bei RB anders. Die holen das Geld rein - und geben es aus.
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